Montag, 10. Dezember 2018

Ausstellung "Ödön von Horváth und das Theater" – Theatermuseum Wien



Vor einigen Jahren machte ich im Rahmen meiner theaterpädagogischen Ausbildung einen Sommer lang Theaterpraktika in Wien. Eine Woche verbrachte ich in einem kleinen Theater und betreute Kinder bei einer Theater-Freizeit. An einem der Tage stand ein Besuch im Theatermuseum Wien auf dem Plan und das war unser erstes Date.

Jahre später folgte das zweite Date mit dem Theatermuseum. Und dieses Jahr das dritte. Ihr seht, die Beziehung zwischen mir und dem Theatermuseum Wien bahnt sich zu einer festeren Sache an.
Aber es passt auch einfach gut zwischen uns. Wir haben gleiche Interessen und ich lerne viel in dieser Beziehung. Ich werde zum Staunen und zum Lachen gebracht und verliebe mich jedes Mal neu.


Unser neuestes Date fand im Rahmen der Ausstellung "Ödön von Horváth und das Theater" statt. Den Namen hatte ich schon gehört, aber ich hatte nie ein Stück von Horváth gelesen oder auf der Bühne gesehen. Schon Wochen vor der Reise hatte ich mir deshalb bei ebay gebrauchte Bücher mit Horváth-Stücken bestellt und bereits zwei davon gelesen. Sie gefielen mir und ich war angefixt. Ja, ich MUSSTe die Ausstellung besuchen. Das dritte Buch nahm ich mir mit auf die Reise nach Wien.

Wie immer war die Ausstellung wunderschön gestaltet. Das Theatermuseum überrascht mich immer wieder mit seinen fantasievollen Ausstellungskonzepten, mit der Inszenierung der Objekte und der absolut genialen Raumgestaltung. Die Ausstellungsräume der Sonderausstellungen sind an sich schon Bühnenbilder voller Requisiten, die einen in eine andere Welt treten lassen.


Im Foyer gibt es anhand von Fotos und Briefen einen ersten Kurzeinstieg in Ödön von Horváths Biografie, quasi als Basis für die Reise in seine Literatur.
Im Innenhof wurde eine Luftschaukel aufgebaut, als Remineszenz an sein Theaterstück "Kasimir und Karoline", das im ersten Ausstellungsraum genauer vorgestellt wurde. Und da sind wir auch schon bei dem Konzept der Ausstellung. Drei seiner Stücke wurden exemplarisch herausgepickt und in jeweils einem passend gestalteten Ausstellungsraum erläutert, mit Hintergrundinfos unterfüttert und angrenzenden Themen aus Horváths Leben bereichert.

"Kasimir und Karoline" spielt auf dem Wiener Prater, einem großen Rummel. Der Ausstellungsraum wurde passend mit Lichtern, Bänken, Holzverschlägen und – ja, wirklich! – einem halben Kettenkarussell ausgestattet. Sogar mit passender Geräuschkulisse und der Möglichkeit per Kopfhörern verschiedene Textausschnitte zu hören.


Der zweite, kleinere Ausstellungsraum bildet eine Metzgerei ab, wie sie in "Geschichten aus dem Wiener Wald" vorkommt. Eine geniale Idee und auch vom Licht her wunderbar kühl beleuchtet.






Der letzte Raum ist ein Wirtshaus, in dem ordentlich randaliert wurde. Scherben von Bierkrügen, abgerissene Dekoration und umgekippte Bierbänke machten das Durchlaufen des Raumes schwierig und interessant zugleich. Tolles Detail: die Bierkrüge und Bierdeckel wurden mit Zitaten bedruckt.
Als Stückvorlage diente "Italienische Nacht", das übrigens gerade in der Schaubühne Berlin gezeigt wird. Ich habe es noch nicht gesehen, aber es steht auf meiner "Guck-Liste".





Und mein Fazit? Ich bin Horváth-Fan geworden, definitiv. Ich mag seinen Schreibstil, unaufgeregt gesellschaftskritisch (eigentlich hasse ich dieses Wort, aber es passt so gut), witzig, mit absolut österreichischem Humor, der oft heftig und boshaft ist und immer mit einer Vorliebe für das Thema Tod jongliert.
Übrigens hat sich mein aktueller Gruppendrang-Kurs gerade für ein Stück entschieden – und es ist "Hin und Her" von Horváth! Und ja, der Stückvorschlag kam von mir ... hehe.


Übrigens sind auch die Dauerausstellungen sehr schön. Ich bin überall einmal durchgeflitzt, denn ich habe sie bei meinen vorherigen Besuchen schon gesehen. Besonders entzückend ist eine Sammlung feiner Marionettenfiguren, mit denen wohl auch ab und zu kleine Stücke gespielt werden. Hier der Raum, in dem sie ausgestellt sind:







Das Theatermuseum und ich, wir werden noch weitere Dates haben. Vielleicht nicht nächstes Jahr, aber doch immer wieder. Da bin ich mir sicher.

Solltet ihr mal in Wien sein und Lust auf einen Museumsbesuch haben, wisst ihr jetzt, wo ihr hin müsst. Und gebt dem Theatermuseum einen dicken Kuss von mir!


Montag, 3. Dezember 2018

So wirst du der perfekte Zuschauer! – 8 Tipps





Es ist Theatersaison und Theaterinteressierte im ganzen Land sitzen eingequetscht zwischen vielen anderen Menschen in großen und kleinen Sälen. Auch und gerade in Amateurtheater-Aufführungen.
Manchmal voller Freude, manchmal eher aus Pflichtgefühl, manchmal überrascht, manchmal gelangweilt.

Im Amateurtheater habe ich viel Kontakt zu den Zuschauern, spreche mit einigen Besuchern, stehe als Darstellerin selbst auf der Bühne und sitze als Regie selbst im Publikum und als Technik noch ein Stückchen weiter hinten.
So konnte ich über die Jahre positive und weniger positive Erfahrungen mit Zuschauern sammeln und habe mal extra für euch eine To-Do-Liste erstellt, wie ihr der perfekte Zuschauer werdet. Denn die lieben wir Theaterleute! ;)

Als kleiner Anstups, den Amateurtheaterbesuch für dich selbst schöner und gewinnbringender zu gestalten – und für die Schauspieler natürlich auch.


1. Sei pünktlich!

Es gilt nicht nur für Bewerbungsgespräche, sondern auch bei Veranstaltungen: seid pünktlich! Nicht nur, weil ihr dann die Schauspieler nicht mitten im 1. Akt stört, sondern weil ihr euch sonst selbst die Chance nehmt, entspannt und offen in die Inszenierung zu gehen.
Wenn ihr 15 bis 30 Minuten vor Beginn der Aufführung da seid, könnt ihr euch noch mit eurer Begleitung austauschen, die Toilette aufsuchen, ein Getränk zu euch nehmen und einen schönen Platz im Saal suchen. Euer Kopf schaltet bereits in den Theatermodus um und ist bereit, die Geschichte aufzunehmen, die euch gleich auf der Bühne präsentiert wird.


2. Setz dich nach vorn!

Gerade, wenn die Zuschauerzahl eher überaschaubar ist, tendieren alle dazu, sich in die mittleren und hinteren Reihen zu setzen. Die erste Reihe wird sowieso meist wie die Pest gemieden. Manche können von hinten besser sehen, andere haben einfach gern den Überblick.
Aber oft steckt die Angst dahinter, Teil der Inszenierung zu werden, in irgendeiner Form mitmachen zu müssen. Keine Sorge, das ist nur extrem selten der Fall. Ein mitdenkendes und gutes Theaterteam wird Zuschauer niemals bloßstellen oder vorführen.
Also traut euch! Der Vorteil der ersten Reihe ist ein ganz gewaltiger: ihr könnt unmittelbar an der Geschichte teilnehmen ohne von anderen Zuschauern abgelenkt zu werden. Ihr seht jede Regung im Gesicht der Schauspieler, seid zum Anfassen nah dabei. Das ermöglicht euch ein ganz besonders tiefes Eintauchen ins Bühnengeschehen.
Und gut zu wissen: für die Schauspieler ist es enorm wichtig, dass die vordersten Reihen voll besetzt sind, denn die hinteren sehen sie durch die Scheinwerfer gar nicht. Sind die vorderen Reihen leer, wirkt es, als wäre überhaupt kein Zuschauer da.


3. Zeig Emotionen!

Wenn du etwas lustig findest, dann lache! Egal, ob du der einzige im Raum bist. Wenn du begeistert bist, dann johle oder klatsche zwischendurch. Wenn du erschrickst, dann zeig es ruhig. Und wenn dich etwas rührt, dann darfst du weinen. Wenn du dich ärgerst, dann mecker einfach. Wenn es dir nicht gefällt, darfst du jederzeit gehen.
Je mehr Reaktionen die Schauspieler aus dem Publikum hören und spüren, desto leichter fällt das Spiel auf der Bühne. Das gilt natürlich vor allem für positive Reaktionen wie Lachen, Applaus und Jubeln. Wenn ihr eure Freunde auf der Bühne unterstützen wollt, dann fiebert einfach eifrig mit und zeigt ihnen, wenn es euch gefällt (aber nur, wenn das wirklich der Fall ist!).
Ich verspreche euch: ihr werdet durch kraftvolles und unterhaltsames Spiel belohnt! Denn je mehr ihr euch traut, desto mehr trauen sich die Schauspieler. Für ihr Spiel brauchen sie nämlich die Energie aus dem Publikum.


5. Bleib entspannt!

Beim Amateurtheater läuft nicht immer alles wie am Schnürchen. Oft beginnt die Vorstellung verspätet, mal sind die Pausen länger als angekündigt, mal spricht ein Schauspieler zu leise, mal geht auf der Bühne etwas schief, mal vergisst jemand seinen Text.
Da sind alles nur Menschen, die kein Geld dafür kriegen und ihr ganzes Herzblut in die Aufführung stecken. Dein kritisches Auge ist für uns wichtig, aber dass alles so perfekt läuft wie am Stadttheater, ist eher unwahrscheinlich.
Wenn du dem ganzen Geschehen entspannt gegenüber stehst, kannst du innerlich auch einfach drüber lachen, wenn etwas schiefläuft.


6. Sei freundlich und höflich!

Vermutlich bist du hier, weil ein Freund oder Familienmitglied auftritt. Also hast du schon mal eine positive Verbindung zur Gruppe. Also ist Freundlichkeit eigentlich selbstverständlich, oder? Sei freundlich und höflich zu den Schauspielern, dem Theaterpersonal und deinen Mit-Zuschauern. Natürlich so lange die auch alle freundlich zu dir sind, ist klar, ne?
Achso: bitte schalte dein Handy aus, wenn du den Zuschauerraum betrittst und bitte stelle weder deine Füße noch deine Getränke auf dem Bühnenrand ab! Thanks!


7. Gib Feedback! 

Auch Amateurtheater hat einen künstlerischen Anspruch (oder zumindest einen Anspruch an den Unterhaltungswert) und die Spieler freuen sich über konstruktive Kritik.
Das wichtigste ist aber: Sag deine Meinung nur, wenn du auch danach gefragt wirst!
Besonders nach einer Premiere ist die Stimmung sehr euphorisch und die Spieler sind dadurch auch sehr verletzlich. Wenn du jemandem jetzt ungefragt deine negativen Eindrücke vor den Latz knallst, macht ihn das ganz schön fertig. Also immer warten, ob du auch wirklich nach der Meinung gefragt wirst.
Ist es etwas wirklich dringendes, was für das Wohlergehen aller Zuschauer wichtig ist und unbedingt bis zur nächsten Aufführung geändert werden sollte, kann und muss es natürlich gesagt werden, auch ungefragt.
Falls du dir unsicher bist, was du denn nun überhaupt sagen sollst oder darfst, lies mal in diesen Artikel rein:
https://theaterberlin.blogspot.com/2017/08/ehrlichkeit-blogreihe-wertekatalog.html


8. Erzähl davon!

Amateurtheater lebt (auch) von Empfehlungen. Erzähle doch bitte weiter, ob und wie es dir gefallen hat. Poste etwas in den sozialen Medien (ein Bild auf Facebook, ein Zitat auf Twitter ...) und mache somit ein bißchen Werbung für die Gruppe! Schreib einen Blogartikel oder berichte in deinem Podcast. Oder lade dir sogar welche von den Mitspielern für ein Interview ein, wenn es dich absolut umgehauen hat.
Erzähle Freunden und Familie davon und bringe beim nächsten Mal doch einfach noch jemanden mit. Wir freuen uns!

Donnerstag, 29. November 2018

#monthlyfavourites – November-Lieblinge



Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im November! 




Zum Arbeiten & Urlauben

Neuer Kurs, neue Notizbücher. Dieses Mal wie immer eine ganz schlichte Variante und dazu passende Stifte. Die Gruppe bekommt die Bücher erst heute Abend, also pssst ...

 

Zum Aufhübschen

Diesen Monat habe ich mal wieder meinen Dinoschmuck ausgekramt und oft getragen. Die Ohrringe waren glaube ich mal von SIX, die Kette habe ich bei Kleiderkreisel gefunden. Ähnliche Exemplare müsstet ihr dort noch finden.

In letzter Zeit musste ich ein paar schon sehr kaputte Schlafanzüge entsorgen und drei neue Exemplare sind jetzt in meinem Schrank. Diesen hier finde ich besonders schön, sowohl von der lockeren Passform her als auch wegen des Glitzers. Ein glitzernder Schlafanzug! Wie geil ist das bitte?

Auch beautymäßig durfte es diesen Monat glitzern. Die Supernova-Palette von BH-Cosmetics habe ich schon eine Weile, aber diesen Monat war sie im Dauereinsatz.
Die beiden kleinen Tuben mit "Eye paint" von Revlon sind ganz neu, ich habe sie in der "Grabbel-Kiste" im Rossmann entdeckt. Die beiden Farben sind sehr edel und vielfältig einsetzbar und die Haltbarkeit dieser Creme-Lidschatten überraschend gut, sogar bei meinen Schlupflidern.
Auch drei neue Nagellacke wohnen jetzt bei mir, aus einer Limited Edition von trend it up.




Zum Lesen

Ich habe zwar ein Stück von Henrik Ibsen gelesen, aber es war jetzt nicht superduper herausragend. Letzten Monat gab es die allerletzte Ausgabe von Sweet Paul, was mich sehr traurig macht. Nach und nach werden alle meine Lieblingszeitschriften eingestampft (bei Teesorten ist es das gleiche). Deshalb liegt diese wirklich schöne Ausgabe immer in der Küche zum Herumblättern bereit. Zwei Rezepte habe ich schon nachgebacken und das Apfelbrot gehört ab jetzt zu meinen absoluten Kuchenfavoriten.



Zum Essen

Nach meinen beiden Kurztrips war ich erst einmal krank und deshalb sind Em-eukal-Hustenbonbons gefühlt meine Hauptnahrung des Monats gewesen.
Vorher war ich auf dem Dominostein-Trip. Hier der letzte seiner Art.



Zum Stöbern

Wie immer ein paar tolle Artikel, die mich diesen Monat begeistert haben:




Zum Hören

Auf meiner Hamburg-Reise habe ich das Hörbuch "Magical Mystery" von Sven Regener gehört und liebe es abgöttisch. Wirklich. Der erste Teil "Herr Lehmann" ist mein Lieblingsbuch und ich mochte auch die Nachfolgebücher sehr, sehr gern. Aber "Magical Mystery" hat mich nochmal auf eine besondere Weise berührt, weil mir Karl von seiner Art her erstaunlich nahe war.
Wenn ihr auch reinhören wollt – das Hörbuch gibt's auf audible:
https://www.audible.de/pd/Magical-Mystery-oder-Die-Rueckkehr-des-Karl-Schmidt-Hoerbuch/B076SNYYYX




Zum Anschauen

DOCTOR WHO IS IN THE HOUSE!!! Eine neue Staffel mit einem neuen Doctor ist seit letztem Monat am Start und es ist einfach nur gut.
Hier der Trailer zur Staffel: https://www.youtube.com/watch?v=XCt6f1Ttmy4
Und hier ein Ausschnitt aus der Folge "The Witchfinders", in der Alan Cumming unglaublich grandios King James spielt: https://www.youtube.com/watch?v=9pKmrnw0IDg

Narcos Staffel 4 ist  geil – natürlich!
https://www.youtube.com/watch?v=VBLcYJ7C4F0

Und auf Netflix gibt es Staffel 10 von RuPauls Drag Race. Statt Trailer gibt es hier mal die erste Viertelstunde mit der Vorstellung aller Queens:
https://www.youtube.com/watch?v=Dba-DTESqp8

Montag, 26. November 2018

#theatreDIY - Steampunk-Lampe



Eine meiner liebsten Kategorien auf diesem Blog sind die #theatreDIYs. Ich liebe es, mit meinen Händen zu arbeiten und Theaterutensilien zu basteln.

Für den zweiten Teil meiner Meeres-Trilogie – "Nehab" – brauchte ich Steampunk-Elemente als Kostümteile und Requisiten. Da ich in der Trilogie viel mit farbigem Licht arbeite, kam mir die Idee, eine Art Unterwasserlaterne zu entwickeln, die direkt von der Nautilus sein könnte.
Auf ebay fand ich die perfekte Basis in Form von LED-Campingleuchten, die ich nur noch umgestalten musste.

Ihr braucht:
  • eine LED-Campingleuchte (z.B. von ebay)
  • Metallic Lack in altgold oder messingfarben (oder was auch immer euch am besten gefällt)
  • gelbe, transparente Klebefolie (z.B. von ebay)
  • Kreppband (ich empfehle tesa)
  • Lineal
  • Bleistift
  • Schere (oder Cutter + Schneideunterlage)







Schritt 1:

Zuerst zerlegst du die Lampe in so viele Einzelteile wie möglich und entnimmst die Batterien. Dann klebst du sorgfältig alle Teile ab, die NICHT eingefärbt werden sollen. In meinem Fall waren es die beiden Metallbügel, denn ich wollte verhindern, dass sie an den beweglichen Stellen verkleben.

Wichtig vor dem Besprühen: die Lampe muss unbedingt geschlossen sein!





Schritt 2:

Such dir einen großen Karton, ein Stück Zeitung oder eine andere Unterlage und einen trockenen Platz weit weg von anderen Menschen (Garage, Balkon, Innenhof ...), breite die Einzelteile mit der zu besprühenden Seite nach oben bzw. außen auf der Unterlage aus und sprühe alles in einer dünnen (!) Schicht mit dem Goldlack ein. Lasse die Schicht mind. 30 min trocknen und sprühe dann noch 2-3 weitere dünne Schichten auf, immer mit Trockenzeit dazwischen. Haben deine Einzelteile die gewünschte Optik lasse sie komplett trocknen (Angaben zur Trockenzeit findest du auf der Sprühdose).
Danach sollte deine Lampe ungefähr so aussehen:









Schritt 3:

Jetzt soll das kalte Licht geändert werden. Dafür bekleben wir den transparenten Teil der Lampe, in dem die LEDs sitzen mit der gelben Klebefolie. Bei meinem Lampenmodell ist der transparente Teil durch vier Trennstege unterteilt. Öffne die Lampe und miss aus, wie groß die Klebefolienstücke sein müssen, die du zum Bekleben brauchst.



Schritt 4:
Markiere dir auf der Klebefolie Rechtecke in der entsprechenden Größe und schneide sie aus.






Schritt 5:

Löse erst den oberen Teil der Folie und lass die dünne Schutzfolie unten noch dran. Beginne mit dem Ankleben am oberen Ende der Lampe und drücke die Folie immer zuerst in der Mitte fest und streiche mit den Fingerkuppen langsam nach außen. Auf diese Weise kannst du Luftblasen vermeiden. Sollten doch Luftblasen entstehen, kannst du die Folie jederzeit wieder ablösen und neu ankleben.

Achtung: am unteren Ende wird es bei meinem Lampenmodell tricky. Mit einem spitzen Bleistift habe ich den unteren geschwungenen Rand der Lampe auf der Folie markiert und die Folienstücke entsprechend abgeschnitten. Da müsst ihr ein bißchen rumprobieren, wie es am besten passt.





Fertig! So sollte deine Laterne jetzt aussehen:








Zum Vergleich noch einmal die ursprüngliche und die bearbeitete Lampe nebeneinander. Das Licht ist jetzt grünlich-gelb statt kalt-weiß und hat diesen Unterwasser-Steampunk-Flair. I love it!



Freitag, 23. November 2018

Theatertagebuch #9



Eine neue Woche, ein neues Theatertagebuch.


Freitag:

Letzte Woche gab es kein Theatertagebuch, denn ich saß im Zug in Richtung Köln, wo ich abends den Workshop "Machtspielchen auf Augenhöhe?" für intrinsify gab.
Die drei Stunden waren sehr witzig und für die Teilnehmer – denke ich – erhellend. Wir haben viele Erfahrungen aus dem Alltag ausgetauscht und das Statusverhalten von Frauen und Männern stand immer mal wieder im Mittelpunkt. So endete der Abend mit einer Art Aufruf zu mehr Emanzipation, aber vor allem zu mehr Freude und Ausprobierlust am Ausreizen eigener und fremder Grenzen.

In meinem Kopf spielt so ein bißchen der Gedanke, im Blog mehr über Status zu schreiben. Habt ihr da Interesse dran? Und wenn ja, was wollt ihr wissen? Soll der Fokus auf der Körpersprache liegen oder auf der Stimme? Oder wollt ihr einfach Status-Stories lesen? Oder, oder, oder ...?


Montag:

Montagabend kam ich von meiner kleinen Reise zurück, denn nach Köln ging es direkt an die Mosel zur Schwiegerfamilie. Die Rückreise war anstrengend und abends wurde dann nicht mehr gearbeitet.



Dienstag:

Der erste Arbeitstag der Woche und ich hatte sofort das Gefühl, dass mir ein Tag fehlt. Da ich montags meist im Homeoffice starte, war es ungewohnt, erst einmal nach Tegel zu meinem Schauspielschüler Nick zu fahren.
Der Rest des Tages war entspannt und ich wuselte mich so langsam in die Woche rein.



Mittwoch:

Nach einem Homeoffice-Vormittag stand am Nachmittag ein besonderes Event an: Barbara Fischer hat für ihr neues Netzwerk "Barbara Fischer & Friends" ihre Friends zu einem Planungstreffen eingeladen. Mit Barbara sind wir ein Kernteam von fünf Leuten, die das Netzwerk mehr ausbauen wollen.
Wir haben alle unsere Kompetenzen und Interessen gesammelt und gucken die nächsten Wochen, welche Kooperationsmöglichkeiten uns einfallen, um daraus interessante Angebotspakete zu schnüren.
Auch die Blogbeiträge und Facebookinhalte wurden geplant und ab Januar etwa werdet ihr mehr erfahren.
Das Netzwerk ist für alle Unternehmer und Selbständigen offen. Einmal im Monat (jeder letzte Freitag) findet ein Treffen im Kant-Café in Wilmersdorf statt. Die Teilnahme kostet eine Aufwandsentschädigung von 5 € und ansonsten bezahlt ihr das, was ihr vor Ort konsumiert (oder auch nicht konsumiert).
Es gibt am Anfang immer einen Kurzvortrag (auch ihr könnt einen halten!) und im Anschluss wird in ausgelosten Paaren gequatscht und genetzwerkt. Die Paare wechseln danach noch ein oder zwei mal und dann klingt das Treffen aus.
Also wenn ihr Lust habt, neue Menschen kennenzulernen ohne steifes Business-Getue, dann kommt gern vorbei! Klick!

Abends war wieder Probe der Gruppe "Einigermaßen ansehnlich". Die haben jetzt übrigens auch eine Facebookseite: Klick!
Zum ersten Mal wurde eine Szene geprobt und alle sind sehr wild dabei. Das Regie-Team und die Spieler müssen sich noch ein bißchen eingrooven, aber zu dritt ist es auch gar nicht einfach. Ich bin gespannt auf die erste lange Extraprobe am Samstag.




Donnerstag:

Der volle Donnerstag. Nach dem Yoga waren Mails etc. dran und am späten Nachmittag war wieder Termin meines aktuellen Feierabendkurses.
Es wurden Stückvorschläge eingebracht und es ist eine ganz schöne Sammlung zusammengekommen. Nächste Woche wird in alle Leseproben reingelesen und eine Favoritenauswahl getroffen.
Wenn wir es schaffen, fällt die Stückwahl dann eine Woche später. Uiuiuiuiuiuiiiii ...



Freitag:

Ein ganzer Tag Homeoffice. Ursprünglich war heute Hoffice mit meiner Freundin geplant, aber sie ist leider krank.
Mein Posteingang muss mal abgearbeitet werden, mein Soloprojekt soll ein Logo bekommen und da steht ja auch noch das Plakat der Vorspieler auf dem Plan ... Also genug zu tun an diesem etwas grauen, bedeckten Tag.

Was sind eure liebsten Tätigkeiten im Homeoffice? Und gibt es Aufgaben, die ihr hasst?

Mittwoch, 14. November 2018

#theaterunterwegs – Meine Geschäftsreisen-Essentials

 

Wie ich in meinem Theatertagebuch beschrieben habe, bin ich eigenlich kein großer Fan von Geschäftsreisen. Aber manchmal ist das Thema toll oder die Gelegenheit so passend, dass ich mich doch entschließe, auf Reisen zu gehen. Zwei Kurztrips habe ich dieses Jahr schon hinter mir, der dritte steht nun nächsten Freitag an.

Weil ich es selbst immer interessant finde zu sehen, was andere Menschen so alles mit auf Reisen nehmen und welche Materialien sie für ihre Arbeit nutzen, habe ich beim Packen der Reisetasche mal ein Foto von meinen wichtigsten Utensilien für eine Geschäftsreise gemacht.

Folgende Dinge habe ich mit im Gepäck:

  • Flyer
    Man weiß nie, wem man begegnet auf Reisen. Also habe ich immer ein paar meiner Flyer (oder Visitenkarten) mit im Gepäck. Auch für die Teilnehmer des Workshops oder Seminars, das ich gebe, ist es super, wenn ich bei Interesse einfach einen Flyer mit meinen Website-Adressen rausgeben kann.
  • Notizbuch & Stifte
    Für Kooperationen habe ich ein eigenes Notizbuch, in dem ich den Workshopablauf plane und notiere. Das ist natürlich mit am Start. Stifte gehören selbstverständlich dazu.
  • Handy, Ladekabel & Powerbank
    Unterwegs in fremden Städten leistet mir das Handy perfekte Dienste als Stadtplan und tatsächlich ausnahmsweise mal als Telefon für den Kontakt mit meinen Kooperationspartnern. Zudem kann ich so auch von unterwegs meine Mails checken.
  • dicke Socken & Poncho
    In Bus oder Zug wird mir schnell kalt, besonders an den Füßen und den Schultern. Also habe ich immer dicke Socken dabei, so dass ich meine Schuhe ausziehen und meine Füße in Wärme baden kann. Der Poncho ist quasi meine Decke für unterwegs.
  • Lesestoff
    Abends in der Unterkunft oder unterwegs lese ich gern ein bißchen. Was würde sich da besser eignen als ein Reclam-Buch. Klein, leicht und nicht zu umfangreich.
  • privates Notizbüchlein
    Für Gedanken und Ideen, die nichts mit dem Workshop zu tun haben, den ich vor Ort gebe, habe ich immer noch ein schmales Extra-Notizbuch dabei.
  • Hörbücher
    Im Bus wird mir beim Lesen und beim ständigen Auf's-Handy-Gucken übel, deshalb bevorzuge ich an Unterhaltung alles, was ich hören kann – am liebsten Hörbücher & Musik. Ich habe zwei kleine iPod Shuffle, die mich auf Reisen begleiten (einer mit Musik, einer mit Hörbüchern), dazu natürlich Kopfhörer, mal kleine Ohrstöpsel, mal große Bügelkopfhörer – je nach Laune.
  • Wasser & Proviant
    An Apple a day keeps the doctor away. Deshalb habe ich auch immer welche im Reisegepäck. Dazu gern Schokolade oder Kekse und unbedingt Chips irgendwelcher Art, denn die sind das einzige, was mir bei Übelkeit im Bus hilft. Wasser ist natürlich immer am Start.
  • Häkelzeug
    Ich mache ja gern Dinge mit den Händen und es gibt kaum etwas tolleres als die Kombination aus Hörbuch und Häkeln. Ein Wollknäuel, eine Häkelnadel und eine kleine Schere sind auch so leicht, dass sie das Gepäck nicht unnötig beschweren.
  • Einkaufsbeutel
    Ein zusammenfaltbarer Einkaufsbeutel ist immer dabei,  falls ich auf Reisen im Supermarkt einkaufen will oder etwas shoppe, was auf der Rückfahrt nicht mehr in die Reisetasche passt.
Hinzu kommen Kleidung, Pyjama und Kosmetik.

Und ihr so? Seid ihr gern auf Geschäftsreise? Was habt ihr immer dabei?

Freitag, 9. November 2018

Theatertagebuch #8



Eine neue Woche, ein neues Theatertagebuch.


Montag:

Nach dem Hamburg-Trip war ich Montag sehr lustlos und etwas kränkelnd. Aber der Impro-Morgen im Meeet war dran mit einem Thema, auf das ich mich eigentlich freute: Objekttheater. Ich schnappt mir also meine Tüte voller Gegenstände und machte mich auf zum Meeet, dass zum Glück nur ein 15 min zu Fuß entfernt ist.
Leider waren nur zwei Teilnehmer vor Ort und erst ab vier Teilnehmern ist so ein Workshops eigentlich möglich. Manchmal lasse ich mich auch bei drei Teilnehmern breitschlagen oder mache dann nur eine statt zwei Stunden. Aber zwei Leute waren leider einfach zu wenig. Ich sagte den Workshop ab und vertröstete die Teilnehmer auf den 10. Dezember, an dem ich zum letzten Mal den Impro-Morgen im Meeet leite. Aber ich werde dann auch wieder meine Gegenstände im Gepäck haben und mit euch Objekttheater spielen. Also kommt vorbei!

Auf Arbeit hatte ich danach erst recht keine Lust und verlagerte das Homeoffice leicht kränkelnd und sehr halbherzig ins Bett.



Dienstag:

Vormittags war ich wieder beim Privatunterricht und wir beschäftigten uns in dieser Stunde mit den Basisemotionen des Menschens und wie sie in der Mimik erkennbar sind. Welche Muskeln im Gesicht spannen sich an, was machen Augen, Augenbrauen Mund und Kinn? Das Thema hatte ich auch bei meinem Körpersprache-Seminar in Hamburg und ich merke, dass es zu den absoluten Schauspiel-Basics gehört, die ich öfter in meine Arbeit einbauten sollte.

Der Rest des Tages gehörte wieder dem Homeoffice im Bett und ich schickte das obige Selfie als Einladungsfoto an meine Kontakte herum. Denn dort oben seht ihr mich als Captain "Nehab", meiner neuen Rolle aus meinem zweiten Teil der der Meeres-Trilogie. Am 15. Dezember ist es nun soweit, da werde ich bei Theater à la carte auftreten.



Mittwoch:

Auch heute bevorzugte ich noch das Bett, auch wenn ich eigentlich gar nicht mehr kränklich war. Aber es ist so gemütlich und manchmal habe ich solche Phasen, auch wenn mein Rücken es mir wirklich nicht dankt.
In meinem neuen Feierabendkurs sagten drei Teilnehmer ab und ich ruderte, um spontan noch Interessenten von der Warteliste einzuladen. Die berüchtigte Krise, die ich auf meiner Gruppendrang-Website zu jeder Gruppe notiere, ist bei dieser Gruppe also schon ganz am Anfang.
Wenn ihr noch auf der Suche nach einem tollen Abendevent seid: ein neuer Blogartikel mit einer Veranstaltungsempfehlung ging ebenfalls online, Klick!



Donnerstag:

Es wurde Zeit, mal wieder aus der Betthölle aufzustehen, auch wenn wie gerufen Periodenschmerzen am Start waren. Aber zum Glück hatte ich eine Wärmflasche und für meine Kurse am Abend Livia.
Im Laufe des Tages gab es noch eine vierte Absage, aber dafür bei der Probe des Feierabendkurses neue Interessenten, von denen zumindest eine Person direkt zusagte.
Die Vorspiel-Probe fand in kleiner Besetzung statt, aber wir spielten den ganzen 4. Akt der aktuellen Inszenierung und auch kleine Szenen mit Musik. So langsam wird es ernst, denn in 12 Wochen finden die Aufführungen statt.
Als ich nach den Proben noch einmal meine Mails checkte, hatte ich die fünfte Absage für den Feierabendkurs im Posteingang. Die dieses Mal auf den ersten vier Absagen gründete, da sich nun die Gruppenzusammensetzung geändert hatte. Und ich kann es verstehen. Man kommt in eine Gruppe, weil man sich dort wohlfühlt und mit den anderen Teilnehmern gut versteht. Wenn diese dann doch nicht teilnehmen und stattdessen neue Menschen dazukommen, mit denen man nicht so viele Gemeinsamkeiten hat, ändert sich die ganze Gruppencharakter und dann passt es evt. nicht mehr für einen selbst.
Es wird also noch ein bißchen dauern, bis die neue Gruppe komplett ist. Dennoch werden wir gemeinsam schon in die Stücksuche starten.

Wie geht ihr mit solchen Situationen um? Macht es euch fertig, wenn so viele Absagen kommen? Ich merke bei mir, dass es mich immer ein wenig "auslaugt", wegen der vielen Kommunikation, die dann nötig ist, wegen des Wartens auf die Antworten von neuen Interessenten, der Extra-Organisation. Emotional bin ich aber in der Regel recht entspannt, weil mein Optimismus immer sagt: "Ich finde schon eine Lösung!".



Freitag:

Ein ganzer Tag Homeoffice ... das ist schon fast wie Wochenende. Der Plan für heute: Blogartikel vorbereiten und wieder ein bißchen mit den Händen arbeiten.

Ich wünsche euch einen guten Wochenausklang!

Mittwoch, 7. November 2018

"CIRCA'S PEEPSHOW" - Chamaeleon Variete Berlin

Foto / Bildquelle: www.chamaeleonberlin.com



Es ist schon Jahre her, dass ich das letzte Mal im Zirkus war ... irgendwann als Kind oder Jugendliche. Neben dem klassischen Zirkus war ich auch einmal im Leben im Cirque de Soleil und dann vor einigen Jahren mal bei der Langen Nacht der Theater bei einer kleinen Show in der Artistenschule Berlin.
Obwohl es mir manchmal schwerfällt, bei akrobatischen Kunststücken hinzuschauen (Nervenkitzel ist nicht so meins), finde ich Artistik immer wieder faszinierend.
Sie hat eine ganz eigene Ästhetik und haut einen aus den Socken.

Zum Geburtstag schenkte mir mein Vater einen gemeinsamen Besuch im Chamaeleon Berlin, in dem gerade die Gruppe CIRCA gastiert.
Das Theater ist hübsch, wenn auch die Sitzsituation an 4er-Tischen etwas ungünstig ist, denn alle Zuschauer sitzen zu ebener Erde und wenn jemand größeres vor dir sitzt ... ihr wisst, was ich meine.

Dennoch war ich total gespannt und hatte vorher auch gar nicht recherchiert oder Bilder angeguckt, weil ich mich komplett überraschen lassen wollte.

Und es war wunderbar! Absolut wunderbar!
Das Ensemble ist unglaublich bezaubernd und charmant, sie bauen sofort einen tollen Kontakt zum Publikum auf und man möchte am liebsten mit ihnen befreundet sein. Das schaffen sie nur durch ihre Blicke und ihre Präsenz, ganz ohne Worte.
Die Akrobatik ist schön, sehr ästhetisch und manchmal atemberaubend.
Besonders gefallen hat mir das Bühnenbild, bestehend aus einem silbernen Glitzervorhang und einem riesigen Neonschriftzug, der öfter mal die Farbe wechselte oder nur einzelne Buchstaben beleuchtet ließ.
Auch die simplen Kostüme, die anfangs an Cabaret und später an einen Clubabend erinnerten, waren genial.
Alles in allem ein Abend, der mich mitgerissen und in eine ganze neue Welt entführt hat, die ich persönlich schon ewig nicht mehr auf der Bühne gesehen habe.
Wenn auch ihr Lust habt: bis ca. Februar gastiert die Gruppe CIRCA noch mit ihrer Show im Chamaeleon. Es lohnt sich!

Hier findet ihr einen ganz wunderbaren Trailer:

https://www.youtube.com/watch?v=xVCSIrFSucQ