Montag, 27. Juni 2022

#monthlyfavourites –Juni-Lieblinge

Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im Juni!



Zum Arbeiten:


Neue Textmarker! Generell bin ich kein allzu großer Fan von Textmarkern, weil ich Neon-Farben meist sehr penetrant finde. Ich liebe sie in 80s-Klamotten und kann auch mal im Outfit richtig ausflippen, aber bei täglichen Notizen darf es gern etwas augenfreundlicher sein. Um Termine im Kalender farblich zu markieren, habe ich mir deshalb diese sanfteren (Metallic-)Marker von Faber Castell gekauft. Die Farben sind wirklich super, leider sind sie (noch) sehr feucht, so dass sie auf der Rückseite des Papiers stark zu sehen sind, was in meinem Kalender, in dem ich sie benutze, eher so semigeil ist. Vielleicht ändert sich das noch bei längerer Benutzung.



Zum Aufhübschen:
 

 

Letzten Monat keine neuen Ohrringe, dafür diesen gleich zwei Paar! Natürlich von DearPrudence, meiner Lieblings-Schmuckdesignerin. Ich habe eigentlich drei Paare gekauft, aber diese beiden hier habe ich diesen Monat besonders viel getragen.

Ich hatte ja mal vor einer Weile von einem bunten Sommerkleid von Monki erzählt. Here it is! Und passend dazu ein Bandana-Tuch im gleichen Muster. Macht einfach Spaß und jetzt ist es dafür warm genug.

Seit meinem letzten Geburtstag hatte ich mich zusammengerissen und keine Lidschatten-Palette mehr gekauft. Aber jetzt bin ich doch schwach geworden bei der Jurassic-Park-Sonderedition von Essence. Die kleine Palette und der ph-sensitive Lippenstift, der orange aussieht, aber auf den Lippen pink wird, sind jetzt mit in meiner MakeUp-Sammlung.
Außerdem noch eine etwas kräftigere Lippenfarbe, das "Lip Sorbet" von Alterra, und zwei sommerliche Nagellacke von essence: "42 SWIRL pool" & "23 tangerine AHEAD"!



Zum Lesen:

Aus der Kategorie Ost-Kinderbücher bzw. Ost-Jugendbücher habe ich diesen Monat "Ich bin die Nele" von Peter Brock gelesen. Sehr niedlich und rührend und clever.

Als Erinnerung an DDR-Zeiten habe ich mir ein Mosaik-Heft gekauft, und zwar eine neuere Variante mit weiblichen Hauptcharakteren, die in dem Heft in der Bauhaus-Zeit unterwegs sind. Sehr cool!

"Der purpurne Planet" von Karl-Heinz Tuschel ist auch ein Ost-Buch, allerdings Science Fiction. Eigentlich ist es ein Buch über Teamarbeit und Leadership – und das ist ja z.B. auch bei Star Trek DAS THEMA. Ich lese sowas ja sehr gern, besonders da ich selbst Gruppen leite und dafür nie genug Inspiration bekommen kann.

"Pawlowa" von Brian Sewell hat mir meine Mutter geschenkt, es ist ein kleines Büchlein über eine ungewöhnliche und etwas beschwerliche Reise, die ein Journalist mit einer Eselin unternimmt.



Zum Essen:

Keine Essens-Favoriten diesen Monat.



Zum Stöbern


Wie immer ein paar interessante Links zum Stöbern:

Über die flüchtigen Momente des Lebens (Englisch)

Sexismus-Erfahrungen in männerdominierten Berufen 

Interview mit Elliot Page (Englisch) 

Mein Sommer-Pinterest-Board


Zum Hören:

Auch hier diesen Monat nichts spezielles.



Zum Anschauen

Hier wie immer ein paar Tipps zum Anschauen!

Interessante deutsche (Mini-)Serien gibt es immer mehr. Diesen Monat habe ich "Becoming Charlie" zuende geguckt. Was ich besonders mochte war die Tatsache, dass es um Geschlechterrollen eigentlich nur nebenbei geht. Im Fokus steht ganz besonders die Armut der Hauptfigur, und die Lebensverhältnisse.
Guckt mal rein:
https://www.zdf.de/serien/becoming-charlie/gegen-den-strom-dramaserie-100.html

Richtig schön ist die neue Star Trek Serie "Strange New Worlds" und die dazu passenden Shorts:
https://youtu.be/XL4iCAB6MFo

Auch von Star Trek Discovery gab es eine neue Staffel. Wie immer sehr nice:
https://youtu.be/JIPT9WC6Vsk

Richtig krass ist die Serie "Severence". Die erste Staffel endet mit einem Cliffhanger und ich werde irre bei dem Gedanken, dass ich jetzt locker noch 1,5 Jahre oder so auf die zweite Staffel warten muss:
https://youtu.be/xEQP4VVuyrY

"Queer as Folk" wurde neu aufgelegt, diverser als zuvor. Ich mag es sehr und ihr vielleicht auch?
https://youtu.be/kq2ShKuPD2o

"Princess Charming" startete gerade mit einer neuen Staffel und ich habe wieder Fun. Die erste Viertelstunde könnt ihr hier gucken:
https://youtu.be/9EIY9s1enRA

Filme waren auch am Start, denn dank Corona-Infektion haben mein Mann und ich viel Zeit zuhause verbracht.
Sehr geil ist "Mad to be normal" mit David Tennant:
https://youtu.be/mt2TZVLtYMA

"What about Bob" hat mir richtig viel Spaß gemacht, weil Bill Murray und Richard Dreyfuss einfach grandiose Hauptdarsteller sind:
https://youtu.be/tk9iWXsdB-8

Als großer Fan von Musik-Biopics hat mich "Love & Mercy" sehr angesprochen:
https://youtu.be/lioWzrpCtGQ



Freitag, 24. Juni 2022

Corona-Theatertagebuch – Woche 119


Montag:


Ich würde mal sagen, ich bin heute symptomfrei. Einen Test mache ich heute nicht, habe nur wenige und will sie nicht "verschwenden". Gestern war der Test auf jeden Fall noch positiv.
Ansonsten heute noch nicht viel gemacht, außer endlich mal Wäsche gewaschen nach all den Krankheitstagen.


Dienstag:

Heute war mein Test NEGATIV!
Whoop whoop!
Das heißt, dass ich am Donnerstag nach Berlin fahren kann, zur Probe der Vorspieler. Die letzte Probe vor der Generalprobe. Eieieiei ... Ich bin super gespannt darauf, das Stück endlich auf der Bühne des Verlängerten Wohnzimmers zu sehen, in dem ich seit 2019 nicht mehr war. Verrückt, wie diese letzten Corona-Jahre so unglaublich schnell vorbeigingen. Es war so eine ungewöhnliche, intensive und gleichzeitig so oft so unglaublich gleichartige Zeit, dass die Zeitwahrnehmung total aus dem Takt ist. Die großen Ereignisse und Erlebnisse, an denen man sonst das Vergehen von Zeit festmacht, fanden kaum statt.

Mit Nick heute eine Online-Stunde mit einem coolen Song von ihm, Übungen mit der Box der Emotionen und zufällig ein bißchen Tierarbeit. Ich habe die Stunde sehr genossen.

Am Hafen dann Dinos gesichtet!


Mittwoch:

Zum ersten Mal seit einer Woche wieder im gemeinsamen Bett mit meinem Mann geschlafen. Das Bett ist dann doch auf Dauer deutlich bequemer als die Gäste-Liege.

Intensiver Homeoffice-Tag mit Mails und Planungen und Desktop-Aufräumen. Morgen geht's nach Berlin!

Abends habe ich endlich meine Online-Theatergruppe gesehen und es waren alle da! Es wurde nochmal eine Rolle umbesetzt und ich habe vielleicht schon eine neue Mitspielerin gefunden, die nächsten Mittwoch für eine freigewordene Hauptrolle mal reinschnuppern wird. Ich freue mich schon sehr!


Donnerstag:

Die Hinreise war voll mit Kindern, aber ich wurde danach durch ein leckeres Essen in einem thailändischen Restaurant für mein Aushalten und das Ertragen der Berliner Hitze belohnt.
Abends dann Probe im Theater Verlängertes Wohnzimmer. Es war lustig und produktiv, auch wenn ich die zweite Hälfte des Stückes nicht mit angucken konnte, weil ich den letzten Zug kriegen musste.
Einziger Kack-Moment des Abends: Die Tür zum Aufführungssaal lag komplett im Dunkeln und ich wollte reingehen und die kleine Fernbedienung greifen, die gleich rechts im Raum liegt. Die Tür war allerdings schräg geöffnet und ragte in der Dunkelheit mir entgegen, so dass ich mit dem Gesicht direkt in die Türkante reinlief. Das hat an der Augenbraue ganz schön weh getan.


Freitag:


Die Rückreise heute nacht war stark verzögert und ich erst nachts um 3 Uhr zuhause. Aber hey, ich bin angekommen!
Auf meinem Augenlid habe ich jetzt einen blauen Fleck von meiner gestrigen Begegnung mit der Türkante.
Heiß ist es heute in Rostock und ich sitze im Homeoffice und genieße das sehr.

Vormittags habe ich dem Live-Stream des All In Symposiums gelauscht, das mir sehr viele Gedankenanstöße und Inspirationen geliefert hat:
https://un-label.eu/symposium-all-in-2022/
Barrierefreiheit und Inklusion sind Themen, die mich schon eine Weile beschäftigen. Wie diese Barrierefreiheit und der Zugang im Theater umgesetzt werden können, darum geht es bei diesem Symposium.
Außerdem habe ich mich für einen Workshop zum Thema "Leichte Sprache" angemeldet:
https://www.facebook.com/events/544450864044923

Seit langer Zeit wurde ich heute mal wütend, ein Gefühl, dass ich kaum von mir kenne. Als ich ein Medikament für meinen Kater in der Tierarztpraxis abholen wollte, gaben sie mir freudig die zwei bestellten Packungen und lange Plastikampullen, um die Flüssigkeit direkt in das Maul meines Katers spritzen zu können. Ich fragte nach, wie die Dosierung ist, weil wir das Medikament noch nie hatten. Ich bezahlte unglaubliche 46,62 € und verließ die Praxis. Direkt beim Rausgehen nahm ich die Packung aus der Tasche, weil ich nochmal nachgucken wollte, ob da Verabreichungstipps draufstehen und sah, dass es sich um ein homöopathisches Mittel handelte. Ich drehte sofort um und betrat wieder die Praxis. Ich fragte nach, ob das homöopathisch sei. Ja, das sei es. Ich meinte, dass meinem Mann und mir das vorher nicht gesagt wurde und ich vor dem Kauf keine Ahnung hatte – und dass ich es gern wieder zurückgeben möchte, ich will keine homöopathischen Mittel. Zudem haben sowohl mein Mann als auch ich das der Tierärztin schon mal gesagt. Da ich mit Karte gezahlt hatte, konnte ich nur eine Gutschrift auf meinen nächsten Termin bekommen. Die Tierarzthelferin arbeitete dann noch ganz freundlich mit emotionalem Druck (was ich ja gar nicht leiden kann), indem sie meinte, dass sie dann aber kein anderes Mittel hätten, was helfen würde. Sie hätten damit gute Erfahrungen gemacht und es sei ja quasi pflanzlich. Verarschen kann ich mich alleine! Man müsse dann regelmäßig die Blutwerte checken und sich was überlegen, wenn sie wieder schlechter werden sollten (direkt mal Angst schüren ... top!).
Boah, ich bin richtig sauer und es ist Zeit, eine neue Tierarztpraxis zu suchen. Eine ärztliche Praxis, die homöopathische Mittel empfiehlt, finde ich generell schon sehr schwierig. Aber sie mir dann auch noch heimlich unterjubeln wollen, finde ich frech, respektlos und sehr gefährlich.

Aber zum Abend will ich mich heute entspannen, im Sinne des Midsommer-Festes spät abends einen alkoholfreien Cocktail auf dem Balkon schlürfen und den Sonnenuntergang angucken.

Habt ein sommerliches Wochenende!



Samstag, 18. Juni 2022

Corona-Theatertagebuch – Wochen 117 & 118


 


Woche 117

Montag:

Ich hatte komplett verdrängt, dass heute Feiertag ist und war auf einen normalen Arbeitstag eingestellt. Letztlich wurde es ein Mischmasch. Morgens Live-Talk mit Mark auf Facebook, dann Hafen und mehrere Folgen "Star Trek: Strange New Worlds" (Ich liebe es!!!) und abends noch Kollegialer Austausch in sehr kleiner, sehr gemütlicher Runde.


Dienstag:

Ein etwas bedeckter Tag, mal mit Regen, mal mit Wind, mal mit Sonnenschein. Gestern und heute habe ich alle Star Trek Shorts geguckt, die ganz entzückend sind, besonders die Folge mit den Tribbels.


Mittwoch:

Nichts zu berichten heut.




Donnerstag:

Die Hinreise nach Berlin begann recht entspannt und endete in Löwenberg (Mark), wo die Regionalbahn stehen bleiben musste, weil die Strecke dahinter gesperrt wurde, aufgrund eines Notarzteinsatzes.
Die Ersatzbusse, die fahren sollten, ließen sehr lange auf sich warten und ich rief nach 1,5 Stunden meine Mutter an, die sich dann mit dem Auto auf den Weg machte, um mich abzuholen. Kurz bevor sie kam, kamen auch die Ersatzbusse und die Bahn fuhr wieder.
Insgesamt war ich 3,5 Stunden in Löwenberg. Ist gar nicht mal so spannend dort, auch wenn das Feld mit den Kornblumen ein sehr schöner Anblick war.

Zur Vorspielprobe vor Ort habe ich es nicht geschafft, wurde aber von der Gruppe per Zoom dazugeschaltet. Nur noch wenige Wochen bis zur Aufführung!

Achja: zwischendurch habe ich mir online eine Kalimba bestellt. Bin schon ganz vorfreudig!


Freitag:


Nach Besuch bei meiner Oma ging es zu einer Raumbesichtigung nach Kreuzberg. Raum war ganz nett, wenn auch super schwer zu finden. Ob ich ihn wirklich brauchen / nutzen werde, weiß ich noch nicht. Auch wenn das Kreuzberg-Feeling irgendwie geil ist, geht es mir doch auch sehr oft auf die Nerven. Dann merke ich wieder, dass ich nicht mehr 20 bin, sondern 37 – muahaha.

Bei Modulor habe ich mich überteuertes, aber extrem schönes Briefpapier gekauft, im Späti noch Briefmarken und dann auf den Treppen vom tak-Aufbau-Haus direkt einen Brief an meinen Mann geschrieben und abgeschickt.

Zuhause dann noch für meine Mutter und mich gekocht und einen entspannten Abend gehabt.





Samstag:

Heute hatten wir nachmittags mit unserer LAG-Ausbildungsgruppe einen Workshop im Maxim-Gorki-Theater. Interessant war für uns, dass die Leiterin uns mit auf die Meta-Ebene genommen hat, um auch aus Anleitungs-Sicht auf solche inszenierungsbegleitenden Workshops und die darin verwendeten Methoden genauer draufzuschauen.
Tagsüber war es übrigens definitiv zu heiß für mich in Berlin. Nichts mehr gewohnt.

Danach musste ich schnell losdüsen, um rechtzeitig bei Nicks Auftritt anzukommen. Er stand heute abend auf der Bühne, im Kieztheater Wedding. Es war ein fröhliches, diverses Ensemble, dem man angemerkt hat, dass alle Teilnehmenden Spaß miteinander haben. Das hat mich berührt. Anschließend war Premierenparty und die gesamte Atmosphäre – wunderschöner Weddinger Hinterhof, meine neue Kollegin und Freundin am Start, ein glücklicher Nick, leckeres Essen, Musik und eine warme Sommernacht – haben mich eingelullt und begeistert. Vielen Dank dafür!



Sonntag:

Sonntag war Programm im Probenraum, eine Supervision für das Projekt einer Teilnehmerin unserer Ausbildungsgruppe. Kniffelige Fragen wurden entwickelt und szenisch bearbeitet. Am Ende des Tages gab es noch eine kleine Pitch-Runde von allen, wo sie gerade bei ihren eigenen Projekten stehen. Es war interessant zu hören, was alle geplant oder teilweise schon umgesetzt haben und ich bin auf die Projektberichte gespannt.
Am späten Nachmittag dann eine – diesmal aufwendigere (weil Ersatzverkehr) – Rückreise nach Rostock, wo ich von kühlen Temperaturen empfangen wurde.



Woche 118

Montag:

Heute etwas unmotiviert, aber dafür süße Entchen am Hafen beobachtet und auf meiner Kalimba geklimpert, denn die kam schon am Wochenende hier in Rostock an und wartete auf mich. Ich liebe dieses Instrument jetzt schon, auch wenn ich noch nicht wirklich was spielen kann.


Dienstag:

ICH HAB CORONA!

Morgens mit kratzigem Hals und heftigem Schnupfen aufgewacht. Weil mir das verdächtig vorkam, einen Schnelltest gemacht und jap: positiv.
In der Hausarztpraxis angerufen, um zu fragen, ob sie PCR-Tests durchführen. Nein, aber ich muss einen machen lassen, wenn mein Schnelltest positiv ist, am besten in einer bestimmten Apotheke, sie faxen (!) schonmal meine Daten hin.
Vormittags erstmal mit Nick Online-Stunde, statt Tanzen ein bißchen Tiefenentspannung und danach Impro in Märchenfiguren. Ganz softe Stunde, um mich nicht zu überanstrengen.
Dann auf zum Testcenter für einen offiziellen Schnelltest, den ich für einen PCR-Test brauche: auch positiv. Zuhause will ich mich erstmal hinlegen und den PCR-Test morgen machen, da ruft die Arztpraxis an, um zu fragen, warum ich noch nicht in der Apotheke war. Also aufgerafft, kurzfristig noch nen Termin in ner Stunde ausgemacht, Einverständniserklärung ausgedruckt und auf zur Apotheke, mittlerweile schon mit erhöhter Temperatur. Dort in Nebeneingang getestet und per lustiger Rufbestellung im Vorderraum noch Hustenbonbons und Nasenspray erstanden, die mir die Apothekerin nach draußen gebracht hat. Ein ganz großes Hoch auf und Dankeschön an das ganze Rostocker Personal, das ich bis jetzt kennenlernen durfte. Egal ob Gastro, Amt oder Laden: die meisten Service-Menschen hier sind super locker, pragmatisch und genial!
Als große Überraschung liegt im Briefkasten zufällig ganz liebevolle, entzückende Post von meiner Freundin Katja, mit Postkarten und Stickern. 💜

Zuhause angekommen groggy ins neue Bett für die nächsten Tage: in meinem Homeoffice, denn mein Mann ist (noch?) negativ und symptomfrei.
Ich beginne außerdem alle zu informieren, die wichtig sind: alle Kontakte vom Berlin-Aufenthalt, Family, Theatergruppen und enge Freunde.



Mittwoch:

Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Kratzen im Hals, Schnupfen ohne Ende. Corona macht keinen Spaß. Schlafe und liege viel, werde von meinem Mann bedient und gucke ab und zu Serien.


Online-Gruppe abgesagt.


Donnerstag:

Heute schon etwas besser als gestern. Vorspieler aber abgesagt.
Bin zuversichtlich morgen den Workshop "Text & Stimme" online machen zu können.


Freitag:


Sehr heiser aufgewacht und abendlichen Workshop doch abgesagt. Insgesamt geht es mir aber deutlich besser als die letzten Tage. Kein Fieber mehr.

Abends bekommt mein Mann Schüttelfrost und wir beginnen die Rollen zu tauschen.




Samstag:

Mein Mann ist krank, ich die mittlerweile gesündere. Tag 5 der Quarantäne für mich. Morgen werde ich mich wieder testen, bin gespannt, was bei rauskommt.
Habe vor Tagen neue Tests bestellt, sie kommen aber nicht. Hab auch noch keine Versandbestätigung.
Zur Beendigung der Quarantäne soll man aber 48h symptomfrei sein. Hab noch etwas Husten und bißchen Schnupfen.
Heute fit genug, um mich wieder ein bißchen meiner Kalimba zu widmen. Es ist schön, sich von den sanften Klängen einlullen zu lassen. Kann schon einen kurzen Teil von "Can't help falling in love with you".

So, dieses 2-Wochen-Tagebuch kann jetzt erstmal online. Wünsche allen Gesunden eine geile Zeit und allen Erkrankten gute Besserung, milden Verlauf und eine entspannte Quarantäne.




Freitag, 3. Juni 2022

Corona-Theatertagebuch – Woche 116



Montag:

Es ist doch sehr faszinierend: Es ist in wenigen Tagen Juni und hier in Rostock sind es 11 Grad. Genau deshalb bin ich hierher gezogen. Ich wollte es kühler, ich habe es kühler. Yes! Ungewohnt ist es dennoch.

Am Samstag war "Welt-Spieltag" und "Welt-Periodentag". Zu ersterem möchte ich an dieses Dokument mit Online-Theaterspielen erinnern, das ich in den letzten Jahren mit Kolleg*innen gefüllt habe:
https://biondekbuehne.sharepoint.com/:w:/g/EUS5Wxj7FA5DoDpi7CltnloB1tc22WTOMKB1BAzN9JrpSQ?rtime=1QQKTlRC2kg
Zu zweiterem habe ich einen Blogartikel geschrieben, wie ich mit meinen Periodenschmerzen bei der Theaterarbeit umgehe und welche Hilfmittel ich nutze:
https://theaterberlin.blogspot.com/2022/05/welt-periodentag-theaterarbeit.html

Was für ein schöner Artikel!
https://witanddelight.com/2022/05/why-the-fleeting-things-in-our-lives-give-us-so-much-joy/
 
Heute ist mein 14. Hochzeitstag! Eigentlich ist der für meinen Mann und mich nicht so relevant, weil unsere Hochzeit für uns eher ein praktischer Akt war. Viel wichtiger ist für uns der der Tag, an dem wir uns am Telefon gesagt haben, dass wir uns ineinander verliebt haben. ABER: So ein Hochzeitstag ist ja auch ein netter Anlass, etwas Besonderes zu unternehmen (machen wir auch ohne Anlass, aber why not ...). Also waren wir mittags auf einem Restaurantschiff am Hafen essen. Sehr deliziös!


Dienstag:

Auf ging's nach Berlin! Nachmittags hin, sehr konzentrierter LAG-Abend und nachts zurück nach Rostock. Uff.


Mittwoch:

Nach so einem Tag in Berlin mit nächtlicher Rückreise bin ich immer recht erschöpft. Zusätzlich habe ich nachts im Zug meine Periode bekommen. Dementsprechend ist die Stimmung heute: langsam, erschöpft, zurückgezogen.

Nachmittags Zoom mit meiner Freundin Katja.


Umso froher und glücklicher war ich heute mal wieder über meine Online-Theatergruppe, in der wir in die Rollenarbeit eingestiegen sind (die Rollen sind verteilt – juhuuu!) und eine kleine Gesten-Choreographie in den Figuren ausprobiert haben. Vielleicht findet diese einen Platz im Stück ...


Donnerstag:

Auch heute wieder müde, bauchschmerzig und lustlos.
Morgens kurz am Hafen, Homeoffe, nachmittags Online-Schauspielstunde mit Nick und diesem Tanzsong:
https://www.youtube.com/watch?v=l2GtbDHGgBA

Vorspiel-Probe abends mit mir am Rechner und einigen Leuten vor Ort. Ablauf steht soweit, jetzt geht's um Wiederholungen und Sicherheit.


Freitag:


Die Nacht war etwas anstrengend, weil mein Kater ewig wegen Hunger gequengelt hat. Er muss nüchtern bleiben, weil heute eine Blutuntersuchung bei ihm stattfindet.

Manchmal mag ich das Pendeln zwischen zwei Städten richtig gern, manchmal strengt es mich an. Zurzeit schwankt es ständig hin und her. Ich denke auch, weil es jetzt im Mai und Juni einfach sehr viele Fahrten sind. Drei- bis viermal im Monat nach Berlin ... das ist anstrengend und sorgt dafür, dass ich in Rostock nicht viel Zeit für Auszeiten habe, weil ich vom Reisen platt bin, aber im Homeoffice vor- und nacharbeiten muss. Nach den Vorspiel-Aufführungen Anfang Juli möchte ich gern sechs Wochen lang in Rostock bleiben. Eben den ganzen Sommer hier am Meer genießen und mit dem 9€-Ticket in andere Orte und Städtchen in der Nähe fahren, die Gegend erkunden, abends am Hafen in einer Bar sitzen, draußen Lesen, ... und und und.

Katja hat mir heute folgende Nachricht per WhatsApp geschrieben:
Guten Morgen! 🙂 Ich habe von dir geträumt- du hast mit einer deiner Theatergruppen für ein erotisches Stück/Musical geprobt und euer Probenraum war ein Sexshop! 😄
... was soll ich sagen: Das klingt exakt nach einem Stück für die Vorspieler!

Nach einem Eis am Hafen noch ein bißchen Homeoffice. Heute abend geht's ans Meer!


Habt ein wunderbares Wochenende!

Samstag, 28. Mai 2022

Welt-Periodentag: Theaterarbeit & Periode(nschmerzen)





Heute ist Welt-Periodentag!

Die Periode ist ein essentielles Thema und betrifft alle Menschen in irgendeiner Weise, ob als menstruierende Person, als Kind, Verwandte oder Partner*in.

Meine Periode habe ich im Alter von 14 Jahren bekommen und mich null darüber gefreut. Sie war auch von Anfang an schmerzhaft. SEHR schmerzhaft. Schon immer musste ich Schmerzmittel nehmen, dazu ein Kissen auf den Bauch und viel liegen.
Über die Jahre habe ich meine Periode besser kennengelernt und herausgefunden, wie ich damit am besten umgehe. Wann spüre ich das erste Ziehen im Bauch, wann sollte ich meine erste Tablette nehmen. Viele Wärmflaschen in unterschiedlichen Qualitäten begleiteten mich, liefen aus, gingen kaputt. Ich habe dann die der Marke Fashy für mich entdeckt und schätzen gelernt. Mein Favorit im Moment:
https://www.ebay.de/itm/191692537291?epid=2300836818&hash=item2ca1c3fdcb:g:1XgAAOSwJvxijiRN

Ich nahm immer Wegwerf-Binden, meist günstige Marken, weil Always und Co. oft parfümiert sind, was ich ganz schrecklich finde. Produkte zum Einführen waren nie so mein Ding.
Irgendwie kam ich damit durch die Schulzeit, musste aber immer mal früher nach Hause gehen, weil ich keine Schmerzmittel dabei hatte und einfach echt gelitten habe. Auf dem Heimweg saß ich dann oft minutenlang vor irgendwelchen Häusern auf den Treppenstufen, weil mein Kreislauf schlappgemacht hatte.
Ein erster großer Gewinn war der Wechsel von Aspirin (das waren die Schmerzmittel, die wir standardmäßig zuhause hatten) zu Ibuprofen. Was für ein Unterschied! Die halfen deutlich besser und mir wurde davon auch nicht so schlecht.
Nach dem Abi folgte eine kaufmännische Ausbildung an der Berufsschule und nach wenigen kurzen Praktika ging es direkt in die Selbständigkeit. Ich hatte während der Ausbildung meinen Mann kennengelernt und hatte damit ein dauerhaft einen Partner an der Seite, der mich während meiner Periode unterstützte und mir Gutes tat. Wie wunderbar!

So ging das viele Jahre vor sich hin. Nach der Ausbildung begann ich in meiner Freizeit in einer Theatergruppe zu spielen, die ich mit anderen Interessierten gegründet hatte. Die langen Proben- und Aufführungstage in der Endphase eines jeden Projektes waren schlauchend, wenn ich gleichzeitig meine Periode hatte. Aber es war immer noch Freizeit und ich konnte auch mal fehlen, wenn es gar nicht ging.

Mit meiner Ausbildung zur Theaterpädagogin begann auch meine selbständige, theaterpädagogische Arbeit. Dort konnte ich dann nicht mehr fehlen oder jammernd in der Ecke rumsitzen. Neben Ibuprofen hatte ich dann auch immer die kleinen Wärmekissen am Start, die man sich im Winter in die Manteltasche packen kann. Wenn man ein kleines Metallplättchen knickt, kristallisiert die Masse, wird fest und heiß. Es bedurfte starken Zusammenreißens, aber diese kleinen Mini-Wärmflaschen waren perfekt für die schlimmen Momente, wenn die Tablette noch nicht wirkte, aber man trotzdem halbwegs konzentriert oder auch in Bewegung sein musste.

Vor einigen Jahren kam dann Periodenunterwäsche auf den Markt, die für mich viel veränderte. Ich kombinierte sie an den ersten starken Tagen mit Stoff-Binden und war begeistert. Ein viel angenehmeres Tragegefühl als klassische Einwegbinden, kein Verrutschen, kein so unangenehmer Geruch mehr, und vor allem ein viel größeres Fassungsvermögen, so dass ich nicht gefühlt alle halbe Stunde zum Wechseln auf Toilette muss. Was für ein Gewinn für die Theaterarbeit, wo die Toilette oft ständig belegt ist, man als Leitung nur kurze Pausen hat und schnell wieder am Start sein muss.
Auf Reisen ist es leider mit der Periodenunterwäsche nicht so praktikabel, weil man einen Ort braucht, an dem man sie nach dem Auswaschen trocknen lassen kann. Bei kurzen Aufenthalten reicht mitunter auch die Zeit nicht aus. Da muss ich dann immer ein bißchen rumplanen und greife zusätzlich noch auf Einwegprodukte zurück, allerdings umweltfreundlichere als früher.

Einen großen Schatz entdeckte dann mein Mann mit der Kickstarter-Kampagne für das TENS-Gerät "Livia". Ich liebe dieses kleine Gerät zum Anklipsen. Es ist ein Reizstromgerät, das die Nervenbahnen ablenkt. Gegen sehr starke Schmerzen hilft es nicht, aber gegen leichte. Außerdem hat es die kleinen Handwärmer ersetzt, die ich vorher benutzt habe. Zwei Klebepads auf dem Bauch sind auch leichter unter der Hose unterzubringen als so eine Mini-Wärmflasche. Auch unter einem Kostüm ist das entspannt zu verstecken.
Livia begleitet mich bei meiner Periode ständig bei der Theaterarbeit. Eine unglaubliche Erleichterung, eben gerade in diesen "Aaaahh, die Tablette wirkt noch nicht"-Momenten. Anfangs noch ungewohnt, ist dieses Kribbeln im Bauch mittlerweile richtig beruhigend und entspannend für mich.
Besonders in der aktiven Theaterarbeit mit WarmUps und Übungen und dem "Mit-Tun" als Dozentin ist dieses kleine Gerät für mich ein großes Geschenk. Mittlerweile besitze ich zwei, damit ich immer eines mit vollem Akku habe und das andere währenddessen aufladen kann.

Für die Arbeit im Homeoffice und ruhigere Online-Workshops und Online-Besprechungen mit Kolleg*innen habe ich mir einen Wärmeschal für den Bauch gekauft. Das ist ein sehr breiter Schal aus Stoff mit einem Fach für eine Wärmflasche, die man dann auf Bauch oder Rücken tragen kann. Damit kann ich die Wärmflasche auch mal bei einem Spaziergang mitnehmen.

Zu Beginn des Jahres wurde bei mir Endometriose diagnostiziert. Das erklärt natürlich auch die Schmerzen. Am Eierstock hatte sich eine mit Blut gefüllte Zyste gebildet, die mir bei einer OP entfernt wurde, zusammen mit Endometriose-Herden.
Seitdem sind die Schmerzen ein klein bißchen weniger geworden und die Blutung ist auch nicht mehr ganz so stark. Ohne alle Hilfsmittel geht das Arbeiten aber trotzdem nicht.

Mir ist bewusst, dass das reine Funktionieren nicht das oberste Ziel ist. Unwichtigere Termine verschiebe ich auch durchaus mal. Wenn ich weiß, dass ich bald meine Periode bekomme, nehme ich mir nicht die krassesten Sachen vor, sondern lasse es sehr ruhig angehen.
Einen Arbeitsrhythmus zu finden, der gut mit dem Zyklus zusammenpasst, finde ich nach wie vor schwierig, aber ist ein langfristiges Ziel von mir.
Wichtig ist mir ein offener Umgang mit dem Thema Periode. Offen über Schmerzen, PMS, Unwohlsein, Abgeschlagenheit und andere Symptome zu sprechen. Auch mit Menschen, die keine Periode haben.
Wir dürfen das! Wir dürfen uns offen dazu äußern und um Rücksichtnahme bitten. Niemand sucht sich das Menstruieren freiwillig aus. Das ist uns (noch) gar nicht möglich. Deshalb gehört es für mich auch zum Thema Inklusion, die Periode und deren besondere Erfordernisse mitzudenken. Für uns selbst und andere.

Freitag, 27. Mai 2022

Corona-Theatertagebuch – Woche 115



Montag:

Morgens war ich extrem aufgeregt, weil jetzt wieder eine Blutkontrolle bei mir ansteht. Habe die frühmorgendliche Blutabnahme überlebt und bin superstolz auf mich! Mein Puls war wieder außer Rand und Band, weil ich so aufgeregt war. Zuhause war er nach einer Weile Arbeit am Rechner wieder ganz ruhig. Morgen muss ich dann zur Besprechung der Blutwerte hin, auch das stresst mich ganz schön.

Durch das frühe Aufstehen und durchgearbeitete Wochenende schleiche ich etwas müde durch den Tag. Mittagessen am Hafen und ich will am liebsten ewig da rumhängen.
Am späten Nachmittag merke ich dann mal wieder, dass mein typisches Arbeitshoch gegen Abend beginnt. Ich glaube, mein Körper hat sich über all die Jahre Theaterarbeit darauf eingestellt. Nachmittags zwischen etwa 13 und 17 Uhr ist das totale Tief, danach kommt die Energie zurück.

Heute abend findet kein SNACK statt, dafür gehe ich später nochmal raus.


Dienstag:

Ich habe auch die Besprechung der Blutwerte überlebt! Sie sind besser geworden, wenn auch noch nicht perfekt. B12 und Eisen muss ich weiterhin zu mir nehmen.

Anschließend habe ich mit Nick zusammen wieder Schauspielstunde gehabt. Tanzsong dieses Mal:
https://youtu.be/BCoP7G2K7Hc

Viel gearbeitet habe ich heute. Die typische Zeit vor dem Sommer: Aufführungen stehen an, alle Leute wollen noch lauter Sachen vor dem Sommerloch und der Urlaubssaison organisieren, gleichzeitig sind Planungstreffen schwierig zu terminieren, weil jetzt so viele Feiertage stattfinden und die Leute oft verreist sind.


Mittwoch:

Auch heute ein voller Homeoffice-Tag.
Das Planungstreffen mit meinen beiden neuen Kolleginnen heute früh war wieder sehr enthusiatisch, auch wenn ich die Uhrzeit verpeilt habe.:D
Nachmittags dann Thema



Donnerstag:

Feiertag! Wie immer eine Sache, die ich schnell vergesse als Selbständige. Habe heute ein bißchen gearbeitet und vor einem Ausflug nach Schwerin gekniffen, weil ich bei starkem Wind ziemlich Angst vor dem Autofahren auf der Autobahn habe (als Beifahrerin, hab ja eh keinen Führerschein).

Aber wir hatten dafür einen entspannten Abend in Rostock und sind dort ins Kino gegangen (hätten wir in Schwerin auch gemacht), um "Leander Haußmanns Stasikomödie" anzugucken. Am Schluss war ich ganz nostalgisch drauf, fast schon melancholisch, weil das der dritte und letzte Teil seiner DDR-Trilogie war und ich "Sonnenallee" sehr liebe und damals in meiner Teeniezeit oft geguckt habe. Dann musste ich an die Jugend- und Jungerwachsenenzeit denken, an den Prenzlauer Berg der damaligen Zeit, an Schlaghosen-Revival, schmale Trainingsjacken, Secondhandläden und "Herr Lehmann" von Sven Regener. Ich bin kein Mensch, der seiner Jugendzeit hinterhertrauert. Ich genieße jede Lebensphase sehr. Aber ich erinnere mich gern zurück an all die schönen Lebensphasen, die ich schon hatte.




Freitag:


Ich hatte einen wirklich wunderschönen Morgen am stürmischen Meer, mit Frühstück vom Bäcker und meinem Mann, der mir am Strand vorgelesen hat.💗

Nachmittags noch Kostüm- und Technik-Besprechungen für die Vorspiel-Aufführungen. Sie rücken immer näher heran ...

Noch immer tue ich mich schwer mit dem Wegfall der Regeln. Die Hygieneregelungen der letzten Jahre haben mir eine klare Handlungsanweisung gegeben. Als Selbständige bin ich gewohnt, ständig Verantwortung zu tragen. Für mich, für mein Handeln, für meine Einkünfte, für meine Teilnehmenden und deren Handeln, für Probenräume, für Materialien, für sensible Themen, für ... alles halt. Ich mag es sehr, Verantwortung zu übernehmen. Aber jetzt mit dem Wegfall der Regeln ist es so schwer geworden, diese Eigenverantwortung zu tragen. Auch wenn andere nichts sagen, so macht mein Kopf aus der reinen Tatsache, dass sie gerne keine Masken mehr tragen, einen Vorwurf an mich. Der existiert nicht, das ist mir klar. Den Schuh zieh ich mir selber an. An den meisten Tagen kann ich gut damit leben, mache einfach mein Ding und gut ist. Aber manchmal gibt es Tage, da fühlt es sich schwer an, wenn sich alle freuen, dass keine Maskenpflicht mehr da ist, man selbst aber nicht. Man kommt sich asozial und lebensfern vor. Wie eine Spaßbremse. Dabei hab ich ja Spaß mit anderen – mir ist nur auch mein Eigenschutz wichtig.
Mein persönliches Distanzbedürfnis war die letzten Jahre übererfüllt. Ich war ein bißchen im Paradies, ich bin ganz ehrlich. Es gab klare Regeln, an die ich mich halten konnte. Für mich haben sie auch Sinn gemacht. Jetzt sind alle klaren Regeln weg und ich muss selbst jedes Mal neu entscheiden, wie ich mich verhalte und welche Schutzmaßnahmen ich ergreife. Und genau diese zusätzlichen Entscheidungen finde ich total anstrengend.
Ein anderer Punkt ist:
Wenn ich im Supermarkt fast alle ohne Maske sehe, frage ich mich, was jetzt die Menschen machen, die Vorerkrankungen haben oder Menschen mit Vorerkrankungen betreuen? Wann gehen sie einkaufen? Müssen sie jetzt alle Einkäufe bestellen und liefern lassen? Ganz normal im Laden einkaufen ist ja viel riskanter geworden.

Geht es anderen ähnlich wie mir?


Jetzt wünsche ich erstmal allen ein entspanntes Wochenende!


Mittwoch, 25. Mai 2022

#monthlyfavourites –Mai-Lieblinge



Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im Mai!



Zum Arbeiten:


 

Natürlich "Das indische Tuch" von Edgar Wallace, das die Vorspieler – in anderer Variante – im Juli auf die Bühne bringen. Und ein neues Notizbüchlein wurde begonnen, aus einer der letzten Sonder-Editionen von Field Notes.
Außerdem habe ich jetzt ein Bambus-Rollo im Homeoffice!



Zum Aufhübschen:
 


Diesen Monat habe ich sehr viel Kleidung gekauft – ungewöhnlicherweise.
Nicht alles hat auf's Bild gepasst, zum Beispiel mehrere Basic-T-Shirts von Grundstoff. Ich musste ein paar T-Shirts jetzt nach vielen Jahren entsorgen, weil sie abgetragen waren (Löcher und durchgewetzter Stoff). Also habe ich aufgestockt. Auch nicht im Bild ist eine Kombi aus Culotte und Sweatshirt von Tchibo. Suuuper bequem und perfekt für Theaterarbeit und Freizeit.
Ein weiteres Shirt ist das blaue T-Shirt von TwoThirds, das aus einer Art Frottee-Samt ist. Super bequem und angenehm zu tragen. Weil ich ein bestimmtes Pullover-Modell von TwoThirds so liebe (besitze es schon in Rostbraun), habe ich es noch in Blau gekauft.
Die grauen Schuhe sind auch neu und die bequemsten Schuhe, die ich je besessen habe. Ich hatte welche gesucht, die wirklich nicht drücken und in denen ich lange laufen kann. Bei Allbirds bin ich fündig geworden.
Das waren alles sehr vernünftige Basics-Käufe.
Es gab aber auch eine rein emotionale Kaufentscheidung: eine Dino-Latzhose von einem britischen Label. Kindisch und grandios!

Den blauen Anker-Button hat mir mein Mann geschenkt! 💙



Zum Lesen 


 

Weggesuchtet habe ich das Buch "Die Leuchturmwärter" von Emma Stonex, das in der letzten Büchergilde-Bücherbox war. Seeehr spannend!
Danach wurde es verspielter mit "Der Baron in den Bäumen" von Italo Calvino.



Zum Essen:

Diese veganen Kekse von Netto sind soooooo lecker! Könnte ich unendlich oft essen, eine Packung nach der anderen (... mache ich auch).



Zum Stöbern


Wie immer ein paar interessante Links zum Stöbern:

Mein neues Spielzeitmagazin ist online!

Ein Jahr nach den Morden im Potsdamer Oberlinhaus

Kreatives Denken und Videochats

 
 
 
Zum Hören:

Die Oper "Eugen Onegin":
https://youtu.be/70TpS_nvnrM



Zum Anschauen

Hier wie immer ein paar Tipps zum Anschauen!

Ich war im Theater! Wirklich wahr! Dort habe ich die Oper "Eugen Onegin" gesehen und war – trotz eigentlicher Opern-Abneigung – sehr berührt:
https://www.volkstheater-rostock.de/spielplan/a-z/eugen-onegin/

Absolutes Highlight war der Film "M – Eine Stadt sucht einen Mörder"! Hier könnt ihr den kompletten Film gucken:
https://youtu.be/NsMVGnLbYEU

Spaß hatte ich bei "Logan Lucky":
https://youtu.be/aPzvKH8AVf0

Überraschend fand ich "Hot Summer Nights":
https://youtu.be/M2nWr1jwPK4

Hart war "Sleepers":
https://youtu.be/sVdiN_4gBWk

Süß und simpel war "Papadopoulos and Sons":
https://youtu.be/J1ymQF1Dnl8

Im Kino habe ich "Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush" gesehen. Ganz große Empfehlung:
https://youtu.be/LMltJyiajhM

Uuuund den dritten und letzten Teil von Leander Haußmanns DDR-Trilogie: "Leander Haußmanns Stasikomödie". Ich mochte den Film sehr und wurde ganz nostalgisch, weil ich in meine Teenie-Zeit abschweifte, in der ich gefühlt tausendmal "Sonnenallee" guckte. Hier der Trailer:
https://www.youtube.com/watch?v=xoK2gnhwAUE

Natürlich habe ich auch Serien geguckt. Berührend und stark war die 2. Staffel von "Picard":
https://youtu.be/SWVA1ceMcko

Eine krasse Serie mit einem faszinierenden David Tennant war "Des":
https://youtu.be/t2KpFpARGWY

Es gibt eine neue Staffel von "DRUCK". Hier auf Youtube anschaubar:
https://www.youtube.com/c/DRUCKDieSerie

Zum Schluss empfehle ich euch noch die Doku "LuLa Rich" über das MLM-Unternehmen LuLaRoe. Heftig!
https://youtu.be/nJgkwIHp1pc

Montag, 23. Mai 2022

Corona-Theatertagebuch – Woche 114

 


Montag:

Willkommen in einer neuen Woche! Corona ist noch da, auch wenn es so wirkt, als wär's verschwunden.
Am Samstagabend habe ich ungewöhnlicher Weise eine Oper besucht: "Eugen Onegin" im Volkstheater Rostock. Von den drei Inszenierungen, die ich bisher dort gesehen habe, hat mich diese am meisten berührt. Ich fand die Musik wunderschön, bei den Chorszenen hatte ich Gänsehaut. Und ja, es war superlang (3 Stunden) und auch zäh, aber ich hatte viel Freude und lasse die Musik gerade nebenbei beim Arbeiten laufen: https://youtu.be/70TpS_nvnrM

Gestern abend habe ich erstmalig "M – Eine Stadt sucht einen Mörder" von Fritz Lang gesehen und war baff! Großartiger Film, totaler Hammer! All die Details, die Schauspieler, die Kulissen ... ich hab's geliebt!
Hier findet ihr den kompletten Film:
https://www.youtube.com/watch?v=NsMVGnLbYEU
 
Nach dem Aufstehen waren mein Mann und ich erstmal ein Weilchen am Hafen. Ich habe gelesen und die Luft genossen, den Schwalben und Mauerseglern zugeschaut und wieder mal fasziniert realisiert, wo ich jetzt wohne.

Abends ein Planungsgespräch mit meinem Kollegen Nils.


Dienstag:

Los geht der Tag mit einem Telefongespräch (ungewöhnlich für mich, ich weiß), dann Schauspielstunde mit Nick.

Wichtiger Artikel: https://www.theguardian.com/world/2022/may/16/street-harassment-women-public
Gerade die Sichtweise von Menschen, die erst im einen, dann im anderen Geschlecht durch die Welt gehen, finde ich interessant.


Mittwoch:

Die Woche schlich erst ganz langsam los, aber jetzt ist auf einmal schon Mittwoch. Kennt ihr das auch, dass ihr total überrascht seid vom Fortschritt einer Woche?

Reiner Homeoffice-Tag und Vorarbeiten, da ich morgen nach Berlin fahre.

Abends nähern wir uns in der Online-Theatergruppe langsam der Rollenverteilung an ...



Donnerstag:

Ich habe Yoga gemacht und bin dann nach Berlin gedüst. Dort ging es in grauenhafter Hitze von Station zu Station: Kuchenessen bei meiner Freundin, dann Treffen mit Vera und einem Teilnehmer unserer Gruppe, dann Essengehen mit zwei Vorspielerinnen und anschließend Vorspiel-Probe mit richtig vielen Teilnehmenden und einem neuen Mitspieler, der spontan für zwei kleine Rollen einspringt. Willkommen im Team, Steffen!





Freitag:


Freizeit-Tag!


Samstag:

Ein intensiver, langer LAG-Tag zum Thema "Biografisches Theater".
Bin zu müde für weitere Ausführungen.


Sonntag:

Zweiter Tag Biografisches Theater. Heute dicht gepackt mit Inszenierungsaufgaben. Es war anstrengend und herausfordernd, aber auch sehr interessant und eine wichtige Übungsmöglichkeit für's eigene Regie-Führen und Anleiten.

Abends gehts zurück nach Rostock und bei dieser Reise habe ich Rostock, meinen Partner und meine Katzen ganz schön vermisst. Das ist jedes Mal anders, manchmal mehr, manchmal weniger. Je nachdem, was ich in Berlin so erlebe und wie belebend oder ruhig die Tage dort sind.

I'm back! Und muss mich morgen früh wieder meiner Angst stellen ...