Freitag, 26. November 2021

Corona-Theatertagebuch – Woche 89

 


 



 

Montag: 

Neue Woche und ich fühl mich kränklich. Der erste Tag nach meinen Berlin-Reisen ist eh meist eher ein energieloser Tag, aber heute bin ich wirklich unfit.
Aber: Wir waren vormittags am Meer bei strahlendem Sonnenschein (wo ich endlich mal gelesen habe), dann beim Baumarkt.
Jetzt mag ich nicht mehr raus für den Rest des Tages.

Nachmittags eine Rollenarbeit-Coaching-Stunde mit zwei österreichischen Kund*innen. Dort ist gerade Lockdown. Ich habe das Gefühl, es ist nur eine Frage der Zeit bis es hier auch wieder soweit ist. Ich habe ja ein bißchen damit gerechnet, aber dennoch ist es deprimierend.

 
Dienstag:

Mein Mann war heute mit unserem Kater, der in den letzten Monaten deutlich an Gewicht verloren hat, beim Tierarzt. Die Diagnose: Gelbsucht. Die Ursache für dieses Symptom wird heute per Blutuntersuchung hoffentlich herausgefunden. Ich bin gerade sehr niedergeschlagen. Will dieses wunderbare Lebewesen nicht verlieren. Er ist noch viel zu jung!
Dennoch versuche ich erstmal optimistisch zu bleiben, sonst kann ich heute gar nicht arbeiten. Für den Abend ist ein Kinobesuch geplant. Je nachdem, was wir heute als endgültige Diagnose bekommen, könnte es auch sein, dass wir gar nicht gehen. I don't know.
Wir warten jetzt also gerade auf zwei Anrufe: von der Tierarztpraxis und von einer Haustechnikfirma, die uns wegen des Durchlauferhitzers kontaktieren will. Ihr wisst ja, wir haben grad kein warmes Wasser im Bad.
Kein schöner Tag. Fühl mich auch immer noch etwas zerknittert. Aber besser als gestern.

Achja: #MonthlyFavourites gibt es diesen Monat nicht, da ich einfach kaum was habe, was diesen Monat besonders wichtig für mich war bzw. besonders gern genutzt wurde. Deshalb nächsten Monat November und Dezember zusammen.

Update am Nachmittag: Tierärztin sagt, dass die Blutuntersuchung auf eine entzündete Leber oder Galle hinweist. Ein Ultraschall soll da noch genauere Auskunft geben. Daumen drücken! Jetzt gibt es erstmal spezielles Futter und Anitbiotika.
Immerhin gibt es jetzt einen Fahrplan, das ist sehr beruhigend. Also gehen wir doch ins Kino. Unser Kater ist trotz seines Abgemagertseins recht fit und schläft eh gern (schon immer).

So allgemeine Frage: Es kann nicht einfach mal ein paar Monate nichts sein, oder?!?! Auch wenn wir seit anderthalb Jahren durch die Pandemie mit diesen ständigen Änderungen konfrontiert sind, gewöhnt man sich dennoch nicht wirklich daran. Ein permanenter Mikro-Stress im Hintergrund.
Was ich mir gerade als Trost sage: Sollte noch ein Lockdown kommen, haben wir wenigstens das Meer.

Einige Facebook-Bekannte posten ab und zu mal so "Anti-Spaltungs"-Posts mit dem Wunsch nach Liebe und Einigkeit und Verständnis füreinander. Das ist natürlich darauf bezogen, dass momentan ein erbitterter Kampf zwischen Geimpften und Ungeimpften läuft. Oder sagen wir es eher so: Es ist absolutes Unverständnis da, von beiden Seiten.
Ich merke bei mir selbst, dass ich einfach nur genervt bin von dem Thema. Eine Impfpflicht fänd ich gar nicht so schlecht, ich bin ganz ehrlich. Dann braucht da niemand mehr drüber rumhirnen. Da nehme ich natürlich Menschen aus, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden sollten/können, is ja logo. Wobei das ja nur ein mini-mini-kleiner Prozentsatz ist. Leidiges, anstrengendes Thema gerade.
Hab aber schon mal an die Praxis, in der ich meine ersten beiden Impfungen erhalten habe, eine Mail mit Terminwunsch zum Boostern geschickt.

Immerhin: Morgen kommt jemand wegen des Durchlauferhitzers.

Ich glaube, dieses Corona-Tagebuch ist für die meisten wahnsinnig öde und vielleicht schreibe ich es auch einfach nur für mich selbst, um später mal draufzugucken.


Mittwoch:

Heute fühlt sich alles leichter an. Die Fütterung der Antibiotika-Tabletten ist sehr einfach, ich drücke sie in einen Mini-Klumpen Nassfutter und mein Kater frisst sie mir aus der Hand. Was mich ärgert: Uns wurden kleine Ampullen als Medikament dazuverkauft, die homöopathisch sind. Habe ich dann beim Googeln rausgefunden, weil ich wissen wollte, was von beiden Dingen das Antibiotikum ist. Was soll der Quatsch? Warum verkaufen Tierärzte homöopathische Mittel????

Am Hafen war es heute wieder entzückend, überraschend mild und ganz windstill. Ich konnte Dohlen füttern! Dohlen sind großartig!

Und macht doch einfach Impfpflicht. Würde vieles erleichtern.


Donnerstag:

Gestern abend war mein Kater sehr schlapp und ich habe immer wieder besorgt geschaut, ob er noch atmet. Heute früh hat er sich mit seiner Schwester gekloppt und ich werte das mal als positives Zeichen. Ich glaube, die Antibiotika hauen einfach ganz schön rein bei so einem kleinen Tier. Als Mensch ist man da ja auch ganz schön schlapp. Hoffentlich bringt es was. Das homöopathische "Weihwasser" (so nenne ich es) habe ich weggelassen. Es ist sowieso in kleinen Glasampullen, die ich nicht aufkriege. Normalerweise liegt in Packungen dafür so ein Kunststoffteil bei. Haben wir aber nicht. Ist ja auch egal. Wasser kriegt er genug zu trinken.

Ich bin stolz, das ich heute schon Yoga gemacht habe und am Schreibtisch sitze. Was ich liebe, ist der Blick aus dem Fenster, bei dem ich fast jedes Mal große Vögel vorbeifliegen sehe. Möwen, Elstern und Krähen. Beautiful!

Ab heute gilt in Mecklenburg-Vorpommern 2G+. Das heißt, dass bei Innenveranstaltungen sowie in Restaurant, Museen etc. nur Geimpfte und Genesene teilnehmen dürfen, die außerdem noch einen zusätzlichen tagesaktuellen Negativtest brauchen. Hatte heute überlegt, vielleicht nachmittags in die Kunsthalle zu gehen. So weit ich weiß ist dort eine Teststelle direkt davor. Bin aber noch nicht sicher, ob ich es mache.

Momentan lese ich viele Kommentare unter Artikeln zum Impfthema. Was mich ziemlich nervt, ist die immer mal wiederkehrende Forderung danach, dass sich einfach ALLE quasi täglich testen lassen sollen, dann ist es ja egal, ob man geimpft ist oder nicht. Ich finde es erschreckend, dass in einer Zeit, in der das Thema Klima und Umweltverschmutzung eines der allergrößten Probleme ist, Menschen lieber noch mehr Milliarden Tonnen Müll produzieren wollen anstatt durch eine Impfung diesen Plastikwahn mal so langsam zu beenden. Die ganze Masken und Tests sind riesige Plastikmengen. Reicht das nicht als Grund für eine Impfung?

Vor der abendlichen Probe mache ich noch einen Ausflug zur Post und verschicke ein paar Päckchen und Briefe an Familie und Freunde. Mein Lieblings-Corona-Hobby.😛


Freitag:

Heute ist ein nerviger Tag. Wollte in die Kunsthalle Rostock, für man wegen 2G+ jetzt einen Test braucht. Auf dem Parkplatz davor ist eine Teststelle, die aber gerade heute keine Tests hatte. Also kein Kunsthallen-Besuch. Weiter ging meine Fahrt zum Baumarkt, wo immerhin alles da war, was ich brauchte. Nächster Stopp: Warnow-Center Impfzentrum. Da sie dort Booster-Impfungen anbieten, wollte ich das gern zeitnah machen (wenn auch noch keine 6 Monate vergangen sind). Die Schlange ging durch das ganze Center und nach einer Dreiviertelstunde habe ich aufgegegeben, weil ich Regelschmerzen hatte und nach grobem Abschätzen darauf kam, dass ich noch mindestens eine Stunde warten muss. Außerdem wurde langsam der Impfstoff knapp. Dann noch Einkauf im Riesen-Edeka, der mich komplett fertig macht ob seiner schieren Größe, und Kampf mit den SB-Kassen, die dauernd Fehler angezeigt haben.
Immerhin: Im öffentlichen Bücherschrank (in dem Center gibt es davon 4!!!!) zwei tolle Bücher gefunden.

Unterwegs die Nachricht, dass es keine weiteren Anmeldungen für meine Multiplik-Veranstaltung beim BuT gibt. Also wird sie abgesagt.

Zuhause angekommen wird eine Vorstellung des DTs abgesagt, für die ich für meine Freundin Tickets gekauft habe.

Im Anschluss die Nachricht, dass mein Busticket für die nächste Berlin-Fahrt gecancelt ist. WTF???

Das erinnert mich ganz stark an den Beginn der beiden vorherigen Lockdowns ... Ich mein ja nur ...

Ich sag ja: Nervtag. Jetzt geh ich einfach ins Wochenende.

Montag, 22. November 2021

Corona-Theatertagebuch – Woche 88



 

Montag: 

Neue Woche und trübes, dunkles Wetter. JETZT ist der November wirklich da!

Heute war der Tag irgendwie trotzdem sehr leicht und beschwingt. Ich hatte das Gefühl, wirklich etwas zu schaffen. Neben ein bißchen Homeoffice vor allen Dingen einen großen Teil der geplanten Postkartenwand in unserer Küche. Seit Ewigkeiten haben wir Postkartenwände. Zuerst in meiner WG in Kreuzberg, dann war sie kurz weg, aber kam in der zweiten gemeinsamen Wohnung mit meinem Mann wieder. Ab da in jeder Wohnung, die wir gemeinsam bezogen, immer in der Küche.
Dafür klebe ich Postkarten dicht an dicht und fülle damit eine ganze (kurze) Wand. Dieses Mal die Fensterwand. Es ist quasi meine Reminiszenz an die 00er-Jahre in Berlin. Damals gab es in jedem Café Postkartenständer mit ungewöhnlichen Karten zum Mitnehmen. Gibt es teilweise jetzt auch noch, aber ich sehe das immer weniger. Und die Designs werden auch immer uninteressanter. Aber coole Karten habe ich jedes Mal massenhaft mitgenommen, so dass eine ordentliche Sammlung anwuchs. Daraus kann ich nun kaputte Karten immer mal ersetzen. Zudem kommen stetig neue Karten hinzu, z.B. wenn Freunde mir Postkarten schreiben. Und ich kaufe auch wahnsinnig gern Postkarten.

 
Dienstag:

Die hohen Inzidenzen beschäftigen mich. Für die grafische Darstellung in der Deutschlandkarte mussten schon Lilatöne eingeführt werden, weil die Rottöne nicht mehr ausgereicht haben. Am liebsten würde ich gar keine Gruppen treffen die nächsten Wochen, aber Arbeitstermine sind halt da. Also schaue ich mal, wie ich am besten damit umgehe. Voraussichtlich zusätzlicher Test + Maske (letzteres zumindest bei mir selbst, mich stört sie nicht). Zum Glück sind alle komplett geimpft, mit denen ich arbeite. Das macht mich sehr glücklich!


Mittwoch:

Ein schöner Tag war das heut. Entspannt und amüsant. Zwei Dinge, die ich an der digitalen Arbeit mag:
- Arbeitstreffen sind schnell und unkompliziert möglich
- man kann sich als Theatergruppe auch über Messenger verbinden und durch das Teilen von Fotos in andere Ecken reisen
Und natürlich noch viel mehr, aber das sind zwei Dinge, an denen ich heute besonders große Freude hatte.

Nachts hab ich noch einen Schnelltest gemacht. Negativ. Also kann ich morgen halbwegs unbesorgt nach Berlin fahren.


Donnerstag:

Berlin hat mich mit Regen und Dunkelheit empfangen. Also so eher semi-geil. Mit Hipster-Jogginganzug, dickem Parka mit Kapuze, Bauchtasche und Döner in der Hand, habe ich dann das Berlin-Game auch durchgespielt, würde ich mal sagen.

Mit den Vorspielern war ich dieses Mal im Raum der LAG, das war auch ganz schön, auch wenn den Großteil der Zeit Corona-Gespräche Thema waren. Die Lage ist grad wieder heftig und das beschäftigt alle.


Freitag:

Freier Tag mit Besuch bei meiner Oma im Heim, Mittagkochen für die Familie und abendlichem Spaziergang allein in der Stadt, weil alle Freund*innen abgesagt haben. Aber so hatte ich nochmal das pure Berlin-Feeling.



Samstag:

Wochenende bei der LAG, 1. Tag. Thema Improtheater und Akzeptieren/Blockieren. Ich glaube, die Teilnehmenden haben einiges mitgenommen, auch emotional wurde es. All das gehört zur Ausbildung dazu.

Der Abend dann mit meiner liebsten Freundin Carmen im Restaurant "Mädchen ohne Abitur". So ein geiler Name! :D Das Essen war köstlich, die Einrichtung bezaubernd und die Menschen hübsch zum Anschauen. Ich bzw. wir kommen wieder!


Sonntag:

LAG, 2. Tag. Thema Projektarbeit. Wahnsinnig viele, diverse Projektideen gab es. Es haben sich glaube ich auch schon Teams gefunden, die gern zusammenarbeiten möchten. Fühlt sich gerade heimelig und vertraut und motiviert an. Ich bin super gespannt, wie es bei allen weitergeht.
Im Anschluss konnte ich meine neue Kollegin Katti näher kennenlernen. Passt! Ich freu mich auf die Zusammenarbeit bei der LAG!

Nach der Busfahrt wollte ich nachts in Rostock noch ein Bad nehmen, dabei hörte plötzlich der Durchlauferhitzer auf, seinen Job zu machen. Also erstmal Hausverwaltung kontaktieren, um irgendwann wieder warmes Wasser im Bad zu haben.

Kein Wochenende. Aber wieder zuhause.:)

Samstag, 13. November 2021

Corona-Theatertagebuch – Woche 87


 

Montag: 

Das Wetter ist heute trübe und aufgrund des Regens waren wir morgens nicht am Hafen. Dafür dann nachmittags.

Mit jedem Schritt erledigter Wohnungseinrichtung kehrt ein kleines bißchen Motivation für die Arbeit zurück. Ich habe mich entschieden, endlich mal wieder für die Gründungswoche Deutschland einen Workshop zu geben. Habt ihr Lust, dabei zu sein? Hier entlang:
https://www.gruendungswoche.de/veranstaltungen/veranstaltungskalender/detail/event/workshop-alle-an-bord-vom-umgang-mit-unterschiedlichen-persoenlichkeitstypen/

Abends wieder SNACK-Workshop mit Nils. Es war eine super angenehme Runde und wir haben es sehr genossen. Dieses Online-Kurzformat ist perfekt für uns beide. Wir fühlen uns miteinander wohl und die Rückmeldungen der Teilnehmenden sind positiv. Für den nächsten SNACK-Abend im Dezember gibt es noch freie Plätze! Thema: Aktives Zuhören.

 
Dienstag:

Es ist kurz nach 16 Uhr und die Sonne geht schon unter. Hier am Meer sind die Tage im Winter noch kürzer und im Sommer noch länger.

Plan für die nächsten Monate: morgens und vormittags raus und viel Licht tanken! Morgen geht es gleich morgens Richtung Meer. Wie macht ihr das in der dunklen Jahreszeit?

Die Inzidenzen explodieren derweil weiter und ich habe heute bei Rossmann noch einen 5er-Pack Schnelltests gekauft. Eventuell braucht man die in nächster Zeit öfter, z.B. bei der Ausbildung.
Ich war die ganze Zeit der Überzeugung, dass die Pandemie bis etwa Frühjahr 2022 andauert und wir auch dieses Jahr im Herbst wieder strengere Maßnahmen haben werden. Im Sommer habe ich dann aber ein bißchen daran gezweifelt, weil sich alles so "frei" angefühlt an, fast schon unheimlich. Aber wie man jetzt sieht, war dieses Freiheitsgefühl eine Täuschung.

Abends mit unserer neuen Ausbildungsgruppe zum ersten Mal online. Ich glaube, auch die Zweifler hatten Spaß. Sie haben zumindest zurückgemeldet, dass sie positiv überrascht waren, was im digitalen Raum alles möglich ist.





Mittwoch:

Ich bin heute so unendlich müde. Vermutlich hatte ich letzte Nacht nicht ausreichend Schlaf. Aber: Ich war heut schon am Meer! Direkt nach dem Aufstehen ging es los nach Warnemünde, dort sagten wir dem Meer Hallo, ich testete meine neuen Gummistiefel (sind dicht!) und fuhren weiter zum Baumarkt, um Wandfarbe und Holzbeize zu kaufen. Nach einem veganen "Fisch"brötchen zum Mittag (viele vegane "Ersatz-"Produkte finde ich mittlerweile echt gut) startete ich dann sehr langsam und gemächlich ein bißchen in die Arbeit.


Donnerstag:

Diese Woche kriege ich irgendwie wenig von dem auf die Reihe, was ich eigentlich geplant hatte. Und ich weiß nicht genau, ob ich das richtig schlimm finde, oder ob mich das einfach nur stresst – aus Gewohnheit. Ich mag es, Dinge zu erreichen, das fühlt sich gut an. Und wenn ich To-Dos ständig von einem Tag auf den anderen schiebe, ist das lästig.

ABER: Mit den Vorspielern habe ich zum ersten Mal hybrid gearbeitet und es hat funktioniert! Sie haben mich (und eine andere Spielerin, bei der es auf der Arbeit Impfdurchbrüche gab und die deshalb nicht vor Ort war) über Handy zugeschaltet und es so im Raum platziert, dass ich sie sehen konnte. So konnte ich WarmUp-Übungen leiten und Regie-Anweisungen geben. Mir hat es Spaß gemacht, ich hoffe, der Gruppe auch.



Freitag:

So langsam starten jetzt die Überlegungen, wie wir mit den hohen Inzidenzen umgehen. Ich bin ja die ganze Zeit der FFP2-Maske treugeblieben und nie auf die OP-Masken umgestiegen. Jetzt bin ich ganz froh drum. Vielleicht hätte ich mich sonst schon angesteckt.

Ein bißchen Sorge habe ich vor nächster Woche. Da arbeite ich innerhalb weniger Tage mit zwei Gruppen zusammen und habe zwei mindestens dreistündige Busfahrten vor mir sowie mehrere lange Bahnfahrten innerhalb Berlins. FFP2-Masken sind am Start, Schnelltests werde ich auch mitnehmen.

Meint ihr, es kommt nochmal ein Lockdown?

Der morgendliche Spaziergang am Hafen hält immer Überraschungen bereit. Heute hatte die Bundeswehr ein Riesen-Aufgebot und irgendeine Art Aktionstag. Inklusive U-Boot-Hüpfburg.
Außerdem steht seit ein paar Tagen der Hafen-Parkplatz voller Schaustellerwagen. Ich glaube, da wird bald ein großer Weihnachtsmarkt aufgebaut.

Heute war ich gegen Abend zum ersten Mal in Rostock allein im Kino (Film: "Lieber Thomas") und bin vor Scham im Boden versunken als eine Frau im Dunkeln zu mir kam und mir sagte, mein Chips-Geknusper höre man im ganzen Saal, sie halte das für unpassend bei einem so ernsten Film. Also habe ich aufgehört mit Chips-Essen, das Gefühl der Scham zelebriert und mich damit gedanklich beschäftigt. Gerade weil es ein Gefühl ist, das ich eher selten habe.

Was positives: Die Einrichtung im Arbeitszimmer geht weiter voran. Ich habe jetzt für meine künstlerischen Hobbies eine Art Arbeitstisch mit Metallablagen und Körben an der Wand – für alle Materialien und Utensilien.




Samstag:

Noch eine erfolgreiche Sache: Erster Anstrich in der Küche ist fertig, Wandfarben und -gestaltung für Bad und Flur geplant. Andere Leute wären glaube ich schon längst fertig mit der Wohnung, aber unsere Gestaltungswut braucht mehr Zeit.😃

Samstag, 6. November 2021

Corona-Theatertagebuch – Woche 86



Montag: 

Good Morning!
Ich bin seit gestern nacht zurück aus Berlin und war natürlich schon am Hafen. Morgens erstmal den Möwen Hallo sagen. Muss sein!


Zum Einstieg in die Woche gleich ein wichtiger Artikel:
https://www.amazedmag.de/call-me-by-my-name-sensibilitaet-fuer-richtige-aussprache/

Zweiter Spaziergang am Nachmittag und so langsam werde ich müde. Aber nix da: Abends ist Kollegialer Austausch angesagt!
Ich bin hier echt absolut in Urlaubsstimmung ...

Nachts kommt noch eine Mail von einer Teilnehmerin des Wochenendes mit der Info, dass sie Kontakt zu einer positiv auf Corona getesteten Person hatte. Also habe ich auch gleich einen Schnelltest gemacht. Ergebnis: negativ. Symptome habe ich auch keine, deshalb hoffe ich, dass das so stimmt.

 
Dienstag:

Ein ziemlich unmotivierter Tag
, aber Nick und ich hatten Spaß und mein Kollege Nils und ich haben unseren nächsten SNACK-Abend geplant (nächsten Montag, es gibt noch Plätze! Klick: https://www.nilsholst.de/fortbildungs-snacks).




Mittwoch:

Morgens war ich zum ersten Mal im Botanischen Garten in Rostock. SO SCHÖN! Das Wetter war perfekt, Elstern, Rotkehlchen und Meisen waren unterwegs und ich bin total verliebt. Ich komme wieder!

Heute endlich mal aufgerafft und wirklich etwas gemacht, nämlich die Bilder in meinem Büro aufgehangen. Es werden voraussichtlich noch mehr, aber der Anfang der Bilderwand ist gemacht.

Mit dem Mittwochskurs improvisiert. Sehr lustig! :D
Danach direkt in die Innenstadt zur Lichtwoche, die mir einige grandiose Fotomotive beschert hat.

Die Inzidenzen steigen gerade extrem. Es sterben zum Glück nicht mehr Massen an Menschen (die Impfung wirkt!), aber die Krankenhäuser sind schon wieder an der Belastungsgrenze.


Donnerstag:

Live-Talk mit Mark am Vormittag: https://www.facebook.com/Zirkusundtheaterpaedagogik/videos/289520579715035
Ich finde es schön, dass es dieses Format immer noch gibt und uns – trotz häufiger Uneinigkeiten 😂 – immer noch regelmäßig neue Themen einfallen.

In Berlin regnet es heute anscheinend extrem, so dass die Vorspieler spontan eine Online-Probe beschließen. Ich freue mich total über diese Selbständigkeit und die Zoom-Probe war auch recht produktiv.


Freitag:

Die Inzidenzen sind so hoch wie noch nie. Und steigen in einem irren Tempo. Momentan wird eine Booster-Impfung nach 6 Monaten empfohlen. Werde ich wohl machen, wenn meine zweite Impfung 6 Monate her ist. Das müsste im Januar der Fall sein. Zumindest wenn ich dann irgendwo eine Impfung herkriege.

Ich kann mir vorstellen, dass es noch strengere Vorgaben für Veranstaltungen in Innenräumen geben wird. Eventuell eine Testpflicht für alle, egal ob geimpft oder ungeimpft.

Heute wieder recht unmotiviert, aber dafür zum Sonnenuntergang am Meer gewesen. Es war eine fantastische Entscheidung, hierher zu ziehen.

Und jetzt mal wirklich Wochenende!


Dienstag, 2. November 2021

#monthlyfavourites – Oktober-Lieblinge



Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im Oktober!



Zum Arbeiten:


 

Diesen Monat beginnt das Pendeln zwischen Berlin und Rostock. Für die Busfahrten habe ich jetzt immer dieses superleichte, kleine Zirbenkissen im Gepäck (ein Kissen gefüllt mit Zirbenholzspänen). Der holzige Geruch ist eine angenehme Alternative, wenn die Person vor mir zuviel Rasierwasser oder Parfüm trägt, und natürlich eine gemütliche Kopfablage. Das Kissen war in der aktuellen Abobox der Büchergilde.

Außerdem habe ich ein neues Notizbuch begonnen – aus der aktuellen Sonderedition von Field Notes. Sehr herbstlich!



Zum Aufhübschen
 
 


 
Von meiner Lieblings-Schmuckdealerin auf Etsy durften passend zum Halloween-Monat Krähen- und Kürbis-Ohrringe einziehen. Da ich den Großteil meines Schmucks noch in Kisten habe, wurden diese zwei Ohrring-Paare wirklich rauf und runter getragen. 

Die Haarspangen hatte ich im September in Rostock gekauft (bei Tiger) und jetzt endlich öfter getragen.

Die aktuelle Seife, die ich nutze, ist von "Klar" und riecht nach Nadelbaum und Gesundheitsbad, aber irgendwie gut.;)

Nicht im Bild, weil viel zu riesig: ein wetterfester Parka, den mir meine Mutter "vererbt" hat. Ich liebe ihn! Er ist quasi ein Schlafsack zum Tragen und perfekt für's Meer.



Zum Lesen 
 

 
 
Auch dieses Mal hat mich die Büchergilde Abobox wieder überzeugt. Der Inhalt war jetzt im Herbst besonders bezaubernd (im wahrsten Sinne des Wortes). Als Buch gab es "Lolly Willowes" von Sylvia Townsend Warner, das mich wirklich sehr unterhalten hat mit seiner Leichtigkeit und dem ganz sanften Humor.

Mit großem Entzücken habe ich "Krähen" von Cord Riechelmann gelesen, das ich mir selbst zum Geburtstag geschenkt hatte. Krähen finde ich total interessant und sie gehören zu meinen Lieblingsvögeln. Unglaublich intelligente, faszinierende Tiere. Gerade hier in Rostock gibt es wahnsinnig viele Krähen, die vor allem morgens in der Dämmerung kreischend in großen Schwärmen über unsere Straße ziehen. Das Buch ist leichtgängig geschrieben und hat schöne Bilder und Illustrationen. Und das Design ist natürlich der Hammer. Aus der gleichen Reihe gibt es noch viele weitere Bücher, die ich am liebsten alle hätte.

Als ich mit meiner Freundin Katja letzten Monat in Potsdam war, stöberten wir wie immer in Buchläden. Dabei entdeckte ich das kleine Büchlein "Giovanni's Room" von James Baldwin. Es handelt sich um einen amerikanischen Klassiker, von denen ich sowieso gern mehr lesen würde. Der Anfang ist schon wie ein Film beschrieben und hat mich sofort reingezogen.

Die Postkarte ist aus der letzten Ausstellung der Kunsthalle Rostock, das Bild von der Künstlerin Ulrike Theusner. Ich hab die Karte diesen Monat als Lesezeichen benutzt, denn ich finde das Bild großartig.


Zum Essen:
 


 

Unmengen von Weintrauben!



Zum Stöbern


Wie immer ein paar interessante Links zum Stöbern:

Über den Begriff "Behinderung" als Selbstbezeichnung

Warum die Pandemie noch nicht vorbei ist

Über den Fall Julian Reichelt und Arbeitsplatz-Sexismus


Zum Hören

Beim Streichen meines Arbeitszimmers habe ich "Der Tag des Opritschniks" als Hörbuch gehört, gelesen von meinem Liebling Stefan Kaminski. Abgefahrerner Scheiß sag ich euch! Das Hörbuch gibt's bei audible:
https://www.audible.de/pd/Der-Tag-des-Opritschniks-Hoerbuch/B004UWUAKO?qid=1635183052&sr=1-1&ref=a_search_c3_lProduct_1_1&pf_rd_p=e54013e2-074a-460e-861f-7feac676b789&pf_rd_r=2ABFA69AM8E34A8EQ718



Zum Anschauen

Hier wie immer ein paar Tipps zum Anschauen!

In Rostock habe ich beim Queer Film Fest den Film "Ammonite" sehen dürfen, der offiziell erst Anfang November in die Kinos kommt:
https://www.youtube.com/watch?v=fhD2bv7XD5g

Cool war auch "Wonder Woman 1984":
https://www.youtube.com/watch?v=sfM7_JLk-84

Eine neue Serie habe ich auch angefangen, nämlich "Foundation" (AppleTV). Mit Lee Pace in einer der Hauptrollen. Und Alexander Siddig ist auch in einer kleinen Rolle dabei!
https://www.youtube.com/watch?v=X4QYV5GTz7c

Montag, 1. November 2021

Corona-Theatertagebuch – Woche 85

 



 

Montag: 

Müde bin ich, und etwas erschöpft vom aktiven Streich- und Räum-Wochenende. In meinem Zimmer läuft zum ersten Mal die Heizung und riecht staubig.

Vormittags habe ich einen Job für Juni 2024 festgemacht.😂 Da bin ich schon 40! Wenn mir nicht vorher ein Meteorit auf den Kopf fällt oder so.

Mit meiner Kollegin Vera fand die Planung für das erste Wochenende der neuen Grundlagenbildung statt. Eine neue Gruppe! Crazy!

Und dieser Text hier beschreibt mein Gefühl zur aktuellen Corona-Lage ganz gut. Die Pandemie ist NICHT vorbei.
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/schlafwandelnd-durch-die-pandemie-nein-nichts-wird-gut-im-corona-winter/27729894.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

 
Dienstag:

Whoop whoop! Erster Termin mit Nick am Schreibtisch!
Es wird, es wird ...

Ihr könnt hier den Vogel des Jahres wählen:
https://www.vogeldesjahres.de
Ich habe für die Mehlschwalbe abgestimmt.
Übrigens sind Vögel Dinosaurier ... ein bißchen zumindest ... Also falls das jemand noch nicht wusste:
https://www.wort-und-wissen.org/artikel/sind-voegel-dinosaurier-eine-kritische-analyse-fossiler-befunde/


Mittwoch:

Nach dem üblichen, morgendlichen Hafen-Spaziergang habe ich noch mehr Kisten ausgepackt und immerhin schon ein Bild aufgehangen. Es wird Stück für Stück etwas luftiger hier im Zimmer.


Donnerstag:

Morgens früh ging's zusammen mit meinem Mann mit dem Zug nach Berlin. Dort wurde in der alten Wohnung noch ein bißchen geschrubbt und dann die Wohnung abgegeben. Eine Ära geht zuende! Sechs Jahre haben wir diese Wohnung gehabt, was für uns sehr lang ist.
Es ist sehr erleichternd zu wissen, dass dort jetzt keine Wohnung mehr ist, für die wir die Verantwortung haben. Wir können uns jetzt ganz der neuen Wohnung widmen.

Abends dann Vorspiel-Probe, analog im Probenraum. Es waren immerhin vier Personen da und wir haben sogar angefangen, auf der Bühne zu proben.
Ich habe das Gefühl, dass alle gerade noch Zeit brauchen, um wieder aus den letzten 1,5 Jahren herauszukommen. Der Lockdown hat die Lebensweisen verändert, den Rückzug gefördert und das Zuhause in den Mittelpunkt gestellt. Ich finde das sogar schön, einfach weil ich einen gemütlichen Abend zuhause auch sehr liebe. Aber das Zusammenkommen mit anderen Menschen ist dennoch wichtig. Und da muss zurzeit noch ein neuer Modus gefunden werden. Nicht bei allen, aber bei vielen Menschen.


Freitag:

Ein Tag frei. Und mit frei meine ich: richtig frei. Da ich keinen Laptop mit nach Berlin genommen habe, sitze ich hier nicht am Rechner, sondern kann abschalten, im Moment leben. Vormittags besuche ich meine Oma im Heim, gehe anschließend einkaufen und koche zuhause einen Eintopf für den abendlichen Spieleabend mit meiner Familie.
Dass ICH mal einen Spieleabend vorschlage, kommt eigentlich fast nie vor, weil ich Spieleabende hasse. Die einzigen, mit denen dann das ok ist, sind meine engsten Freunde und Angehörigen.

Wir haben ein Exit-Game gespielt, dafür tausend Stunden gebraucht, uns amüsiert, aber das Spiel für nicht so interessant und vor allen Dingen absolut null nachhaltig befunden. Man muss zum Spielen Spielmaterial zerschneiden und die ganze Spielpackung zerstören.


Samstag:

Erster Tag mit unserer neuen Ausbildungsgruppe bei der LAG. Tolle Truppe! Wir hatten unglaublich Glück mit dem Wetter. Wir waren den Großteil des Tages draußen und wurden von goldgelben Blättern beregnet. Ein Eichelhäher schrie bei meiner Ankunft und in den Pausen huschte ein Eichhörnchen vorbei.

Den Abend verbrachte ich dann bei meiner Freundin Eva, die direkt neben dem Ausbildungsort wohnt. Lustig war's und richtig schön!



Sonntag:

Wieder ein goldiger und überraschend warmer Herbsttag! Wir waren wieder die meiste Zeit draußen und hatten eine Menge Spaß. Auch die Ressourcen der Gruppe kamen heute zur Sprache und ich bin ganz fasziniert, was alle so mitbringen.

Ich habe viel nachgedacht wegen der hohen Indizenden, die gerade wieder rasant ansteigen, und unserer Ausbildung, die momentan als 1G-Veranstaltung ohne Abstand und ohne Masken stattfindet. Beziehungsweise eher nach eigenem Wohlfühlbedürfnis. Das haben wir den Teilnehmenden auch ausdrücklich gesagt, dass sie jederzeit auch den Wunsch äußern dürfen, dass alle Maske tragen.
Wie arbeitet ihr Kolleg*innen eigentlich gerade? Und wie geht's euch damit?

Nach einem Abendessen mit meiner Kollegin im Parkcafé ging es dann per Flixbus nach Rostock, wo ich prompt in die falsche Tram stieg. Aber Rostock ist ja zum Glück klein und ich lief ein bißchen durch die nächtliche Stadt, die SO LEER war!
Der Unterschied zu Berlin ist wirklich zum einen die Menschenmenge und das Tempo. Berlin ist VOLL und schnell. Rostock leer und entspannt.
Diesen Wechsel finde ich für meine Arbeit und die neue Arbeitsroutine total interessant. Hier fühlt es sich meist wie Urlaub an, aber in Berlin ist Arbeit und viel lebhafte Energie. Hier in Rostock arbeite ich natürlich auch, jedoch bisher nur online. Und das darf auch gern noch ein Weilchen so bleiben.

Halloween hätte ich gern ein bißchen mehr "gefeiert", nachdem letztes Jahr so ein cooler Halloween-Abend stattfand. Ich hatte immerhin ein Fledermaus-Klebetattoo und Kürbis-Ohrringe. Besser als nichts. Achja: und einen Gespenster-Keks!

Ich würde jetzt gern "Wochenende!" schreiben, und ja, wortwörtlich ist das auch das Ende der Woche. Nur beginnt morgen früh die nächste Woche und damit auch gleich Arbeit. Aber das ist total okay, ich gehe die neue Woche ganz entspannt an.


Sonntag, 24. Oktober 2021

Corona-Theatertagebuch – Woche 84


 

Montag: 

Ich bin zurzeit ein bißchen raus aus diesem "Arbeiten". Die Tage verschwimmen oft und ich habe noch kein Zeitgefühl gefunden für dieses neue Leben. Wenn ich aufstehe, geht es immer zuerst an den Hafen und danach überlegen wir, was wir an der Wohnung als nächsten Schritt machen können. Arbeitstermine habe ich gerade so selten, dass das zwischendurch komplett aus dem Fokus gerät. Ein interessantes Gefühl, das ich so gar nicht kenne bzw. schon sehr sehr lange nicht mehr erlebt habe.
Wir alle mussten ganz schön viele Veränderungen durchmachen die letzten anderthalb Jahre. Diese Wechsel der Arbeitsbedingungen und -orte haben zumindest mich ganz schön geschlaucht. Wenn man sich an die Online-Arbeit gewöhnt hatte, ging es analog wieder los und man musste erstmal wieder mit Menschengruppen klarkommen. Jetzt gerade muss ich mit der Situation Umzug klarkommen.:D

 
Dienstag:

Die Probe mit Nick fand wieder zwischen Kisten und Taschen mit Musik vom Plattenspieler statt. Vielleicht habe ich in einer Woche dann schon ein halbwegs eingerichtetes Arbeitszimmer. Wandfarbe habe ich schon gekauft, wenn auch nur einen Eimer. Mehr gab's halt nicht im Baumarkt. Eventuell bekomme ich morgen in einem anderen Baumarkt noch einen Eimer der gleichen Sorte. Wär ja fein.
Mittags kamen Mutter und Bruder in Rostock an und ich habe den Rest des Tages mit ihnen verbracht, was auch richtig schön war.

So langsam habe ich eine Vorahnung, wie sich hier ein neuer Alltag gestalten lässt. Das Zeitgefühl wird klarer. Immerhin bin ich jeden Abend neu überrascht, dass ich morgens schon am Hafen war. Ich hab das nachmittags meist wieder vergessen. Aber ich liebe dieses Morgenritual!

Gesundheitsminister Jens Spahn möchte die pandemische Lage gern auslaufen lassen in Deutschland. Mir kommt das verfrüht vor, immerhin haben wir noch immer eine relativ hohe Zahl an Infektionen. Und so komisch es klingt: Jetzt bin ich schon total an die ganzen Maßnahmen gewöhnt und die Maske ist an meinem Handgelenk festgewachsen. Wie sollte ich mich da so einfach davon trennen? Das wird nochmal eine Umstellung. Wie geht's euch damit?


Mittwoch:

Was ist denn jetzt mit den Corona-Maßnahmen? Weiß irgendwie grad auch nicht ...
Theaterspielen im analogen Rahmen ist auf jeden Fall ja jetzt schon eine ganze Weile möglich, wenn alle getestet, geimpft oder genesen sind. Bei den Vorspielern sind alle komplett geimpft, was ich super finde. Eine Berliner Kollegin startet bald einen neuen Kurs und bietet diesen nur für Geimpfte an. Finde ich passend und eine klare Aussage – auch wenn natürlich wieder jemand auf Facebook rumgemosert hat, dass das nicht demokratisch sei. Sie ist aber eine Unternehmerin, die für ihr eigenes Unternehmen entscheiden kann, welche Kund*innen sie bedient und welche nicht.
Bei unserer Ausbildung bei der LAG ist das schon schwieriger. Wobei da glaube ich auch alle geimpft sind. Zumindest waren es die Bewerber*innen bei der analogen Basiswerkstatt.
Wie arbeitet ihr grad? Habt ihr Regeln für euch selbst aufgestellt?

Der heutige Tag war voller Erlebnisse: morgens Hafen mit Weg zum Hotel meiner Familie, dann mit denen nach Warnemünde an den vollen Strand (Ferienzeit!) und ins Restaurant und an den offenen Bücherschrank im Kurpark. Dann wieder in die Stadt rein, abends Kurstermin mit meinem neuen Online-Basiskurs (Thema heute: Kreatives Schreiben) und im Anschluss Abend in einem anderen Restaurant mit der Familie ausklingen lassen.
Spät abends fuhr ich dann mit der Straßenbahn nach Hause und traf auf den letzten Metern meine Nachbarin Marie. Es ist immer richtig schön, mit einer Person im gleichen Haus zu wohnen, mit der man sich gut versteht. Das hatte ich noch nie, dass Bekannte so nah dran gewohnt haben (außer als Kind). By the way: Marie könnte noch eure Stützung gebrauchen. Vielleicht habt ihr Lust, hier für die Realschule Elsenfeld abzustimmen? Mit dem Preisgeld könnten Gastspieler*innen in die Schule geladen werden, z.B. Marie, die dort gerade eine Lesung gemacht und einen Film des Spoken Word Theaters gezeigt hat.  https://www.sparda-machts-moeglich.de/profile/staatliche-realschule-elsenfeld/


Donnerstag:

Kunsthalle Rostock stand heute auf dem Programm. Ich habe mir gleich eine Jahreskarte gekauft, damit ich mal regelmäßig Kunst angucke. Und ich mag die Ausstellungen dort sehr gern.
Generell muss ich sagen, dass ich in Rostock immer wieder fasziniert von der Freundlichkeit jeglichen Service-Personals bin. Als Berlinerin erschreckt einen das richtig, weil in Berlin fast alle pampig sind.

Nachmittags hab ich eher rumgedümpelt, aber gegen Abend genug Energie gehabt, die ganzen Kisten zu verräumen und so mein Zimmer für das Streichen vorzubereiten. Das erste Mal im Leben richte ich mir ein eigenes Homeoffice komplett nach meinen Wünschen ein. In den ersten Wohnungen hatten mein Mann und ich gemeinsame Arbeitszimmer und in der letzten Wohnung war das gemeinsame Zimmer zwar in den letzten 1-2 Jahren mein eigenes, aber da war schon klar, dass wir ausziehen werden und ich fand es dann unnötig noch so "monumentale" Änderungen wie eine neue Wandfarbe anzugehen.
Hier in Rostock ist es nun soweit. Und ich freue mich extrem darauf!

Vorspiel-Probe abends wieder auf Zoom. Ist grad schwierig mit Arbeit, Krankheit usw. in der Gruppe. Aber hey: Am Schluss waren 5 Leute da, und das ist schonmal ziemlich cool!

Wichtiger Artikel:
https://www.thisisjanewayne.com/news/2021/10/21/frankfurter-buchmesse-die-kaempfe-kaempfen-immer-dieselben/



Freitag:

In der letzten Woche habe ich einen eigenen Arbeitsplatz wirklich vermisst. Von Tag zu Tag mehr. Aber so langsam arbeite ich mich voran. Der erste Anstrich in meinem Arbeitszimmer ist fertig.

Samstag:

Zweiter Anstrich fertig und die ersten Sachen eingeräumt.



Sonntag:

Ich habe die Möbel im Arbeitszimmer aufgestellt. Daneben gefühlt tausend Umzugskisten. Hab erstmal die meisten Bücherkisten ausgepackt und bei der Gelegenheit gleich noch 32 Bücher aussortiert, von denen ich ein paar verschenke und den Rest in einen öffentlichen Bücherschrank bringe. Teilweise hatte ich sie nur wegen einer Szene oder einer Kurzgeschichte aufgehoben. Habe mir diese Seiten abfotografiert. Wichtigstes Ergebnis: jetzt habe ich einen Tisch und einen Stuhl, um daran zu arbeiten – wenn auch mit Kisten drumherum.
Die nächste Woche wird noch einmal voll, denn es geht von Mitte bis Ende der Woche wieder nach Berlin – zur Wohnungsübergabe und zum ersten LAG-Wochenende der neuen Grundlagenbildung.


Gedanklich bin ich momentan oft raus aus der Arbeit. Irgendwo anders, meist bei der Einrichtung, beim Streichen. Oder ich stehe einfach nur am Fenster und gucke Vögel an. Momentan ist auch die Zeit der Vogelzüge und hier kann ich wirklich viele beobachten.

Rostock ist generell voller Vögel. Ob Möwen, Schwäne, Kormorane, Enten, Gänse, Krähen, Blaumeisen, Dohlen, Elstern ... hier wird's für Vogelfans echt nicht langweilig.
Highlight der Woche: Krähen, Krähen und nochmals Krähen! Hier gibt es so viele (Nebel-, Raben- und Saatkrähen), die in großen Gruppen morgens und abends über die Dächer ziehen. Sie sind laut und großartig. Am Hafen nehmen sie auch manchmal eine Erdnuss und kommen dann auch etwas näher ran. Lektüre der Woche war demnach auch mein Krähen-Buch, das ich mir zum Geburtstag letzten Monat gekauft hatte.


Also ja, ich schweife wirklich ab im Kopf und erschrecke manchmal, wenn mir was arbeitsmäßiges einfällt, an das ich gar nicht gedacht hatte. Ich vergesse keine Termine – zum Glück! –, aber ich kreise nicht mehr dauernd mit den Gedanken um die Arbeit wie das in Berlin der Fall war.
Und das ist auch irgendwie richtig gut so.



Freitag, 15. Oktober 2021

Corona-Theatertagebuch – Woche 83


 

Montag: 

Ein Tag, an dem jetzt nicht allzuviel passiert ist. Morgendlicher Besuch am Hafen (unser neues Ritual), dann in der Wohnung "Tetris spielen" und Dinge in den Keller schaffen. Mittags Essen holen und abends Nils' und mein zweiter Fortbildungs-SNACK. Ich liebe dieses neue Format, das wir uns zu zweit erdacht haben. Kurz, knackig und voller praktisch anwendbarer Methoden und Übungen.
Einen Arbeitsplatz habe ich noch nicht, aber ich saß am Schreibtisch meines Mannes.







 
Dienstag:

Mit Nick fand die Probe heute per Handy in meinem mit Kisten und Taschen vollgestellten zukünftigen Arbeitszimmer statt. Kreatives Schreiben stand auf dem Programm und wir haben viel gelacht. Auch der "Song des Tages" ist wieder da, dieses Mal per Schallplatte.
Ich liebe meine Arbeit immer dann besonders, wenn ich kreativ spontan neue Lösungen erdenken kann. Und genau das ist ja auch eine Fähigkeit, die durch das Theaterspiel und besonders die theaterpädagogische Arbeit bei den Teilnehmenden geschult wird. Je öfter ich mit ungewohnten Situationen umgehen muss, desto mehr beginne ich, mir selbst zu vertrauen und die Angst vor der Ungewissheit zu verlieren.

Abends ging es nach Berlin und an der Bushaltestelle am ZOB Rostock habe ich endlich eine Krähe mit einer Erdnuss füttern können. Ich feier das total!


Mittwoch:

Morgens früh aufgestanden und in die alte Wohnung gefahren. Schlüsselübergabe an Maler: Check! Sperrmüllabholung: Check! Weitergabe der alten Balkonmöbel an meine Freundin: Check! Küche und erste Türen geputzt: Check! Neue Hose gekauft: Check!

Abends fuhr ich zurück in den Norden Berlins, wo ich während meiner Berlin-Aufenthalte bei meiner Mutter wohne, und ging direkt vom Bahnhof aus auf einen Messenger-Spaziergang mit meinem neuen Online-Basiskurs. In einer Signal-Gruppe checkten alle per Selfe ein und dann gingen wir gemeinsam jede*r in seiner/ihrer eigenen Umgebung spazieren – ob in Berlin oder Aachen oder ...
Während des Spaziergangs sendete ich kleine Aufgaben in den Chat, z.B. Worte sammeln, Fotos machen, Geräusche aufnehmen. Es war irgendwann saukalt, aber ein richtig schöner Abend. Die Gruppe hat sich auf dieses ungewöhnliche Format eingelassen und wir haben viel Material gesammelt, dass bei den zukünftigen Proben genutzt werden soll. Und darauf freue ich mich jetzt schon!


Donnerstag:

Vormittags ging es zu meiner Oma ins Heim. Vielleicht einer unserer letzten Besuche ...

Nachmittags dann wieder in die Wohnung, wieder putzen. Diesmal mit tatkräftiger Unterstützung meiner Freundin Carmen, die mir auch extrem schöne Geburtstagsgeschenke mitgebracht hat, die ihr hier im Blog bestimmt noch zu sehen bekommt.
Zwischendurch ein 20-Kilo-Paket Katzenfutter, das ich idiotischer Weise aus Versehen nach Berlin habe liefern lassen, zum Paketshop geschleppt, um es nach Rostock zu schicken.

Abends dann analoge Probe mit den Vorspielern. Da nur zwei Leute Zeit hatten, war es ein gemütlicher Termin im Restaurant gegenüber des Probenraums, aber nicht ohne lustige, technische Ideen für die Inszenierung.

Manchmal erschrecke ich über mich selbst, dass ich für Momente Corona vergesse. Das Ohne-Maske-drinnen-Sein passiert jetzt immer häufiger. Aber es gibt dann dennoch immer noch Situationen, wo ich mich ohne Maske dann doch unwohl fühle – im Flixbus, im Kino, im ÖPNV.

Das Putzen und viele Herumfahren in Berlin erschöpfen mich total. Abends schlafe ich ein wie ein Stein.


Freitag:

Heimweg nach Rostock. Klingt noch etwas komisch, wenn man das so schreibt. Die Busfahrt war dieses Mal wunderbar. Ich habe unzählige Kraniche gesehen, einen Raubvogel (Bussard oder Habicht, ich weiß es nicht), eventuell einen Raben im Flug (das wäre unglaublich!), Rehe, Kühe, Krähen und einen großen Schwarm kleiner Zugvögel. Diese Fülle an Natureindrücken hat mich richtig überwältigt und staunen lassen. Dazu habe ich Folgen vom "Gut zu Vögeln"-Podcast gehört:
https://open.spotify.com/show/7GAKLARXiDgFm8dwNYZsf4


Bei meiner Ankunft holte mein Mann mich am ZOB ab und wir waren in einem wunderschönen Restaurant.  Nach einem abendlichen Hafenspaziergang bin ich sehr müde und erledigt und spüre jeden Knochen.

Zeit für's Wochenende!