Mittwoch, 28. Oktober 2020

#monthlyfavourites – Oktober-Lieblinge



Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im Oktober!



Zum Arbeiten / Freizeiten




Mein neuer Kalender ist da! Jetzt kann ich für 2021 planen ... zumindest soweit irgendwas planbar ist.

In den kommenden Monaten möchte ich ein bißchen mehr handwerklich künstlerisch aktiv sein und habe wieder angefangen, mit Tinte zu zeichnen. Dafür habe ich mir noch zwei Tusche-Pinsel besorgt. Der aus Bambus hat sogar auf der anderen Seite eine Federspitze, mit der man ganz wunderbar zeichnen kann.

Einen neuen Laptop habe ich auch (nicht im Bild), denn mein alter Laptop hat natürlich mitten in der Krise schlappgemacht.




Zum Aufhübschen



Gegen einen steifen Nacken, der durch Zugluft schnell entsteht, trage ich gerade sehr oft Halstücher. Drei neue Bandana-Tücher, um die ich schon mehr als ein Jahr online rumgeschlichen bin, sind bei mir eingezogen, von Colter Co.

Auch Kleiderkreisel hat mich diesen Monat glücklich gemacht: mit einer neuen Schluppen-Bluse, einem Star Trek T-Shirt und einem Mandalorian-Pin.

Von Tchibo hab ich die orange Mütze, die schon jetzt ein absoluter Liebling ist. Kann es bitte ganz schnell ganz kalt werden?




Zum Lesen

Lesetechnisch bin ich zumindest offline nicht weitergekommen. Aber unten findet ihr viele lesenswerte Artikel.




Zum Essen ... äh ... Trinken


Meine Lieblingstees wurden leer und ich habe nachgekauft! In der gold-gemusterten Dose ist schwarzer Tee mit Wildkirsche, in der roten Dose ist Grüner Tee mit Melone, Erdbeere und Mango. Außerdem habe ich ein paar kleine Kusmi-Dosen zum Probieren mitbestellt.



Zum Stöbern


Interessante Artikel:

 

Zum Hören



Diesen Monat ging ein neuer Audiowalk online! Titel: "Massenmensch" Hier findet ihr ihn:
https://orangeplaty-berlin.blogspot.com/p/audiowalks.html

Und noch weitere Hör-Tipps:

Mark Kitzigs Podcast-Interview mit mir ist online!
https://podcast41f3d7.podigee.io/67-interview-mit-sarah-bansemer
 
Sehr, sehr berührend ist der selbst-produzierte Nachruf von Herbert Feuerstein über sich selbst:
https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/spezial/herbert-feuerstein-148.html

Auch wenn ich euch damit auf die Nerven gehe – der Podcast "Gut zu vögeln" ist immer noch mein Highlight … vor allem jetzt, wo ich realisiert habe, dass der Sprecher Philipp mal in meiner Theatergruppe Vorspiel war:
https://podtail.com/podcast/gut-zu-vogeln/



Zum Anschauen

Hier wie immer Tipps zum Anschauen.

Es gibt einen neuen Facebook Live-Talk mit Mark Kitzig zum Thema "Kinder vs. Erwachsene als Teilnehmende":
https://www.facebook.com/Zirkusundtheaterpaedagogik/videos/354123885640631
--> den nächsten Live Talk gibt es am 5.11.!

Auf Netflix findet ihr jetzt ganz neu den Film "The Boys In The Band", der mich sehr begeistert hat. Der gleiche Cast hat ursprünglich im gleichnamigen Theaterstück gemeinsam am Broadway auf der Bühne gestanden und man merkt an den Kamereinstellungen und den Dialogen, dass es sich ursprünglich um ein Theaterstück handelt. Und genau das macht den Reiz des Films aus.
https://www.youtube.com/watch?v=862Pb9oDDAo

 Zum Weinen gebracht hat mich der "Lego Movie 2". Mag man beim Trailer vielleicht nicht gleich annehmen, aber der Film greift so wunderbar gesellschaftliche Themen auf, dass es mich einfach sehr berührt hat.
https://www.youtube.com/watch?v=11K013qpRR4

Gestaunt habe ich mal wieder über "Criminal Britain", das ihr ebenfalls auf Netflix findet. Die zweite Staffel ist online und überzeugt total. Besonders die Rolle von Kunal Nayyar – Hammer!
https://www.youtube.com/watch?v=VtHBrjgDjes

Und eeeendlich ist die neue Staffel von "Star Trek Discovery" online. Michael Burnham forever!
https://www.youtube.com/watch?v=h3KTl5IWy7I

Freitag, 23. Oktober 2020

Corona-Theatertagebuch – Woche 32



Sonntag:

Ich genieße es, am Wochenende in Ruhe kreative Arbeit zu verrichten – ganz ohne die standardmäßigen To Dos. Also sitze ich am Rechner und schreibe den Text für meinen neuen Audiowalk fertig.

Eine Bekannte hat mir einen Link zu einem Artikel geschickt, den sie bei Rubikon veröffentlicht hat. Rubikon ist ein alternatives Nachrichten-Magazin, das auch Verschwörungstheorien Raum gibt. Weil ich diese Bekannte immer sehr geschätzt und mit ihr in der Vergangenheit tolle, interessante Gespräche geführt habe, ist das gerade sehr enttäuschend für mich. Ich merke, wie eine kleine Stimme im Hinterkopf sagt "Hm, vielleicht solltest du in den Dialog treten?". Aber ALLES in mir sträubt sich dagegen. Momentan gibt es viele Artikel, in denen es um die Kommunikation mit Maskenverweigerern, Corona-Leugnern etc. geht. Ich finde das gut und sehr richtig. Aber ich selbst bin da absolut nicht der Typ für. Ich war schon vor Corona niemand, der Freude an solchen Diskussionen hat – und ich bin es auch jetzt nicht. Ich möchte nicht in den Dialog treten. Ich möchte einfach mich selbst irgendwie durch die Krise bringen und Familie, Freunde und Kolleg*innen unterstützen. Das reicht mir vollkommen als Aufgabe. Deshalb ein großes Danke an alle, die in den Dialog mit Andersdenkenden treten! Wer gerne in den Austausch gehen möchte und im Raum Köln wohnt, dem lege ich Robert Christotts Veranstaltung "Respect Speech" ans Herz:
https://www.facebook.com/respectspeech/

Findet noch jemand das Geräusch einer laufenden Spülmaschine sehr beruhigend?

Montag:

Homeoffice!
Die Zahlen schnellen in die Höhe und ich habe keine Ahnung, was die nächsten Wochen passiert. Wie es mit den LAG-Terminen aussehen wird. Ob ein Lockdown kommt. Abwarten und Tee trinken.

Am Theater Augsburg wurde eine neue digitale Sparte geschaffen. Finde ich ziemlich grandios:
https://www.bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/kultur/detailansicht-kultur/artikel/buehnentechnik-plusplus.html?fbclid=IwAR25TCK0Y4YO5vAoFXYQWs-k30Ixulxx1dQ4al6oT-UF0IzHDaK5y-x529s#topPosition
 
Ich freue mich, dass ich nicht die einzige Person bin, die Online-Kurse anbietet. Auch Kolleg*innen sind am Start, z.B. hier
https://www.facebook.com/groups/theaterinberlin/permalink/10158948667283816/
und hier
 
Habe gestern "Lego Movie 2" gesehen und war genauso wie beim ersten Teil sehr berührt und begeistert. Natürlich sticht die Detailliebe ins Auge, mit der diese Filme gemacht sind. Aber zusätzlich greifen die Filme gesellschaftliche Themen wie Eltern-Kind-Beziehung, Unterdrückung von Kreativität, Erwachsenwerden, Geschwisterbeziehungen, Jungen- und Mädchenerziehung oder Toxic Masculinity auf spielerische, leichte Weise auf, die so schön und liebevoll umgesetzt ist, dass ich jedes Mal weinen muss. 

Langes Telefonat mit Mark Kitzig geführt. Wir quatschen uns immer tot – was irgendwie sehr schön ist. Und: neues Podcast-Interview in Planung!

Was für ein Tag: Telefonate, viele Nachrichten und Mails, meinen neuen Rechner eingerichtet, ganz viel in Garageband mit Sounds für meinen Audiowalk rumgespielt, Ideen für neue Seminare mit Kolleg*innen geteilt und, und, und ... läuft rund hier.


Dienstag:

Früh aufgestanden, weil Yoga im Park schon um 8:30 Uhr stattfand. Mit Mütze und Stulpen war es trotz kühlem Wetter super.

Tipps, wie wir im Winter mit der Corona-Situation selbstverantwortlich umgehen können:
https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2020-10/zweite-welle-coronavirus-alltag-treffen-weihnachten-feiern-verhalten

Aufnahmen für meinen Audiowalk gemacht und dann nachmittags meiner Freundin beim Möbelaufbauen geholfen.


Mittwoch:

Schultern und Nacken tun weh ... von den Audioaufnahmen unter der Bettdecke vermute ich. Und ein paar muss ich nochmal machen, weil sie nicht gut klingen ... menno.
Irgendwie ist heute ein sehr müder Tag. Ich fühl mich schwerfällig und schlapp.

Ich mag ja Bücher sehr ... auch wenn ich viel zu wenig davon lese. Interessant ist dazu dieser Artikel hier:
https://www.zeit.de/kultur/literatur/2020-10/buecher-lektuere-kultur-literatur-medium-alternativen-lesen/seite-2

Falls sich jemand fragt, wie er die kommenden Monate überstehen soll – hier ein paar Tipps:
https://einguterplan.de/corona-psyche-winter?fbclid=IwAR1aArOb3A8TY7c0hCTPZv0kabTuIItrN3sKu8Li7K7xq57Pb0ZQ8U_zgTA

Ich merke, dass ich wieder langsam in den Lockdown-Modus komme. Muss mir jetzt Rituale überlegen, damit ich genug Bewegung und frische Luft kriege. Am besten jeden Tag mal kurz raus, Spaziergang oder Einkauf oder Briefe verschicken ...

Bei der Arbeit mit neuen Gruppen gibt es immer irgendwann diesen magischen Moment, an dem man zum ersten Mal dieses Gemeinschaftsgefühl einer Gruppe spürt. Dieser Moment war heute abend. Ich freue mich riesig – wirklich RIESIG! —, dass so eine engagierte, fröhliche Gruppe zusammengekommen ist, die in den nächsten Monaten gemeinsam an einem Stück arbeiten und dazu ein Magazin gestalten wird. Whoop whoop!


Donnerstag:

Müde gewesen.
Lustige Orga-Runde mit Kolleg*innen gehabt (da ist was im Busch ... wir planen Seminare).

Da ich mit den Vorspielern ja im Freizeitbereich arbeite, orientieren wir uns an den Verordnungen für private Treffen. Folgende Regel tritt in Berlin in wenigen Tagen in Kraft:
"Die erlaubte Personenzahl ist im privaten Raum nach § 1 Abs. 3 auf den Personenkreis von zwei Haushalten oder einem Haushalt plus fünf weiteren Personen begrenzt."
Wir werden also ab jetzt erstmal wieder eine Weile online proben. Muss dann wieder bei der Probenraum-Vermieterin anfragen, ob ich mit der Miete nochmal aussetzen kann.

Freitag:

Tag kann starten, auch wenn ich irgendwie ein bißchen müde in den Seilen hänge.
Falls ihr noch etwas sucht, um euer Geld loszuwerden, könnt ihr es so wie ich in Star Trek Briefmarken investieren ... , die ich dann quasi als Sticker benutzen werde.😂

Hab entschieden, im Dezember mal wieder einen Vorglühen-Workshop zu machen, zum Thema "Weihnachten". Natürlich wieder online, das wird nen Knüller! ... wenn sich genügend Interessierte anmelden.

Mein Mann hat mir für meinen Schreibtisch Blumen vom Balkon gebracht. 😍

In der Transferqualifizierung, die ich gerade mitmache, bereiten wir gerade in Gruppenarbeit eine kleine Pecha-Kucha-Präsentation vor. Hatte heute mal wieder ein Treffen mit einer meiner beiden Teamkolleginnen und wir haben viel gelacht. Am Mittwoch zeigen alle ihre Präsentationen und ich bin schon sehr gespannt auf die der anderen.

Ich liebe meinen neuen Rechner.

Freitag, 16. Oktober 2020

Corona-Theatertagebuch – Woche 31




Montag:

Gestern noch ein kurzer LAG-Tag, heute Start in eine neue Arbeitswoche. Irgendwie ist die momentane Situation so surreal in ihrer Mischung aus Unsicherheit, keinerlei richtiger Planungsmöglichkeit, Acedia und gleichzeitig vielen ToDos. Was für eine neue, eigenartige Realität.

In den letzten Tagen habe ich die Rückmeldungen zum Schnuppertermin des neuen Theatergruppenkurses erhalten und ich habe die Mindestteilnehmerzahl erreicht! Juhuuu! Ich freue mich auf ein neues Abenteuer!

Konnte meine Oma heute ganz normal im Heim besuchen. Hatte erst die Befürchtung, dass es neue Besucherregelungen gibt, aber es ist stand heute noch alles so wie in den letzten Wochen.

Dieses Jahr hab ich irgendwie Bock auf Halloween. Ich plane eine kleine Party (keine Sorge: nur ich, mein Mann und eine Freundin). Diesen Artikel hier finde ich dafür sehr inspirierend:
https://witanddelight.com/2020/10/a-candy-less-costume-less-guide-to-feeling-the-halloween-spirit/
 
Was übrigens sehr, sehr lustig ist:
Ich hatte ja von dem Vogel-Podcast geschwärmt, den ich seit einer Weile höre. Am Wochenende habe ich zum ersten Mal die Namen von den beiden Podcaster*innen gelesen und realisiert, dass der Mann mal in meiner Theatergruppe Vorspiel mitgespielt hat. WTF???!!! Wie konnte ich die Stimme nicht erkennen??? WIE???????? Ich bin immer noch fassungslos ...



Dienstag:

Für meine Verhältnisse sehr früh aufgestanden, um morgens noch ein bißchen Homeoffice machen zu können. 
 
Auf dem Weg nach Tegel spontan Nick gefragt, ob wir bei dem schönen Wetter draußen proben wollen. Es war zwar sehr kalt, aber mit der Morgensonne und dem leichten Nebel über dem Tegeler See trotzdem ganz wunderbar. Wir standen am Wasser und haben Szenen improvisiert, z.B. zwei Ornithologen auf Forschungsmission. 
 
Nachmittags meiner Freundin bei ihren Umzugsvorbereitungen geholfen und beim Essenholen meinen ehemaligen besten Freund getroffen. Das war richtig schön.

Ich bin froh, dass sich in den letzten Monaten und Wochen neue Arbeitsstrukturen entwickeln konnten und ich weiterhin arbeiten kann. Nicht soviel wie vor Corona, aber ausreichend. Es hat Nerven und Zeit gekostet, und das tut es auch weiterhin. Ich bin sehr gespannt darauf, in meinem neuen Kurs das Online-Unterrichten weiter auszubauen und gemeinsam mit der Gruppe ganz viele Übungen und Methoden auszuprobieren, für die ich bisher noch nicht die Gelegenheit hatte.


Mittwoch:

Es regnet und mein Vormittagstermin ist abgesagt. Somit muss ich heute nicht raus.
 
Der zweite Schnuppertermin lief gut. Ich kann allerdings schwer einschätzen, wieviele Teilnehmende zusammenkommen. Die leichte Unruhe, die am Anfang eines neuen Gruppenstarts immer irgendwie da ist (Wie läuft das hier ab? Wie gehts mir mit den anderen? Wann suchen wir das Stück aus? Welches Stück wird es? Welche Rolle werde ich spielen? ...), scheint mir online fast noch stärker. Vermutlich weil so ein Online-Kurs einfach anstrengender ist.


Donnerstag:

Regen. Ich bin froh, denn die Dürre in Berlin ist ziemlich heftig. Deshalb ist Regen gerade immer super.

Vorspiel-Probe heute per Zoom. Die nächsten Donnerstage werden wir immer spontan entscheiden, je nachdem wie sich die Risikolage entwickelt.

Freitag:

Ausgeschlafen, Pappe in den Keller gebracht und einen Brief für das "Un-Endlich(keit)"-Projekt zurückgeschrieben. Plötzlich waren zwei Stunden um. Keine Ahnung, wie das passiert ist.

Hatte abends einen wirklich lustigen und lebendigen Online-Statusworkshop. Viel gelacht und tolles Feedback bekommen. Danke liebe Teilnehmende!

Und jetzt: Wochenendeeeeee.




Samstag, 10. Oktober 2020

Corona-Theatertagebuch – Woche 30



Montag:

Starte in die Woche mit diesem schönen Katzen-Post:
http://www.traveling-cats.com/2020/10/cats-from-porto-venere-italy.html

Morgens wieder Transferqualifizierung. Ich mag es sehr, ab und zu wieder Teil einer Ausbildungsgruppe zu sein, nicht selbst anleiten zu müssen, sondern einfach zu konsumieren und das Gruppengefühl genießen.

Abends endlich mal wieder Kollegialer Austausch. Eine kleine, aber wie immer lustige Runde. Wenn der ganze Quatsch hier vorbei ist, müssen wir uns mal alle "in echt" treffen.


Dienstag:

So langsam kommt jetzt wirklich der Herbst und Yoga im Park wird windiger und kühler. Aber ich mag das sehr und hoffe, dass wir in der kalten Jahreszeit noch oft draußen Yoga machen können.

Gestern super motiviert, heute wahnsinnig müde. Ein Homeoffice-Tag.

Interessanter Fall:
https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/manuel-diogo-wie-aus-einem-tragischen-unfall-ein-brutaler-neonazi-mord-wurde-li.108466?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE
 
Habe den Abend damit verbracht, Übungen für Online-Theaterkurse zusammenzutragen – aus all den Screenshots, PDFs und Mitschriften aus Fortbildungen des letzten halben Jahres. Man kann wirklich echt verdammt viele Übungen online machen. Morgen dann Schnuppertermin für meinen ersten Online-Theatergruppenkurs. Ich bin sehr gespannt, ob das Konzept auch online aufgeht, ob die Teilnehmenden erscheinen, ob sie Spaß haben ... und ob genügend Reinschnuppernde dann auch wirklich fest mitmachen wollen.


Mittwoch:

Home Office! Es beginnt jetzt die Zeit, in der wieder vermehrt Online- statt Offline-Termine stattfinden. Und ich finde das toll! Ich mag meine Wohnung und arbeite sehr gern zuhause. Aber ich will nicht behaupten, dass es nicht in ein paar Wochen wieder anders sein kann und ich die Offline-Termine vermisse.

Hab wieder einen interessanten Artikel gefunden, über die Pandemie als einmalige Forschungsgelegenheit:
https://www.nzz.ch/gesellschaft/das-grosse-experiment-ld.1579435?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE
 
Was mich oft beschäftigt, ist das Rechtfertigen der eigenen Vorsicht. Ich hoffe, mit Einzug der kalten Jahreszeit werden die Menschen wieder sensibler, was die Ansteckungsgefahr angeht. Aber dennoch ist es schwieriger geworden, die Sensibilität bei allen zu erhalten. Ich merke auch bei mir innerlich immer einen kleinen Kampf, wenn es z.B. um die Frage geht, ob man sich im Restaurant rein oder raus setzt. Sind die Fenster geöffnet und ist drinnen genügend Platz, kann ich mich auch mal reinsetzen. Aber so entspannt wie vor Corona bin ich dann nicht mehr.

Arrghhh, ich bin SO fucking nervös heute. In 15 Minuten öffne ich den Zoom-Raum für den Schnuppertermin zum neuen Theatergruppenkurs. Absolute Premiere und der erste neue Kurs seit einem halben Jahr. Ich werd verrückt!


Donnerstag:

Es lief gut gestern abend. Die Technik hat nicht immer mitgemacht bei manchen und bei mir hat der Lüfter zu stark gerauscht. Ich muss mir demnächst mal ein externes Mikro besorgen oder ein neues Headset oder oder oder .... Es kann aber auch sein, dass es bei einem neuen Rechner besser sein wird.
Jetzt bin ich gespannt, ob ausreichend Interessierte zusammenkommen. Eine Anmeldung für den Kurs habe ich schon, mindestens fünf weitere brauche ich noch. Drückt mir die Daumen!

In den Park habe ich es heut früh auch geschafft. Eine kleine Runde, mit Vogel-Podcast auf den Ohren:
https://podtail.com/podcast/gut-zu-vogeln/
 
Herbert Feuerstein ist tot. Ein intelligenter, lustiger Künstler, der – wie sollte es anders sein – seinen eigenen Nachruf als Radiosendung verfasst hat. Ganz wunderbar, rührend und informativ:
https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/spezial/herbert-feuerstein-148.html
 
Mein neuer Terminkalender für 2021 ist heut angekommen. Habe mir wieder online selbst einen designt. Ich zeig ihn euch bald.
 
Abends noch einen neuen Rechner bestellt. Ich glaube, das war mit das teuerste, was ich je für die Arbeit gekauft habe. Auf den Schreck einen Tee.

Freitag:

Berlin ist jetzt Risikogebiet. Ein Tagesausflug nach Rostock, den wir eigentlich für Oktober ins Auge gefasst hatten, ist also nicht drin. Aber gut, ist jetzt halt so.
Ich bin gespannt, wie sich die Lage weiter entwickelt. Wie es die Arbeit betreffen wird. Es kann sein, dass ich mit den Vorspielern bald wieder online gehen muss, wenn noch stärkere Beschränkungen kommen. Bei der LAG könnte es auch irgendwann schwierig werden, aber als Ausbildung haben wir da vermutlich noch ein paar Vorteile gegenüber meinen Freizeitkursen. Wir bereiten uns auf jeden Fall schon auf hybriden Unterricht vor.

Neuen Rechner im Laden abgeholt. Da ist er nun, noch im Rucksack verpackt. Da ich heute noch einiges abarbeiten muss, bleibt er auch erstmal dort.

Der erste Brief vom Theaterprojekt "Un-ENDLICH(keit)" vom Theater Oberhausen ist angekommen. In den nächsten Monaten werden dabei einige Briefwechsel stattfinden, ich freue mich sehr darauf.

Morgen noch Umsatzsteuervoranmeldungen, Sonntag LAG. Volle Wochen gerade.

Freitag, 2. Oktober 2020

Corona-Theatertagebuch – Woche 29



Montag:


Ein interessantes Wochenende liegt hinter mir. Ich war Co-Dozentin bei der LAG, allerdings nur quasi Begleitung für Organisatorisches, denn das Wochenende wurde von einem Gastdozenten geleitet. Sehr interessanter Input, der auch Reibungspunkte mit sich brachte und dadurch eine schöne Transferaufgabe und Fragestellung aufwarf: Wie führe ich Regie in der Theaterpädagogik? In meiner eigenen Arbeit habe ich da bestimmte Ansätze und Vorgehensweisen, mache aber auch viel per Gefühl und Intuition. Wichtig ist immer die Form des Feedbacks. Und das ist auch gleichzeitig ein sehr schwieriger Part.
In der Ausbildung der LAG arbeiten wir an wertfreiem bzw. eher wertarmem (denn wertfrei ist kaum möglich) Feedback. Das ist eine große Herausforderung und man muss meist ganz schön im Kopf nach passenden Worten suchen. Dennoch lohnt sich diese Suche, denn sie macht das Feedback oft präziser und nutzbarer als ein simples "Fand ich gut." oder "Fand ich doof.". In meiner eigenen Arbeit möchte ich das auch nach und nach umsetzen. Sagen wir es so: ich arbeite dran ...

Heute früh ging mein Rechner nicht an. Er ist schon sehr alt, 11 Jahre. Am Freitag hatte ich ihn ausgeschaltet und eingepackt, um ihn mit zum LAG-Wochenende zu nehmen, brauchte ihn dann aber doch nicht. Also lag er in seiner Filzhülle bis heute früh auf meinem Schreibtisch rum. Jetzt sagt er keinen Mucks mehr. Und ja, wir haben schon alles versucht (alle Tastenkombinationen, Akku raus und rein, Aufschrauben, Festplatte rausnehmen ... etc. pp.) Ich wusste, dass der Tag kommen würde, an dem ich mir einen neuen Rechner kaufen muss. Dass es genau dann sein muss, wenn die Corona-Krise ist ... war irgendwie auch klar. Auf jeden Fall werde ich dieses Thema die nächsten Tage angehen. Vor Schreck habe ich mich erstmal erkältet und arbeite gerade am Laptop meines Mannes, denn die Festplatte meines Rechners kann ich dort einfach anschließen.
Und irgendwie hab ich mir den Nacken gezerrt. Ein Scheißkram reicht ja nicht.


Dienstag:

Wegen BVG-Streik und Erkältung Online-Unterricht mit Nick gemacht, was lustig war. Ansonsten nicht viel. Im Bett gelegen und leckere Sachen gegessen. Und Voyager geguckt.
Eigentlich geht es mir schon viel besser, ich will nur noch nicht arbeiten.


Mittwoch:

Mir gehts ziemlich gut heut. Sitze schon seit 8 Uhr fleißig am Rechner – also an dem von meinem Mann. Nächste Woche kaufe ich vermutlich einen neuen Rechner. Bis dahin müsste ich genug Geld dafür auf den Geschäftskonto zusammen haben. Ich möchte so ungern wieder an mein Erspartes ran.
Die #monthlyfavourites für September sind online:
https://theaterberlin.blogspot.com/2020/09/monthlyfavourites-september-lieblinge.html
 
Der erste Schnuppertermin für den neuen Theatergruppenkurs ist fast ausgebucht. Es wär genial, wenn danach genügend Interessierte wirklich mitmachen wollen.


Donnerstag:

Heute kein Park-Spaziergang, dafür bin ich um 11 Uhr bei Facebook wieder live, in einem Talk mit Mark Kitzig zum Thema "Kinder vs. Erwachsene als Teilnehmende in der Theater-/Zirkusarbeit":
https://www.facebook.com/Zirkusundtheaterpaedagogik/videos/354123885640631

Zurzeit spüre ich wieder stärker, wie mich die Krise stresst. Es ist kein offensichtlicher Stress, es ist ein leiser, feiner, der sich besonders in körperlichen Zipperlein zeigt. Die meiste Zeit scheint alles ganz okay, und dann plötzlich merke ich, dass etwas fehlt. Wenn ich ein altes Foto einer vollen Veranstaltung sehe. Wenn ich an meine Aufführungen denke. Wenn ich merke, dass ich dieses Jahr weder auf dem CSD noch auf dem Motzstraßenfest war.

Dieser Corona-Erfahrungsbericht ist wirklich erschreckend:
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/corona-ueberlebenskampf-eines-tagesspiegel-redakteurs-ein-zweites-mal-diese-tortur-das-wuerde-ich-nicht-schaffen/26222964.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Hab jetzt eine Erklärung für meinen steifen Nacken gefunden. Lag wohl am Lüften am Wochenende. Trotz Rollkragen am Sonntag:
https://www.wiwo.de/technologie/forschung/kaelte-und-corona-schutz-das-risiko-vom-vielen-lueften-im-corona-winter/26225010.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE
Merke: ab jetzt immer mit Halstuch und/oder Schal!

Freitag:

Heute habe ich fast komplett freigemacht. Tagsüber Ausflug nach Potsdam mit meiner lieben Freundin und Kollegin Katja. Viel Zeit zum Bummeln und lecker Essen. Abends ein kurzer Videochat mit meiner Kollegin Vera wegen des nächsten LAG-Wochenendes.

Jetzt Feierabend. Und Wochenendeeeee!

Dienstag, 29. September 2020

#monthlyfavourites – September-Lieblinge


Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im September!



Zum Arbeiten



Geburtstagsmonat! Traditionell beschenke ich mich im September reichlich selbst mit Dingen, die schon lange auf meiner Wunschliste standen. Also los geht's:
Zum Arbeiten habe ich mir diese extrem stabilen Notizblöcke von Field Notes gekauft.

Das rote Notizbüchlein steht schon seit einer Weile im Schrank bereit und passt jetzt perfekt zum Herbst.

Für die Arbeit hatte ich mir außerdem noch Masken gewünscht und gleich mehrere von meiner Mutter als Geburtstagsgeschenk bekommen.

Extrem begeistert bin ich auch von dieser Bauchtasche, die gerade für die Arbeit draußen absolut perfekt und ständig im Einsatz ist! Sie war ein Geschenk von zwei lieben Freund*innen.



Zum Aufhübschen



 
Auf Etsy habe ich einen Shop mit wunderschönem Holzschmuck entdeckt (Klick!) und mich besonders in ein paar hochwertig gearbeitete Fuchs-Ohrringe verliebt, die ich mir zum Geburtstag gegönnt habe.

Weitere Geschenke an mich selbst: ein blaues Halstuch mit Schiff, dicke Socken und Marillen-Seife – alles von fein & ripp – sowie ein großes braunes Tuch mit Quallen-Motiv und ein dunkelblauer Overall von Kleiderkreisel.



Zum Lesen


Die Arbeit stand diesen Monat im Mittelpunkt und ich habe nicht viel gelesen.
Ein neues Buch wurde angefangen, nämlich "Erebus" von Michael Palin (Ja, DER Michael Palin!), passend zu meinem Solo-Stück "Bailey", in dem dieses Schiff und seine Antarktis-Expedition ebenfalls vorkamen.



Zum Essen 



Spekulaaaaatius! Of course!



Zum Stöbern


Interessante Artikel:


Zum Hören

Diesen Monat ging endlich der Audiowalk "Blaue Laguna" online. Hier findet ihr ihn:
https://orangeplaty-berlin.blogspot.com/p/blaue-laguna.html

Ich habe einen neuen Podcast entdeckt – über Vögel! Locker, leicht und informativ:
https://podtail.com/podcast/gut-zu-vogeln/



Zum Anschauen

Hier wie immer Tipps zum Anschauen.

Ich war auf Facebook live! Mark Kitzig und ich haben zusammen über das Thema "Theaterpädagogik vs. Zirkuspädagogik gesprochen":
https://www.facebook.com/s.bansemer/videos/10215725615685693
--> den nächsten Live Talk gibt es am 1.10.!

Diese Doku hat mich gleichzeitig entsetzt und fasziniert:
https://pinkelephants.wfilm.de/pink-elephants/

Der Film "Kleine Haie" ist perfekte, leichte Unterhaltung:
https://www.youtube.com/watch?v=rgCyxYAFAzc

RuPauls Drag Race geht ja immer. Dieses Mal die Kanada-Version. Sehr geil!
https://www.youtube.com/watch?v=Nfa7stIji9M

"Enola Holmes" ist sehr entzückend! Den Film findet ihr auf Netflix.
https://www.youtube.com/watch?v=1d0Zf9sXlHk


Freitag, 25. September 2020

Corona-Theatertagebuch – Woche 28



Samstag:

Wow – seit dem 13. März ist jetzt schon ein halbes Jahr vergangen. Ein halbes Jahr Leben und Arbeiten unter Corona-Bedingungen. Hätte ich an diesem Freitag damals im März auch nicht vermutet.
Aber es geht. Man kann mit der Situation leben – und ja, auch arbeiten.
Heute war DAS Highlight des Sommers: mein Workshop "Theater & Natur" in Nassenheide. Das Grundstück ist einfach inspirierend und idyllisch. Es waren alle angemeldeten Teilnehmenden da, alle haben den Ort gefunden, alle haben fröhlich mitgemacht. Mehr kann man sich nun wirklich nicht wünschen. Und all das in dieser einzigartigen Kulisse. Ich denke, den Workshop werde ich im Frühjahr wiederholen.


Montag:

Jetzt nochmal drei sehr warme Tage und dann ... dann ist hoffentlich der Sommer vorbei. Ich hab nämlich schon meine ganzen Sommersachen weggeräumt und improvisiere mit dem, was ich noch frisch vom Wäscheständer gepflückt habe.


Dienstag:

Yoga im Park gemacht, dann Homeoffice.
Enlich komm ich zum Abarbeiten meiner Mails.
 
 
Mittwoch:

Habe heute meinen Kalender durchgeblättert und die Farbverteilung der letzten Monate angeguckt. Mit Beginn der Pandemie habe ich nämlich angefangen, Online-Termine mit einem blauen Rahmen zu versehen, und Offline-Termine mit einem pinken Rahmen. Von März bis Mai ist alles blau, ab Juni kommen die ersten pinken Vierecke dazu. Ab Ende Juni und den ganzen Sommer über war Pink in der eindeutigen Mehrzahl und ab Mitte August kam dann nach und nach wieder mehr Blau dazu. 

Vormittags war wieder ein Termin der Transferqualifizierung, nachmittags Homeoffice und Hausarbeit.

Es gibt Filme, die sind absolut perfekt – auf allen Ebenen. Einer dieser Filme ist "Almost Famous". Er ist schon 20 Jahre alt, aber verzaubert nach wie vor. Hier ein total schöner Artikel darüber:
https://ew.com/movies/almost-famous-20th-anniversary-photos/

NACH dem Audiowalk ist bekanntlich VOR dem Audiowalk, also arbeite ich nach "Blaue Laguna" nun am nächsten Audiowalk. Dieser wird kürzer sein, nicht an einen bestimmten Ort gebunden (evt. gibt es zwei Versionen ... huiuiui) und soll pünktlich zu Halloween online gehen. Ich bin auf jeden Fall gerade mit viel Enthusiasmus dabei. Fühlt sich gut an.
Hier ein kurzer Blogbeitrag dazu:
https://orangeplaty-berlin.blogspot.com/2020/09/ein-neuer-audiowalk-entsteht.html


Donnerstag:

Gestern "Enola Holmes" auf Netflix geguckt. Süßer Film mit toller Ausstattung:
https://www.youtube.com/watch?v=1d0Zf9sXlHk
 
Hab es heut früh wieder in den Park geschafft, aber der Aufenthalt war sehr kurz, der Regen hat mich vertrieben. Habe auf dem Rückweg noch Eicheln gesammelt, aus denen ich demnächst Tinte zum Zeichnen kochen will. Hab Lust auf Experimente.

Freitag:

Eigentlich sollte ich heute einen Vortrag bei Barbara Fischers Netzwerktreffen halten, aber da nur ganz wenige Leute da waren, habe ich quasi eine Generalprobe gemacht und halte den Vortrag dann Ende Oktober beim nächsten Treffen. Da kommen dann auch noch zwei Tipps dazu, also insgesamt "7 Tipps für lebendige Online-Seminare".

Die nächsten beiden Tage arbeite ich bei der LAG. Momentan gibt es einige Widrigkeiten, die das Wochenende schwieriger machen könnten. Ich bin gespannt, wie sich alles entwickelt.

Vor kurzem kam ja meine erste Bücherbox von der Büchergilde und ich dachte, die nächste kommt in einem Vierteljahr. Aber Überraschung: sie kam schon heute, denn sie wird wohl immer zu Beginn des Quartals verschickt, und da ich das Abo erst zum Ende des letzten Quartals geschenkt bekommen habe, folgten sie so dicht aufeinander. Ich bin auf jeden Fall vom Inhalt sehr begeistert. Falls noch jemand die Box abonniert hat, will ich nicht spoilern.

Heute viel Home Office.

Freitag, 18. September 2020

Corona-Theatertagebuch – Woche 27


 
Montag:

Auch wenn es ab heute wieder heiß werden soll, merke ich davon in der Wohnung zum Glück (noch) nichts.

Super interessanter Artikel:
https://1e9.community/t/biosphere-2-das-menschenexperiment-unter-glas/5186?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Dienstag:

Yoga im Park gemacht, dann Homeoffice.
Heute abend für die LAG wieder auf's Tempelhofer Feld. Da es jetzt schon so früh dunkel wird, werden die Teilnehmenden heute die Dunkelheit nutzen, um mit Lichterketten und anderen kleinen Lichtern zu inszenieren. Thema: Farben!
#vorfreude

Seit einigen Monaten veranstaltet der Schauspieler Alexander Siddig zweimal die Woche Zoom-Chats mit seinen Fans. Alexander Siddig hat in Star Trek Deep Space Nine die Rolle des Dr. Bashir gespielt. In den Chatrunden spricht er mit seinen Fans, fragt viel, heitert sie auf, hört viele traurige und schmerzvolle Geschichten und gibt den Leuten Hoffnung. Er hat eine ganz liebevolle Art und ist ein sehr guter Zuhörer. Ich war etwa drei oder viermal bei den Chats dabei, immer als stille Zuhörerin im Hintergrund. Mich berührt es sehr, dass er seiner Fangemeinde in dieser schwierigen Weltsituation seine Zeit und Aufmerksamkeit schenkt – und das sogar kostenlos. Mittlerweile spielt er sogar mit Schauspiel-Kolleg*innen aus der Serie Deep Space Nine kleine Zoom-Theaterstücke nach Scripten der Fans. Hammer!
Als Dankeschön hat der Fanclub, der die Treffen organisiert, ein Rezeptbuch-Projekt als Überraschung für "Sid" (sein Spitzname) an den Start gebracht, denn er ist ein wahrer Foodie. Im Sommer konnten alle Interessierten ihre Rezepte mit Fotos und eigenen Texten einreichen, und daraus wurde ein sehr umfangreiches Rezeptbuch mit Gerichten aus aller Welt. Mein Mann und ich haben auch zwei Rezepte beigesteuert (Landbrot und Flammkuchen). Ich bin begeistert von dem liebevoll illustrierten Ergebnis. Hier könnt ihr es euch downloaden:
https://www.sidcity.net/sid-city-social-club-international-cookbook/
 
 
Mittwoch:

Der gestrige Abend im Park war wieder einfach wunderbar. Die Farbwelten mit Lichtern haben gut geklappt, noch mehr Lichter wären sogar noch toller gewesen. Aber die Teilnehmenden haben alles genutzt, was da war, und ganz unterschiedliche Farbräume kreiert. Den Hinweg zum Tempelhofer Feld empfinde ich oft als Qual, weil die Sonne knallt und es leicht bergauf geht.
Den Rückweg aber liebe ich immer, nachts, im Dunkeln, wenn kaum noch jemand unterwegs ist. Gestern Abend trug ich meinen Poncho und der Wind wehte immer ganz leicht darunter und sorgte für kleine Erfrischungen beim Laufen. Meine Kopfhörer säuselten mir dabei Bob Dylans Stimme ins Ohr und alles war perfekt und glückselig.
Das war der Song: https://www.youtube.com/watch?v=LhzEsb2tNbI
 
Was für ein anstrengender Tag heute. Es ist warm und stickig. Ich habe Kopfschmerzen und fühle mich matt und aufgedunsen. Kann es nicht einfach endlich Herbst werden?


Donnerstag:

Ich war vormittags im Park, um meinen Naturworkshop zu planen. Genau die richtige Entscheidung. Auf einer Wiese sitzend und Vögel beobachtend kamen mir gleich neue Ideen. Auf dem Hin- und Rückweg habe ich dabei die Folge über den Spatz von diesem Podcast gehört:
https://podtail.com/podcast/gut-zu-vogeln/

Vorspiel-Probe war heut endlich wieder voller, wir waren zu sechst. Wir haben gelacht, gequatscht und den Text in Kapitel eingeteilt sowie Überschriften für jedes Kapitel gefunden. Ein paar wenige Rollen sind auch schon verteilt. Läuft bei uns!

Freitag:

Heute die letzten Planungen für den morgigen Workshop. Mein erster Outdoor-Workshop, der direkt die umgebende Natur als Thema hat. Natürlich werden wir nicht die ganze Zeit nur über Flora und Fauna reden, aber die Umgebung liefert uns Ideen und Begriffe, mit denen dann weitergearbeitet und Szenen improvisiert werden. Ich freu mich schon sehr drauf!

Gleich ist Treffen mit der Familie zum Essengehen und einer abendlichen Schifffahrt durch die Innenstadt.

Freitag, 11. September 2020

Corona-Theatertagebuch – Woche 26




Sonntag:

Zwei Tage LAG liegen hinter mir. Thema Biografisches Theater. Gestern angeleitet von uns Dozentinnen, heute in Form eines Workshops von zwei Teilnehmenden. Biografisches Theater begeistert mich immer wieder, weil man neben sehr berührenden Szenen auch einfach viel übereinander erfährt – ohne in den privaten Raum einzudringen.

Und weil es dieses Wochenende auch Thema war, hier ein Artikel, der erklärt, dass Visiere kein adäquater  Ersatz für Masken sind und eine deutlich geringere Schutzwirkung haben:
https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2020-09/atemschutzmasken-gesichtsschild-stoffmasken-ventil-sicherheit-schutz-ansteckung-coronavirus?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Ich habe an diesem Wochenende durch gemeinsame Gespräche mit meiner Kollegin Vera viel über den Umgang mit Krisen und Veränderungen nachgedacht. Wir stecken ja noch immer mitten in Corona drin. Einige Theaterschaffende haben sich wild auf digitale und hybride bzw. auf jeden Fall alternative Arbeitsmöglichkeiten gestürzt, andere haben sich dafür entschieden, bei ihren bisherigen Formaten zu bleiben und zu warten bis diese Arbeitsweise irgendwann wieder möglich ist.
Vielleicht ist der Gedanke totaler Quatsch, aber könnte das auch mit einem Unterschied zwischen Spezialisten und Generalisten zu tun haben? Ich selbst bin Generalist, also habe viele leicht bis mittelgut ausgeprägte Fähigkeiten und Interessen. Spezialisten faszinieren mich mit ihrem tiefen Eintauchen in eine spezielle Materie. Momentan habe ich aber das Gefühl, dass Generalisten im Finden neuer Formate einen Vorteil haben, weil sie eh alles mögliche interessant finden. Für die Spezialisten scheint es mir schwieriger, sich von der Form, dem Thema oder Methode, die sie so gut kennen und beherrschen, zu trennen.
In dem Zuge ist auch für mich als Generalist eine Frage besonders interessant:
Wie sehr vermisse (und brauche) ich eigentlich das Theater, wie ich es vor Corona gemacht und erlebt habe? Momentan ehrlich gesagt kaum. Ich habe große Freude an all den alternativen Möglichkeiten und freue mich, endlich mal neue Dinge ausprobieren zu können.
Wie ist es bei euch anderen Theaterschaffenden? Wie sehr vermisst ihr eure vorherige Arbeit (Nicht das Geld! Das vermiss ich auch! 😀)? Habt ihr Alternativen, die ihr auch oder genauso gern mögt?

 
Montag:

Periodenschmerzen und bedeckter Himmel.
 
Kollegialer Austausch war in kleiner Runde, aber wieder heimelig und thematisch fröhlich und traurig zugleich.
 

Dienstag:

Die Sonne lugt hinter den Wolken hervor. Passendes Wetter für den finalen Test des Audiowalks, den Nick und ich gemacht haben. Einige Passagen muss ich noch ändern und anpassen. Das dauert ein paar Tage, dann geht er online.

Seit heut früh fühle ich mich kränklich. Arbeite jetzt im Bett und hab mir den Film "Kleine Haie" auf Youtube ausgeliehen: https://www.youtube.com/watch?v=YLgixX6DCXU
 
Heute habe ich auch den Schnellzünder-Kurs vorzeitig beendet. Ich kann bis Ende des Jahres nicht in den Probenraum. So macht es ja keinen Sinn. Draußen ist es zu kalt und online ist für die Gruppe nicht so die Lieblingsoption.
 
 
Mittwoch:

Mark Kitzig und ich haben unseren Live-Talk etwas überzogen, aber es gab halt viel zu quatschen. Ihr findet ihn hier: https://www.facebook.com/s.bansemer/videos/10215725615685693

Sehr interessant ist auch dieser Artikel über das Gendern in der Sprache:
https://www.tagesspiegel.de/kultur/deutschland-ist-besessen-von-genitalien-gendern-macht-die-diskriminierung-nur-noch-schlimmer/26140402.html?fbclid=IwAR141Cjc90kzGYBPUYbyezIbeXanWXfm04wgD43_yMFju_2RCHYQq0r3GcY
Mir geht es ähnlich wie der Autorin und ich bin ein großer Fan des generischen Maskulinums, weil es sprachlich einfacher und für mich ganz persönlich auch inklusiver (weil allgemeiner) ist. Dass das Gendern dennoch wichtig ist, ist mir sehr bewusst. Ich selbst versuche auch auf eine gendergerechte und inklusive Sprache zu achten, gerade weil es eben die Gleichberechtigung in vollem Umfang noch immer nicht gibt. Und solange es sie noch nicht gibt, brauchen wir auch noch Werkzeuge, um immer wieder darauf aufmerksam zu machen. Da Sprache immer nach Vereinfachung strebt, kann ich mir vorstellen, dass sich irgendwann wieder einfachere Sprachformen etablieren. Das geht aber nur, wenn die Realität schon entsprechend entwickelt ist.


Donnerstag:

Tolle Momente des Tages:

Der Audiowalk "Blaue Laguna", den ich zusammen mit Nick erarbeitet habe, ist endlich online!!!
Bitte einmal hier entlang:
https://orangeplaty-berlin.blogspot.com/p/blaue-laguna.html

Außerdem erreichte mich heute meine erste Büchergilde-Abobox. Sehr cool! Ich hatte mir das Abo zum Geburtstag gewünscht und werde es jetzt ein Jahr lang genießen können.

Heute gehe ich abends mit zwei Freunden ins Restaurant Anh Ba, das ich sehr liebe. Vermutlich eine der letzten Gelegenheiten in diesem Jahr. Ich sitze nämlich wegen Corona lieber draußen als drinnen.


Doofe Momente des Tages:

Ich musste heute mal wieder an mein Sparkonto ran. Das sind die Momente, wo die Krise weh tut. Denn obwohl ich die letzten zwei Jahre Notfallgeld angespart habe, mag ich es jetzt – im Notfall – trotzdem nur ungern benutzen.
Mit der Abwicklung beider wartender Kurse kommen viele Emotionen zusammen. Ich vermisse gar nicht so sehr die eigentliche Theaterarbeit. Auch wenn ich jedes Projekt und jede Gruppe auf ihre Weise liebe, so ist das Theatermachen an sich ja immer möglich – eben auch im kleinen Rahmen oder allein. Aber die Nachrichten der Kursteilnehmenden berühren mich sehr. Ich bekomme gerade soviel positives Feedback zu meiner Arbeit, das ist wunderschön. Es bestätigt mich in meiner Arbeitsweise und meinen Bemühungen. Hinzu kommt die Abschiedsstimmung, die immer mitschwingt. Die aktuellen Kurse habe ich aus vielen Gründen abgebrochen: Raummangel, Hygienevorschriften, Sorge für meine Teilnehmenden ... und das Wissen, dass ich die Kurse nicht ewig verschieben kann, wenn ich nächstes Jahr aus Berlin wegziehen möchte. Und so mischt sich unter jede Freude über eine positive Rückmeldung zu meiner Arbeit auch immer eine große Portion Abschmiedsschmerz. 

Natürlich gucke ich mir an solchen Tagen besonders emotionale Videos an. Wie dieses Reunion-Video mit Schauspieler*innen von "Deep Space Nine", die am Schluss noch über ihre verstorbenen Kollegen sprechen:
https://www.youtube.com/watch?v=AKJFcJWiQRY
#startrekunitedgives 

Mit der Gesamtweltsituation (Moria ...) fange ich gar nicht erst an.

Freitag:

Bin um 5:50 wachgeworden. Der Wecker war sowieso auf 6 Uhr gestellt, also bin ich aufgestanden.
Heute Zahnarzt.

Dieses Interview finde ich sehr sympathisch: https://homtastics.com/stories/homestories/kleine-wildnis/?fbclid=IwAR1Uu7xkCtzYofivbNhmAL6feT7s0oWWbpAfRXhgeFn92cE53W0ZKC03Wxs

Am Abend noch zwei Online-Workshops zum Thema Gruppendynamik gegeben. Eine interessante Teilnehmenden-Runde mit herausfordernden Themenvorschlägen aus dem Unternehmensbereich. Wir haben viel gelacht und sehr viele Gedanken ausgetauscht.

Nach einem durchgearbeiteten Wochenende und jeden Tag beruflichen Terminen bin ich jetzt aber richtig durch. Endlich ein freies Wochenende!

Freitag, 4. September 2020

Corona-Theatertagebuch – Woche 25



Montag:

Das Wochenende war herrlich entspannt. Die Tanzperformance am Samstag lebte ganz besonders durch die wunderschöne Location. Die weißen Gewänder vor dem riesigen, roten Wasserturm auf dem Schöneberger Südgelände hatten eine sehr antike Anmutung, wie Priesterinnen vor einem Tempel.
Da die Performance in Zeitlupe lief, hatte meine mitspielende Freundin Eva gesagt, ich könne ruhig spazieren gehen und immer mal wieder vorbeischauen. Ich hatte mir Stifte und Skizzenblock eingepackt sowie eine Matte, um im Park ein bißchen zu zeichnen. Vor Ort traf ich dann aber auf Teilnehmende unserer Yogagruppe und mit einer saß ich den Abend über in einem Café neben dem Wasserturm und quatschte über das Leben. Das war richtig, richtig schön. So ein Sommerabend wie man ihn sich wünscht.

Diese Woche wird VOLL!


Dienstag:

Der gestrige Abend war so schön! Geburtstag meines Vaters im "Rio Grande" am Wasser. Dazu ein doppelter Regenbogen. 

Obwohl mein Geburtstag erst in zwei Tagen ist, habe ich mir was geschenkt: den Film "Pink Elephants". Ich habe ihn online ausgeliehen und gucke ihn gerade. Ich bin entsetzt von der Methode des Coaches Bernie Hiller und gleichzeitig fasziniert davon, dass Menschen sich dieser Methode freiwillig aussetzen und das teilweise sogar toll finden. Ich finde seine Methode brutal und unpädagogisch. Der Film ist angenehm neutral gedreht, so dass die Szenen für sich stehen.
https://pinkelephants.wfilm.de/pink-elephants/

Heute hat eine Theaterpädagogin auf Facebook geschrieben, dass sie in ihrer Schul-AG kaum Teilnehmende hat. Die Kinder haben ihr rückgemeldet, dass sie zuviel zu tun haben, zu gestresst sind und deshalb nicht in die AG wollen bzw. können.
Das ist der Eindruck, den ich momentan auch bei den Erwachsenen habe. Die aktuelle Situation sorgt für viel Stress und Druck. Bei manchen ist die Arbeitslast erhöht, andere bangen um ihren Job. Eltern müssen sich mit den Hygienemaßnahmen der Schulen auseinander setzen. Menschen mit psychischen Erkrankungen machen seit März besonders schlimme Phasen durch. Es ist grad für sehr viele sehr viel. Zu viel. Zu viel, um sich noch in einem so aufwendigen Hobby wie Theater zu engagieren. Und ich kann es absolut verstehen.
Wenn eine neue Jahreszeit beginnt, mache ich mir immer Gedanken, was ich in der Zeit erleben möchte. Womit möchte ich meine Zeit verbringen, welche Unternehmungen will ich planen? Als ich über den kommenden Herbst, den ich immer sehr liebe, nachgedacht habe, war ganz klar: eigentlich nicht viel. Ich möchte feste Rituale und Routinen. Ich möchte Gelerntes einfach wiederholen und üben. Außer der aktuellen Fortbildung (Digitalisierung in der Ausbildungsarbeit) habe ich keine neuen Sachen geplant. Ich habe die letzten Monate so viel Neues in mich aufgenommen, das muss erstmal alles nachwirken, reifen, geübt und angewendet werden. Und siehe da: Auch ich möchte es ruhig haben, nicht zu viele Termine, keine Extra-Hobbies. Im Gegenteil. Mir steht der Sinn nach Ausmisten, Dinge loswerden, Vereinfachung.


Mittwoch:

Regen. Ganz viel Regen. Endlich mal wieder.

Der zweite Termin der Fortbildung lief ebenfalls sehr angenehm, jetzt folgt eine längere Selbstlernphase.

Was mich diese Woche bewegt hat, ist dieses Video:
https://youtu.be/rRcYS0Xik3s
Darin spricht Torsten Nassall, mit dem ich vor einigen Jahren zusammen ein Zwei-Personen-Stück (https://www.facebook.com/weissekatzetheater) auf die Bühne brachte, über sein Leben und seine Vergangenheit mit seiner Sucht.
Wir haben damals auch ab und zu darüber gesprochen, aber in dieser Breite seine ganze Lebensgeschichte zu hören, hat mich wirklich sehr berührt.

Morgen habe ich Geburtstag. Dieses Jahr fühlt sich alles ganz anders an. Zum ersten Mal feiere ich nicht wie sonst mit meinen Freunden irgendwo im Restaurant, auf der Bowlingbahn, im Park ... Stattdessen bekommen alle Freunde morgen Post von mir mit ein bißchen Origami-Material. Also ein Bastelgeburtstag per Briefsendung. Ich werde auch nicht wie sonst meine Geburtstagsfeierlichkeiten über mehrere Tage ausdehnen. Ich werde morgen Mittag einfach mit meiner Familie Essengehen und abends zur Vorspiel-Probe Kuchen mitnehmen. Ungewohnt, aber auch irgendwie okay.


Donnerstag:

Geburtstag!!!

Freitag:

Das war ein ziemlich perfekter Geburtstag gestern! Lecker Essen, gutes Wetter, viel Bewegung, Boot, Wasser, Geschenke, Süßes, Kuchen, neues Outfit uvm.

Die Vorspieler waren gestern abend zum ersten Mal wieder im Probenraum. Es war wie früher ... nur ohne Kuscheln. Wir haben ganz viel gequatscht, einfach auch weil ich das Gefühl hatte, das brauchen jetzt alle mal. Die letzte halbe Stunde haben wir dann ein bißchen gearbeitet und angefangen "Das Gespenst von Canterville" zu lesen, das wir als Hörspiel inszenieren wollen.

Heute früh habe ich mich zum Frühstück mit Gabi Linde getroffen, die ich über den Kollegialen Austausch kennengelernt habe. Sie ist gerade zu einem coolen Workshop in Berlin, der im Spreepark stattfindet.
Das war ein sehr schönes, entspanntes Gespräch. Ich habe mich sehr gefreut, sie endlich mal live zu treffen! 

Nachmittags Planung mit Mark Kitzig für einen Facebook Live-Talk.

Die nächsten beiden Tage dann wieder ein LAG-Wochenende. Work, work, work, work, work!

Freitag, 28. August 2020

Corona-Theatertagebuch – Woche 24

 




 

 

Montag:

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: es ist nicht mehr heiß!

Der heutige Tag war anstrengend. Morgens ein schmerzhafter Zahnarztbesuch, danach zu meiner Oma ins Heim. Es ging hier heut nicht gut.
Dann Einkaufen und ein extrem zäher Heimweg mit Pendelverkehr, bei dem ich erst in die falsche Richtung gefahren bin.
Zuhause Computerhilfe bei den neuen Schulplattformen meiner Mutter, die sie jetzt für alle Lehrer*innen eingeführt haben (endlich!).
Newsletter geschrieben.
Harfe gestimmt, dabei gemerkt, dass ich die Klappen falsch eingestellt hatte. Nochmal gestimmt.
Ein bißchen gespielt zur Übung für den Audiowalk. Jetzt wahnsinnig müde. Früher Feierabend.


Dienstag:

Kennt ihr schon diesen lustigen Twitter-Thread?
https://twitter.com/nicsigni/status/1125453281344540674
 


Mittwoch:

Ein müder und verregneter Tag. Heute früh fand der erste Teil einer Fortbildung statt, an der ich bis November teilnehmen werde: https://kompetenzen-digitaler-wandel.de/termine/aug20/
Nette Ausbildungsgruppe und tolle Dozent*innen. Das wird gut!

Ich fühle mich sehr wohl in der Digitalität und genieße gleichzeitig auch viele Termine, die als Präsenzveranstaltung stattfinden.
Gestern abend stand ich auf dem Tempelhofer Feld. Während meine Kollegin Sylvia Tazberik gerade eine Gruppenübung als Gastdozentin bei der LAG anleitete, schaute ich nach oben in die Baumkrone der Kastanie über mir, deren Blätter sich vor dem schon recht dunklen Himmel abzeichneten, und hatte wieder diesen #ilovemyjob-Moment. Dort draußen zu sein und mit wissbegierigen Menschen kreative Arbeit zu machen – das ist ein ganz schön krasses Privileg. 

Gestern habe ich meinen Basiskurs, der seit Monaten im Wartemodus verharrte, vorzeitig beendet. Ich wollte die Termine gern draußen nachholen, aber wir haben keine Termine gefunden, an denen alle Zeit haben. Jetzt warte ich auf die Rückmeldungen. Ich habe sowohl Rückzahlung des Restbetrags, Einlösung des Restbetrags für andere Workshops und Spenden des Restbetrags angeboten. Oder eine Mischform. Zwei Teilnehmende spenden einen Teilbetrag, was mich sehr glücklich macht. So muss ich nicht ganz so viel zurückzahlen. An alle Kolleg*innen: Schämt euch nicht, nach dieser Option zu fragen. Einige Menschen spenden sehr gern, wenn es für sie finanziell machbar ist.


Donnerstag:

Yoga fand heut früh wieder im Park statt, mitten im Wind, mit wehenden Blättern. Es war traumhaft! Dennoch habe ich für heut abend entschieden, die Vorspiel-Probe per Zoom abzuhalten, denn abends wird es ganz schön kühl mittlerweile. Außerdem haben heute sowieso nur zwei Vorspieler Zeit.


Freitag:

War beim Business Netzwerken in kleiner Runde. Das war richtig gemütlich und trotz vieler Wespen sehr schön. Ich war happy, dass es draußen stattfand. Auch wenn das vermutlich ein Grund war, warum einige nicht gekommen sind. Es war ihnen einfach zu kalt draußen.

Dieses Video hier finde ich wahnsinnig lustig:
https://www.facebook.com/neumeier.moritz/videos/935776393568598
Aber es gibt auch Personen, die darunter kommentieren, dass es nicht lustig ist, weil er seine Fans/Kunde beleidigt. Da mögen sie recht haben, aber ich mag an dem Video, dass er quasi als sein professionelles Ich auch seinen fiesen Gedanken (und damit dem privaten Ich) Raum gibt, und das auch offen zeigt.
Die meisten von uns haben ein Berufs-Ich. Dieses Berufs-Ich ist (gerade im pädagogischen Bereich) oft wertschätzender, gerechter und sanfter als das private Ich. Und das finde ich auch richtig so. Wir haben ja trotzdem die Werte unseres Berufs-Ichs. Denn dieses Ich ist ja ein Teil von uns. Dennoch dürfen wir privat auch gerne mal lästern oder angenervt sein. Das eine löscht das andere nicht aus.
Und wenn jemand das sogar öffentlich macht, finde ich das auch mal ganz cool.

Morgen gucke ich eine Tanzperformance auf dem Schöneberger Südgelände an. Wer auch interessiert ist:
Am Wasserturm (Naturpark Schöneberger Südgelände)
17-19 Uhr
Eintritt für Performance frei
Eintritt Park: 1 €

Vielleicht sehen wir uns?!


Donnerstag, 27. August 2020

Zirkuspädagogik

Vor Kurzem hat mich eine Nachricht von Mark Kitzig – Zirkus- und Theaterpädagoge – erreicht,der mich fragte, ob ich Lust auf ein Interview für seinen Podcast hatte. Natürlich!
Das Interview geht bald online und hier gibt es für euch einen Gastbeitrag von Mark – über die Zirkuspädagogik. Ein ganz neues Feld, mit dem ich noch gar nicht in Berührung war.


Für alle, die lieber hören statt lesen, gibt es hier die passende Podcastfolge:
https://podcast41f3d7.podigee.io/55-054-die-zirkuspadagogik-und-ihr-konzept

Viel Spaß!
 
Weltkindertag am Deutsch-Französischen-Garten in Saarbrücken mit der Zirkusschule Kokolores

Die Zirkuspädagogik verfolgt das Ziel des Miteinanders. In einer Zirkusgruppe (Ensemble) agieren wir mit mehreren TeilnehmerInnen, die gemeinsam üben. Dabei können die Übungen allein durchgeführt werden, oder auch in Gruppen (zwei, drei, oder mehr Personen üben gemeinsam). Die Atmosphäre des Übungsraums, sowie das Erlernen der Künste an sich, sorgen für einen erlebnisreichen Raum.

Jede Kunst in der Zirkuspädagogik kann eine bestimmte Förderung erzielen. Unterschieden werden kann hier zwischen Akrobatik, Handgeschicklichkeiten (Jonglieren) und Äquilibristik (Balancieren).

 

Akrobatik

In der Akrobatik lernen deine Teilnehmenden die Körperbeherrschung. Das exakte anspannen von gezielten Körperpartien, die bei der Durchführung einer akrobatischen Figur nötig sind, ist die hohe Kunst der Akrobatik.

Körperspannung und das richtige Einschätzen dieser Anspannung einer sind hier essenziell. Ich muss also wissen, wann ich welches Körperteil in welcher Intensität anspanne. Spanne ich eine Körperpartie zu sehr an, verbrauche ich zu viel Energie, spanne ich nicht genug an, hält die Figur nicht.

Neben der eigenen Krafteinschätzung lernen die Teilnehmenden – besonders in der Partnerakrobatik – einen respektvollen Umgang, die richtige Körperhaltung, sowie den Aufbau einer engen und vertrauensvollen Beziehung.

 

Respekt

In der Partnerakrobatik werden Figuren gemeinsam gestaltet. Hierzu steigt die eine Person oft auf die andere. Dabei bedarf es einen respektvollen Umgang miteinander, da der Akrobatik-Partner immer noch als Mensch wahrgenommen werden muss und nicht als „Kletterobjekt“ wahrgenommen werden darf.

 

Körperhaltung

Aufführung von Diversity Gemeindefest der ev.
Kirchengemeinde

Die Akrobaten erleben ihren Körper in unterschiedlichsten Positionen zur Erdanziehung wahr. Dabei lernen sie ihren Körper in diesen unterschiedlichen Positionen zu kontrollieren. Das Erlebnis der oben beschriebenen Körpererfahrung von Körperspannung, -kraft und Zeit in Kombination mit unterschiedlichen Körperlagen stellt den Akrobat immer wieder vor neuen Herausforderungen.

 

Beziehung

Die Beziehung der Akrobaten festigt sich durch das Zusammenspiel. Die Akrobaten müssen ihrem Gegenüber vertrauen, da die andere Person sie entweder hält, oder trägt. Außerdem müssen sich die Akrobaten zeitlich aufeinander abstimmen und ein gemeinsames Gleichgewicht finden. Dies geht nur in einer koordinierten und abgestimmten Teamarbeit.

 

Handgeschicklichkeiten

Zu den Handgeschicklichkeiten gehört das Jonglieren mit Bällen, das Spielen eines Diabolos, das Drehen eines Jungtiertellers u.ä. Also alles was mit den Händen gespielt wird.

Dieser Mann zeigte mir an einem
Workshop voller Stolz, dass er einen
Teller andrehen kann.

Mit den Handgeschicklichkeiten wird das Zusammenspiel zwischen Körper und kleineren Geräten geübt. Die Teilnehmenden erleben ihre Körperkräfte verfremdet, da sie ihre Kraft mit Hilfsmitteln auf ein Objekt ausführen. Zum Beispiel wird ein Teller mithilfe eines Stabes angedreht, während der Stab an sich per Hand angedreht wird. Nur die Jonglage wir direkt ausgeführt.

Mit den Handgeschicklichkeiten förderst du bei deinen Teilnehmenden den Rhythmus, Bewegung und die Konzentration. Die nachfolgenden Beispiele resultieren vor allem aus der Dreiball Jonglage. Die gleiche Förderung ist aber auch mit anderen Künsten, aus der Gruppe der Handgeschicklichkeiten, möglich.

 

Rhytmus

Um eine Dreiballjonglage fließend auszuführen, bedarf es einem Rhythmusgefühl. Denn nur wenn ich es schaffe die Bälle im gleichen Zeitabstand zu werfen, sieht die Bewegung fließend aus.



Bewegung

Mit den Handgeschicklichkeiten fördern wir nicht nur die Bewegung der Hände, sondern auch des ganzen Körpers. Denn ich kann in mehrere Positionen jonglieren. Nicht nur im Stehen, sondern auch im Sitzen, Liegen usw. Es muss auch nicht statisch sein, du kannst auch während der Jonglage tanzen.

 

Konzentration

Mark Kitzig

Das Jonglieren fördert nicht nur die Denkleistung, sondern auch die Konzentration. Der Jongleur konzentriert sich über eine längere Zeit auf das Üben mit drei Bällen. Dies kann solche Ausmaße annehmen, dass du sogar hin und wieder mal zur Pause anregen solltest und deinen Teilnehmenden eine andere Beschäftigung geben solltest.

 

Äquilibristik

Äquilibristik ist die Kunst des Balancierens. Dazu gehören die Künste wie Einradfahren, Kugellaufen, oder das Laufen über ein Balanceseil.

Mit der Äquilibristik fördern wir das Gleichgewicht unserer Teilnehmenden, verbessern ihr Körpergefühl und den Umgang mit Ängsten.

 

Gleichgewicht

Eine Mutter hilft ihrem Kind über dem
Balanceseil am Tag der offenen Tür
der Zirkusschule Kokolores

Mit dem Balancieren findet die Teilnehmerin/der Teilnehmer seine innere Mitte. Wie ein innerer Lot richtet der Teilnehmende seinen Körper senkrecht zum Boden auf. Nur so kann er das Gleichgewicht halten. Ein wichtiger Aspekt, da Körperhaltung im Sinne der Psychomotorik einen Einfluss auf unsere körperliche und seelischen Gesundheit hat. Darüber hinaus wirkt eine gerade Körperhaltung selbstbewusster auf unser Umfeld.

 

Körpergefühl

Durch das Finden der inneren Mitte verbessert sich mein Körpergefühl. Das Gleichgewichtsorgan wird stark gefordert und gefördert, was wiederum den Kontakt zum Boden im Alltag verbessert. Der Mensch erdet sich und verbessert so seinen Kontakt zum Boden.

 

Ängste

Das Laufen über ein Drahtseil oder auf einer Kugel verlangt von den Teilnehmenden besonders viel Mut. Der unsichere Boden und das Verlieren von Halt sind Ursache für diese Angst. Mit einer vertrauensvollen Begleitung und Sicherung gelingt es in der Regel, dass die Teilnehmenden lernen mit dieser Angst umzugehen und so mehr Selbstvertrauen aufbauen.

Ich hoffe, dass ich dir in diesem Beitrag das Konzept der Zirkuspädagogik näher bringen konnte.


 

 

Noch mehr Infos zu Zirkuspädagogik, Theaterpädagogik sowie Mark Kitzig und seinen Podcast gibt es hier:

https://zutp.de/


Fotos: Mark Kitzig

Mittwoch, 26. August 2020

#monthlyfavourites – August-Lieblinge



 Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im Juli!



Zum Arbeiten

Mein Fortbildungs-Notizbuch (hier in den Monthly Favourites zu sehen) ist voll. Kaum zu fassen. Ich hätte gern aus der gleichen Serie ein weiteres Buch gehabt, es gibt sie aber in Deutschland nicht mehr zu kaufen. Beim Mittagessen mit einer Freundin kam ich am Hackeschen Markt an einem kleinen Laden vorbei und fand dort ein schmales Notizheft, das zwar nicht lange reichen wird, aber einfach wahnsinnig schön ist.



Zum Aufhübschen


 
Es war heiß diesen Monat. SEHR heiß. Meine Haare haben mittlerweile Schulterlänge und ich habe sie zuhause meist hochgesteckt, u.a. mit diesen Muschelhaarspangen. Ich habe sie vor einer Weile bei Søstrene Grene gekauft.



Zum Lesen

Die Hitze hat mich zum Lesen gebracht. Ich habe so einiges von meinem Lesestapel geschafft.

"Inland" von Téa Obreht:
Stimmungsvoll, spannend (besonders in der zweiten Hälfte) und das perfekte Drehbuch für eine Serie.

"Ernst Barlach in Güstrow" von Franz Fühmann:
Eine gereizte, frustrierte Novelle (zu Recht!) über Barlachs Ende im Jahr 1937.

"Max Frisch: Stücke":
Wer Max Frisch mag, wird seine Stücke lieben. Mein Favorit aus dieser Sammlung ist "Biografie: Ein Spiel", das habe ich vor einer ganzen Weile auch mal im DT gesehen: https://theaterberlin.blogspot.com/2017/01/biografie-ein-spiel-deutsches-theater.html

"Ende gut, alles gut" von William Shakespeare:
Ein eigenartiges Stück mit ziemlich hinterhältigen Hauptfiguren.

"Iphigenie auf Tauris" von Johann Wolfgang Goethe:
Sollte jemand mal einen Monolog für ein Vorsprechen suchen – hier wird man fündig! Der ganze Text besteht fast nur aus Monologen, natürlich immer etwas pathetisch (ist ja Goethe ;) ), aber flüssig und angenehm zu lesen.

"Aus dem Leben eines Taugenichts" von Joseph von Eichendorff:
Wieder eine Novelle, in heiter-gelassener und zuweilen naiv-romantischer Stimmung. Amüsant und kurzweilig.



Zum Essen 


Die neue abonnierte etepetete-Box inspiriert mich immer sehr zum Kochen. Da in der Box gerettetes Obst und Gemüse drin ist, das so nicht im Supermarkt verkauft werden würde, findet man neben krummen Stücken auch manchmal einfach eine Übermenge von einem Gemüse oder besonders riesige Exemplare. Um das Gemüse nicht zu lang lagern zu müssen, habe ich die letzten Wochen sehr viel eingekocht. Heraus gekommen sind mein momentan liebster Aufstrich Zacusca (hier das Rezept: Klick!), ein Zucchini-Chutney, eingelegter Kürbis und Zwiebel-Marmelade. Im Tiefkühler – und deshalb nicht mit im Bild – sind außerdem Karotten-Zucchini-Brot und Zucchini-Limetten-Kuchen.

Bei Norma habe ich einen monströsen Beutel mit Kakao-Sahne-Karamellen gefunden. Hammer! Den lehre ich jetzt Stück für Stück.



Zum Stöbern


Interessante Artikel:

 

Zum Hören

Es gibt eine neue Staffel eines meiner Lieblingspodcasts:
https://play.acast.com/s/davidtennant

Außerdem bin ich extrem begeistert vom Soundtrack von "The Mandalorian":
https://www.youtube.com/watch?v=V7yqW64Dx7c



Zum Anschauen

Hier wie immer Tipps zum Anschauen.

"The Mandalorian"!!! I'm in love! Läuft auf Disney+, für das wir uns einen Testmonat gegönnt haben. Ebenfalls faszinierend sind die Making-Of-Videos, die ebenfalls aus Disney+ zu finden sind.
https://www.youtube.com/watch?v=aOC8E8z_ifw

Eine neue Staffel "Rita" ist online! Ick flipp aus! Wer "Rita" noch nicht kennt: unbedingt nachholen! Ihr findet die Serie auf Netflix. Ich empfehle dringend, sie im Original (Dänisch) mit Untertiteln zu gucken. Auf Netflix gibt es deutsche Untertitel.
https://www.youtube.com/watch?v=Jq0hwEXhnJ0

Mag noch jemand so gern Sendungen über Essen? Dann schaut doch mal bei "Street Food South America" auf Netflix rein:
https://www.youtube.com/watch?v=qErl4he7eMw

Auf Disney+ habe ich außerdem noch sehr süße Pixar-Kurzfilme gesehen sowie "Toy Story 4" (https://www.youtube.com/watch?v=wmiIUN-7qhE) und diesen entzückenden Film:
https://www.youtube.com/watch?v=MFP6neimpB4