Freitag, 21. September 2018

Theatertagebuch #2



Eine neue Woche, ein neues Theatertagebuch.


Montag:

Dinge, die leider auch manchmal sein müssen: Zahnarzt.
Das erste Mal sind meine Zähne in Ordnung und es muss nichts gemacht werden. Ich glaub es selbst kaum. Erfolgserlebnis des Tages!
Danach Homeoffice.


Dienstag:

Wieder mal Privatunterricht in Tegel. Statt der geplanten Friedbald/Gerlinde-Szene, die wir gemeinsam schreiben wollten, switchen wir spontan um zu einem improvisierten Monolog.
Und das ist wirklich schöner Aspekt meines Berufs: man muss sich nicht sklavisch an Pläne halten, sondern kann (und sollte!) – je nach Stimmung und aktuellen Bedürfnissen – spontan umdisponieren.

Am Nachmittag hatte ich Besuch von Stefan Peters, den ich beim Business Netzwerken kennengelernt habe. Er geht nicht nur als als Trainer in Firmen, sondern spielt in seiner Freizeit auch Improtheater.
Wir haben uns viel über tolle Themen ausgetauscht, über die Arbeit mit Gruppen, über Status und Tabus und ich konnte wahnsinnig viele neue Inspirationen mitnehmen.
Besonders das Thema "Tabus" hat mich gereizt. Was sind für uns persönlich Tabus? Was würden wir nie sagen oder machen? Und sind die Tabus im privaten Bereich die gleichen wie auf der Bühne?
Was sind eure Tabus? Als Spieler?
Und als Zuschauer? Was wollt ihr auf keinen Fall auf der Bühne sehen?
Ein Thema, das unglaublich individuell ist und in jeder Gruppe neu verhandelt werden muss.

Man findet nicht so oft Kollegen, mit denen man sich lebhaft austauschen kann, da bin ich sehr dankbar für. Danke für deinen Besuch!

Abends durfte ich mal wieder Zuschauer sein, und zwar im Deutschen Theater bei "Solaris". Es war wirklich wunderschön und genau MEINE Art von Theater. Hier habe ich darüber geschrieben und ich kann alles immer noch genauso unterstreichen.
Aber nicht nur das Theaterstück an sich war schön, sondern der ganze Abend. Mal wieder ganz allein unterwegs sein, allein zu einer Veranstaltung gehen. Ich liebe das!


Mittwoch:

Morgens Home Office, Mittagessen mit der Family und nachmittags gings mit einer guten Freundin in die EVA-Lichtspiele zum "Alten deutschen Film". Schon seit ein paar Jahren bin ich großer Fan der Filmreihe, die immer mittwochnachmittags ein ganzes Kino mit Menschen fortgeschrittenen Alters füllt, die dann immer eifrig über die Schauspieler fachsimpeln. Es wird stets ein Ton-Film aus den 20er-50er Jahren gezeigt. Für mich gilt dabei: je älter der Film, desto toller. Die Kriegs- und Nachkriegsfilme sind mir meist zu konservativ und sexistisch, während die Filme der 20er und 30er erstaunlich modern und fortschrittlich sind.
Leider war es diesmal "Das Wirtshaus im Spessart" von 1957 und naja ... man kann es sich vorstellen. Aber immerhin habe ich diesen Film nun auch endlich mal gesehen. Und Liselotte Pulver ist immer toll!
Hier findet ihr übrigens das Kino und stets den Film für die nächste Woche: http://www.eva-lichtspiele.de/

Abends bei der Probe der Gruppendrang-Gruppe Einigermaßen ansehnlich haben wir endlich das Stück "Alice im Wunderland" zu Ende gelesen. Es kristallisieren sich schon jetzt einige sehr witzige Szenen und Ideen heraus, auf die ich mich schon freue. Die Gruppe hat bis jetzt sehr viel Arbeit geleistet, dafür sind wir die letzten Wochen aber nicht zum Spielen gekommen. Nächste Woche wird zwei Stunden lang mal nur improvisiert und gespielt.
Wie ich gestern schon geschrieben habe, ist das schöne am Beruf, dass man mit dem Flow gehen kann. Aber das ist auch gar nicht so einfach. Mit jedem Kurs gucke ich neu, welche Vorgehensweise für die Gruppe die beste ist, wo das Interesse gerade hingeht und was die aktuellen Wünsche sind. Manchmal gelingt mir das gut, manchmal nicht so. Momentan switcht es immer hin und her und ich bin sehr gespannt auf die nächsten Wochen und den Einstieg in die richtige Rollenarbeit und Probenphase.



Donnerstag:

Nach Yoga und Home Office waren abends wieder die Vorspieler dran. Ich nutzte die Gelegenheit, noch ein letztes Mal vor der Vorspiel-Probe essen zu gehen, denn ab Oktober wird donnerstags der Feierabendkurs stattfinden.
Die abendliche Probe war komplett den Tanzszenen gewidmet, die wir dieses Mal in die Inszenierung einbauen wollen. Wir haben gelacht und geschwitzt und gelacht und geschwitzt und gelacht und geschwitzt. Und waren dabei dennoch erstaunlich produktiv. Eine sehr gute Probe!



Freitag:

Den ganzen Tag Home Office und abends seit Ewigkeiten mal wieder mein Theater Meet Up!
Vor ein paar Jahren habe ich es bedauert, wenig Austausch mit Kollegen zu haben. Ich hatte das Gefühl, ich bin mit meinem Kursangebot allein auf weiter Flur. Was geschäftsmäßig natürlich nicht schlecht ist (Nische und so), aber ich hatte eben auch keine Kollegen, die ich hätte empfehlen können oder mit denen ich mich hätte austauschen können.
Also dachte ich, dass ich doch mal ein Theater Meet Up starten könnte. Und zwar nicht nur für Theaterpädagogen, sondern für alle aus dem Amateurtheaterbereich. Denn kostenpflichtige Kurse sind ja nicht die einzige Möglichkeit, Amateurtheater zu machen. Es gibt auch Vereine und andere etablierte Gruppen ohne professionelle Leitung oder mit wechselnder Leitung oder Amateurspieler, die sich in kleinen Mini-Grüppchen zusammenschließen und auf eigene Faust Stücke machen (wie meine "Genossenschaft"). Seit ein paar Jahren veranstalte ich nun dieses Meet Up. Anfangs vierteljährlich, aber da blieben mir irgendwann die Teilnehmer aus.
Seit einer Weile nur noch halbjährlich und seitdem läuft es wieder besser und es sind meist so um die 10 bis 15 Leute dabei. Ich bin gespannt, wie viele es heute sind ... Aufregung!

Mittwoch, 19. September 2018

"Solaris" - Deutsches Theater Berlin

Foto: Arno Declair, Bildquelle: https://www.deutschestheater.de/


"Wir brauchen keine anderen Welten, wir brauchen Spiegel!"

Was soll ich sagen? Science Fiction auf der Bühne!
Und es ist so gut wie es klingt!

Aber mal ganz langsam. Als Freundin von Science Fiction MUSSTE ich "Solaris" im Deutschen Theater Berlin gucken, sobald ich es im Programmheft entdeckte und die ersten Bilder sah. Die Bühne und die Kostüme haben mich umgehauen. Ich wusste schon vorher, dass es mir gefallen wird und war gespannt, ob a) ich die Story verstehe und b) bei der Umsetzung überrascht werde.
Beides war der Fall (Applaus an dieser Stelle!) und besonders die Umsetzung hat mein Theaterherz höher schlagen lassen.
Ich liebe Requisiten und Handwerk und simple Theaterformen. Wenn ich ins Theater gehe, möchte ich handwerklich tolle Ideen sehen, die direkt vor meinen Augen stattfinden.
Und genau das hat dieses Stück überzeugend geliefert und mich damit komplett in seinen Bann gezogen.
Der besondere Theaterzauber entsteht in dieser Inszenierung immer dann, wenn sie an den Grenzen der Theatermöglichkeiten kratzt und eigene Lösungen findet, wie hologrammartige Computerbildschirme im Raum, die nur durch die Bewegungen der Schauspieler und eine passende Soundkulisse vor dem geistigen Auge entstehen ohne in echt sichtbar zu sein. Wenn die Saaltür zugehalten wird und die Klinke plötzlich hoch und runter klackert und wie eine Sequenz aus einem Horrorfilm wirkt. Wenn eine junge Frau plötzlich mit "Monsterstimme" spricht, indem jemand anderes die Stimme macht und sie nur den Mund bewegt. Wenn nach einer Explosion ein Pfeifton erklingt stumm gesprochen wird, um zu zeigen, dass das Gehör gestört ist. Wenn Plastikschläuche, Schweißerbrillen und ein Discman eingesetzt werden und alles irgendwie Sinn macht. Wenn am Schluss plötzlich Objekttheater eingebaut wird.

Die Inszenierung schafft es, Gags und stimmungsvolle Momente miteinander zu verbinden.
Immer wieder habe ich mich selbst dabei ertappt, wie ich mit offenem Mund einfach nur staunend da saß. Und wenn Theater das schafft – dann ist der Theaterzauber gelungen.

Freitag, 14. September 2018

Theatertagebuch #1



Los geht's mit einer neuen Blogreihe: dem Theatertagebuch.

Beim Netzwerken werde ich oft gefragt, was ich in meinem Beruf eigentlich genau mache und ich denke, es ist Zeit, mal etwas ausführlicher zu erzählen, wie ich als Theaterpädagogin die Woche über so arbeite.

Nach dem #wertekatalog und den #freitagsgedanken werde ich also nun jeden Freitag von meiner Theaterarbeit berichten – von Proben, Aufführungen, Workshops, Fortbildungen, Gedanken, Erlebnissen und Erkenntnissen.


Montag:

Einmal pro Monat bin ich montagmorgens im Coworking Space Meeet West und leite dort den "Impromorgen", einen zweistündigen Impro-Workshop für jeden, der montags um 10 Uhr Zeit und Bock für Impro hat.
Das Thema diesmal "Impro ohne Worte". Wie immer war ich ca. 15 Minuten vor Beginn da, aber dieses Mal noch keine Teilnehmer. Und erschreckt stellte die Mitarbeiterin vom Meeet fest, dass gar kein Raum reserviert wurde und auch keiner frei war. Mistikack. Also ging es wieder nach Hause, zum Glück nur 15 Minuten Laufweg entfernt.
Was macht man mit so einem angefangenen Tag, der nicht so abläuft wie geplant? Erstmal Home Office ...
Nachmittags telefonierte ich mit einem Xing-Kontakt. Eine Frau hatte mich angeschrieben und wollte mich und meine Arbeit kennenlernen – ob wir mal telefonieren könnten.
Tjaaaaa ... Telefonieren und ich ... das ist immer so eine Sache. Ich telefoniere ja äußerst ungern mit fremden Menschen, das kostet mich immer Überwindung. Aber hey, Überwindung gehört zum Leben dazu. Es war ein angenehmes und fröhliches Gespräch und wir tauschten uns über unsere Arbeit aus, fanden Schnittstellen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten.
Dabei kam das Thema auf eine Sache, die für mich immer wieder sehr interessant ist: Wie stehe ich zu reinen Frauengruppen? Female Empowerment und weitere Schlagwörter fallen mir da ein und meist geht es dabei darum, dass Frauen sich untereinander stärken. Ich weiß, dass viele Frauen sich in reinen Frauengruppen viel leichter öffnen und mehr "sie selbst" sind (was auch immer das heißt ... aber das ist ein anderes Thema). Sie fühlen sich unter Frauen geborgener, geschützter und mutiger.
Ich nicht.
Das liegt daran, dass mir die Geschlechtertrennung immer Unbehagen bereitet. Ich möchte nicht nach Geschlecht trennen. Ich sehe uns alle in erster Linie als Menschen und ich finde, Menschen können mit Menschen wunderbar zusammenarbeiten, unabhängig vom Geschlecht. Oder eben auch überhaupt nicht miteinander klarkommen, unabhängig vom Geschlecht. Hier habe ich schon einmal darüber geschrieben: "Ich bin kein Sexist, aber ..."

Wie geht es euch damit? Wie steht ihr zu geschlechtergetrennten Gruppen?

Weil ich mich mit der Trennung nicht anfreunden kann, meide ich geschlechtergetrennte Gruppen. Ich gehe nicht (mehr) zu reinen Frauennetzwerken, nicht zu "Mädelsabenden", nicht zu Frauen-Gesprächsrunden. Ich leite auch keine Frauen-Theatergruppen (es sei denn, es ergibt sich zufällig, weil sich keine Männer anmelden).
Aber nur weil ich das nicht mache, heißt es nicht, dass es nicht wichtig ist. Das ist es sehr wohl!
Es braucht (noch?) den Raum für die Geschlechter, unter ihresgleichen zu sein. Das merke ich immer wieder, in Gesprächen mit Frauen und Männern.
Vermutlich bin ich in meinem Kopf wie immer viel zu weit weg in einer weit in der Zukunft liegenden Fantasiewelt. Aber das ist okay, man kennt mich dort.
Mir ist bewusst, dass wir das nicht einfach so erreichen. Vielleicht auch nie ...

P.S.: "Impro ohne Worte" gibt's dann nächsten Monat, am 08.10. im Meeet West.


Dienstag:

Dienstag war Fun-Tag! Dienstags bin ich meist in Tegel und gebe dort eine Stunde privaten Theaterunterricht. Dieses Mal waren es sogar zwei Stunden am Stück und wir nutzten die Zeit, um raus an den Tegeler See zu gehen.
Man kann nämlich auch draußen unter Menschen super Theaterspielen. Sogar so, dass es wenig auffällt. Zuerst gab's eine kleine theoretische Mini-Einführung ins Unsichtbare Theater. Mein Plan war nicht, ein Stück in der Öffentlichkeit zu spielen, sondern kleine Übungen zu machen. Wir liefen nebeneinander durch die Fußgängerzone und gaben uns gegenseitig Anweisungen wie wir laufen, z.B. humpelnd, wie ein Rentner, besonders gerade mit durchgestrecktem Rücken.
Dann wechselten wir zu Betonungen und Sprechweisen, z.B. grinsend, traurig, ernst.
Vor einem Schild blieben wir stehen und lasen die Anweisungen für die Besucher der Promenade wie eine Trauerrede bei einer Beerdigung.
Am Wasser machten wir dann ein paar Videoaufnahmen, denn mein Schüler überlegt, sich bei der Plattform Rollenfang zu bewerben.
Auf dem Rückweg wurde wieder improvisiert (vornehme Sprechweise!) und es entstand ein lustiges Gespräch zwischen dem Ehepaar Friedbald und Gerlinde. Und zack war der Entschluss da: zu den beiden Figuren schreiben wir gemeinsam eine Szene.
Es war so schön, die Entwicklung zu sehen, die in den letzten Monaten gemacht wurde. Jetzt bin ich gespannt auf alle weiteren Schritte, die noch kommen.

Nachmittags traf ich mich mit Lydia von Büronymus. Wir haben uns schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen und dementsprechend lange gequatscht. Es ist mir immer wieder ein Vergnügen mit ihr. Ich hoffe, dass wir bald mal gemeinsam etwas starten, egal ob Theaterstück, Workshop, Ausstellung etc.
Wer ihren Blog noch nicht kennt: husch rüber und lesen! Sie hat mich auch mal interviewt:
"Auf der Arbeit darf man nicht spielen"
Und es gibt ein Interview mit ihr auf meinem Blog:
"Die Arbeitswelt ist völlig anders als die Welt da draußen"


Mittwoch:

Tagsüber Hoffice mit meiner Freundin Carmen und abends Gruppendrang-Probe.
Mittwochabends findet immer der Gruppendrang-Abendkurs statt. Der aktuelle Kurs startete Anfang Juli und seitdem treffen sich die Teilnehmer jeden Mittwochabend unter meiner Leitung, um gemeinsam ein Stück zu erarbeiten.
Am Kursanfang machen wir viele Theaterübungen und -spiele und dann wird es immer etwas orga-lastig: ein Stück muss ausgewählt werden, Teams werden gebildet (für Regie, Dramaturgie, Kostüm, Bühnenbild, PR ...), Aufführungsort und Termine müssen gefunden werden sowie ein passender Gruppenname. All das hat die Gruppe erstaunlich schnell in den ersten Wochen erledigt, doch dann hingen wir etwas fest.
Als Stück wurde "Alice im Wunderland" ausgewählt, das viel Spielraum bietet. Nicht nur für Albernheiten auf der Bühne, sondern auch für die Interpretation. Und bei 12 Teilnehmern ist es gar nicht so einfach sich zu einigen, was denn nun beim Publikum rüberkommen soll.
Wollen wir eine Botschaft in das Stück packen?
Soll das Stück modernisiert werden?
Wenn ja, wie?
Es prallten verschiedene Meinungen aufeinander und so eine richtige Lösung war noch nicht gefunden.
Ich wollte eigentlich nach Plan vorgehen und erstmal das Stück komplett gemeinsam lesen, um danach zu entscheiden, wie es weitergeht. Aber die letzten Proben merkte ich, dass das wohl diesmal keine gute Vorgehensweise ist. Immer wieder kamen Diskussionen zum Thema Interpretation und Botschaft auf und deshalb haben wir am Mittwoch das Thema zu Ende diskutiert und Lösungen gefunden. Welche es sind, verrate ich nicht, ich will ja nichts spoilern.
Aber es war ein sehr befriedigendes Gefühl – ich glaube für alle –, am Ende der Probe diesen Streitpunkt gelöst zu haben. 

By the way: Die Gruppe heißt "Einigermaßen ansehnlich" und die Aufführungen sind am 01./02. und 22./23. März 2019!


Donnerstag:

Bald wird der Donnerstag mein vollster Tag der Woche, denn ab Oktober startet der Feierabendkurs. Ab da werde ich dann vormittags brav zum Yoga gehen, am späten Nachmittag den Feierabendkurs und direkt danach die Vorspieler-Proben leiten.
Also habe ich es diese Woche genossen, dass es noch nicht soweit ist und nach dem Yoga nachmittags entspannt rumgedümpelt.
Die Probe der Gruppe Vorspiel (meine langjährige Theatergruppe, in der ich Regie und Orga mache) fand dieses Mal in sehr kleiner Runde statt, es waren nur 4 Leute da. Dafür sind wir gut vorangekommen und haben eine Szene ganz neu und fertig einstudiert, eine andere zu Ende ausgearbeitet. Und natürlich wie fast immer: Text gekürzt.
Ich liebe ja Textkürzungen, besonders wenn sie sehr großzügig sind. Es gibt kaum ein befriedigenderes Gefühl als einfach eine halbe oder ganze Seite durchzustreichen. Yes!


Freitag:

Hey, endlich mal wieder ein Freitag ohne Termin. Zeit für Home-Office und den ersten Eintrag des Theatertagebuchs!

Freitag, 31. August 2018

#freitagsgedanken – Zum letzten Mal


Zum letzten Mal

Ein Jahr lang habe ich die #freitagsgedanken geschrieben.
Nachdem der #wertekatalog letztes Jahr zu Ende ging, wollte ich ein neues Thema für den freitäglichen Blogartikel finden. Die #freitagsgedanken waren da perfekt, weil sie auf einmal ganz offen waren, ohne Themenvorgabe. Die ersten Monate war das großartig, ich konnte über vieles schreiben, was im #wertekatalog keinen Platz hatte.
Aber wie das so ist, mit der Kreativität: ohne Einschränkung erlahmt sie.

Ein Jahr ist deshalb für mich die perfekte Länge und die #freitagsgedanken sind mit diesem Post abgeschlossen.
Es hat Spaß gemacht, in den eigenen Gedanken zu kramen, auch mal viel mehr persönliches zu schreiben.
Den allermeisten Spaß hatte ich aber an der Gestaltung der Titelbilder, die mir durch die offene Form eine riesige Freiheit bot. (Fast) jeden Freitag in Photoshop und Illustrator herumzubasteln ... das war wunderbar!

Ich habe noch einmal durch alle #freitagsgedanken gestöbert, das letzte Jahr vorbeifliegen lassen und möchte hier meine liebsten Posts mit euch teilen:

Zeitfresser Social Media


"Es waren die produktivsten neun Tage seit langer Zeit.
Am Anfang war es noch ungewohnt. Ich erschrak, wenn ich morgens nach dem Abrufen der Mails automatisch Facebook im Browser öffnete. Zum Glück hatte ich mich zu Beginn der Woche ausgeloggt. Immerhin eine kleine Barriere, die mich immer wieder erkennen ließ, was ich da gerade gemacht habe.
Nach ein paar Tagen war dieser Impuls weg."


Fehler & Status




"Denn es ist doch eigentlich so, dass wir alle Dinge tun, die mal klappen und mal nicht. Das ist normal, das ist natürlich, das nennt man Entwicklung. Und es ist vor allen Dingen enorm wichtig, dass Dinge schief laufen – für alle Beteiligten. Denn nur so kann eine Veränderung stattfinden, nur so können Bedürfnisse erkannt und kommuniziert werden."



Freunde? Muss nicht sein.


"Für mich ist das wichtigste: a good team gets shit done!
Man arbeitet in einem Team, um ein Ergebnis zu erzielen, ein Projekt auf die Beine zu stellen, gemeinsam etwas umzusetzen. Wenn dabei ein gutes Ergebnis rauskommt, ist das auf jeden Fall schon mal mindestens die halbe Miete.
Wenn am Schluss dann auch noch alle am Leben gelieben sind und nicht die Hälfte des Teams flöten gegangen ist, umso besser."



Auffangbecken


"Aber die eigentliche Arbeit und der eigentliche Gewinn für meine Spieler ist meine Funktion als Auffangbecken. Als Schwamm für all die Stimmungen, für die Missverständnisse, für Unzufriedenheiten, für Spaß, für Albernheiten, für Trauer, für Angst und für Verzweiflung.
Ich fange all das auf und gebe all dem Platz. All die Emotionen gehören zum Menschsein dazu und Theater bietet den Raum, die Maske des Alltags abzulegen und sich fallenzulassen."



Schaffensdrang


"Und mit der Ruhe kam der Schaffensdrang. Der taucht immer dann auf, wenn ich Zeit habe, richtig Zeit zum Denken.
Mein Schaffensdrang begleitet mich seit meiner Kindheit, mal mehr, mal weniger stark. Neben meiner Arbeit, die ich liebe, in der ich aber bei den Projekten immer nur dabei bin, immer als Coach helfe und gemeinsam mit einer ganzen Gruppe ein Projekt erarbeite, brauche ich noch zusätzlich Projekte, in denen ich mich künstlerisch austoben kann."


Eine andere Welt


"Ich saß im Bad auf den schwarzen Fliesen, an die mit silber-glitzernden Minikacheln besetzte Wand gelehnt, und weinte.
Es tat gut und ich war dankbar für dieses kleine, kühle Reich, das ich als Rückzugsort hatte, dieses blaue Zimmer mit der hellblauen Satinbettwäsche, die mir jede Nacht vom Körper rutschte.
Ich hatte diese Welt liebgewonnen, sie war für kurze Zeit mein Zuhause geworden."



Komfortzone


"Ein Schauspieler soll auf der Bühne oder im Film das menschliche Handeln und die menschliche Emotionswelt so realistisch wie möglich darstellen.
Der erste Gedanke ist, dass er diese Empfindungen einfach sehr gut spielt.
Aber ganz so einfach ist es nicht. Um eine Emotion wirklich ergreifend rüberbringen zu können, reicht bloßes Spiel nicht aus. Der Schauspieler erlebt diese Emotionen."



Was ist Theater?


"Dennoch hadere ich damit, einen Satz mit "Für mich ist Theater ..." zu beginnen. Denn Theater ist ein so unglaublich allgemeiner Begriff, dass alle möglichen Formen der Darstellung auf der Bühne mit hineingezählt werden können: Sprechtheater, Improvisation, Tanz, Gesang, Pantomime, Varieté, Revue, Schwank, Regietheater, Playbacktheater, Onlinebühnen, Figurentheater, Objekttheater, Drag ... die Liste ist lang und wird noch länger werden."



Meine Ängste und ich


"Panik macht sich in mir breit. Ich gucke sie entsetzt an und sage: "Äh, das geht nicht."
Sie fragt warum und ich sage, dass ich zuviel Angst davor habe und dachte, dass ein Pricktest gemacht wird. Sie meint, mit einer Blutabnahme UND Pricktest hat man ein genaueres Ergebnis.
Ich denke: "Maaaaaan, weißt du, wieviel Überwindung es mich gekostet hat, überhaupt hierher zu kommen? Ich hatte einen Fanfarenzug und Konfetti dafür erwartet! Und ein genaues Ergebnis ist mir doch wurscht, ich will nur wissen, ob Birke und/oder Gräser!!!!'" "




Es war mir ein Fest mit euch und den #freitagsgedanken und ich freue mich auf die nächste Woche, in der ein neues Kapitel startet: Das Theatertagebuch.
Stay tuned!

Mittwoch, 29. August 2018

#monthlyfavourites – August-Lieblinge



Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im August! 




Zum Arbeiten & Urlauben


Auch im August habe ich eine Facebook-freie Urlaubswoche gehabt. So richtig Urlaub war es dann doch nicht, weil Steuerkram dazwischen kam, aber dennoch habe ich zumindest neue Materialien ausprobiert. Vor einer Weile habe ich zum ersten Mal Illustrationen für den Geschichtenband meiner Freundin Katja gemacht. Es waren Collagen aus bunten Papieren und Tuschezeichnungen. Die alten Federn, mit denen ich arbeitete, waren schon ganz schön am Ächzen, deshalb habe ich für die Arbeit einen neuen Federkasten besorgt und nun zum ersten Mal ganz viele verschiedene Federn zur Auswahl, die ich auch alle schon ausprobiert habe. Auch meine Tinten-Farbpalette (bisher hatte ich nur Schwarz und Braun) hat sich erweitert um ein tiefes Blau und ein dunkles Grün.

 

Zum Aufhübschen


Endlich habe ich einen ewig schlummernden Traum umgesetzt: blaue Haare!
Da ich ein Abwechslungsjunkie bin, habe ich aber nur ein paar versteckte blaue Haarsträhnen ins Haar gezaubert, die man nur sieht, wenn ich den Scheitel auf der anderen Seite oder die Haare nach hinten trage. Leider waschen sich solche Farben recht schnell raus, aber ich habe ja eine riesige Tube, mit der ich ewig nachfärben kann. Ich glaube, ich habe sie bei Rossmann gefunden.

Ebenfalls neu ist diese kleine, feine Brosche mit Wal und Astronaut. Ja, das ergibt nicht wirklich Sinn (also bei Douglas Adams schon irgendwie ...), aber ich liebe sie. Gefunden habe ich dieses Kleinod auf Kleiderkreisel.

Auf den Lippen war diesen Monat mein Allrounder-Lippenstift "letter to the editor" von thebalm im Einsatz. Der goldige Ton passt zu frischen Sommeroutfits und riecht auch extrem lecker. Leider gibt es ihn nicht mehr im Sortiment, evt. könntet ihr bei ebay oder Kleiderkreisel fündig werden.




Zum Lesen

Ich komme voran mit dem Lesen. Kafkas "Amerika" habe ich diesen Monat beendet und anschließend "Honig" von Ian McEwan gelesen. Ich mochte die Story um eine junge Frau, die Anfang der 70er Jahre beim MI5 anfängt, richtig gern. Es liest sich leicht und unterhaltsam einfach so weg ... und hat am Schluss einen kleinen Twist.
Möchte jemand von den Berliner Lesern das Buch haben? Ihr könnt es euch gern abholen. Wenn es niemand möchte, wandert es in einen öffentlichen Bücherschrank.

Die letzte Ausgabe der "Cord" hatte ich mir extra aufgehoben und diesen Monat immer wieder darin gestöbert. Schade, dass es keine weiteren Ausgaben mehr geben wird.




Zum Essen

Letzten Monat habe ich ständig meine schwarze Keramik benutzt, diesen Monat waren die weiß-blauen Schalen mit Meeresmotiven meine absoluten Favoriten. Mit den Zeichnungen sind sie quasi das Herzstück meiner kleinen Kollektion.
Ich kann es kaum erwarten, wieder mal an der Drehscheibe zu sitzen und neue Stücke zu fertigen. Dann auch gerne mal etwas größere Teller und Schalen.




Zum Stöbern

Wie immer ein paar tolle Artikel, die mich diesen Monat begeistert haben:


Zum Hören

Diesen Monat habe ich es endlich geschafft, den Text für Teil 2 meiner Meeres-Trilogie fertig zu schreiben. Ich habe mir dafür zwei seeehr umfangreiche Klassiker als Inspiration gewählt und einer davon ist "Moby Dick", den ich noch immer als Hörbuch höre ... vermutlich sterbe ich bevor ich es geschafft habe, es zu Ende zu hören. Ihr findet es hier: Klick!



Zum Anschauen

Mein Mann arbeitet im Bereich 3D und Grafik und hat dieses geniale kleine Filmchen kreiert:
https://vimeo.com/285061921

Auf Netflix gibt es eine neue Staffel von "Au service de la france" ("Frankreich gegen den Rest der Welt"), eine komödiantische Serie über den französischen Geheimdienst in den 60er Jahren. Unbedingt im Original gucken (mit Untertiteln), es ist einfach göttlich!
Hier eine kleine Szene aus Staffel 1:
https://www.youtube.com/watch?v=gczkM8cL2hs&t=30s

Ebenfalls witzig und sehr informativ ist die BBC Dokureihe "Animals behaving badly":
https://www.bbc.co.uk/programmes/b0bc6gdp

Freitag, 17. August 2018

#freitagsgedanken – Zeit & Raum


Zeit & Raum

Letzte Woche wollte ich Urlaub machen. Also so für mich allein. Facebook-freie Zeit und viele Basteleien.
Das war ein guter Plan, wenn da nicht unerwarteter Steuerkram dazwischengekommen wäre, der uns fast verrückt gemacht hätte. Wir haben ewig rumgerechnet und endlich herausgefunden, was wir suchten.
Zudem war klar, dass ich beim Finanzamt anrufen muss. Wer mich kennt, weiß, dass ich Anrufe bei Ämtern / Institutionen und eigentlich generell bei fremden Menschen nicht so geil finde. Eher semigut. Also quasi scheiße. Nicht so schrecklich wie Nadeln im Körper, aber schon ziemlich schlimm.
Die Folge: ich machte mir die ganze "Urlaubs-"Woche hindurch Stress.
Und so richtig erholsam war die Woche dadurch nicht. Was aber gut war: ich wurde immerhin nicht durch Facebook abgelenkt. Und ich schaffte es, EINEN Stempel zu schnitzen: Klick.

Und so rückblickend denke ich: schafft man es überhaupt, für alle seine Bedürfnisse Raum und Zeit zu haben? Für wirklich alle? Irgendwie passt selten alles perfekt, meist muss man an irgendeiner Stelle Abstriche machen. Und sei es nur, weil die Temperaturen viel zu heiß sind, um den Lieblingskuchen zu backen.

Gestern abend saß ich mit meinem neuen Gruppendrang-Kurs zusammen und wir suchten gemeinsam das Stück aus. In der Brainstorming-Runde, in der es um Inszenierungsideen ging, kamen viele Ansätze zusammen, die sich teilweise widersprachen. Auch in den letzten Wochen hatten wir schon ähnliche Momente, da sagte einer der Spieler sehr schlau: "Ich glaube, wir schaffen es nicht, in dieser Gruppe etwas gesellschaftskritisch zu inszenieren, weil wir unsere politischen Ansichten sich nicht genau decken." Und er hat sowas von recht! Es geht dabei nicht um Unterschiede wie AfD vs. Die Linke. Selbst wenn sich alle eher auf einer Seite einordnen, gibt es dennoch in den Details Unterschiede. Manche sind viel kapitalismuskritischer als andere, einigen liegt Umweltschutz mehr am Herzen, anderen die LGBTQ-Rechte, manche finden Social Media super, andere superscheiße. Es gibt so wahnsinnig viele Unterschiede. Und in einer gemeinsamen Theaterarbeit mit begrenztem Zeitrahmen gibt es weder Zeit noch Raum all diese Unterschiede herauszufinden, zu erklären, zu diskutieren und daraus einen Konsens zu basteln.
Ich denke, das ist auch okay so. Es ist nicht der Fokus, der liegt in diesem Fall woanders. Aber im Hinterkopf, da sollten wir immer behalten, was noch so alles im Untergrund schlummert. Uns dessen gewahr sein, dass da Themen sind, für die gerade kein Raum ist. Und zumindest in unserem Kopf ein bißchen Raum dafür schaffen.

Auf der Bühne können wir hingegen mit Zeit und Raum ganz praktisch umgehen. Wir können Distanz wahren oder aneinander kleben. Wir können gemächlich spielen und superschnell. Durch diese Entscheidungen und die daraus entstehenden Bilder öffnen wir auf einmal Zeit und Raum – in den Köpfen der Zuschauer. Denn für diese gehen neue Welten auf, Stimmungen werden aufgefangen und Assoziationsketten in Gang gesetzt.
So können wir plötzlich durch die Beschränkung von Zeit und Raum eben diese vergrößern. Ein Paradox, nicht wahr?

Heute abend werden die Teilnehmer des Vorglühen-Workshops damit experimentieren, in verschiedensten Theaterübungen mit der Zeit und dem Raum, den sie haben, spielen – und so die eigene Wahrnehmung erweitern.

Mittwoch, 15. August 2018

Recap/Preview #13



Im Urlaub ...

... bin ich dann, wenn ich beschließe, auf Facebook zu verzichten. Im Juni gab es schon einmal eine Woche ohne Social Media, jetzt im August war eine weitere Woche dran.

Die freie Zeit nutze ich momentan immer mal häppchenweise, um am zweiten Teil der Meeres-Trilogie zu arbeiten. "Nehab" ist der Titel und es macht viel Spaß, die Texte dafür zusammenzustellen.

Als passende Urlaubslektüre habe ich für euch das neue Spielzeit-Magazin im Angebot! Ganz frisch und vollgepackt mit tollen Sachen findet ihr es hier:
https://www.sarah-bansemer.de/magazin






 Bei Workshops im Einsatz ...

... bin ich ebenfalls im August.
Am 17. August gibt es einen neuen Vorglühen-Workshop zum Thema "Zeit & Raum" und am 21. August geht's zu einem internen Status-Workshop bei der Stiftung Naturschutz. Ich bin schon sehr gespannt auf die beiden Termine. Für's Vorglühen sind auch noch Plätze frei!

Weitere tolle Themen warten auf euch in den nächsten Monaten:
28. September 2018 – "Machtspielchen", Status-Workshop
12. Oktober 2018 – Vorglühen: "Geräusche & Musik"
07. Dezember 2018 – Vorglühen: "Weihnachts-Special"
Alle Infos gibt´s auf http://theatergruppe-berlin.de


Theatergruppen-Alarm!
Der neue Gruppendrang-Kurs ist gestartet und geht in die 5. Runde! Uiuiui! Das Stück wird gerade ausgewählt und Inszenierungsideen gewälzt. Stay tuned!

Für alle, die sich mit anderen Theaterliebhabern vernetzen wollen, vielleicht noch Mitspieler für ihre eigene Gruppe suchen oder neue Projekte planen: beim nächsten Theater Meet Up am 21. September könnt ihr euch vernetzen!
Schaut mal hier: https://www.sarah-bansemer.de/kurseworkshops/meetup


Also dann: genießt den Spätsommer!

Montag, 13. August 2018

#theatreDIY – Einlass-Stempel schnitzen






Auf Veranstaltungen gibt es grundsätzlich zwei Varianten, um nachzuweisen, dass man Eintritt gezahlt hat und der Veranstaltung beiwohnen darf:
1. ein Ticket in Papierform oder digital
2. ein Stempel, meist auf die Hand oder den Arm gestempelt

Gerade im Amateurbereich bietet ein Einlass-Stempel gewisse Vorteile:

  • umweltfreundlich
  • günstig
  • kann nicht verloren gehen
  • Zugehörigkeitssymbol für die Zuschauer
  • kann schneller vorgezeigt werden als ein Ticket
Stempel kann man natürlich billig kaufen, aber ich finde es sehr reizvoll, selbst einen Stempel zu schnitzen. So kann man z.B. günstig das Gruppenlogo nutzen oder ein Motiv finden, das zur Inszenierung oder zum Thema des Abends passt.

In meinem Stamm-Theater werden Tickets genutzt und der Einlass wird vom Theater organisiert. Aber für meine neuen Solo-Stücke habe ich mir jetzt einen Einlass-Stempel gebastelt mit einem Motiv, das zu meinem Künstlernamen "Orangeplaty" passt: ein Platy-Fisch.

Ihr wollt auch loslegen? Das braucht ihr:


1. Materialien:

  • Stempelgummi (oder einfach ein flacher Radiergummi)
  • Bleistift
  • Stempelholz oder ein Holzwürfel
  • starker Bastelkleber (Achtung: Sekundenkleber ist NICHT geeignet!)
  • Linolschnitt-Werkzeug


2. Zuerst muss ein Motiv her. Du kannst direkt auf den Stempel zeichnen oder erst mal auf einem Blatt Papier üben. Wichtig: wenn du auf dem Stempel zeichnest, muss das Motiv spiegelverkehrt sein! (das kann besonders bei Schriftzügen sonst nach hinten losgehen ...).
Ich habe mir eine Skizze gemacht, orientiert an Fotos aus dem Netz.



3.
Schneide dir mit dem Skalpell des Linolschnittwerkzeugs aus dem Stempelgummi ein Stück heraus, das auf dein Stempelholz oder deinen Holzwürfel passt. Als Orientierung kannst du das Holz auf die Stempelplatte auflegen und umranden. Wichtig: Lasse beim Zeichnen noch Platz zum Rand!

TIPP: Wenn du das Motiv mit sehr starken/kräftigen Linien auf ein Blatt Papier malst, kannst du es mit der Motivseite auf den Stempelgummi legen und kräftig mit dem Finger darüberstreichen. So paust sich das Motiv spiegelverkehrt auf deinen Gummi durch. Direkt auf dem Gummi kannst du es dann noch einmal nachzeichnen.
Ich habe das auf dem oberen Foto NICHT gemacht, deshalb sehen die Fische auch nicht gleich aus.



4.
Schneide den Stempel mit dem Linolschnitt-Skalpell am Rand kleiner.



5.
Mit dem größten Schnittwerkzeug kannst du nun dichter am Rand der Zeichnung entlangschnitzen.



6.
Wähle das kleinste/schmalste Schnittwerkzeug und schnitze dein Motiv genau an den Rändern aus. Feine Linien kannst du mit leichtem Druck einschnitzen. Das erfordert ein bißchen Übung. Lass dir Zeit und mache zwischendurch kleine Pausen. 



7.
Hast du dein Motiv fertig geschnitzt, wird es Zeit für einen Probedruck. Schmierpapier reicht dafür vollkommen aus. Du kannst ein Stempelkissen nutzen oder auch Acrylfarbe, die du mit einer kleinen Rolle oder einem Schwamm auf den Pinsel aufbringst.
Beim Probedruck kannst du sehen, ob es noch kleine zu hohe Stellen gibt, die nicht zum Motiv gehören. Auf dem oberen Bild sieht man das oben rechts an der Schwanzflosse und unten unter der Bauchflosse.
Diese Stellen kannst du noch wegschnitzen.
 


8.
Ist dein Stempelmotiv fertig geschnitzt, schneide es an den Rändern so klein wie möglich und klebe es mit Bastelkleber auf dein Stempelholz oder den Holzwürfel. Drücke für ein paar Minuten beide Teile fest gegeneinander und lass den Stempel dann komplett trocknen.



9. Fertig ist dein ganz persönlicher Einlass-Stempel!
Natürlich kannst du ihn auch einfach so für Einladungen, Flyer, Briefpapier, Notizen, Kalender oder – ja! – sogar Tickets verwenden. Tob dich aus!