Montag, 20. September 2021

Corona-Theatertagebuch – Woche 79





Montag: 

Ach Mensch, heut war ein lustiger Tag. Meine Kollegin Ille war zu Besuch und hat mir beim Fundus-Sortieren geholfen und auch ein paar Dinge mitgenommen. Es ist aber noch unglaublich viel Zeug da. Also wer etwas haben möchte ... kommt vorbei!

Abends war Premiere unserer neuen Fortbildungs-SNACKS! Wir haben den ersten Workshop der Reihe gegeben, über das Vier-Ohren-Modell. Es waren drei Teilnehmende, die uns die Premiere versüßt haben. Vielen Dank! Weiter geht's am 11. Oktober mit "Namens- und Kennenlernspiele". Es sind noch Plätze frei!


Dienstag:

Das vorvorletze Mal analoger Privatunterricht in Tegel. Heute lesen wir gemeinsam mal in "Die 12 Geschworenen" rein, ist ein super Übungstext.

Mittags warte ich mich mal wieder zu Tode ... ebay Kleinanzeigen, ein ewiger Traum. Endlich kam dann die Person und es war alles etwas kompliziert. Aber: das letzte IKEA-Regal ist weg!

Nachmittags habe ich den Schlüssel für den neuen Probenraum für die Vorspieler abgeholt. Große Vorfreude! Juhuuu!


Mittwoch:

Es soll ab Samstag in Berlin neue 2G-Lockerungen geben. Als Veranstalter*innen dürfen 2G (geimpft/genesen) anwenden. So entfällt dann Abstand und Maskenpflicht. Ich finde das ein bißchen unheimlich und weiß noch nicht, wie genau ich damit umgehe. Ich muss das mal mit den Vorspielern besprechen. Ansonsten hab ich ja grad erstmal keine Gruppe.

Nachmittags war wieder eine Kollegin zum Fundus-Stöbern da. Ich genieße diese langen Gesprächstunden und den Austausch über Theater, Kleidung und Inspirationen sehr.

Hier noch ein bißchen Musik für euch: https://www.youtube.com/watch?v=DLzxrzFCyOs
 
Abends Durchlaufprobe mit dem Theatergruppenkurs. Es wird verdammt ernst. Noch eine Woche ...


Donnerstag:

Der vollste Tag der Woche, denn heute kamen ganz viele Menschen, um im Fundus zu stöbern. Also nicht alle gleichzeitig, sondern über den ganzen Tag verteilt. Ich freue mich jedes Mal, wenn die Interessierten etwas finden, das bei ihnen eine neue Heimat findet. 
 
Es macht mir auch viel Spaß, die Geschichten der Kostümteile mit den Stöbernden zu teilen. Zu erzählen, in welchem Theaterstück das Kostüm vorkam, wie wir darauf kamen, was das vielleicht mit den Spielenden zu tun hatte. Die meisten Stücke haben eine oder mehrere Geschichten und diese noch einmal Revue passieren zu lassen, macht den Abschied vom Fundus sehr rund.


 
Freitag:

Gestern abend bei der Vorspiel-Probe im neuen Probenraum fühlte es sich fast an wie vor der Pandemie. Wir trugen keine Masken, saßen da alle komplett durchgeimpft und hatten viel Spaß. Ich hatte kurz den Gedanken: Ist die Pandemie jetzt zuende? Aber nein, ist sie natürlich nicht. Wir stecken in der 4. Welle, die Intensivstationen haben zu tun und die Delta-Variante breitet sich aus. Ich habe auch keine Übungen mit Durcheinanderkrabbeln und Gesichtablecken ausgesucht, sondern viel Raumlauf-Übungen mit Abstand gemacht. Es hat Spaß gemacht, sich in so einem großen Raum zu bewegen, über den Boden zu rollen und rumzuhüpfen. Ich habe für die nächste Woche schon ein Tanz-WarmUp angekündigt.


Vormittags sind zufällig mehrere Leute gleichzeitig zum Fundus-Stöbern da, die sich nicht kennen. Es ist interessant, aus dem Nebenraum die Gespräche zu hören. Da bringt man direkt Menschen zusammen. Ich sag es ja immer: Netzwerken ist SO wichtig!
Während die Menschen stöbern, packe ich die aussortierte kaputte Kleidung in Müllsäcke. Und das tut schon weh, zu sehen, wieviel Müll da zusammenkommt. Aber andererseits wurden die Stücke wirklich mehrmals auf der Bühne getragen und waren schon vorher Secondhand-Stücke. Also die Lebensdauer dieser Klamotten wurde von uns sehr verlängert. Das ist zumindest das, was ich mir zur Gewissener

 
Samstag:

Wieder Fundus-Stöbern, wieder ebay-Kleinanzeigen.

Abends sind wir im Kino und gucken "Dune". Ich liebe es! Neben der Optik ist besonders die Musik sehr beeindruckend:
https://www.youtube.com/watch?v=3bHlK_pLIDU


Sonntag:

Letzter Tag Fundus-Stöbern. Ich freue mich schon darauf, wenn das Schlafzimmer nicht mehr nach Schuhen riecht. Alles, was noch übrig ist, wandert die nächste Woche dann in Sammelcontainer.

Ich sitze außerdem eifrig am Magazin, habe die digitale Fassung schon fertig! Jetzt noch Probelesen und dann geht es in den Druck. Es hat länger gedauert als geplant, aber wenn alle zum Kursende ihr ausgedrucktes Exemplar in der Hand halten könnten, wäre das fantastisch.

Abends Generalprobe vom Theatergruppenkurs – mit Testpublikum. Ein paar Patzer gab es, aber so soll es ja auch sein bei einer Generalprobe. Wir haben wertvolles Feedback erhalten und die Leute fühlten sich unterhalten. Das freut mich sehr und ich bin schon gespannt auf die Aufführung am Mittwoch!

Montag, 13. September 2021

Corona-Theatertagebuch – Woche 78

 


Montag: 

Neue Woche und die Inzidenzen steigen. Die überwiegende Mehrheit der Menschen auf den Intensivstationen ist ungeimpft. Also lasst euch impfen (wenn möglich)! 
 
Gestern abend hatte ich ein wunderschönes Treffen mit der Genossenschaft. Seit zwei Jahren oder mehr haben wir schon nicht mehr alle zusammen gesessen. Erschreckend! Nach kurzer Zeit haben wir schon wieder die beklopptesten Witze gemacht und Tränen gelacht. Sie haben mir lauter ganz entzückende Geburtstagsgeschenke gemacht, die mich sehr berührt haben. Fast alles hatte mit dem Meer zu tun und/oder mit Rostock, denn ich habe auch einen Gutschein für das Volkstheater Rostock bekommen. Da wohne ich ja sogar in Laufnähe! Ich will nicht jedes Geschenk aufzählen, aber eines trage ich gerade ständig: ein kleines Armband mit Magnetverschluss, das aus alten Fischernetzen gefertigt ist. Es hatte zwei Knoten und war ein bißchen zu weit. Ich habe einen weiteren Knoten reingemacht und jetzt passt es perfekt. Durch den zusätzlichen Knoten hat das Armband mit den beiden Verschlussenden jetzt 5 kleine "Elemente", die für mich für die Genossenschaft stehen, denn wir sind ja 5 Personen. So trage ich sie immer bei mir. Ja, das ist kitschig, aber auch sehr schön.

Jetzt, wo ich gerade alles für den Umzug einpacke, beginne ich schon Dinge zu vermissen, die in den Kisten sind. Nicht weil ich sie grad brauche, sondern weil ich es mag, wenn mein Zuhause voller griffbereiter Möglichkeiten ist. Ein Ort des Stöberns, Abtauchens und der Kreativität. Das ist – neben vielen anderen Dingen – ein sehr nerviger Faktor beim Umziehen. Umso mehr freue ich mich schon jetzt darauf, die neue Wohnung einzurichten und alle Kartons wieder auszupacken.
Die größte Herausforderung wird der Stauraum, denn wir haben schon fast alle Schränke verkauft. Die IKEA-Klassiker wollten wir nicht mehr, also müssen in der neuen Wohnung neue Möglichkeiten zum Verstauen gefunden werden. 
Wenn mich mal wieder alles annervt, tauche ich in Pinterest ab, wo ich eine Pinnwand nur für Rostock habe, mit Einrichtungsideen.

Heute waren die ersten Interessent*innen in unserer Wohnung und ich glaube, sie waren jetzt nicht grad aus dem Häuschen.😂 Die Maklerin war glaube ich ein bißchen enttäuscht, dass noch alles vollgestellt war, weil sie gern Fotos machen wollte. Aber ehrlich gesagt weiß ich nicht, was sie erwartet. Wir haben die Wohnung noch bis Ende Oktober gemietet. Da stehen hier jetzt natürlich noch alle unsere Sachen. Wo sollen sie auch sonst hin?

Habe gerade fasziniert dieses Video über verschiedene Haarstile der letzten 500 Jahre geguckt. Sehr cool!
https://www.youtube.com/watch?v=Wao0_uB4Zw4


Dienstag:

Gestern abend war ich bei einer (leider nicht so tollen) Lesung und habe den Kollegialen Austausch total vergessen. Ach man, man merkt, dass ich gerade viel im Kopf habe ...
 
Mit Arbeit und Umzugsplanung fühle ich mich zurzeit oft überfordert. Ich weiß, dass ich alles schaffen werde bzw. dass WIR alles schaffen werden. Und ich muss mich zwingen, nicht ständig alle ToDos im Kopf kreisen zu lassen. In einem Blogartikel (https://witanddelight.com/2021/09/the-case-for-taking-things-one-day-at-a-time/) habe ich gestern abend diesen Satz hier gelesen:
“The best thing about the future is that it comes one day at a time.” – Abraham Lincoln

Und ja, so versuche ich das jetzt auch zu handhaben. Stück für Stück, Tag für Tag, Aufgabe für Aufgabe. Ende letzter Woche bin ich fast verzweifelt beim Anblick des Kellers, der voller Kisten und Fundus-Taschen war. Eine unlösbar scheinende Aufgabe, ein riesiger Berg. Aber dann habe ich durchgeatmet und durchgezählt und festgestellt: Wenn ich jeden Tag zweimal in den Keller gehe und Sachen hochhole, müsste ich nach einer Woche etwa damit fertig sein. Jetzt sind die ersten Tagen um und der Keller sieht schon viel schaffbarer aus. Zudem habe ich mich sehr über einige Dinge amüsiert, die ich in den Kisten gefunden habe.



Mittwoch:

Es ist Mitte der Woche und ich habe so ein bißchen was geschafft. Unseren ersten SNACK-Workshop für Montagabend geplant, mit meiner Gruppe den letzten Akt geprobt, am Magazin gewerkelt und ein bißchen Kram gepackt.
Aber das wichtigste: Ich habe neue Schneidezähne!!!!!!! Ich brauche noch ein Weilchen, um mich an die neue Form zu gewöhnen. Immerhin hatte ich viele viele viele Jahre andere Zähne. Aber wird schon. Irgendwann ist es dann normal.


Donnerstag:

Ich war heute früh zu müde für Yoga. Und bei der Vorstellung, morgen um 5 Uhr aufstehen zu müssen, um rechtzeitig in Rostock auf dem Bürgeramt zu sein, bin ich auch nicht grad voller Jubel.
Ein sehr passender Blogbeitrag dazu ist dieser hier:
https://www.thisisjanewayne.com/news/2021/09/09/das-wahre-problem-ist-dass-das-leben-immer-noch-erschoepfend-ist-weil-die-pandemie-auf-so-viele-unsichtbare-weisen-erschoepfend-war-und-bleibt/
Ich glaube, die meisten von uns sind durch die Pandemie einfach (immer noch) erschöpft. Sie ist ja existent, sie fordert uns immer noch einiges ab. Zusätzlich haben wir teilweise soziale Interaktion verlernt, sind vorsichtiger und vor allem empfindsamer geworden. Konnte ich früher locker in engen Bahnen durch die Stadt fahren, stresst mich das heute sehr. Wegen der Ansteckungsgefahr und wegen des Nicht-mehr-gewohnt-seins.

Der Fundus-Keller ist fast leer. Nur noch zweimal laufen, dann hab ich alles oben in der Wohnung. Und dann hoffe ich, dass meine Teilnehmenden und Kolleg*innen möglichst viel mitnehmen.

 
Freitag:

Gestern abend war vermutlich die letzte Draußen-Probe mit den Vorspielern. Mal schauen, ob es mit dem Probenraum nächste Woche klappt. Die Kommunikation ist grad etwas kompliziert.

Heute früh ging es ganz früh nach Rostock. Um 11:47 Uhr waren wir dann umgemeldet. Ich bin jetzt offiziell Rostockerin! Klingt total absurd, da ich mein ganzes Leben lang Berlin als Wohnsitz hatte. Aber es ist aufregend, etwas Neues zu wagen!
Wir haben leckere Dinge gegessen, sind mit unserer zukünftigen Nachbarin spazieren gegangen und haben in der Wohnung rumgelegen und nochmal alles ausgemessen.
Für die Anmeldung waren wir im Rathaus und davor liegt Johannes, die berühmte Schlange des Rostocker Rathauses. Hier die passende Geschichte:
https://www.rostock.de/erlebnisse/die-rathausschlange.html

 
Samstag:

Nach ingesamt über 6 Stunden Busfahrt gestern, bin ich heute früh ziemlich gerädert und mit leichten Rückenschmerzen aufgewacht. Hin- und Rückfahrt an einem Tag ist echt nicht ohne, besonders mit Bus. Aber Flixbus ist eben deutlich günstiger und momentan sind immer mal Bahnstreiks.
War den ganzen Tag eher unbrauchbar, aber habe es mit Hilfe meines Mannes geschafft, endlich den Keller leer zu räumen. Jetzt muss der ganze Fundus-Kram nur noch von Leuten abgeholt werden.
Alles, was niemand mitnimmt, wandert in die Kleiderspende.

Heute abend gab es noch eine Extraprobe mit meinem Mittwochskurs. Es war ein lustiger Supergau, mit nur wenigen Teilnehmenden und zwei Leuten, die immer aus dem Netz geflogen sind. Wir haben uns amüsiert und beschlossen, dass wir jetzt schon das Worst-Case-Szenario hinter uns haben. Kann ja nur besser werden bei der Aufführung.
Während ich der Gruppe beim Spielen gelauscht habe, habe ich mich richtig entspannt und wieder gemerkt, was für einen bemerkenswerten Effekt mein Job hat. Egal wie gestresst, genervt oder angespannt man gerade ist, sobald man ins Theaterspiel eintaucht, wird alles leicht und wohlig. Ich liebe das. Und ich danke meiner Gruppe für diese Erfahrung.


Sonntag:

Heute war die dritte und letzte Basiswerkstatt für die die neue Grundlagenbildung bei der LAG – dieses Mal analog. Ende nächster Woche müssten dann alle Bewerbungen eingetrudelt sein, so dass wir dann die Gruppe zusammenstellen können.

Und jetzt reicht's dann auch für diese Woche. Morgen geht's gleich weiter mit Arbeit. Let's go!

Donnerstag, 2. September 2021

Corona-Theatertagebuch – Woche 77



Montag: 

77. Corona-Woche. Coole Zahl! Noch immer ist die Pandemie da, noch immer haben wir entsprechende Maßnahmen. Nicht mehr so strenge, aber dennoch – sie sind da. 

Vormittags habe ich am Magazin für meinen Mittwochskurs gebastelt, nachmittags war ich bei meiner Oma, die gerade im Krankenhaus liegt, am anderen Ende der Stadt, in Lichtenberg. Eine Gegend, in der ich extrem selten bin. Das Krankenhausgelände war extrem schön, voller alter Backsteinbauten, mit vielen Bäumen drumherum. Das Gebäude für die Ambulanz war ein Neubau, der innen richtig schick und groß ist. Das Zimmer, in dem meine Oma liegt, hat riesige bodentiefe Fenster, mit großen Bäumen davor. Ich will auf keinen Fall ins Krankenhaus, aber das war bis jetzt das angenehmste Krankenhaus, dass ich besucht habe.
Was ich jedoch an der Gegend anstrengend finde: Es gibt sehr viele Raucher*innen und die Haltestellen und die Trams riechen immer stark nach kaltem Zigarettenrauch. Als ich ankam, war mir richtig schlecht.

Lustigstes Erlebnis des Tages: eine ehemalige Kursteilnehmerin hat sich von meinem Newsletter umgemeldet, weil sie nach ROSTOCK umgezogen ist. Haha! Hab ihr gleich geschrieben, dass ich dort auch hinziehe. Sie entkommt mir also nicht.;)


Dienstag:

Diese Woche habe ich wieder kein Zeitgefühl. Das scheint mir vor einem Weilchen abhanden gekommen zu sein.
Mein Mann war heute in Rostock zur Wohnungabnahme. Jetzt haben wir die Schlüssel!!!
Für mich ist das vollkommen neu, einen Schlüssel für eine Wohnung in einer anderen Stadt zu besitzen. Verrückt!

Ansonsten waren heute wieder Magazin-Basteleien angesagt. Langsam wird's enge mit der Zeit. Aber wir nähern uns der Fertigstellung. Ich freue mich schon, es ausgedruckt in den Händen zu halten.

Wie geht's denn allen so gerade in der Pandemie? Irgendwie habe ich gerade wenig Austausch. Fühlt sich für die meisten an, als wär sie nicht mehr vorhanden.
Seit heute darf man in Tanzlokalitäten auf Maske und Abstand verzichten, wenn man vollständig geimpft oder genesen ist. Ich frage mich, ob das dann auch für die Berufsausbildung gilt. Weil bisher war in der beruflichen Bildung in Innenräumen Maske angesagt, es sei denn, man sitzt an einem festen Platz mit Abstand zueinander.


Mittwoch:

Ich verstehe nicht, wieso heute schon Mittwoch ist.
Mein Papa versteht nicht, wie man aus Berlin wegziehen kann.
Aber seine gestrige Geburtstagsfeier war sehr schön, mit Lagerfeuer und Gitarrenmusik und leckerem Essen. Besser geht's ja nun wirklich nicht.

Habe heute die Maklerin angerufen, die sich um die Vermittlung der aktuellen Wohnung kümmern wird, und sie fragte ganz vorwurfsvoll, wieso wir denn unsere Wohnung gekündigt haben. Als ich meinte, dass wir nach Rostock ziehen, meinte sie: "Ach, bestimmt wegen eines Jobs!". Und ich: "Nein, wegen des Meeres." Und sie daraufhin: "Ach nein, jetzt machen Sie mich mal nicht neidisch." 😃 Ich liebe diese Frau, wir hatten damals vor sechs Jahren auch viel Spaß mit ihr bei der Besichtigung dieser Wohnung.
Und ja, ich finde den Abschied von dieser Wohnung auch nicht leicht. Ich liebe sie wirklich sehr, hab mich hier immer extrem wohl gefühlt (außer bei Hitzewellen). Aber wenn jetzt nebenan ein Gebäude abgerissen und ein Bürokomplex gebaut wird, ist es hier sowieso nicht mehr schön.

Ab dem 13. September verschenke ich übrigens meinen Fundus. An alle Berliner*innen, die Lust haben zu stöbern und sich mitzunehmen, was ihnen gefällt: Schreibt mir!


Donnerstag:

Morgens Yoga, danach Live-Talk mit Mark und der Tag begann eigentlich ganz motiviert. Aber als ich dann nachmittags nur 2 Kisten aus dem Keller geholt habe, war ich schon fertig. Und da warten gefühlt noch 1000 Kisten und Taschen auf mich. Oh man, ich HASSE Umzüge.

Aber: abends ist nochmal Draußen-Probe mit den Vorspielern, das Wetter ist super.

Und da ich morgen Geburtstag hab, verabschiede ich mich schon mal ins Wochenende. Byeeeee!
 

Samstag, 28. August 2021

Corona-Theatertagebuch – Woche 76



Montag: 
 
Neue Woche, neue Herausforderungen. Haha!

Zum Einstieg gibt es einen Blogartikel meiner Kollegin und Improtrainerin Claudia Hoppe, in dem sie über Impro und Verbundenheit schreibt. Und ich würde diesen Artikel gern auch auf die Theaterpädagogik ausweiten. Auch dort entsteht Verbundenheit, werden Grenzen behutsam abgebaut und Räume für Transparenz und Offenheit geschaffen:
https://claudiahoppe.com/2021/08/22/impro-als-brennglas-fuer-verbundenheit-verletzlichkeit-und-durchlaessigkeit/?fbclid=IwAR1YKVwClEFkOPe25U6CC4vZGJo-gSSLqtLkc_4AibKdmfeEZAgYJEygY-k

Abends eine Extraprobe mit meinem Mittwochskurs ... die Online-Aufführung rückt näher ...


Dienstag:

Wie kann es schon Dienstag sein? Wie??? Es fühlt sich wie Montag an und ich bin verwirrt.
 
War heute wieder in Tegel bei Nick, dieses Mal mit einer Kollegin, die die analogen Stunden mit Nick übernehmen wird. Ich werde zusätzlich weiterhin mit ihm Online-Stunden machen, wenn ich in Rostock lebe. Ich freue mich total, dass die beiden sich gut verstehen und das klappt. Dann kann ich mit ihr zusammen arbeiten und gemeinsam planen. Juhuu!

Nachmittags passives Homeoffice, bei dem ich die meiste Zeit nur bei Facebook rumhänge. Läuft hier ... NICHT.

Auch heute habe ich einen schönen Blogartikel für euch, von meiner Bekannten Lydia:
https://www.bueronymus.de/augen-auf-bei-der-branchenwahl/


Mittwoch:

Wettermäßig sieht es für Samstag eher so semigut aus. Es ist Regen gemeldet, kühl ist es außerdem. Ich warte noch bis Freitag, dann entscheide ich, ob mein Outdoor-Workshop "Sommernachtstraum" wirklich stattfinden soll. Der Weg nach Nassenheide ist weit und wir können dort nur draußen sein, haben keinen Innenraum zum Ausweichen. Da muss das Wetter passen, damit sich die Teilnehmenden (und ich) wirklich wohl fühlen.

Die abendliche Probe wurde heute überzogen, aber es hat sich gelohnt. Nur noch wenige Wochen bis zur Aufführung und so langsam kommen wir in einen Flow.


Donnerstag:

Man, war ich heute unmotiviert. Habe mich mal wieder über ebay-Kleinanzeigen-Käufer*innen aufgeregt, besonders wenn sie ohne jegliche Tüten/Taschen auftauchen, um tausend Kleinteile zu transportieren.

Abends Vorspiel-Probe in Mini-Besetzung. Es ist immer noch Urlaubszeit.

Habe heute einen Artikel gelesen, der ungefähr hieß "Warum viele Menschen den Lockdown vermissen". Und es klingt schlimm, das zugeben zu müssen, aber mir geht es auch ab und zu so. Im Lockdown gab's halt keine Draußen-Termine, die koordiniert werden mussten. Damals war Rostock noch ein fernes Ziel und man konnte ja sowieso nicht hin. Nicht falsch verstehen: ich freue mich riesig auf die neue Stadt! Ich freue mich nur nicht auf den Umzug und alles, was damit zusammenhängt. Noch immer sieht es hier chaotisch aus und das Sortieren erfordert viel Zeit.
Den Fundus-Keller habe ich noch vor mir, was mir fast schon Angst macht. Argghhhhhhh!
 
 
Freitag:

Der Wetterbericht bleibt weiter nass und ich habe den morgigen Workshop "Sommernachtstraum" abgesagt. Somit findet vor meinem Umzug in Berlin gar kein analoger Workshop mehr statt. Nur noch analoge Proben mit den Vorspielern und vielleicht ein analoges Abschlusstreffen mit meinem Gruppendrang-Kurs.
 
Nachmittags ein Treffen mit Lydia, von der ich weiter oben den Blogartikel geteilt habe. Mein Mann und sie haben festgestellt, dass sie vermutlich das erste Mal seit Beginn des Lockdowns in Berlin IN einem Café sitzen. Ich glaube, ich habe schon in Berliner Cafés gesessen zwischendurch ... aber ich bin mir da selbst nicht hundertpro sicher. In Restaurants auf jeden Fall.
Wo ich bisher seit Beginn des Lockdowns NICHT war: IM Theater, IM Kino, IN einer Ausstellung. Das kommt die nächsten Wochen aber vermutlich noch dran. Mal sehen ...

Heute habe ich ein bißchen Geld gespendet: an die BiondekBühne, wo mein Kollege Gregor Ruttner arbeitet, und an die Kabulluftbrücken-Aktion: https://www.kabulluftbruecke.de/
Von Spenden erzählen, finde ich eigentlich überflüssig, aber in diesem Fall mache ich es, weil mir beide Fälle am Herzen liegen.
Während der Haupt-Pandemiezeit habe ich sehr viel und sehr oft gespendet. Das hat in den letzten Monaten nachgelassen. Auch weil meine eigenen Einnahmen nach der intensiven Wintersaison dann Richtung Sommer nachgelassen haben. Aber ein kleines bißchen Geld haben die meisten Leute. Es reichen ja auch 5 oder 10 €. Wenn das viele geben, kommt auch so einiges zusammen.

Mittwoch, 25. August 2021

#monthlyfavourites – August-Lieblinge




Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im August!


Zum Arbeiten:


 

Mein Mann hat mir dieses kleine Handy-Mikro ausgeliehen, dass man einfach ans iPhone anstecken und damit ziemlich gute Audioaufnahmen machen kann. Somit konnte ich mit Nick deutlich rauschärmere Aufnahmen als beim vorherigen Audiowalk. Bin ganz verliebt!

Die Wolkengucker-Karten hatte ich zuerst im Büchergilde-Katalog gesehen, aber als ich mich dann entschlossen habe, sie zu kaufen, waren sie dort ausverkauft. Also habe ich gegoogelt und sie bei "not the girl" gekauft, übrigens ein richtig süßer Online-Shop. Momentan scheinen sie so gut wie überall ausverkauft zu sein. Worauf ich eigentlich hinaus wollte: In der Box befinden sich 30 Karten mit Wolken-Illustrationen und Infos zu der jeweiligen Wolken-Formation auf der Rückseite. Es steht auf meinem Schreibtisch und ich schaue immer mal zwischendurch nach draußen in den Himmel (wohne im Dachgeschoss) und suche die passende Karte zur Wolkenformation raus, die ich dort sehe. Ich merke mir nie, wie die Wolkenform heißt, aber ich habe dieses Pausenritual liebgewonnen. Ich glaube, diese Box ist auch ein richtig cooles Geschenk für Kinder.



Zum Aufhübschen

 

 
 

Meine Freundin Carmen hat mir vor einer Weile diese Haarschneide-Schere geschenkt. Sie hat kleine Mini-Zacken, um die Haare auszudünnen bzw. fransig zu schneiden. Diesen Monat habe ich meine Haare endlich mal wieder geschnitten und dafür auch diese Schere benutzt. Ein Traum für softe Übergänge!

Einen Gitti-Nagellack hab ich mir ja schon mal gegönnt und war von der Qualität sehr begeistert. Also ist über Vinted noch einer zur Sammlung dazugekommen, Farbe 108, ein tiefes Dunkelblau.



Zum Lesen
 

 
 
Kein Sommer ohne einen Krimi von Petros Markaris! Dieses Mal "Drei Grazien". Ich liebe diese Krimis um den Athener Kommissar Kostas Charitos einfach sehr. Sie sind leicht und entspannt, und trotzdem immer am Puls der Zeit.

Das Büchlein mit den beiden Frauen im Badeanzug heißt "Sommerlieben" und enthält eine Novelle von Hedwig Dohm. Wunderbare Ostsee-Sommerlektüre mit überraschend fortschrittlich feministischen Gedanken. Diese hübsche Ausgabe, die wie eine Postkarte gestaltet ist (mit entsprechender Rückseite), ist von der Büchergilde: Klick!

Das große Kinderbuch "DAS MEER" habe ich vor wenigen Monaten bei einem Spaziergang mit meiner Kollegin in einer analogen Buchhandlung gekauft (Ja, auch für mich kaum vorstellbar :D). Ich hatte mich sofort in die Illustrationen verliebt. Es ist eine Art Sachbuch mit Informationen über die verschiedenen Meere und Ozeane, Unterwasserwelt, Meeres-Tiere, wissenschaftliche Forschungsbereiche zum Thema Meer, Fischerei, Seefahrt, Umwelt usw. Dazwischen immer mal kleine Basteltipps und Spielideen. Es liegt momentan tagsüber auf meinem Bett, und ich blättere immer mal darin herum, wenn ich eine Pause brauche.


Zum Essen:



 

Dieses Mal sehr früh dran, aber natürlich heiß geliebt: Spekulatius! Das Wetter ist ja auch schon richtig herbstlich, da passt das.


Zum Stöbern


Wie immer ein paar interessante Links zum Stöbern:

Über die Einführung der Gurtpflicht in den Siebzigern

Wie Dominas während Corona für ihre Sicherheit sorgen (auf Englisch)

Die Impfzögernden müssen umworben werden

Ein paar Worte zum Thema Alkohol und Gesellschaft


Zum Hören

Die Vorspieler haben endlich ihr Hörspiel online!!! "Das Gespenst von Canterville" könnt ihr euch hier anhören:
http://www.theatergruppe-berlin.de/vorspiel/#vorspiel



Zum Anschauen

Hier wie immer ein paar Tipps zum Anschauen!

"Pose" hat eine dritte Staffel (kann man momentan auf BBC sehen), und ich habe viel geheult:
https://www.youtube.com/watch?v=aUmUQeucVgI

Ganz neu ist die Serie "The Chair" auf Netflix. Sehr amüsant, am Puls der Zeit und mit der grandiosen Sandra Oh:
https://www.youtube.com/watch?v=eOqtBtWGl1Q

Nach "Princess Charming" gibt es jetzt eine neue Staffel "Prince Charming" auf TVnow. Hach, I love it!
https://www.youtube.com/watch?v=jdhHWt95dj8

Nach vielen Jahren habe ich endlich mal wieder "Before Sunrise" geguckt und große Sehnsucht nach Wien gehabt:
https://www.youtube.com/watch?v=6MUcuqbGTxc

Und wie jeden Sommer war auch wieder die alte Verfilmung von "Das doppelte Lottchen" dran. Ich habe ihn sogar online gefunden!
Teil 1: https://www.dailymotion.com/video/x7z2vvf
Teil 2: https://www.dailymotion.com/video/x7z2vf4

Sonntag, 22. August 2021

Corona-Theatertagebuch – Woche 75



Montag:

Momentan brauche ich viel Schlaf. Auch wenn ich mir den Wecker regelmäßig recht früh stelle, schlafe ich dann doch noch locker immer eine Stunde länger.
Die Zeit seit Corona ist von so vielen Wechseln und von so häufigem Umgewöhnen begleitet, dass mein Körper nicht wirklich hinterher kommt. 

Das Wochenende war sehr erlebnisreich.
Samstag ging es für einen Tag nach Rostock, wo wir viel rumgelaufen sind, lecker gegessen haben, in der Kunsthalle und am Hafen waren und abends ewig in der Kälte auf den fast 2 Stunden verspäteten Flixbus gewartet haben.
Am Sonntag feierte dann meine Freundin Eva ihren Geburtstag im Biergarten. Irgendwie ist dieser Sommer ein Biergarten-Sommer, obwohl ich von mir aus nie in Biergärten gehe. Aber gut, unverhofft kommt oft.

Ansonsten habe ich ein bißchen das Gefühl, ich müsse jetzt noch ganz viele Dinge in Berlin erledigen, die ich sonst nicht schaffe. Dabei werde ich ja regelmäßig in Berlin sein und brauche jetzt nicht vor Schreck ausrasten und tausend Unternehmungen in die restliche Zeit quetschen.
Und während ich solche priviligierten Gedanken habe, geht derweil die Welt unter (Stichwort Afghanistan). Das Sprichwort "Es kann nur besser werden" kann man auf die Weltsituation schon lange nicht mehr anwenden. Schon seit Jahren gilt: "Es wird immer schlimmer werden." Wir können jetzt nur gucken, was wir für uns selbst und unsere Mitmenschen tun können. Wir werden auf dieser Erde zusammenrücken müssen. Empathie und Solidarität, Teamfähigkeit und kreatives Denken sind gefragt. Und auch wenn ich zurzeit müde und lustlos bin, so bin ich doch angesichts dieser geforderten Werte froh, genau diesen Job zu haben. Einen Job, der diese Werte fördert und die Menschen zueinander bringt.



Dienstag:

Der heutige Tag ist ein einziges Kommen und Gehen. Maler war da, ebay-Kleinanzeigen-Abholung etc. Zwischendurch Steuererklärung. Lieblingstätigkeit ... NICHT.

Und als wäre Corona nie gewesen, wird tatsächlich am Ende dieser Woche unsere aktuelle Grundlagenbildung zuende gehen und im Oktober eine neue beginnen. Heute abend hatten wir eine Basiswerkstatt für Interessierte. Diese fand online statt ... und hat somit doch eine neue Seite der Theaterpädagogik ins Spiel gebracht, die vor Corona so nicht wirklich existierte. Am 12. September findet noch eine analoge Basis-Werkstatt statt. Wer daran teilnehmen möchte, kann sich hier melden:
http://lagstb.de/
Die Fortbildung wird generell analog stattfinden, aber wir wollen den Teilnehmenden zusätzlich auch eine digitale Arbeitsweise näher bringen und ein paar wenige Termine online stattfinden lassen, weil wir finden, dass der Umgang mit digitalen Tools und die theaterpädagogische Arbeit im digitalen Raum wichtige Fähigkeiten sind, die mit in die Ausbildung gehören. 
Auch heute haben wir gemerkt, dass nicht alle mit Videochats vertraut sind – Pandemie hin oder her. Umso wichtiger, es mal kennenzulernen und auszuprobieren.
 
Und endlich ist mein Spielzeit-Magazin online!!!
Hier geht's entlang:
https://www.sarah-bansemer.de/magazin
 


Mittwoch:

Ein neues Tagesritual ist der tägliche Blick auf diese Website: https://www.rostock-webcam.de/. Besonders abends, wenn in Berlin die Sonne schon untergegangen ist. Dann geht sie in Rostock meist noch unter und der Himmel leuchtet in den schönsten Farben. Vorfreude!
 
Heute ist ein Unterwegs-Tag und die Wege in Berlin nerven mich zurzeit massiv. Nicht wegen der Strecke, sondern wegen der vollen Bahnen, der Menschen, die teilweise die Maske schon wieder unter der Nase tragen, der willkürlichen Busfahrzeiten, der Ersatzverkehre und und und.
 
Abends bin ich mit meiner Mittwochsgruppe im Wendenpark und wir spielen bis es zu dunkel ist, der Wind wild durch die Blätter rauscht. Richtig herbstlich und kalt ist es. Als wir kaum noch was erkennen können, brüllen wir immer noch "Za, Za, Za" durch den Park (ihr kennt das Spiel vielleicht als "Hi, Ha, Ho") und haben unser'n Spaß. Eine sehr lustige Truppe, mit denen die Arbeit viel Freude macht.



Donnerstag:

In unserer Wohnung ist es richtig kalt, so dass ich schon dicke Socken und Strickjacke anziehe. Kaum gehe ich raus auf den Kudamm, fange ich an zu schwitzen. Wie kann das sein???

Mit Vera bespreche ich das letzte Wochenende unserer Grundlagenbildung. Einen Projektbericht habe ich heute auch gelesen. Aber vor allem bin ich ab dem frühen Nachmittag wahnsinnig müde und mache früh Feierabend, denn bei den Vorspielern sind zu viele krank oder im Urlaub, so dass die Probe ausfällt.
 
 
 
Freitag:

Mal wieder ein terminfreier Tag – ausnahmsweise. Ich mache nicht viel, einfach weil ich mal Zeit zum Ausspannen brauche. Letzten Projektbericht für's Wochenende lesen und abends "Pose"-Bingewatching.



Samstag:

Die Auszubildenden der aktuellen Grundlagenbildung haben heute gemeinsam auf die Intensivphase zurückgeblickt und sich ihre eigenen Projekte gegenseitig vorgestellt. Das war berührend, und die Aura das Abschieds ist zu spüren. Gegen Ende des Tages haben wir Gespräche zu den Projektberichten geführt.
Ansonsten: Müdigkeit und rote Augen wegen Gräser-Allergie.
 
 

Sonntag:

Der letzte Tag mit unserer Gruppe! Es war wieder sehr berührend und emotional, ich hatte ab und zu Tränen in den Augen. Die Zeit mit der Gruppe habe ich sehr genossen und wünsche allen ganz viel Freude beim Umsetzen des Erprobten.

Gleichzeitig ist es ein weiterer Abschied. Nach der Aufgabe meiner Probenräume ist nun auch diese Fortbildung beendet.
Weitere Abschiede stehen noch bevor und ich bin froh, dass es einige Dinge und Menschen gibt, von denen ich mich nicht verabschieden muss – weil ich sie weiterhin regelmäßig sehen und sogar mit ihnen zusammenarbeiten werde.

Jetzt aber noch ein freier Abend. Morgen geht die Woche wieder mit voller To-Do-Liste los.

Freitag, 13. August 2021

Corona-Theatertagebuch – Woche 74



Montag:

Der Tag beginnt mit einer langen To-Do-Liste. Außerdem kommen heute zwei Menschen von Umzugsunternehmen vorbei, um unser Mobiliar zu checken und einen Kostenvoranschlag zu stellen. Es wird ERNST!
Ich habe einen Tiertransport für meine Katzen gefunden und ich habe bezüglich der "liebevollen" Zeichnung auf dem Karton einer Bestellung (s. letzte Woche) online eine Anzeige gestellt. Laut Gesetzbuch ist so eine sexuelle Zeichnung keine sexuelle Belästigung, aber eine Beleidigung. Immerhin.
 
Die Hauptarbeit des Tages ist das Fertigschreiben des neuen Audiowalks "Moby", den ich gerade mit Nick zusammen erarbeite. Die letzten Wochen haben wir einen Weg am Tegeler See rausgesucht, Texte gewälzt, Themen gebrainstormt und erste Textentwürfe geschrieben. Die Textfassung ist jetzt fertig und soll bei den nächsten Terminen aufgenommen werden. Hier dazu mehr:
https://orangeplaty-berlin.blogspot.com/2021/08/tegel-were-back-again.html
 


Dienstag:

Ganz vergessen: Das Hörspiel der Vorspieler ist endlich online! Zum Anhören bitte einmal hier entlang:
http://www.theatergruppe-berlin.de/vorspiel/#vorspiel
 
Der Tag begann in Tegel mit den Audioaufnahmen zum Audiowalk, ging dann in einen müden Nachmittag über und mündete dann in einem Biergarten-Treffen mit der Ausbildungsgruppe der LAG. Das war lustig und entspannt und wir haben gemerkt, wie sehr das während des Lockdowns gefehlt hat. Die Gruppe hatte kaum Gelegenheit, miteinander richtig in Kontakt zu kommen. Keine gemeinsamen Heimwege oder Pausenzeiten. Das alles gibt es erst jetzt zum Schluss. Aber sie haben dennoch die gemeinsame Zeit durchgestanden und das macht mich richtig happy.
 
 

Mittwoch:

Heute habe ich lange geschlafen und muss mich jetzt irgendwie motivieren, meine To-Do-Liste des Tages anzugehen.
Kann ich nicht einfach Urlaub haben?

Die abendliche Probe mit meiner Mittwochsgruppe findet diesmal draußen statt. Es ist gemütlich und lustig, auf einer Bank in der Nähe sitzt ein Mann, der schon bei vorherigen Proben vor Ort war und uns auch schon mal fotografiert hat. Sollte er bei der nächsten Probe wieder da sein, wollen wir ihn gern zur Aufführung einladen.
Der Rückweg macht mich wahnsinnig wegen Bahnstreiks und Schienersatzverkehr.

Ich merke, dass mir die Wege zur Arbeit deutlich schwerer fallen als früher. Sind die Menschen anders? Bin ich die Enge nicht mehr gewohnt? Woran liegt es?



Donnerstag:

So langsam wird es wieder wärmer, der Sommer kommt nochmal mit einer kleinen Hitzewelle zurück. Die Vorspieler proben heute auch wieder draußen, auf dem Tempelhofer Feld. Genauer gesagt im Biergarten, haha, denn wir sind eine ganz kleine Runde, weil die meisten im Urlaub sind.
 
Irgendwie habe ich total versäumt, die aktuellen Corona-Regelungen zu verfolgen. Bis vor wenigen Wochen habe ich das alle paar Tage gemacht. Momentanbin ich überhaupt nicht auf dem aktuellen Stand. Was ich aber mitkriege: die Inzidenz steigt langsam wieder ...
 
 
 
Freitag:

Endlich ein Tag ohne Termine! Ich widme mich meinem aktuellen Spielzeitmagazin, das die nächsten Tage online gehen soll. 
 
Wusstet ihr, dass Vögel nähen können? Hier der Beweis:
https://imgur.com/gallery/3vbm280
Ich finde Vögel ja sowieso großartig und möchte an dieser Stelle – mal wieder – diesen genialen Podcast empfehlen:
https://open.spotify.com/show/7GAKLARXiDgFm8dwNYZsf4
 
Zum Abschluss des doch recht heißen Tages war ich noch erstaunlich produktiv und habe alle meine Sprechparts für den neuen Audiowalk "Moby" eingesprochen, den ich gerade mit Nick zusammen auf die Beine stelle.

Morgen ist Wochenende und wir nehmen uns einen Tag richtig Urlaub. Was machen wir? Wir fahren natürlich nach Rostock! Dort geht's dann in die Kunsthalle Rostock zu den Ausstellungen "OST/WESTERN – Kino, Kult und Klassenfeind" und "Die Digedags im Wilden Westen". Ick freu mir sehr!

Samstag, 7. August 2021

Corona-Theatertagebuch – Woche 73

 




Montag:

Man, war DAS eine wilde Woche! Die Teilnehmenden der Grundlagenbildung Theaterpädagogik der LAG sind durch alle Höhen und Tiefen gegangen. Und wir natürlich mit ihnen. Seit gestern bin ich müde und erschöpft, die Periode haut noch zusätzlich rein. Heute und morgen sind noch Aufführungen, dann gibt es im August noch insgesamt vier weitere LAG-Termine und dann sind sie tatsächlich fertig. Unfassbar, aber wahr.
Nebenbei trudeln bei der LAG schon erste Anmeldungen für die nächste Grundlagenbildung ein. Wer dabei sein möchte, findet hier alle Infos:

Ansonsten fühlt sich der heutige Tag überhaupt gar nicht wie ein Montag an.


Dienstag:

Es ist 1:07 Uhr, und damit eigentlich schon Mittwoch. Egal. Heute war die letzte Aufführung der aktuellen Grundlagenbildung der LAG. Ich hatte große Freude daran, noch einmal alle Szenen zu sehen, dieses Mal mit dem größten Publikum, das wir bis jetzt hatten.
Ich bin erschöpft und müde, da es immerhin 12 Tage Arbeit am Stück waren, aber auch glücklich, sehr zufrieden und dankbar für alles, was ich in der Zeit lernen und erfahren konnte sowie die lieben Rückmeldungen der Gruppe. Eine Teilnehmerin hat mir heute gesagt, dass ich sehr blickig bin, und über dieses Feedback habe ich mich sehr gefreut.

Ab morgen beginnt dann wieder Alltag, gepaart mit Umzugsvorbereitungen und vielen anderen To Dos.


Mittwoch:

Der Tag ist irgendwie verschwunden. Weiß auch nicht, wo er hin ist. Plötzlich ist es abends und die Online-Probe des aktuellen Theatergruppenkurses findet statt. 

Große Freude macht mir ein neuer Krimi von Petros Markaris. Ich mag alle seine Krimis mit dem Kommissar Kostas Charitos. Sie sind leicht, entspannt und passen zum Sommer.

Artikel-Tipp des Tages:
https://einguterplan.de/alkohol-teil-2/?fbclid=IwAR3idR2f7vXRvbMkscw_g9H0VwR25O_UNdn9E1oGTMPh3FCpJCSDjtFJGRE


Donnerstag:

Ich bin nach der Intensivphase noch immer nicht so ganz im Alltag angekommen und oft etwas verwirrt. Vormittags habe ich wieder einen Live-Talk mit Mark, dieses Mal stellen wir unsere Gründe vor, (mit Kindern und Jugendlichen) ins Theater zu gehen.

Maximal genervt bin ich von einer Zeichnung auf einem Postpaket, das ich erhalten habe. Sexuelle Belästigung ist nie cool:
https://www.facebook.com/photo/?fbid=10217417648825464&set=pcb.10217417659625734

Tagsüber blicke ich noch recht optimistisch auf eine Vorspieler-Probe im Park, aber am Nachmittag fängt es erst leicht und dann extrem stark an zu regnen ... und hört eine ganze Weile nicht auf. Ich switche um auf eine Online-Probe und durch Zufall sind ausnahmsweise nur Frauen aus der Gruppe da. Auch mal ganz lustig. Gemeinsam widmen wir uns Fragebögen zu den einzelnen Figuren des aktuellen Stückes.

Nach der langen Intensivphase muss ich es gerade langsam angehen lassen. Der Gedanke an Arbeit stresst mich ein bißchen, weil vor dem Umzug noch SO VIEL zu tun ist. Durchatmen. Innehalten. Es wird alles klappen.

Morgen hat mein Mann Geburtstag, da nehme ich mir frei. Deshalb jetzt schon: Happy Wochenende!