Samstag, 8. August 2020

Corona-Theatertagebuch – Woche 21

Montag:

Hier also der erste wöchentliche Tagebucheintrag.

Seit dem 13. März sind schon 21 Wochen vergangen. Die Zeit verschwimmt noch immer. Manchmal denke ich, es ist noch Frühjahr, aber die Natur zeigt, dass der Herbst bald kommt.

Diese Woche beschäftige ich mich gedanklich viel mit alternativen Kursangeboten. Was kann ich online machen, was draußen. Vor allen Dingen in der kalten Jahreszeit.
Vor Corona hatte ich jede Woche vier (!!!) Kurse sowie regelmäßig Seminare bei der LAG und für die Verwaltungsakademie, immer wieder Workshops und Aufführungen. Bin ins Theater gegangen (sowohl die großen Bühnen als auch Amateurtheater), war bei Netzwerkveranstaltungen etc.
Also wahnsinnig viele Events mit vielen Menschen.
Das geht momentan nicht. Und auch in den nächsten Monaten (oder Jahren) nicht.
Ich muss meine Kontakte weiterhin zwingend minimieren, um nicht zum Superspreader zu werden. Ich werde mit der LAG und den Vorspielern auf jeden Fall weiterarbeiten, also regelmäßig mit diesen Menschen zusammentreffen. Zwei Kurse pausieren noch, die irgendwann fortgeführt werden sollen. Den Basiskurs könnte ich auch an längeren Terminen draußen machen, im September, wenn es tagsüber noch warm genug ist. Der Schnellzünder-Kurs, der eigentlich im Mai auftreten sollte, ist schwieriger. Da warte ich erstmal noch die Entwicklungen im September ab. Online möchten sie nicht. Also bleibt notfalls nur weiter aufschieben oder eine andere Inszenierungsform finden.
Aber neue Kurse offline starten? Das sehe ich nicht für dieses Jahr.
Gern möchte ich Online-Kurse anbieten. Ich habe auch schon Ideen. Aber das Hauptproblem: Will das jemand? Bis jetzt nicht wirklich. Vielleicht beim nächsten Lockdown? Wenn allen dann richtig langweilig ist ...


Dienstag:

Ich liebe Dating-Shows. So ganz generell, ich finde sie einfach unterhaltsam. Viele sind grottenschlecht, manche eigenartig, aber ein paar wenige sind wirklich zauberhaft. Zur letzten Kategorie gehört "Liebe im Spektrum" auf Netflix. Wenn ihr Dating-Shows mögt, ist das eine ganz große Empfehlung!


Mittwoch:

Es wird so langsam heiß.

Ob der Outdoor-Workshop am Samstag stattfindet, ist noch nicht ganz klar. Von den acht Anmeldungen sind nur vier fest. Eine Person hat abgesagt, der Rest meldet sich nicht.


Donnerstag:

Ghosting von Kund*innen finde ich immer anstrengend. Ich würde mir einfach nur eine kurze Mail mit Absage wünschen, mehr muss es jar gar nicht sein. Einfach nur ein "Ich bin doch nicht dabei.".
Muss auf jeden Fall den für Samstag angedachten Outdoor-Workshop in Nassenheide leider absagen. Von den angemeldeten Teilnehmenden kommt die Hälfte nicht. Eine Person hat abgesagt, die anderen haben gar nichts mehr gesagt.


Samstag:

Ich bin ehrlich gesagt froh, dass der Workshop heute nicht stattgefunden hat. Es ist viel zu heiß draußen. Stattdessen werden wir einen Termin Mitte/Ende September ausprobieren. 

Bis dahin zerfließe ich in meiner Dachgeschoss-Wohnung. Verbringe den ganzen Tag mit Trinken, in kaltem Wasser liegen (wir haben einen Holz-Zuber auf dem Balkon) und Lesen. Später noch Freiluftkino auf dem Balkon: die letzten Folgen von "The Mandalorian".

Freitag, 31. Juli 2020

Corona-Theatertagebuch – Freitag, 31. Juli 2020

8:11 Uhr:

Ich habe unruhig geschlafen und mir war zwischendurch so heiß, dass ich dachte, ich hätte plötzlich Fieber. Hab ich aber nicht. Jetzt ist wieder alles normal.
Heute gehe ich zum ersten Mal seit Ewigkeiten zum Offline-Netzwerken, bei Barbara Fischer & Friends. Es findet in der Schwartzschen Villa draußen statt und ich hoffe darauf, dass sie leckeren Kuchen da haben.


18:32 Uhr:

Netzwerken war wunderbar entspannend. Es waren hauptsächlich Menschen, die ich schon kannte, aber auch zwei neue Personen. Eine tolle Runde mit lebhaften Gesprächen. Gerne wieder!

Dann ging es nach Weißensee zum Audiowalk "Theater geht" in der Brotfabrik. Der Walk begann im Innenhof an einem hübschen, schattigen Plätzchen, führte dann durch's Foyer über eine Treppe in den Theatersaal, von dort durch verschiedene kleine Nischen hinter den Vorhängen in den Backstage-Bereich, die Künstlergarderobe und dann wieder zurück nach draußen, auf den Vorplatz.
Der Walk war oft berührend, besonders auf der Treppe ins Theater, bei der jede Stufe mit einem Datum versehen war, dass ein bestimmtes Event (neue Regelungen, Lockdown, erste Öffnungen ...) der aktuellen Pandemie-Zeit markierte. Am meisten Spaß hatte ich beim Tanzen und der Drag-Lipsynch-Nummer auf der leeren Bühne vor dem leeren Zuschauerraum, doch als es um Interaktion mit fremden Menschen ging, habe ich gekniffen. Aber genau das fand ich gut an dem Audiowalk, dass er mich mit meiner eigenen Komfortzone konfrontiert hat. Ich tue mich nämlich ganz schwer mit alleiniger Darbietung im öffentlichen Raum, wenn die Situation nicht für alle als Vorführungssituation definiert ist. Also mitten auf der Straße auf einmal irgendwas spielen, laut ein Lied singen, tanzen etc. finde ich extrem unangenehm. Auf einer Bühne in einem definierten Theaterrahmen ist das hingegen kein Problem. Die Bühne ist für mich ein Schutzraum, sie liefert mir die "Erlaubnis" mich so zu verhalten. Der öffentliche Raum tut das nicht. Dort kommt es unter Umständen zu Interaktionen, die ich nicht möchte. Und das macht mir Angst.
Auf jeden Fall eine schöne und intensive Erfahrung und eine tolle Gelegenheit, um die Brotfabrik besser kennenzulernen.

Die Vorspieler finden alle die Hörspiel-Idee gut. Ich werde mal noch die pausierenden Vorspieler fragen, ob von denen noch jemand dabei sein möchte. Nächste Woche sammeln wir dann erste Textvorschläge. Der Gedanke ist beflügelnd, weil es etwas ist, was wir auch mit einer zweiten Welle realisieren können. Kein Bangen und Warten mehr, einfach ein Plan, der jetzt mal für eine Weile feststeht. Und gleichzeitig wieder frischer, neuer Wind.

Das Corona-Theatertagebuch werde ich voraussichtlich jetzt erstmal eine Weile wöchentlich schreiben, weil täglich einfach gerade nicht genug Input da ist. Außerdem kann ich dann nächste Woche auch mal ein paar Tage Social-Media-Pause machen.

Feierabend.

Donnerstag, 30. Juli 2020

Corona-Theatertagebuch – Donnerstag, 30. Juli 2020


8:59 Uhr:

Irgendwie gibt es gerade nicht viel zu erzählen. Das Sommerloch und die Krise sind nicht besonders unterhaltsam. Vielleicht sollte ich das Tagebuch eher wöchentlich schreiben statt täglich ...?


13:06 Uhr:

Yoga im Park war wundervoll. Der Blick in die Bäume, der blaue Himmel ...
Habe mich mit meiner Freundin Eva, die den Yoga-Kurs leitet, noch lange unterhalten. Wir beide arbeiten normalerweise im gleichen Studio, geben dort unsere Kurse. Das Studio ist klein und schmal (aber sehr schön!), so dass wir den Mindestabstand bei unseren Gruppengrößen nicht einhalten können. Die Vermieterin möchte natürlich gern, dass wir wieder ins Studio kommen, ihr fehlen im Moment ja unsere Mieten. Aber Eva meinte, sie kann sich das noch nicht vorstellen. Mir geht es genauso. Wir beide genießen es gerade sehr unter freiem Himmel zu arbeiten. Und bei den sich erhöhenden Temperaturen in Deutschland können wir das vermutlich noch bis in den Herbst rein. Und dann? Wir wissen es nicht.
Kleine Gruppengrößen bedeuten in meiner Theaterarbeit Geldverlust und Spaßverlust. Richtig Stimmung kommt erst in größeren Gruppen auf. Dann trauen sich die Teilnehmenden auch eher aus sich heraus zu kommen. In kleineren Gruppen fühlt man sich schnell beobachtet (ist ja auch so) und ist vorsichtiger.


16:07 Uhr:

Seid ihr auch Audiowalk-Fans? Ich mag daran, dass es quasi "Kultur on the go". Man ist allein, aber doch nicht allein, weil man eine oder mehrere Stimmen im Ohr mit sich trägt, die einen durch eine Geschichte und gleichzeitig durch einen Ort führen. Es ist wie ein Tagtraum, eine Schleierschicht, die sich über die Realität legt, in der ich wandeln kann.
Um selbst noch mehr Audiowalks kennenzulernen, habe ich mal ein bißchen gegoogelt und ein Padlet mit Audiowalks angelegt. Wenn ihr euch welche in Berlin oder für Zuhause kennt, fügt sie gern hinzu:
https://padlet.com/sarahbansemer/audiowalks


22:34 Uhr:

Die Vorspieler haben sich heute ein Alternativprojekt überlegt, da die momentane Inszenierung unter den aktuellen Umständen nicht wirklich realisiert werden kann. Jetzt müssen wir mal abwarten, was die Vorspieler sagen, die heute nicht da waren.

Feierabend.

Mittwoch, 29. Juli 2020

Corona-Theatertagebuch – Mittwoch, 29. Juli 2020



9:32
Uhr:

Morgens gleich im Bett zusammen mit meinem Mann die Steuererklärung fertig gemacht und abgeschickt. Endlich wieder was zum Abhaken.
Danach mein Magazin fertiggestellt.


12:37 Uhr:

Die #monthlyfavourites sind online!


14:39 Uhr:

Ich freue mich in der momentanen Krise noch mehr als sonst, wenn sich jemand für einen Workshop anmeldet. Gerade weil es nur so wenige Menschen sind. Aber mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.


15:39 Uhr:

Im Origami-Kurs gab es eine Hausaufgabe: aus Papier drei Dinge basteln, ganz frei, ohne Vorlage. Ich habe mich für ein Boot, einen Stuhl und eine Fliege entschieden. Bin gespannt, was wir damit heute machen. Wenn denn der Kurs weitergeht. Wenn nur ich allein dabei bleibe, macht es ja wenig Sinn.


18:35 Uhr:

Es ist wie befürchtet: ich bin allein im Kurs. Der Kursleiter entscheidet jetzt, ob es Sinn macht zu zweit, aber eigentlich ist das Quatsch, zumal es auch nur noch 2 Termine wären. Schade-Pomade. Ich fand die Idee richtig cool.


19:15 Uhr:

Mich nervt die aktuelle Warterei und Ungewissheit. Habe deshalb beschlossen, das nächste Theater Meet Up im Oktober ebenfalls online zu machen. So muss ich nicht ständig abwägen und hoffen, sondern kann es einfach festlegen und schon in den Kalender eintragen. Das ist ein Vorteil bei Online-Angeboten: man ist auf der sicheren Seite (sofern das Internet mitspielt).

Feierabend.


#monthlyfavourites – Juli-Lieblinge


Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im Juli!



Zum Arbeiten / Freizeiten

Diesen Monat habe ich mit Gebärdensprache angefangen. Um auch unterwegs ein bißchen üben zu können, habe ich ein kleines Vokabelheft angelegt, in das alle gelernten Vokabeln/Gebärden reinkommen.

Auf BBC lief die sehr lustige Serie "Staged" mit David Tennant und Michael Sheen. Auf Etsy gab es passend dazu Sticker mit Zitaten aus der Serie. Musste ich haben! Die verzieren nun Kalender, Notizbücher etc. Ein paar der Sticker habe ich auch schon verschenkt.



Zum Aufhübschen

Ich habe gebastelt und herausgekommen sind die roten Ohrringe mit kleinen Quasten. Wer sie nachbasteln will – hier gibt es die Anleitung für die Quasten aus Stickgarn (ich habe sie noch mit einem feinen Kamm gekämmt):
https://flamingotoes.com/wp-content/uploads/2014/02/Mini-Tassel-Steps.jpg
Und hier die Anleitung für die Ohrringe:
https://thestripe.com/diy-tassel-earrings/

Schon letzten Monat habe ich meine Sommergarderobe bei Kleiderkreisel aufgestockt und diese grün-gelb-weiße Kombi ist gerade eine meiner liebsten, bestehend aus grünem Stricktop, weiter Leinenhose mit Blätterprint und großen Ananas-Ohrringen aus Strass.



Zum Lesen


Bei Habe ich "Inland" aus den letzten beiden #monthlyfavourites schon zu Ende gelesen? Nein. Aber ich bin ein Stückchen weitergekommen.
Dafür habe ich dieses Heftchen gelesen, vom Festival Theaterformen:




Zum Essen

Endlich Zitronensirup gekocht und viel Eistee getrunken!

Ebenfalls lecker und sehr hübsch sind diese gefüllten Bonbons. Habe sie bei Norma gefunden.

Außerdem habe ich ein Abo bei etepete abgeschlossen und schon meine erste Box bekommen. Ich fand die Auswahl an Obst und Gemüse sehr inspirierend, um damit kreativ in der Küche zu werkeln. Das Abo habe ich zweiwöchentlich gewählt, ich bekomme also alle zwei Wochen freitags eine Obst-Gemüse-Box nach Hause geliefert. Wie lange ich das Abo laufen lasse, weiß ich noch nicht, ich wollte es einfach mal ausprobieren.



Zum Stöbern

Interessante Artikel:


Zum Hören

Eine Podcast-Empfehlung:
https://kanackischewelle.podigee.io/



Zum Anschauen

Hier wie immer Tipps zum Anschauen.

Ein gutes, informatives Video über Rassismus:
https://www.instagram.com/tv/CC81Gd6i0YR/?utm_source=ig_embed

Ich habe "Deep Space Nine" zu Ende geguckt und geweint und geweint und geweint ... Wenn Serien nach vielen Staffeln enden, ist das immer so traurig. Für alle Fans hier ein Panel:
https://www.youtube.com/watch?v=Zb3Ha-dtvmA

Natürlich ging es gleich mit der nächsten Star Trek Serie weiter. Jetzt gucke ich "Voyager" und finde auch diese Serie – natürlich! – gut. Es sind angenehm wenig Klingonen zu sehen und es gibt einen weiblichen Captain. Captain Janeway ist grandios! Zur Stimmungshebung die wunderschöne Intro-Musik von Jerry Goldsmith:
https://www.youtube.com/watch?v=Z_OylbFmMJU

Wie oben schon erwähnt, kann ich euch nur wärmstens die Serie "Staged" ans Herz legen. In Zoom gedreht und einfach richtig gut und sehr lustig geschrieben:
https://www.youtube.com/watch?v=HNvre0lsvvI

Auf Netflix gibt es gerade die Mini-Serie "Hollywood", die eine fiktive Geschichte des Hollywoods der 40er Jahre zeigt. Was wär gewesen, wenn ...:
https://www.youtube.com/watch?v=Q3EASLgzOcM

Dienstag, 28. Juli 2020

Corona-Theatertagebuch – Dienstag, 28. Juli 2020


9:00
Uhr:

Heute kann ich wenige Minuten später losfahren, denn Nick und ich treffen uns am U-Bhf Tegel, um gemeinsam unseren Audiwalk zu testen. Am Wochenende habe ich die Rohfassung geschnitten, noch ohne Musik, nur unsere Stimmen. Jetzt probieren wir aus, ob man gut folgen kann und die Textabschnitte lang genug sind, um die Wege in den Zeiten zu schaffen.


16:20 Uhr:
Müüüüde. Wir sind den Audiowalk abgelaufen und dabei ist Nicks Flip Flop kaputt gegangen. Ganz tapfer ist er den Großteil des Walks barfuß gelaufen. Er ist mein Held des Tages.
Einige Zeiten habe ich falsch eingeschätzt, da muss ich nochmal ran.

Danach war ich mit meiner Freundin und Kollegin Katja in Tegel Mittagessen und anschließend noch einmal am See, um ein paar letzte Zeiten des Walks nachzumessen und uns den Seewind um die Ohren wehen zu lassen. Wie ein kleines Meer.


16:39 Uhr:

Eigentlich wollte gleich ein junger Mann fünf Regale abholen, die wir nicht mehr brauchen. Habe sie alle in den Hausflur gestellt und jetzt schreibt er, dass er keinen Transporter gekriegt hat.😒 Ebay Kleinanzeigen, immer wieder ein Traum ...


19:41 Uhr:


Mir ist heiß.
Ich bin heut übrigens 11.115 Schritte gelaufen (7,9 km). Fühle mich wahnsinnig sportlich.

Das neue Spielzeitmagazin ist fast fertig. Gerade habe ich noch einmal die Interviews mit meinen Kolleg*innen gelesen, die im Magazin über ihre Arbeit in der Krise berichten. Mich berühren die Antworten sehr und ich freue mich darauf, das Magazin bald zu veröffentlichen.

Außerdem habe ich auf meinen Websites alle kommenden Workshops und Events aktualisiert:
08. August – Outdoor-Workshop "Theater & Natur"
09. September – Übungsworkshop Status, draußen im Park
11. September – Online-Workshops Gruppendynamik
16. Oktober – Online-Workshop Machtspielchen
30. Oktober – Online Theater Meet Up
06. November – Online-Workshop Machtspielchen II

Feierabend.

Montag, 27. Juli 2020

Corona-Theatertagebuch – Montag, 27. Juli 2020


8:44
Uhr:

Guten Mooorgen! Heute halbwegs fit. Meine Email-Challenge geht diese Woche zuende, hab grad die vorletzte Mail rausgeschickt.

Im Büro ist es wahnsinnig heiß. Werde jetzt duschen und dann verbringe ich den ganzen Tag mit der Family.
Arbeitet ihr eigentlich unterwegs, wenn ihr mit den Öffentlichen fahrt? Ich habe meistens ein Notizbuch dabei und arbeite irgendwas, was ich ohne Rechner machen kann. Werde mir heute ein Vokabelheft für die Deutsche Gebärdensprache anlegen.


20:32 Uhr:

Langer Tag mit viiieeel Familie. Es war schön und lustig und müdemachend. Eine Reise in die Vergangenheit, denn ich war in einem Restaurant in Blankenburg (Norden von Berlin), in dem ich das letzte Mal vor vermutlich 20 Jahren oder so war. Gut, vielleicht 18 Jahre.
Habe alle mit Gebärdensprache vollgetextet (bzw. -gebärdet).

Ich habe ganz entzückende Post von meiner Freundin und Kollegin Katja bekommen. Sie ist auch angefixt von dem Gedanken, nach Rostock zu ziehen. Vorletzte Woche waren wir nämlich zusammen dort und haben diese kleine Reise sehr genossen.
Aus Rostock kam heut auch noch eine Nachricht, denn ich selbst hatte auch Post verschickt an Marie-Theres Schwinn, die dort seit kurzem lebt und als Schauspielerin arbeitet. Schaut unbedingt mal bei ihr rein, sie postet wunderschöne Fotos vom Meer, schreibt Blogartikel und Slam-Texte und steht diesen Sommer auch am Meer auf der Bühne:
https://www.patreon.com/mariestheater

Feierabend.

Freitag, 24. Juli 2020

Corona-Theatertagebuch – Freitag, 24. Juli 2020



7:04
Uhr:

Letzter Tag Gebärdensprachkurs. Zumindest letzter Tag von DGS 1 (DGS= Deutsche Gebärdensprache). Gestern habe ich schon den Kurs für DGS 2 gebucht. Findet zwar erst im November statt, aber dann habe ich Zeit, mir bis dahin noch tausendmal meine eigenen Videos anzugucken.

Nach dem Kurs gehen wir heute noch gemeinsam Mittagessen, als Abschluss. Außerdem haben wir jetzt auch eine Whatsappgruppe. Whoop whoop!


16:56 Uhr:

Und schon ist der DGS-1-Kurs vorbei. Irgendwie komisch. Hab vorgeschlagen, bald mal im Videochat zusammen zu üben.
Das Mittagessen war in einem wunderschönen Restaurant (Essen nicht überwältigend, aber okay).

Gutes Video entdeckt:
https://www.instagram.com/tv/CC81Gd6i0YR/?utm_source=ig_embed


18:59 Uhr:

So, alle Videos mit den neuen Vokabeln aufgenommen. Eine ganz neue Welt, in die ich da eintauche.

Habe noch einen bestürzenden Rückblick auf das Loveparade-Unglück in Duisburg gelesen. 10 Jahre ist das jetzt her:
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/loveparade-2010-in-duisburg-leben-mit-der-katastrophe-16874697.html

Feierabend.

Donnerstag, 23. Juli 2020

Corona-Theatertagebuch – Donnerstag, 23. Juli 2020


7:58
Uhr:

Gleich fahr ich los. Vorletzter Tag des Gebärdensprachkurses.


15:43 Uhr:

Motivation, wo bist du????

Freudiges Ereignis des Tages: im Briefkasten war die Benachrichtigung über die diesjährige Beitragsrückerstattung von meiner Krankenversicherung. Das trifft sich gut, denn ich brauche Geld.😂

Das Wetter ist heute super, weshalb es mit den Vorspielern heut abend in den Park geht. Leider wieder nur eine kleine Gruppe, aber es ist halt Ferienzeit.


22:43 Uhr:

Wir haben heute viel gesprochen über die aktuelle Situation. Wie immer im Sommer kommen sehr wenig Teilnehmde zur Probe, aber auch generell hat die Zuverlässigkeit in den letzten Jahren abgenommen. Ich sehe das in allen meinen Kursen und Gruppen ... und es nimmt weiter zu. Grund ist in der Regel der Job. Entweder durch Überstunden und/oder (psychische) Erkrankungen, die ebenfalls mit der Arbeitslast und der Arbeitsatmosphäre zusammenhängen. Das ist eine erschreckende Entwicklung und ich hoffe so sehr, dass sich die Arbeitswelt irgendwann entspannt. Momentan wird es nicht besser.
Hinzu kommt auch, dass das Durchschnittsalter meiner Gruppen etwa meinem Alter entspricht, so Mitte 30. Das ist eine Lebensphase, die bei den meisten wenig Zeit für Hobbies lässt. Familiengründung, Karriere, Haus(bau), Partnerschaft. Der Fokus ist ein anderer.
Was die aktuelle Inszenierung angeht, ist wirklich die Frage, ob wir das durchziehen wollen. Die Aufführungstermine sind für Ende November geplant. Selbst wenn bis dahin der Mindestabstand wegfällt – Corona ist dann immer noch da. Wollen wir dann wirklich so eng spielen und auftreten? In einem engen, kleinen Theater? Gibt es überhaupt Zuschauer, die dann ins Theater kommen wollen? Wir hatten schon in den letzten Inszenierungen zurückgehende Zuschauerzahlen ... denn auch die sind überarbeitet und gestresst und setzen andere Prioritäten.
Vielleicht finden wir alternative Aufführungsformen – Zoom, Audiowalk, Videowalk, Stationentheater ... mal schauen, wie sich alles entwickelt. Ich bin trotzdem sehr glücklich, dass die Vorspieler immer noch am Ball sind.

Sehr gefreut habe ich mich heute auch über kleine Videos der Gruppe Synchronschief, die im letzten Theatergruppenkurs entstand. Die proben gerade an ihrem neuen Stück und haben sich heute auch draußen getroffen – allerdings im Tiergarten. Das ist so genial, dass es wirklich geklappt hat, und sie ohne mich weitermachen!

Feierabend.

Mittwoch, 22. Juli 2020

Corona-Theatertagebuch – Mittwoch, 22. Juli 2020


6:56
Uhr:

Immer noch nicht ans frühe Aufstehen gewöhnt.


16:12 Uhr:

Heute recht unmotiviert. Weiß auch nicht so recht. Erstmal Vokabel-Videos von heute aufnehmen.


18:59 Uhr:

Momentan nehme ich an einem Online Origami-Theaterprojekt teil. Leider ist da eine große Teilnehmer*innen-Fluktuation. Letzte Woche waren wir noch zu dritt, heute war nur noch ich übrig – plus ein neuer Teilnehmer. Hm. Möchte noch jemand mitmachen? Immer mittwochs, 18:00-19:30 Uhr. Geplant war bis Mitte August, aber das kann alles gemeinsam besprochen/geändert werden. Der erste Teil eines Termins besteht aus Technik, also Origami-Figuren falten, der zweite Teil soll sich einer gemeinsamen Szene widmen, die wir entwickeln, quasi ein Mini-Stück. Ihr braucht keine Theatererfahrung und es ist egal, wie alt ihr seid. Ihr solltet nur Lust auf Arbeit mit Papier haben. Der Workshop findet in Zoom statt und wird von Soubhi geleitet, der für das Projekt Storyboarder arbeitet. Der Kurs ist kostenlos.

Jetzt erstmal noch ein schönes Bad nehmen. Feierabend.

Dienstag, 21. Juli 2020

Corona-Theatertagebuch – Dienstag, 21. Juli 2020


7:24
Uhr:

Ich bin es nicht mehr gewohnt, vor 7 Uhr aufzustehen. Bitte nicht einschlafen während des Unterrichts.


14:28 Uhr:

Wieder zuhause mit vielen neuen Vokabeln im Kopf. Später werde ich wieder Videos aufnehmen zum Lernen.

Heute kamen Sticker an, die ich vor einer Weile auf Etsy bestellt habe (Danke Marion, für den Link!). Darauf sind Zitate aus der BBC-Serie "Staged" mit David Tennant und Michael Sheen.


17:04 Uhr:

Diese Woche ist so ungewohnt. Dass ich vormittags nicht zuhause bin, ist nur ab und zu der Fall, schon gar nicht den ganzen Vormittag. Für diese Woche finde ich gerade erst meine Arbeitsroutine. Ich hüpfe ein bißchen von Aufgabe zu Aufgabe, habe Mails geschrieben, am Audiowalk gearbeitet und Gebärdensprachen-Videos aufgenommen, um Vokabeln zu lernen. Sätze bilden finde ich noch besonders schwer. Die Satzstruktur ist anders (das Verb am Schluss ... wie im Lateinischen ;) ), da muss ich noch dran gewöhnen.
Zur Abwechslung nähe ich gerade lose Knöpfe an meiner Hose an und gleich gibt es eine entspannte Nachmittagspause.


18:53 Uhr:

Dieses Jahr ist zum ersten Mal seit einigen Jahren beruflich wieder ein Sommerloch. Normalerweise würden jetzt drei Kurse parallel laufen – und dazu evt. noch ein paar Workshops. Aber durch Corona pausieren die ganzen Kurse, es starten keine neuen und im Ausbildungs- und Firmenbereich ist jetzt sowieso Ferienpause. Fühlt sich ganz ungewohnt hat. Die letzten Jahre habe ich dieses Sommerloch fast ein bißchen vermisst, dieses Jahr habe ich gar keine richtige Meinung dazu. Da momentan eh gerade alles eigenartig ist, schwimme ich sowieso durch die Tage. Die Fortbildungen geben immerhin eine ganz neue Struktur und extrem viel Input. Hätte ich mein gewohntes Programm, wäre eine neue Sprache jetzt eindeutig zuviel. So habe ich dafür Zeit und Platz im Kopf. Das Geschenk der Krise.


19:04 Uhr:

Es ist mal wieder Zeit für ein paar Karten und Päckchen ... Sommerpost an Freunde und Bekannte.


Feierabend.


Montag, 20. Juli 2020

Corona-Theatertagebuch – Montag, 20. Juli 2020



7:01
Uhr:

Früh aufgestanden. Heute beginnt mein Gebärdensprachkurs. Whoop whoop!


14:14 Uhr:

Mein Kopf schwirrt! Vokabeln über Vokabeln ziehen vor meinem geistigen Auge vorbei. Aber der Kurs ist super interessant.


17:22 Uhr:

Ich habe mir am Rechner lauter Videos aufgenommen mit den heute gelernten Vokabeln. Aufschreiben ist bei Gebärdensprache so kompliziert, auch beim Zeichnen komme ich an meine Grenzen. Die Videos kann ich mir dann einfach immer wieder anschauen. Und so konnte ich eben auch noch ein bißchen üben. Hoffentlich kann ich das morgen noch alles.


19:17 Uhr:

Eigentlich wollte ich heut abend noch bei einem Best-Practice-Workshop zum Thema Online-Theaterunterricht teilnehmen, aber ich pack es nicht. Bin müde und erschöpft und mein Kopf ist zu sehr mit den Lerninhalten von heute Vormittag gefüllt. Wenn der Workshop nur ne Stunde wär, hätte ich es durchgezogen, aber zwei Stunden sind mir heute zu lang.

Mein Basiskurs wird erst frühestens Mitte September weitermachen, hatte bei allen angefragt, aber Urlaub, Verletzungen etc. machen momentan Parkproben in den nächsten Wochen unmöglich. Vielleicht ist ja bis dahin auch der Mindestabstand weg ... mal sehen. Obwohl ich gleichzeitig auch Angst davor habe, wieder wie vorher Theater zu spielen – mit Anfassen, in geschlossenen Räumen, in der Erkältungszeit.

Im Moment stockt alles, man merkt, dass die Leute in die Ferienzeit gehen und erstmal am liebsten gar nichts machen wollen. Was ich gut verstehen kann.

So, jetzt aber Feierabend.

Freitag, 17. Juli 2020

Corona-Theatertagebuch – Freitag, 17. Juli 2020


9:44
Uhr:

Bin sehr unmotiviert aufgewacht, aber nach einer Viertelstunde Yoga und ordentlich anziehen, geht es jetzt wieder einigermaßen.


9:53 Uhr:

Habe den Vorspielern gerade geschrieben, dass ich wegziehen will. Davor hatte ich ganz schön Muffensausen.
Gleichzeitig merke ich, wie ich schon in den letzten Jahren – halb bewusst, halb unbewusst – darauf hingearbeitet habe, so flexibel wie möglich zu sein. Mein Kursmodell für meinen Theatergruppenkurs ist darauf aufgebaut, die entstehende Gruppe auf eigene Beine zu stellen. Aus dem Wunsch geboren, den Menschen Selbstverantwortung und eigene Entscheidungsfähigkeit zu schenken (mit allen Freuden und Schmerzen, die das mit sich bringt), aber auch weil ich selbst unabhängig von der Gruppe sein möchte. Es ist trotzdem eigenartig. Momentan bin ich viel am Grübeln, freue mich auf Neubeginn und habe gleichzeitig Angst vor Abschied. Und dann wiederum sehe ich es als Zugewinn, so wie gestern im Tagebuch beschrieben.
Warum ich jetzt schon so rumhirne, obwohl ich erst in 1-2 Jahren umziehe ... keine Ahnung. Vielleicht weil ich aus Erfahrung weiß, dass es oft viel schneller geht als man denkt.


17:43 Uhr:

Tolle Reaktionen der Vorspieler haben mich erreicht. Sie sind traurig, freuen sich aber auch für mich und haben vorgeschlagen, dann auch öfter mal Zoom-Proben zu machen oder mich bei den Proben dazuzuschalten.


19:20 Uhr:

Sitze an der Steuererklärung. Was ich bei solchen eher nervigen Aufgaben gern nebenbei mache, ist Filme "hören", also einen Film im Hintergrund laufen lassen und ab und zu mal reinschauen, wenn meine Augen eine Pause von den ganzen Zahlen brauchen. Heute ist es "Pauline am Strand" auf arte. Ein richtiger Sommerfilm:
https://www.arte.tv/de/videos/023522-000-A/pauline-am-strand/


19:58 Uhr:

Interessanter Artikel. Überlege gerade, ob ich Bekannte habe, die so sprechen ... wäre mir jetzt noch nicht aufgefallen. Spreche ich vielleicht selbst so? Gute Frage ...
https://www.zeit.de/2020/29/sprachkultur-vokabular-bewerbungsgespraech-alltag?utm_content=zeitde_redpost_zon_link_sf&utm_medium=sm&wt_zmc=sm.int.zonaudev.facebook.ref.zeitde.redpost_zon.link.sf&utm_campaign=ref&utm_source=facebook_zonaudev_int&utm_term=facebook_zonaudev_int&fbclid=IwAR1BaNP6aepo1LVJe3AbeRfTLGpOOIFfYlkUi0G-o3WUoArQTnMLbukSVRI

Ich habe ein bißchen gearbeitet, geplant, gekocht (heute kam meine erste etepetete-Box – bin begeistert!), war spazieren ...

Feierabend.


Donnerstag, 16. Juli 2020

Corona-Theatertagebuch – Donnerstag, 16. Juli 2020



12:25
Uhr:

Mitten in der Woche in den Urlaub zu fahren, sorgt oft für komplette Verwirrung, was die Tage anbelangt. Dass heute Donnerstag ist, will nicht so richtig in meinen Kopf.
Rostock war aber wirklich toll. Dieser Kurztrip hat sich noch einmal ganz anders angefühlt als der letzte im Januar. Im Januar wollten wir die Stadt erstmal ein bißchen besser kennenlernen. Uns Bezirke angucken, viel herumlaufen. Der damalige Trip war anstrengend, kalt und gleichzeitig sehr nah an einem Lebensalltag, der im Randbezirk stattfindet.
Dieses Mal hatten wir eine Pension mitten in der Stadt und das Gefühl war komplett anders. Rostock präsentierte sich von seiner schönsten Seite und wir verbrachten die Zeit mit Essen, Auf's-Wasser-gucken, Essen, Bummeln, Essen, Quatschen, Essen, Auf's-Wasser-Gucken, Essen, Schlafen, Museum, Essen, im Park sitzen, Essen, Museum, Essen und Auf's-Wasser-Gucken. Es fühlte sich an wie ein freier Tag in der eigenen Heimatstadt, auch wenn natürlich (noch) die Selbstverständlichkeit gefehlt hat, mit der man sich durch eine Stadt bewegt, wenn man das Verkehrsnetz in und auswendig kennt (so wie es in Berlin der Fall ist).
Erst hatte ich etwas Angst vor dem Umzug. Angst, viel zu verlieren, wenn ich von einer großen in eine kleinere Stadt ziehe. Aber mittlerweile sehe ich es andersrum. Ich bleibe ja trotzdem Berlinerin, hier sind meine Wurzeln und hier will und werde ich weiterhin auch immer wieder arbeiten. Aber ich vergrößere meinen Raum, ich nehme noch eine kleinere Stadt als Schaffens-, Wirk- und Lebensraum dazu. Wie eine Ferienwohnung, in der man sich dauerhaft aufhält. Natürlich möchte ich nicht täglich pendeln, sondern mein Haupteinkommen gern in Rostock verdienen und den Haupt-Lebensraum in Rostock haben. Ob und wie das mit Theaterkursen klappt, weiß ich jetzt noch nicht, das wird sich zeigen. Dennoch möchte ich auch immer wieder nach Berlin kommen, um hier (Theater-)Arbeit zu machen. Und auf jeden Fall möchte ich gern weiter online arbeiten ... denn das geht von überall aus.


13:24 Uhr:

Bin durch einen Blogbeitrag gerade auf einen neuen Podcast gestoßen. Könnte interessant werden:
https://open.spotify.com/show/3j3zDhxAVOqQclcZHi35kX


13:49 Uhr:

Sehr interessanter Artikel. Obwohl (oder weil?) ich gar nicht Auto fahre ...:
https://sz-magazin.sueddeutsche.de/auto-mobilitaet/beim-autofahren-hoert-der-verstand-auf-81520


16:11 Uhr:

Man, wo ist denn heute meine Motivation hin?
Immerhin sagt der Regenradar, dass es heut abend trocken bleibt. Endlich eine Vorspiel-Probe im Park!


22:21 Uhr:

Es war zwar eine sehr kleine Gruppe heute, aber das macht es nicht weniger schön. Jedes Wiedersehen mit den Vorspielern ist toll.

Feierabend.


Montag, 13. Juli 2020

Corona-Theatertagebuch – Montag, 13. Juli 2020



9:05
Uhr:

Früh aufgestanden, Periodenschmerzen gehabt, zweite Mail für Email-Challenge verschickt.
Ich habe das Glück, viel im Home Office zu arbeiten und habe für meine Vor-Ort-Arbeit Schmerztabletten und Livia. Aber das hier fänd ich generell für die Arbeitswelt gut:
https://www.jetzt.de/gender/zyklus-kolumne-folge-5-zyklusbewusstsein-am-arbeitsplatz


17:14 Uhr:

Ein typischer Vor-Reise-Tag. Mittagessen und Schlüsselübergabe mit meinem Bruder, Katzenstreu kaufen, Wohnung etwas aufräumen, iPods und Powerbank aufladen, Tasche packen. Morgen geht's für eine Nacht nach Rostock, die Stadt, die in 1-2 Jahren unsere neue Heimat werden soll. Mein Bruder passt währenddessen auf die Katzen auf.


21:41 Uhr:

Der Kollegiale Austausch war recht knackig heute, war nur eine kleine Runde. Ab jetzt werden wir zu einem monatlichen Termin wechseln statt wie bisher wöchentlich, da es momentan einfach zu wenig zu berichten gibt. Auch wenn ich meine Runde nächsten Montag bestimmt schon vermissen werde.;)
Generell soll es aber langfristig auch bei diesem Austausch bleiben – und das finde ich richtig, richtig schön.

Feierabend.


Freitag, 10. Juli 2020

Corona-Theatertagebuch – Freitag, 10. Juli 2020



9:44
Uhr:

Der Tag beginnt regnerisch. Das ist irgendwie schön.


10:22 Uhr:

Die klassische Generalintendanz an Theatern ist ein überholtes Konzept. In diesem Artikel hier wird das noch einmal deutlich:
https://bnn.de/lokales/karlsruhe/badisches-staatstheater-ueberholte-theaterstrukturen-warum-die-causa-spuhler-nicht-nur-ein-karlsruher-problem-ist?fbclid=IwAR3Bs0HI98zsYhRrrbLgrSP9xx9WYTxGnD1UC6SUCcU6gGg_A55sPKSdoLs
Ein Vorteil der Krise ist, dass jetzt auch Zeit und mehr Mut da ist, solche Probleme anzusprechen. Sie kommen jetzt auf den Tisch. Ich vermute, auch weil die Mitarbeitenden mehr Gelegenheit hatten, über die eigene Situation nachzudenken.


21:48 Uhr:

Habe heute den Teilnehmer des Basiskurses besucht, der mir sein Grundstück in Nassenheide für meinen Outdoor-Theaterworkshop "Theater & Natur" zur Verfügung stellt. Es war richtig schön mit ihm zu quatschen und mal wieder so weit draußen zu sein, quasi im Wald.
Hohe Kiefernbäume, die im Wind wehen, hohe Gräser, Blumen, Vögel. Ganz nah dran gibt es eine große Wiese mit kleinen Tannen und einen kleinen See mit Strand und Spielplatz. Also viele kleine Bühnen, an denen Szenen entstehen können. An der Bushaltestelle kreiste über unseren Köpfen ein großer Greifvogel. Auf dem Heimweg googelte ich, welche Vogelart es sein könnte, und ich glaube, es war ein Milan. Es wurde wahnsinnig schnell sehr kalt und ich fröstelte auf der langen Rückfahrt. Zuhause dann gleich ein warmes Bad.

Feierabend.


Donnerstag, 9. Juli 2020

Corona-Theatertagebuch – Donnerstag, 09. Juli 2020



8:20
Uhr:

Wie so oft ist es genau am Donnerstag regnerisch. Yoga findet nicht im Park, sondern in Zoom statt und mit den Vorspielern weiß ich auch nicht ... werde mal den Regenradar beobachten.

Mein innerer Lemming ist wieder erwacht: Es gibt von Field Notes neue Notizblöcke, als Special Edition ... hab ich mir für meinen Geburtstag vorgemerkt, da beschenke ich mich immer gern selbst und erfülle mir Wünsche, die ich schon eine Weile angeschmachtet habe.
Was ich mir aber jetzt schon (bzw. gestern) gekauft habe, ist der Download meiner Lieblings-Illustration von Andrea Hansen: https://www.etsy.com/de/shop/MadameAHsDarlings


11:22 Uhr:

Yoga: Check.

Lese gerade ein Interview mit einer Unternehmensgründerin, die Hummel-Fan ist – wegen des Hummel-Paradoxons. Ich kann es nicht mehr lesen oder hören!!! Ehrlich, Leute, es gibt kein Hummel-Paradoxon! Und immer noch wird es ständig von irgendwelchen Speakern, Trainern, Coaches usw. wiederholt.
Hier die Erklärung für alle, die es interessiert:
https://de.wikipedia.org/wiki/Hummel-Paradoxon


13:57 Uhr:

Es gibt eine neue Staffel von zeitfuereinander, jippie:
https://www.zeitfuereinander.com/staffel3/


14:55 Uhr:

Meine beiden Vermieterinnen tun mir leid, weil ich seit April keine Miete mehr für meine Räume zahle(n kann). Sie sind sehr entgegenkommend, aber ich weiß trotzdem, dass es blöd ist. Aber momentan sind mir die Hände gebunden. Mit Mindestabstand kann ich mit meinen Gruppen in diesen Räumen wegen der Größe nicht proben. Und der einzige Raum, der groß genug ist (Jugendclub Spirale) lässt wiederum mich als Externe noch nicht rein.
Andererseits genieße ich es aber auch, gerade nur einen Kurs zu haben. Das hat mir die Möglichkeit gegeben, mich viel mehr in Online-Workshops auszuprobieren und selbst viele Fortbildungsmöglichkeiten zu nutzen, was mir bisher sonst immer aufgrund von Zeitmangel nicht möglich war.
Überhaupt ist das mein größtes Geschenk, das ich aus der Krise mitnehme: wahnsinnig viel neues Wissen, neue Fertigkeiten und Erfahrungen.


15:13 Uhr:

Heute wechselt der Himmel stetig zwischen Regen und leichter Aufheiterung. Teilweise ist es richtig dunkel im Büro, obwohl ich im Dachgeschoss wohne. Deshalb habe ich mir die Kerze vom Küchentisch auf den Schreibtisch gestellt. Jetzt fühlt sich das Arbeiten schon richtig herbstlich an.


15:25 Uhr:


Ein wunderschöner Artikel über Patrick Stewart:
https://www.theguardian.com/culture/2020/jul/09/patrick-stewart-80-tribute-shatner-mckellen-tennant-walter-blessed

Ich habe das Gefühl, dass gerade alles, was mir begegnet (Artikel, Videos, Serien, Filme, Audiowalks, Bücher ... und natürlich Menschen) wertvoller ist als vor Corona. Es ist mehr Ruhe da, um all das wahrzunehmen und wertzuschätzen.


21:32 Uhr:

Wieder kleine Vorspiel-Runde in Zoom, aber ich habe die Hoffnung, dass es nächsten Donnerstag mal NICHT regnet.

Feierabend.

Mittwoch, 8. Juli 2020

Corona-Theatertagebuch – Mittwoch, 08. Juli 2020



8:50
Uhr:

Falls jemand gestern meinen Tagebucheintrag vermisst hat: ich habe ihn geschrieben, aber abends vergessen hochzuladen. Tja, kann passieren. Dafür eben heute wieder. Und als Mini-Recap alle Infos des gestrigen Tages:

15:34 Uhr:

Halbwegs produktiver Tag. Viele gute Gespräche heute, mit meinem Mann, mit einem Freund. Freue mich auf den ersten Termin des Origami-Theater-Kurses, der heute beginnt.


17:54 Uhr:

Der erste Termin des Origami-Theater-Kurses war herrlich entspannt. Ich freue mich drauf, in den nächsten Wochen mit den anderen Teilnehmenden ein kleines Stück zu entwickeln ... und nicht die Leitung zu haben. Schon lange habe ich nicht mehr an einem Theaterprojekt einfach nur teilgenommen. Ich war immer für die Leitung und/oder die Organisation zuständig. Es ist so angenehm, einfach mal wieder auf der anderen Seite zu stehen.


18:56 Uhr:

Komisch, ich bin noch allein im Zoom-Raum ... vielleicht sind heute alle etwas knapp dran. Oder es geht allen wie mir und sie denken, heute ist erst Dienstag, obwohl heute Mittwoch ist.


20:50 Uhr:

Aus den Menschen, die bei meinen letzten Workshops teilgenommen haben, ist schon fast eine Art kleine Gruppe geworden und alle sind angefixt vom Thema Status. Da Statusverhalten ein Thema ist, was man oft und lange üben muss, kam der Vorschlag, mal einen längeren Workshop im Park zu machen. Aber gerne doch! Ich freu mich drauf!

Feierabend.

Montag, 6. Juli 2020

Corona-Theatertagebuch – Montag, 06. Juli 2020


13:05 Uhr:

Wie geht es eigentlich allen gerade mit der Krise? Irgendwie habe ich einen allgemeinen Eindruck verloren. Es verschwimmt alles ein bißchen. Für manche ist die Krise vorbei, andere sind noch sehr vorsichtig. Ich merke in meinem Umfeld gerade ein Schweben, ein Rantasten an die "Normalität". Vieles fühlt sich normal an, ist es aber nicht. Nicht wirklich. Obwohl es noch Richtlinien oder zumindest Empfehlungen gibt, fühlt es sich komisch an, diese einzuhalten. Einfach weil viele es nicht tun. Wenn man es doch tut, ist man das Alien. Jetzt ist die Herausforderung ist, für sich selbst Regeln festzulegen. Selbstverantwortung ... ein immerwährendes Thema.
Mir hilft es ehrlich gesagt sehr, mich nach der aktuellen Verordnung zu richten. Manchmal frage ich mich, wo denn da die Rebellion ist, aber sie ist in mir nicht vorhanden. War sie irgendwie noch nie. Ich finde einen äußeren Rahmen immer angenehm. Einschränkung kurbelt bei mir stets die Kreativität an. Obwohl Freiheit für mich gleichzeitig ein wichtiger Wert ist. Kurios. Und natürlich aus einer sehr priviligierten Position geschrieben, das ist mir bewusst.

Genieße es sehr, heute einen reinen Homeoffice-Tag zu haben. Letzte Woche war ich sehr viel unterwegs, jetzt darf es gern wieder das Kontrastprogramm sein. Hab eh genug am Rechner zu tun: Steuer, Audiowalk, Spielzeit-Magazin, Workshopplanung, Email-Challenge ...


14:09 Uhr:

Momentan taucht gefühlt täglich ein neuer, unsäglicher Fall aus dem Bereich der Darstellenden Künste in den sozialen Medien auf. Dieser hier ist wirklich erschreckend und sehr bitter. Ich habe ein bißchen Geld gespendet und vielleicht habt ihr ja auch noch etwas übrig:
https://www.facebook.com/HeleneBockhorst/posts/2311286042501680?__tn__=K-R
Und hier der Spendenaufruf:
https://slamalphas.org/2020/06/die-safespace-spendenkampagne-braucht-deine-hilfe/?fbclid=IwAR3G9iPcTqzFfJ1Kh2vM9rY1Qbx-pl1dadkzPz3Ku-Sk4BVHDHo3etuUaKs


17:38 Uhr:

Habe am Wochenende Post vom "Festival Theater Formen" bekommen. Habe davon in einem Video erzählt (https://www.facebook.com/sarahbansemertheater/videos/716045912582414/) und werde in einer Mußestunde zurückschreiben. Eine wirklich schöne Theateridee, eine Inszenierung per Post zu verschicken. Love it!


19:19 Uhr:

Während ich die letzten Buchungen für meine Umsatzsteuer mache, höre ich Maike Plaths grandiosen Podcast weiter:
https://open.spotify.com/show/2Gay6ITtEV2sjBy5eyPTwA?si=qGGYjybWTsGJVnKtYwWBMg



22:39 Uhr:

Wir haben uns beim Kollegialen Austausch festgequatscht. :D

Gleich aber Feierabend.

Freitag, 3. Juli 2020

Corona-Theatertagebuch – Freitag, 03. Juli 2020


7:52 Uhr:

Mein Bruder hat Geburtstag! Heute abend gehen wir mit der Familie Essen.


8:52 Uhr:

Immer wenn ich an meinem Magazin arbeite, komme ich in den Flow. Die Mischung aus kreativer Ideenlösung (Wie formatiere ich? Soll da eine Grafik hin? Welche Fotos nehme ich?) und ganz klarem Abarbeiten der einzelnen Schritte, ist eine tolle Kombination. Gleichzeitig blicke ich dabei die ganze Zeit auf die eigene Arbeit, sehe meine Teilnehmenden und Kolleg*innen und kann ganz in diese Theaterwelt eintauchen ... vom Schreibtisch aus.


13:43 Uhr:

Ich empfinde so gut wie nie Wut, aber heute war es soweit. Dieser Post war erschreckend:
https://www.facebook.com/groups/250039315125227/permalink/2875305922598540/
Die Theater Chemnitz spielen in ihrem Sommer-Programm "Hair". Ein Musical von 1968, dessen politische Schlagkraft bis heute aktuell ist. Mehr zum zeitgeschichtlichen Hintergrund (u.a. die afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung) – der für die Handlung essentiell ist – findet ihr hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Hair

Jetzt könnte man denken: Super, da passt "Hair" als Sommerprogramm ja genau in die aktuelle Zeit.
Stimmt – wenn man so divers casten würde, wie die Original-Besetzung ist. Stattdessen wird eine rein weiße Version mit ausschließlich weißen Schauspieler*innen gespielt. Wer das Musical kennt, kann sich zusammenreimen, dass in dieser Version vermutlich alle Songs, die von Schwarzen und deren Lebensrealität erzählen, entweder gestrichen oder verändert sind.
Schlimm genug, dass es diese All-White-Version des Musicals überhaupt gibt. Sie sollte gar nicht existieren. Noch schlimmer, dass diese Version immer noch gespielt wird. Vor allem in der aktuellen politischen Situation. Es ist einfach nur beschämend.

Um ein Gegengewicht zu setzen, hier ein wunderbarer Song aus der Film-Version des Musicals:
https://www.youtube.com/watch?v=U45CzgrLE9s


15:19 Uhr:

Eigentlich gibt es heute nicht mehr wirklich was zu sagen. Das oben genannte regt mich auf. Werde mich umziehen für heut abend, noch ein Päuschen machen und dann mit meinem Bruder feiern.

Früher Feierabend.

Donnerstag, 2. Juli 2020

Corona-Theatertagebuch – Donnerstag, 02. Juli 2020


8:50 Uhr:

Teste gerade ein neues Allergiemedikament, das mir eine Freundin empfohlen hat:
Lorano Pro. Zwischenstand nach einer Woche: Hilft relativ gut und ist nicht annähernd so müde machend wie Cetirizin. Dafür leider teurer als eben genanntes.


11:52 Uhr:


Yoga im Park gemacht.
Und mich über diesen Artikel sehr amüsiert:
https://www.amazedmag.de/zoomers-attackieren-millennials/


14:10 Uhr:

Ich bin so unglaublich müde. Mag grad gar nichts machen. Auch wenn ich eigentlich genug zu tun habe ...


14:45 Uhr:


So ganz langsam komme ich in die Pötte. Schreibe Rechnungen und Mails und höre im Hintergrund neue Kapitel von Maike Plaths Podcast:
https://open.spotify.com/show/2Gay6ITtEV2sjBy5eyPTwA?si=tpX005a2TjOwn7RB2Gwlqg&fbclid=IwAR1K23X9BcHgdlgJWLn1RhdWIcG-efnpVqmSH45t7AwOZx3dyFB22ZlYHoI


19:19 Uhr:

Das Wetter ist zwar schön, aber es wird trotzdem heute eine (vermutlich eher kurze) Zoom-Probe mit den Vorspielern, weil so viele fehlen.

Arbeite eifrig am Spielzeit-Magazin.


20:25 Uhr:

Überraschend produktiv mehrere Szenen geprobt. In einem Rutsch. Man merkt jetzt deutlich, dass wir in der letzten Zeit gut vorangekommen sind. Kommunikation war heut nur etwas schwierig, eine Vorspielerin war leider auf dem Tempelhofer Feld, da wir recht kurzfristig beschlossen hatten, auf Zoom zu wechseln. Ich hoffe sehr, dass nächstes Wetter das Wetter mitspielt und viele Leute Zeit haben. Denn ich würde gern mal wieder alle in großer Runde sehen.


Feierabend.

Mittwoch, 1. Juli 2020

Corona-Theatertagebuch – Mittwoch, 01. Juli 2020


9:20 Uhr:

Hab Mails abgearbeitet und – ganz wichtig! – meine Rechnungsvorlage geändert, denn ab heute gelten 16% MwSt. Aber nur für ein halbes Jahr. Dann muss ich es wieder zurückändern. Freude ...

Jetzt erstmal ein Bad nehmen.


11:09 Uhr:

Huch, heute ist Email-Tag!
Generell bin ich fasziniert, dass trotz Krise regelmäßig Mails kommen. Da man sich momentan bei mir nur für Online-Workshops oder den Newsletter anmelden kann, kommen fast nur Newsletter-Anmeldungen. Die Leute warten mit scharrenden Hufen darauf, endlich wieder offline Theater spielen zu können. Das ist ja auch irgendwie schön.
Ich plane auch gerade noch einen ganz besonderen Workshop – draußen in der Natur in Brandenburg. So ganz analog. Wirklich!


11:47 Uhr:

Heute ist außerdem Treff-Tag!
Mittagessen mit Improtrainerin Claudia und gegen Abend noch ein Treffen mit einer anderen, bezaubernden Frau aus unserer Montags-Zoom-Kollegen-Clique. Juhuu!


20:58 Uhr:

Natürlich war heute in allen Gesprächen auch Theater ein Thema. Aber auch Umgang mit schwierigen Teilnehmenden in Gruppen, Gruppendynamik, eigene Intuition, frühere Jobs, Studium, Unternehmertum ... Es ist gerade echt schön, sich endlich wieder mit Menschen zu treffen, zum gemeinsamen Austausch über die Arbeit und das Leben.

Abends dann die letzte Folge der aktuellen Staffel "What we do in the shadows", einer sehr lustigen Vampir-Serie im Stil einer Mockumentary über eine Vampir-WG. Sehr unterhaltsam, läuft auf BBC und ist wirklich sehenswert.

Feierabend.

Dienstag, 30. Juni 2020

Corona-Theatertagebuch – Dienstag, 30. Juni 2020


19:13 Uhr:

Ich habe heute nicht gearbeitet. Dafür war ich beim Zahnarzt, habe meine Freundin und Kollegin Katja besucht und mich danach zum ersten Mal "in echt" mit Pablo Volo getroffen, den ich in der Krise online kennengelernt habe. Es waren schöne Gespräche – über Theater, über Führung, über Rostock, über Berlin, über Steuererklärungen, über Buchungsprogramme, über Theatergruppen ... über das Leben und die Arbeit eben.
Wenn man jemanden aus Videochats kennt und die Person dann das erste Mal trifft, ist das so, als hätte man sich "in echt" kennengelernt. Zumindest kam es mir so vor. Man kennt die Person ja schon vom Sehen und Hören, man kennt die Bewegungen, die Mimik und Gestik, die Körperhaltung, wenn die Person am Tisch sitzt, die Stimme, die Sprechweise, den Humor.
Es ist irgendwie genauso wie im Videochat, aber scharf gestellt. Man sieht die Person endlich ganz genau, sieht alle Feinheiten, hat kein verschwommenes Bild mehr. Aber kennen tut man sie ja eigentlich schon lange ...

Pablo fragte mich, wie lange ich denn die Facebook-Gruppe noch laufen lassen will, die ich zu Beginn der Krise gründete. Ehrlich gesagt: ich weiß es nicht. Sollte die Krise irgendwann halbwegs überstanden und alle irgendwie wieder in Lohn und Brot sein, könnte ich mir vorstellen, die Gruppe umzubenennen. Den montäglichen kollegialen Austausch würde ich gern beibehalten, das kann aber auch gern dann nur einmal im Monat oder einmal alle zwei Monate sein. Wenn ich irgendwann wieder mehrere Kurse habe, schaffe ich es sowieso nicht mehr jede Woche. Aber noch ist die Krise nicht vorbei und viele können/wollen noch nicht arbeiten. Und deshalb wird die Gruppe auch noch eine ganze Weile bestehen.

Feierabend.


Montag, 29. Juni 2020

Corona-Theatertagebuch – Montag, 29. Juni 2020


8:50 Uhr:

Ein sehr heißes, aber entspanntes Wochenende liegt hinter mir. Ich habe geschwitzt und ständig in einer Badewanne voll kaltem Wasser gesessen.
Dennoch habe ich am Samstag an einem kurzen Webinar der "Storydealer" teilgenommen. Bei Hans Geisslinger hatte ich vor einigen Jahren ein Ausbildungswochenende und war gleich hin und weg. Wenn dieser Mann spricht, ist jeder Satz ein philosophisches Tor, ein menschliches Regelwerk und eine perfekte Definition unserer Realitäten und Erfahrungen. All das gleichzeitig. Ich höre ihm einfach gern zu. In dem Webinar haben sie über die Arbeit der Storydealer gesprochen und ich habe einfach nur gelauscht und mitgeschrieben. Mein Lieblingssatz:
"Nur was in der Lage ist scheitern zu können, hat am Ende einen Wert."

18:55 Uhr:

Jetzt bin ich wieder zuhause am Rechner. Das schöne an der Theaterarbeit ist, dass man auch manchmal in Bus und Bahn gut arbeiten kann. Also habe ich unterwegs die nächste Vorspiel-Probe und meinen Aufbau-Workshop "Machtspielchen II" (für den es übrigens noch Plätze gibt!) geplant sowie den Text für die erste Mail der Email-Challenge "Theater & Ich" geschrieben.


19:33 Uhr:

Ich habe dieses Wochenende gemerkt, wie bestimmte Jahreszeiten für mich durch bestimmte Events und markiert sind. Der Sommer war immer definiert durch das Kochen großer Mengen Zitronensirup (für Eistee), durch das Aufstellen unseres Badezubers auf dem Balkon, durch die Beitragsrückzahlung der Krankenversicherung :D und vor allem durch den Pride Month bzw. den Berliner Christopher Street Day und das Schwul-Lesbische Straßenfest in der Motzstraße. Bis jetzt ist dieses Jahr noch keines dieser Events passiert und irgendwie fehlt das, um den Sommer als Sommer zu akzeptieren. Durch Corona geht eine Jahreszeit in die andere über und das einzige, was sich ändert, ist die Temperatur. Natürlich will ich noch Zitronensirup kochen und den Zuber aufstellen (er muss erstmal repariert werden). Die Beitragsrückzahlung wird auch noch kommen. Aber mit vielen, vielen tausenden Menschen auf der Straße tanzen und Sichtbarkeit feiern – das kann ich dieses Jahr nicht. Das ist in der momentanen Lage auch richtig so, aber trotzdem hat es mir gefehlt.


20:06 Uhr:

Es gibt übrigens neue Lockerungen in Berlin: Anwesenheitslisten nur bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen und das Hygienekonzept muss vorhanden und bei Verlangen der zuständigen Behörde vorgezeigt werden. Was ich so interpretiere, dass man es nicht einreichen muss, wenn nicht danach verlangt wird.


22:10 Uhr:

Ein kollegialer Austausch mit dem Hauptthema Gebärdensprache. Das fand ich großartig, da ja in wenigen Wochen mein Kurs beginnt.

Feierabend.

Freitag, 26. Juni 2020

Corona-Theatertagebuch – Freitag, 26. Juni 2020


7:51 Uhr:

Seit gestern teste ich ein neues Allergie-Medikament, das mir eine Freundin empfohlen hat: Lorano Pro. Sie meinte, sie wird davon nicht müde. Gestern hatte ich mittags die erste Tablette genommen und wurde auch wirklich tagsüber nicht müde. Jetzt grade bin ich aber supermüde, hätte gern noch ewig geschlafen, aber meine Nase nicht. Habe jetzt gerade die zweite Tablette genommen und schaue mal, wie es heute tagsüber sein wird.


8:06 Uhr:

National Theatre übertrifft sich mal wieder selbst. Hier könnt ihr (noch 6 Tage lang) "A Midsummer Nights Dream" gucken, Shakespeares Klassiker. In super Besetzung!
https://www.youtube.com/watch?v=Punzss5sHto


9:36 Uhr:

Whoop, whoop! Ich habe ein paar Buchungen geschafft. Immerhin. Fühle mich direkt produktiv. Der Rest des Tages wird vermutlich draußen stattfinden. Gleich fahre ich zu meinem Vater, Kirschenpflücken.


20:18 Uhr:

Ein Tag mit viel Familienzeit. Erst mit meinem Bruder zusammen bei meinem Vater Kirschenpflücken, dann Mittag im Garten, zusammen mit seiner Frau.
Danach habe ich meiner Mutter Kirschen gebracht und noch eine Weile gequatscht. Und Eis mit Erdbeeren gegessen.
Ein entspannter Heimweg mit neuem Podcast auf den Ohren:
https://www.lvstprinzip.de/wer-ist-eigentlich-dieser-sex-der-lvstprinzip-podcast-ist-da/

Ich bin so glücklich über all die Lernmöglichkeiten, die ich in den letzten Monaten hatte. Eigentlich besuche ich eher selten Fortbildungen, weil oft die Zeit fehlt oder ich nicht die passenden Themen finde. Dieses Jahr beschert mir aber – auch dank Corona – so viele Fortbildungmöglichkeiten und zugleich etwas mehr Zeit, um diese auch zu nutzen.

Feierabend.

Donnerstag, 25. Juni 2020

Corona-Theatertagebuch – Donnerstag, 25. Juni 2020


8:28
Uhr:

Momentan wache ich recht früh auf, allein schon weil die Sonne mich weckt und die heuschnupfige Nase kitzelt.


10:45
Uhr:

Ganz nach dem Lustprinzip habe ich mich entschieden erst einmal an meinem Spielzeitmagazin zu arbeiten.


11:42 Uhr:

Galerie im Spielzeit-Heft: Check! Editorial: Check! Durch eine Filmaufnahme für eine Mini-Lesung, die ich mit Genossin Anne machen wollte, hatte ich sogar ein passendes Foto parat, nämlich einfach ein Screenshot aus dem Video. Zum Glück – ich bin nämlich kein großer Fan von Fotoshootings.


12:24 Uhr:

Oft fühlt sich mein Schreibtischstuhl wie ein Magnet an. Ich kann nicht weg. Es geht einfach nicht. Argghh, streng dich an! Tschacka, ich schaffe es! Will Mittag kochen.


16:15 Uhr:
Wow, ich hab wirklich Mittag gekocht. Im Magazin komme ich voran. Was ich weiterhin meide: Steuer.


20:11 Uhr:

Die Kombi aus Probe im Park und direkt im Anschluss Zoom ist schwierig. Nach dem Park sind die meisten durch. Heute habe ich die Zoom-Probe im Anschluss abgesagt, weil es zu wenige Teilnehmende gewesen wären. Nächste Woche kehren wir dann wieder zu den alten Probenzeiten zurück und proben immer draußen, wenn es möglich ist. In großer, kompletter Gruppe. Ich freue mich da sehr drauf und bin froh, dass der Virus in der warmen Jahreszeit da ist. So kann man immerhin raus.

Feierabend.

Mittwoch, 24. Juni 2020

Corona-Theatertagebuch – Mittwoch, 24. Juni 2020



8:47
Uhr:

Ein Tag mit viel Homeoffice liegt vor mir.


9:15
Uhr:

Der erste Text eines Kollegen für mein Spielzeit-Magazin ist eingetrudelt. Nur so viel zur Ankündigung: Dieses Mal werden einige Kollegen zum Thema "Arbeit in der Krise" zu Wort kommen.


14:35 Uhr:

Nachmittagstief. Ich gucke "Rocketman" auf Amazon Prime (wir haben grad einen Testmonat). Da fällt mir erstmal auf, wieviele geile Songs Elton John geschrieben hat.


16:39 Uhr:

"Rocketman" fertig geguckt. Begeistert! Ganz große Empfehlung!

Ich habe nicht alles geschafft, was ich vorhatte, aber es ist ok. Nachher ist noch Vorspiel-Probe im Park, wieder in Kleingruppe.
Ab dem Wochenende gibt es neue Lockerungen, die Kontaktbeschränkungen werden dann aufgehoben. Das heißt, dass sich alle Vorspieler zusammen draußen treffen können. Ich hoffe, das Wetter spielt dann immer mit.


21:29 Uhr:

Ach, es ist so schön, nacheinander alle Vorspieler wiederzusehen. Morgen nochmal Kleingruppenprobe und danach Zoom.
Man, wie das mit den ganzen neuen Infektionen in Berlin wird ... ich weiß nicht.
Ich unternehme privat nichts in Gruppen, nur arbeitsmäßig die Vorspieler und die LAG, wobei letztere jetzt in den Sommerferien Pause hat, da gibt es die nächsten Termine erst in der zweiten Augusthälfte.
ABER: Ich habe gerade für Anfang August Theatertickets für eine Veranstaltung in Berlin gekauft. "Ein Sommernachtstraum" Open Air im Berliner Club Sisyphos. Das wird das erste Mal eine vollere Veranstaltung ... wenn wir bis dahin nicht schon wieder im Lockdown sind.

Ich finde es momentan mal wieder nerviger, mit der Unsicherheit umzugehen. Ich kann nicht wirklich planen und langfristig macht mich das leicht nervös, weil ich nächstes Jahr nach einer Wohnung in Rostock schauen und dann irgendwann auch dorthin ziehen möchte mit meinem Mann. Bis dahin würde ich aber gern noch einen weiteren Theatergruppenkurs durchziehen. Und die dauern ein ganzes Jahr. Vielleicht kann ich ab Herbst wieder mit einem neuen Kurs starten, das wäre genial.

Feierabend.

#monthlyfavourites – Juni-Lieblinge


Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im Juni!





Zum Arbeiten / Freizeiten

Mein liebstes Corona-Hobby ist das Schreiben von Briefen und Postkarten. So fühlt sich der Alltag gleich wie Urlaub an. Meine Freunde bekommen also momentan in regelmäßigen Abständen Post von mir. Aus zwei Knöpfen habe ich mir kleine Siegelstempel gebastelt und mein Mann hat mir Siegelwachs in vielen Farben geschenkt, von dem ich sehr begeistert bin.

Die ersten Proben im Park gingen natürlich nur mit ausreichend Sonnencreme. Eins der wichtigsten Arbeits-Utensilien dieses Monats.



Zum Aufhübschen

Schon wieder eine Lidschatten-Palette? Jap. Jetzt bin ich auch so ziemlich komplett versorgt, eine auf Blau- und Türkistöne spezialisierte Palette hatte noch gefehlt. Und die Farben sind wirklich krass intensiv.
Ich habe die Palette übrigens doppelt, weil ich sie bei Kleiderkreisel gekauft hatte und sie nicht ankam. Die Verkäuferin reagierte auch einfach nicht mehr auf meine Mails. Als ich sie dann im Laden gesehen habe, hab ich sie spontan gekauft. Einen Tag später war sie dann doch im Briefkasten. *seufz*
Das doppelte Exemplar wird vermutlich in den Theater-Schminkkoffer wandern, es sei denn, jemand will sie mir abkaufen (Meldet euch!). Die zweite ist allerdings nicht komplett unberührt, manche Farben wurden schon mal angetascht.

Auf Kleiderkreisel habe ich schon vor einer Weile diese süße Brosche gefunden. Sommerfeeling pur!

Neon-pinker Nagellack! Was soll ich mehr sagen. Ist einfach geil. Gibt es grad von Catrice (Rossmann/DM) als Limited Edition.




Zum Lesen


Bei "Inland", das ich in den vorletzten #monthlyfavourites vorgestellt habe, bin ich jetzt fast bei der Hälfte. Immer noch gut.




Zum Essen

Wieder ein Blechkuchen. Dieses Mal Schoko-Haselnuss-Kuchen mit Schokoguss und Streuseln. Mjam!




Zum Stöbern

Interessante Artikel:



Zum Hören
Dieses Mal nichts konkretes, denn ich habe mal dies, mal jenes gehört. Aber ein Song ist besonders oft in meinem Ohr:
https://www.youtube.com/watch?v=4CiyKeSnSxk




Zum Anschauen

Hier wie immer Tipps zum Anschauen.

Natürlich musste ich als Trekkie "Picard" gucken. Sehr schön, berührend und am Schluss der ersten Staffel wahnsinnig traurig (und schön gleichzeitig)!
https://www.youtube.com/watch?v=mAHPVEC8Egk

Es gibt eine neue Staffel "Somebody Feed Phil". Solltet ihr mal schlecht gelaunt sein, guckt diese Doku-Show. Instant gute Laune!
https://www.youtube.com/watch?v=NUw3khVTVLo


Um in meine Teenie-Zeit zurückzuschweifen, gucke ich die Serie "Berlin, Berlin" auf Netflix. Ich habe sie schon damals geliebt und mag sie jetzt immer noch. Jetzt habe ich endlich die Gelegenheit die Staffel komplett zu gucken. Und es ist das Berlin von früher! Das Berlin meiner ersten Dates, meiner ersten Verliebtheiten, der Zeit mit meiner damaligen besten Freundin, der ersten Disco-Nächte ... ein Traum! Hauptfigur Lolle war übrigens mein Style-Icon zu dieser Zeit, besonders ihr Kurzhaarschnitt aus Staffel 2.
https://www.youtube.com/watch?v=_n32RDwN0us

Richtig gut ist die Doku "Disclosure: Hollywoods Bild von Transgender":
https://www.youtube.com/watch?v=ysbX6JUlaEc


Und sehr entzückend und berührend ist der Disney/Pixar-Film "Onward". Mit einer tollen Geschwistergeschichte und einer coolen Mutter-Rolle:
https://www.youtube.com/watch?v=gn5QmllRCn4

Dienstag, 23. Juni 2020

Corona-Theatertagebuch – Dienstag, 23. Juni 2020


8:03
Uhr:

Juckende Augen und müde. Freue mich auf den Tag ... nicht.


14:42
Uhr:

Joa, mir geht's ein bißchen ähnlich wie in diesem Artikel beschrieben:
https://www.thisisjanewayne.com/news/2020/06/23/coronaoeffnungsangst-warum-ich-noch-nicht-bereit-fuer-den-alltag-bin/

Nick und ich haben den Großteil der Aufnahmen geschafft, der Rest kommt beim nächsten Treffen.

Auf dem Rückweg war ich Einkaufen. Eigentlich wollte ich mir was fertiges zum Essen holen, aber die Lokalitäten, an denen ich vorbeikam, waren so voll, dass ich keine Lust hatte, dort zu stehen und zwischen den Menschen zu warten.
Also ein paar Salatzutaten im Supermarkt gekauft. Und jetzt geht's ans Zubereiten.


19:43 Uhr:

Wo ist denn bitte plötzlich der Tag hin?
Nach Tegel, Einkaufen, Mittag machen, Mails beantworten und ein zweistündiger Workshop für meinen Kooperationspartner structura ... und schon ist es Abend.

Meine Mutter hatte heute ihren letzten Tag als Klassenlehrerin und die Kinder waren ganz gerührt. Ich finde das so schön und sie ist jetzt sehr entspannt. Ihre Berufslaufbahn in der Schule wird in den nächsten Jahren ein Ende nehmen ... und vielleicht geht es dann in eine kleine Selbständigkeit über? Ideen gibt es auf jeden Fall schon. Und dann auch irgendwann eine Website.

Momentan fühle ich mich wieder leicht überfordert von tausend To Do's. Proben, Monthly Favourites, Email-Challenge, Audiowalk, Spielzeit-Magazin, Steuer ... all das muss in den nächsten Wochen in Angriff genommen und teilweise auch schon fertiggestellt werden.
Aber es ist nicht nur Arbeit, sondern es sind auch Fortbildungsmöglichkeiten, Filme, Online-Inszenierungen, Podcasts usw. Es gibt soviel zum Anschauen, zum Zuhören, zum Entdecken, zum Lernen. Vieles zeitlich begrenzt, so dass man nur selten dazu kommt.
In wenigen Wochen nehme ich an einem Gebärdensprachkurs an der VHS teil (da freue ich mich schon wahnsinnig drauf, ich hatte mich vor Corona dafür angemeldet) und ab August mache ich bei dieser Forbildung mit: https://kompetenzen-digitaler-wandel.de/termine/aug20/
Ich bin gespannt.

Aber einfach immer wieder Durchatmen und Schritt für Schritt vorgehen. Heute konnte ich Sachen abhaken, morgen werde ich weitere Punkte abhaken können. Und so arbeite ich mich voran. Und dann kommen auch wieder ganz ruhige Phasen.

Feierabend.