Freitag, 18. September 2020

Corona-Theatertagebuch – Woche 27


 
Montag:

Auch wenn es ab heute wieder heiß werden soll, merke ich davon in der Wohnung zum Glück (noch) nichts.

Super interessanter Artikel:
https://1e9.community/t/biosphere-2-das-menschenexperiment-unter-glas/5186?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Dienstag:

Yoga im Park gemacht, dann Homeoffice.
Heute abend für die LAG wieder auf's Tempelhofer Feld. Da es jetzt schon so früh dunkel wird, werden die Teilnehmenden heute die Dunkelheit nutzen, um mit Lichterketten und anderen kleinen Lichtern zu inszenieren. Thema: Farben!
#vorfreude

Seit einigen Monaten veranstaltet der Schauspieler Alexander Siddig zweimal die Woche Zoom-Chats mit seinen Fans. Alexander Siddig hat in Star Trek Deep Space Nine die Rolle des Dr. Bashir gespielt. In den Chatrunden spricht er mit seinen Fans, fragt viel, heitert sie auf, hört viele traurige und schmerzvolle Geschichten und gibt den Leuten Hoffnung. Er hat eine ganz liebevolle Art und ist ein sehr guter Zuhörer. Ich war etwa drei oder viermal bei den Chats dabei, immer als stille Zuhörerin im Hintergrund. Mich berührt es sehr, dass er seiner Fangemeinde in dieser schwierigen Weltsituation seine Zeit und Aufmerksamkeit schenkt – und das sogar kostenlos. Mittlerweile spielt er sogar mit Schauspiel-Kolleg*innen aus der Serie Deep Space Nine kleine Zoom-Theaterstücke nach Scripten der Fans. Hammer!
Als Dankeschön hat der Fanclub, der die Treffen organisiert, ein Rezeptbuch-Projekt als Überraschung für "Sid" (sein Spitzname) an den Start gebracht, denn er ist ein wahrer Foodie. Im Sommer konnten alle Interessierten ihre Rezepte mit Fotos und eigenen Texten einreichen, und daraus wurde ein sehr umfangreiches Rezeptbuch mit Gerichten aus aller Welt. Mein Mann und ich haben auch zwei Rezepte beigesteuert (Landbrot und Flammkuchen). Ich bin begeistert von dem liebevoll illustrierten Ergebnis. Hier könnt ihr es euch downloaden:
https://www.sidcity.net/sid-city-social-club-international-cookbook/
 
 
Mittwoch:

Der gestrige Abend im Park war wieder einfach wunderbar. Die Farbwelten mit Lichtern haben gut geklappt, noch mehr Lichter wären sogar noch toller gewesen. Aber die Teilnehmenden haben alles genutzt, was da war, und ganz unterschiedliche Farbräume kreiert. Den Hinweg zum Tempelhofer Feld empfinde ich oft als Qual, weil die Sonne knallt und es leicht bergauf geht.
Den Rückweg aber liebe ich immer, nachts, im Dunkeln, wenn kaum noch jemand unterwegs ist. Gestern Abend trug ich meinen Poncho und der Wind wehte immer ganz leicht darunter und sorgte für kleine Erfrischungen beim Laufen. Meine Kopfhörer säuselten mir dabei Bob Dylans Stimme ins Ohr und alles war perfekt und glückselig.
Das war der Song: https://www.youtube.com/watch?v=LhzEsb2tNbI
 
Was für ein anstrengender Tag heute. Es ist warm und stickig. Ich habe Kopfschmerzen und fühle mich matt und aufgedunsen. Kann es nicht einfach endlich Herbst werden?


Donnerstag:

Ich war vormittags im Park, um meinen Naturworkshop zu planen. Genau die richtige Entscheidung. Auf einer Wiese sitzend und Vögel beobachtend kamen mir gleich neue Ideen. Auf dem Hin- und Rückweg habe ich dabei die Folge über den Spatz von diesem Podcast gehört:
https://podtail.com/podcast/gut-zu-vogeln/

Vorspiel-Probe war heut endlich wieder voller, wir waren zu sechst. Wir haben gelacht, gequatscht und den Text in Kapitel eingeteilt sowie Überschriften für jedes Kapitel gefunden. Ein paar wenige Rollen sind auch schon verteilt. Läuft bei uns!

Freitag:

Heute die letzten Planungen für den morgigen Workshop. Mein erster Outdoor-Workshop, der direkt die umgebende Natur als Thema hat. Natürlich werden wir nicht die ganze Zeit nur über Flora und Fauna reden, aber die Umgebung liefert uns Ideen und Begriffe, mit denen dann weitergearbeitet und Szenen improvisiert werden. Ich freu mich schon sehr drauf!

Gleich ist Treffen mit der Familie zum Essengehen und einer abendlichen Schifffahrt durch die Innenstadt.

Freitag, 11. September 2020

Corona-Theatertagebuch – Woche 26




Sonntag:

Zwei Tage LAG liegen hinter mir. Thema Biografisches Theater. Gestern angeleitet von uns Dozentinnen, heute in Form eines Workshops von zwei Teilnehmenden. Biografisches Theater begeistert mich immer wieder, weil man neben sehr berührenden Szenen auch einfach viel übereinander erfährt – ohne in den privaten Raum einzudringen.

Und weil es dieses Wochenende auch Thema war, hier ein Artikel, der erklärt, dass Visiere kein adäquater  Ersatz für Masken sind und eine deutlich geringere Schutzwirkung haben:
https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2020-09/atemschutzmasken-gesichtsschild-stoffmasken-ventil-sicherheit-schutz-ansteckung-coronavirus?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Ich habe an diesem Wochenende durch gemeinsame Gespräche mit meiner Kollegin Vera viel über den Umgang mit Krisen und Veränderungen nachgedacht. Wir stecken ja noch immer mitten in Corona drin. Einige Theaterschaffende haben sich wild auf digitale und hybride bzw. auf jeden Fall alternative Arbeitsmöglichkeiten gestürzt, andere haben sich dafür entschieden, bei ihren bisherigen Formaten zu bleiben und zu warten bis diese Arbeitsweise irgendwann wieder möglich ist.
Vielleicht ist der Gedanke totaler Quatsch, aber könnte das auch mit einem Unterschied zwischen Spezialisten und Generalisten zu tun haben? Ich selbst bin Generalist, also habe viele leicht bis mittelgut ausgeprägte Fähigkeiten und Interessen. Spezialisten faszinieren mich mit ihrem tiefen Eintauchen in eine spezielle Materie. Momentan habe ich aber das Gefühl, dass Generalisten im Finden neuer Formate einen Vorteil haben, weil sie eh alles mögliche interessant finden. Für die Spezialisten scheint es mir schwieriger, sich von der Form, dem Thema oder Methode, die sie so gut kennen und beherrschen, zu trennen.
In dem Zuge ist auch für mich als Generalist eine Frage besonders interessant:
Wie sehr vermisse (und brauche) ich eigentlich das Theater, wie ich es vor Corona gemacht und erlebt habe? Momentan ehrlich gesagt kaum. Ich habe große Freude an all den alternativen Möglichkeiten und freue mich, endlich mal neue Dinge ausprobieren zu können.
Wie ist es bei euch anderen Theaterschaffenden? Wie sehr vermisst ihr eure vorherige Arbeit (Nicht das Geld! Das vermiss ich auch! 😀)? Habt ihr Alternativen, die ihr auch oder genauso gern mögt?

 
Montag:

Periodenschmerzen und bedeckter Himmel.
 
Kollegialer Austausch war in kleiner Runde, aber wieder heimelig und thematisch fröhlich und traurig zugleich.
 

Dienstag:

Die Sonne lugt hinter den Wolken hervor. Passendes Wetter für den finalen Test des Audiowalks, den Nick und ich gemacht haben. Einige Passagen muss ich noch ändern und anpassen. Das dauert ein paar Tage, dann geht er online.

Seit heut früh fühle ich mich kränklich. Arbeite jetzt im Bett und hab mir den Film "Kleine Haie" auf Youtube ausgeliehen: https://www.youtube.com/watch?v=YLgixX6DCXU
 
Heute habe ich auch den Schnellzünder-Kurs vorzeitig beendet. Ich kann bis Ende des Jahres nicht in den Probenraum. So macht es ja keinen Sinn. Draußen ist es zu kalt und online ist für die Gruppe nicht so die Lieblingsoption.
 
 
Mittwoch:

Mark Kitzig und ich haben unseren Live-Talk etwas überzogen, aber es gab halt viel zu quatschen. Ihr findet ihn hier: https://www.facebook.com/s.bansemer/videos/10215725615685693

Sehr interessant ist auch dieser Artikel über das Gendern in der Sprache:
https://www.tagesspiegel.de/kultur/deutschland-ist-besessen-von-genitalien-gendern-macht-die-diskriminierung-nur-noch-schlimmer/26140402.html?fbclid=IwAR141Cjc90kzGYBPUYbyezIbeXanWXfm04wgD43_yMFju_2RCHYQq0r3GcY
Mir geht es ähnlich wie der Autorin und ich bin ein großer Fan des generischen Maskulinums, weil es sprachlich einfacher und für mich ganz persönlich auch inklusiver (weil allgemeiner) ist. Dass das Gendern dennoch wichtig ist, ist mir sehr bewusst. Ich selbst versuche auch auf eine gendergerechte und inklusive Sprache zu achten, gerade weil es eben die Gleichberechtigung in vollem Umfang noch immer nicht gibt. Und solange es sie noch nicht gibt, brauchen wir auch noch Werkzeuge, um immer wieder darauf aufmerksam zu machen. Da Sprache immer nach Vereinfachung strebt, kann ich mir vorstellen, dass sich irgendwann wieder einfachere Sprachformen etablieren. Das geht aber nur, wenn die Realität schon entsprechend entwickelt ist.


Donnerstag:

Tolle Momente des Tages:

Der Audiowalk "Blaue Laguna", den ich zusammen mit Nick erarbeitet habe, ist endlich online!!!
Bitte einmal hier entlang:
https://orangeplaty-berlin.blogspot.com/p/blaue-laguna.html

Außerdem erreichte mich heute meine erste Büchergilde-Abobox. Sehr cool! Ich hatte mir das Abo zum Geburtstag gewünscht und werde es jetzt ein Jahr lang genießen können.

Heute gehe ich abends mit zwei Freunden ins Restaurant Anh Ba, das ich sehr liebe. Vermutlich eine der letzten Gelegenheiten in diesem Jahr. Ich sitze nämlich wegen Corona lieber draußen als drinnen.


Doofe Momente des Tages:

Ich musste heute mal wieder an mein Sparkonto ran. Das sind die Momente, wo die Krise weh tut. Denn obwohl ich die letzten zwei Jahre Notfallgeld angespart habe, mag ich es jetzt – im Notfall – trotzdem nur ungern benutzen.
Mit der Abwicklung beider wartender Kurse kommen viele Emotionen zusammen. Ich vermisse gar nicht so sehr die eigentliche Theaterarbeit. Auch wenn ich jedes Projekt und jede Gruppe auf ihre Weise liebe, so ist das Theatermachen an sich ja immer möglich – eben auch im kleinen Rahmen oder allein. Aber die Nachrichten der Kursteilnehmenden berühren mich sehr. Ich bekomme gerade soviel positives Feedback zu meiner Arbeit, das ist wunderschön. Es bestätigt mich in meiner Arbeitsweise und meinen Bemühungen. Hinzu kommt die Abschiedsstimmung, die immer mitschwingt. Die aktuellen Kurse habe ich aus vielen Gründen abgebrochen: Raummangel, Hygienevorschriften, Sorge für meine Teilnehmenden ... und das Wissen, dass ich die Kurse nicht ewig verschieben kann, wenn ich nächstes Jahr aus Berlin wegziehen möchte. Und so mischt sich unter jede Freude über eine positive Rückmeldung zu meiner Arbeit auch immer eine große Portion Abschmiedsschmerz. 

Natürlich gucke ich mir an solchen Tagen besonders emotionale Videos an. Wie dieses Reunion-Video mit Schauspieler*innen von "Deep Space Nine", die am Schluss noch über ihre verstorbenen Kollegen sprechen:
https://www.youtube.com/watch?v=AKJFcJWiQRY
#startrekunitedgives 

Mit der Gesamtweltsituation (Moria ...) fange ich gar nicht erst an.

Freitag:

Bin um 5:50 wachgeworden. Der Wecker war sowieso auf 6 Uhr gestellt, also bin ich aufgestanden.
Heute Zahnarzt.

Dieses Interview finde ich sehr sympathisch: https://homtastics.com/stories/homestories/kleine-wildnis/?fbclid=IwAR1Uu7xkCtzYofivbNhmAL6feT7s0oWWbpAfRXhgeFn92cE53W0ZKC03Wxs

Am Abend noch zwei Online-Workshops zum Thema Gruppendynamik gegeben. Eine interessante Teilnehmenden-Runde mit herausfordernden Themenvorschlägen aus dem Unternehmensbereich. Wir haben viel gelacht und sehr viele Gedanken ausgetauscht.

Nach einem durchgearbeiteten Wochenende und jeden Tag beruflichen Terminen bin ich jetzt aber richtig durch. Endlich ein freies Wochenende!

Freitag, 4. September 2020

Corona-Theatertagebuch – Woche 25



Montag:

Das Wochenende war herrlich entspannt. Die Tanzperformance am Samstag lebte ganz besonders durch die wunderschöne Location. Die weißen Gewänder vor dem riesigen, roten Wasserturm auf dem Schöneberger Südgelände hatten eine sehr antike Anmutung, wie Priesterinnen vor einem Tempel.
Da die Performance in Zeitlupe lief, hatte meine mitspielende Freundin Eva gesagt, ich könne ruhig spazieren gehen und immer mal wieder vorbeischauen. Ich hatte mir Stifte und Skizzenblock eingepackt sowie eine Matte, um im Park ein bißchen zu zeichnen. Vor Ort traf ich dann aber auf Teilnehmende unserer Yogagruppe und mit einer saß ich den Abend über in einem Café neben dem Wasserturm und quatschte über das Leben. Das war richtig, richtig schön. So ein Sommerabend wie man ihn sich wünscht.

Diese Woche wird VOLL!


Dienstag:

Der gestrige Abend war so schön! Geburtstag meines Vaters im "Rio Grande" am Wasser. Dazu ein doppelter Regenbogen. 

Obwohl mein Geburtstag erst in zwei Tagen ist, habe ich mir was geschenkt: den Film "Pink Elephants". Ich habe ihn online ausgeliehen und gucke ihn gerade. Ich bin entsetzt von der Methode des Coaches Bernie Hiller und gleichzeitig fasziniert davon, dass Menschen sich dieser Methode freiwillig aussetzen und das teilweise sogar toll finden. Ich finde seine Methode brutal und unpädagogisch. Der Film ist angenehm neutral gedreht, so dass die Szenen für sich stehen.
https://pinkelephants.wfilm.de/pink-elephants/

Heute hat eine Theaterpädagogin auf Facebook geschrieben, dass sie in ihrer Schul-AG kaum Teilnehmende hat. Die Kinder haben ihr rückgemeldet, dass sie zuviel zu tun haben, zu gestresst sind und deshalb nicht in die AG wollen bzw. können.
Das ist der Eindruck, den ich momentan auch bei den Erwachsenen habe. Die aktuelle Situation sorgt für viel Stress und Druck. Bei manchen ist die Arbeitslast erhöht, andere bangen um ihren Job. Eltern müssen sich mit den Hygienemaßnahmen der Schulen auseinander setzen. Menschen mit psychischen Erkrankungen machen seit März besonders schlimme Phasen durch. Es ist grad für sehr viele sehr viel. Zu viel. Zu viel, um sich noch in einem so aufwendigen Hobby wie Theater zu engagieren. Und ich kann es absolut verstehen.
Wenn eine neue Jahreszeit beginnt, mache ich mir immer Gedanken, was ich in der Zeit erleben möchte. Womit möchte ich meine Zeit verbringen, welche Unternehmungen will ich planen? Als ich über den kommenden Herbst, den ich immer sehr liebe, nachgedacht habe, war ganz klar: eigentlich nicht viel. Ich möchte feste Rituale und Routinen. Ich möchte Gelerntes einfach wiederholen und üben. Außer der aktuellen Fortbildung (Digitalisierung in der Ausbildungsarbeit) habe ich keine neuen Sachen geplant. Ich habe die letzten Monate so viel Neues in mich aufgenommen, das muss erstmal alles nachwirken, reifen, geübt und angewendet werden. Und siehe da: Auch ich möchte es ruhig haben, nicht zu viele Termine, keine Extra-Hobbies. Im Gegenteil. Mir steht der Sinn nach Ausmisten, Dinge loswerden, Vereinfachung.


Mittwoch:

Regen. Ganz viel Regen. Endlich mal wieder.

Der zweite Termin der Fortbildung lief ebenfalls sehr angenehm, jetzt folgt eine längere Selbstlernphase.

Was mich diese Woche bewegt hat, ist dieses Video:
https://youtu.be/rRcYS0Xik3s
Darin spricht Torsten Nassall, mit dem ich vor einigen Jahren zusammen ein Zwei-Personen-Stück (https://www.facebook.com/weissekatzetheater) auf die Bühne brachte, über sein Leben und seine Vergangenheit mit seiner Sucht.
Wir haben damals auch ab und zu darüber gesprochen, aber in dieser Breite seine ganze Lebensgeschichte zu hören, hat mich wirklich sehr berührt.

Morgen habe ich Geburtstag. Dieses Jahr fühlt sich alles ganz anders an. Zum ersten Mal feiere ich nicht wie sonst mit meinen Freunden irgendwo im Restaurant, auf der Bowlingbahn, im Park ... Stattdessen bekommen alle Freunde morgen Post von mir mit ein bißchen Origami-Material. Also ein Bastelgeburtstag per Briefsendung. Ich werde auch nicht wie sonst meine Geburtstagsfeierlichkeiten über mehrere Tage ausdehnen. Ich werde morgen Mittag einfach mit meiner Familie Essengehen und abends zur Vorspiel-Probe Kuchen mitnehmen. Ungewohnt, aber auch irgendwie okay.


Donnerstag:

Geburtstag!!!

Freitag:

Das war ein ziemlich perfekter Geburtstag gestern! Lecker Essen, gutes Wetter, viel Bewegung, Boot, Wasser, Geschenke, Süßes, Kuchen, neues Outfit uvm.

Die Vorspieler waren gestern abend zum ersten Mal wieder im Probenraum. Es war wie früher ... nur ohne Kuscheln. Wir haben ganz viel gequatscht, einfach auch weil ich das Gefühl hatte, das brauchen jetzt alle mal. Die letzte halbe Stunde haben wir dann ein bißchen gearbeitet und angefangen "Das Gespenst von Canterville" zu lesen, das wir als Hörspiel inszenieren wollen.

Heute früh habe ich mich zum Frühstück mit Gabi Linde getroffen, die ich über den Kollegialen Austausch kennengelernt habe. Sie ist gerade zu einem coolen Workshop in Berlin, der im Spreepark stattfindet.
Das war ein sehr schönes, entspanntes Gespräch. Ich habe mich sehr gefreut, sie endlich mal live zu treffen! 

Nachmittags Planung mit Mark Kitzig für einen Facebook Live-Talk.

Die nächsten beiden Tage dann wieder ein LAG-Wochenende. Work, work, work, work, work!

Freitag, 28. August 2020

Corona-Theatertagebuch – Woche 24

 




 

 

Montag:

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: es ist nicht mehr heiß!

Der heutige Tag war anstrengend. Morgens ein schmerzhafter Zahnarztbesuch, danach zu meiner Oma ins Heim. Es ging hier heut nicht gut.
Dann Einkaufen und ein extrem zäher Heimweg mit Pendelverkehr, bei dem ich erst in die falsche Richtung gefahren bin.
Zuhause Computerhilfe bei den neuen Schulplattformen meiner Mutter, die sie jetzt für alle Lehrer*innen eingeführt haben (endlich!).
Newsletter geschrieben.
Harfe gestimmt, dabei gemerkt, dass ich die Klappen falsch eingestellt hatte. Nochmal gestimmt.
Ein bißchen gespielt zur Übung für den Audiowalk. Jetzt wahnsinnig müde. Früher Feierabend.


Dienstag:

Kennt ihr schon diesen lustigen Twitter-Thread?
https://twitter.com/nicsigni/status/1125453281344540674
 


Mittwoch:

Ein müder und verregneter Tag. Heute früh fand der erste Teil einer Fortbildung statt, an der ich bis November teilnehmen werde: https://kompetenzen-digitaler-wandel.de/termine/aug20/
Nette Ausbildungsgruppe und tolle Dozent*innen. Das wird gut!

Ich fühle mich sehr wohl in der Digitalität und genieße gleichzeitig auch viele Termine, die als Präsenzveranstaltung stattfinden.
Gestern abend stand ich auf dem Tempelhofer Feld. Während meine Kollegin Sylvia Tazberik gerade eine Gruppenübung als Gastdozentin bei der LAG anleitete, schaute ich nach oben in die Baumkrone der Kastanie über mir, deren Blätter sich vor dem schon recht dunklen Himmel abzeichneten, und hatte wieder diesen #ilovemyjob-Moment. Dort draußen zu sein und mit wissbegierigen Menschen kreative Arbeit zu machen – das ist ein ganz schön krasses Privileg. 

Gestern habe ich meinen Basiskurs, der seit Monaten im Wartemodus verharrte, vorzeitig beendet. Ich wollte die Termine gern draußen nachholen, aber wir haben keine Termine gefunden, an denen alle Zeit haben. Jetzt warte ich auf die Rückmeldungen. Ich habe sowohl Rückzahlung des Restbetrags, Einlösung des Restbetrags für andere Workshops und Spenden des Restbetrags angeboten. Oder eine Mischform. Zwei Teilnehmende spenden einen Teilbetrag, was mich sehr glücklich macht. So muss ich nicht ganz so viel zurückzahlen. An alle Kolleg*innen: Schämt euch nicht, nach dieser Option zu fragen. Einige Menschen spenden sehr gern, wenn es für sie finanziell machbar ist.


Donnerstag:

Yoga fand heut früh wieder im Park statt, mitten im Wind, mit wehenden Blättern. Es war traumhaft! Dennoch habe ich für heut abend entschieden, die Vorspiel-Probe per Zoom abzuhalten, denn abends wird es ganz schön kühl mittlerweile. Außerdem haben heute sowieso nur zwei Vorspieler Zeit.


Freitag:

War beim Business Netzwerken in kleiner Runde. Das war richtig gemütlich und trotz vieler Wespen sehr schön. Ich war happy, dass es draußen stattfand. Auch wenn das vermutlich ein Grund war, warum einige nicht gekommen sind. Es war ihnen einfach zu kalt draußen.

Dieses Video hier finde ich wahnsinnig lustig:
https://www.facebook.com/neumeier.moritz/videos/935776393568598
Aber es gibt auch Personen, die darunter kommentieren, dass es nicht lustig ist, weil er seine Fans/Kunde beleidigt. Da mögen sie recht haben, aber ich mag an dem Video, dass er quasi als sein professionelles Ich auch seinen fiesen Gedanken (und damit dem privaten Ich) Raum gibt, und das auch offen zeigt.
Die meisten von uns haben ein Berufs-Ich. Dieses Berufs-Ich ist (gerade im pädagogischen Bereich) oft wertschätzender, gerechter und sanfter als das private Ich. Und das finde ich auch richtig so. Wir haben ja trotzdem die Werte unseres Berufs-Ichs. Denn dieses Ich ist ja ein Teil von uns. Dennoch dürfen wir privat auch gerne mal lästern oder angenervt sein. Das eine löscht das andere nicht aus.
Und wenn jemand das sogar öffentlich macht, finde ich das auch mal ganz cool.

Morgen gucke ich eine Tanzperformance auf dem Schöneberger Südgelände an. Wer auch interessiert ist:
Am Wasserturm (Naturpark Schöneberger Südgelände)
17-19 Uhr
Eintritt für Performance frei
Eintritt Park: 1 €

Vielleicht sehen wir uns?!


Donnerstag, 27. August 2020

Zirkuspädagogik

Vor Kurzem hat mich eine Nachricht von Mark Kitzig – Zirkus- und Theaterpädagoge – erreicht,der mich fragte, ob ich Lust auf ein Interview für seinen Podcast hatte. Natürlich!
Das Interview geht bald online und hier gibt es für euch einen Gastbeitrag von Mark – über die Zirkuspädagogik. Ein ganz neues Feld, mit dem ich noch gar nicht in Berührung war.


Für alle, die lieber hören statt lesen, gibt es hier die passende Podcastfolge:
https://podcast41f3d7.podigee.io/55-054-die-zirkuspadagogik-und-ihr-konzept

Viel Spaß!
 
Weltkindertag am Deutsch-Französischen-Garten in Saarbrücken mit der Zirkusschule Kokolores

Die Zirkuspädagogik verfolgt das Ziel des Miteinanders. In einer Zirkusgruppe (Ensemble) agieren wir mit mehreren TeilnehmerInnen, die gemeinsam üben. Dabei können die Übungen allein durchgeführt werden, oder auch in Gruppen (zwei, drei, oder mehr Personen üben gemeinsam). Die Atmosphäre des Übungsraums, sowie das Erlernen der Künste an sich, sorgen für einen erlebnisreichen Raum.

Jede Kunst in der Zirkuspädagogik kann eine bestimmte Förderung erzielen. Unterschieden werden kann hier zwischen Akrobatik, Handgeschicklichkeiten (Jonglieren) und Äquilibristik (Balancieren).

 

Akrobatik

In der Akrobatik lernen deine Teilnehmenden die Körperbeherrschung. Das exakte anspannen von gezielten Körperpartien, die bei der Durchführung einer akrobatischen Figur nötig sind, ist die hohe Kunst der Akrobatik.

Körperspannung und das richtige Einschätzen dieser Anspannung einer sind hier essenziell. Ich muss also wissen, wann ich welches Körperteil in welcher Intensität anspanne. Spanne ich eine Körperpartie zu sehr an, verbrauche ich zu viel Energie, spanne ich nicht genug an, hält die Figur nicht.

Neben der eigenen Krafteinschätzung lernen die Teilnehmenden – besonders in der Partnerakrobatik – einen respektvollen Umgang, die richtige Körperhaltung, sowie den Aufbau einer engen und vertrauensvollen Beziehung.

 

Respekt

In der Partnerakrobatik werden Figuren gemeinsam gestaltet. Hierzu steigt die eine Person oft auf die andere. Dabei bedarf es einen respektvollen Umgang miteinander, da der Akrobatik-Partner immer noch als Mensch wahrgenommen werden muss und nicht als „Kletterobjekt“ wahrgenommen werden darf.

 

Körperhaltung

Aufführung von Diversity Gemeindefest der ev.
Kirchengemeinde

Die Akrobaten erleben ihren Körper in unterschiedlichsten Positionen zur Erdanziehung wahr. Dabei lernen sie ihren Körper in diesen unterschiedlichen Positionen zu kontrollieren. Das Erlebnis der oben beschriebenen Körpererfahrung von Körperspannung, -kraft und Zeit in Kombination mit unterschiedlichen Körperlagen stellt den Akrobat immer wieder vor neuen Herausforderungen.

 

Beziehung

Die Beziehung der Akrobaten festigt sich durch das Zusammenspiel. Die Akrobaten müssen ihrem Gegenüber vertrauen, da die andere Person sie entweder hält, oder trägt. Außerdem müssen sich die Akrobaten zeitlich aufeinander abstimmen und ein gemeinsames Gleichgewicht finden. Dies geht nur in einer koordinierten und abgestimmten Teamarbeit.

 

Handgeschicklichkeiten

Zu den Handgeschicklichkeiten gehört das Jonglieren mit Bällen, das Spielen eines Diabolos, das Drehen eines Jungtiertellers u.ä. Also alles was mit den Händen gespielt wird.

Dieser Mann zeigte mir an einem
Workshop voller Stolz, dass er einen
Teller andrehen kann.

Mit den Handgeschicklichkeiten wird das Zusammenspiel zwischen Körper und kleineren Geräten geübt. Die Teilnehmenden erleben ihre Körperkräfte verfremdet, da sie ihre Kraft mit Hilfsmitteln auf ein Objekt ausführen. Zum Beispiel wird ein Teller mithilfe eines Stabes angedreht, während der Stab an sich per Hand angedreht wird. Nur die Jonglage wir direkt ausgeführt.

Mit den Handgeschicklichkeiten förderst du bei deinen Teilnehmenden den Rhythmus, Bewegung und die Konzentration. Die nachfolgenden Beispiele resultieren vor allem aus der Dreiball Jonglage. Die gleiche Förderung ist aber auch mit anderen Künsten, aus der Gruppe der Handgeschicklichkeiten, möglich.

 

Rhytmus

Um eine Dreiballjonglage fließend auszuführen, bedarf es einem Rhythmusgefühl. Denn nur wenn ich es schaffe die Bälle im gleichen Zeitabstand zu werfen, sieht die Bewegung fließend aus.



Bewegung

Mit den Handgeschicklichkeiten fördern wir nicht nur die Bewegung der Hände, sondern auch des ganzen Körpers. Denn ich kann in mehrere Positionen jonglieren. Nicht nur im Stehen, sondern auch im Sitzen, Liegen usw. Es muss auch nicht statisch sein, du kannst auch während der Jonglage tanzen.

 

Konzentration

Mark Kitzig

Das Jonglieren fördert nicht nur die Denkleistung, sondern auch die Konzentration. Der Jongleur konzentriert sich über eine längere Zeit auf das Üben mit drei Bällen. Dies kann solche Ausmaße annehmen, dass du sogar hin und wieder mal zur Pause anregen solltest und deinen Teilnehmenden eine andere Beschäftigung geben solltest.

 

Äquilibristik

Äquilibristik ist die Kunst des Balancierens. Dazu gehören die Künste wie Einradfahren, Kugellaufen, oder das Laufen über ein Balanceseil.

Mit der Äquilibristik fördern wir das Gleichgewicht unserer Teilnehmenden, verbessern ihr Körpergefühl und den Umgang mit Ängsten.

 

Gleichgewicht

Eine Mutter hilft ihrem Kind über dem
Balanceseil am Tag der offenen Tür
der Zirkusschule Kokolores

Mit dem Balancieren findet die Teilnehmerin/der Teilnehmer seine innere Mitte. Wie ein innerer Lot richtet der Teilnehmende seinen Körper senkrecht zum Boden auf. Nur so kann er das Gleichgewicht halten. Ein wichtiger Aspekt, da Körperhaltung im Sinne der Psychomotorik einen Einfluss auf unsere körperliche und seelischen Gesundheit hat. Darüber hinaus wirkt eine gerade Körperhaltung selbstbewusster auf unser Umfeld.

 

Körpergefühl

Durch das Finden der inneren Mitte verbessert sich mein Körpergefühl. Das Gleichgewichtsorgan wird stark gefordert und gefördert, was wiederum den Kontakt zum Boden im Alltag verbessert. Der Mensch erdet sich und verbessert so seinen Kontakt zum Boden.

 

Ängste

Das Laufen über ein Drahtseil oder auf einer Kugel verlangt von den Teilnehmenden besonders viel Mut. Der unsichere Boden und das Verlieren von Halt sind Ursache für diese Angst. Mit einer vertrauensvollen Begleitung und Sicherung gelingt es in der Regel, dass die Teilnehmenden lernen mit dieser Angst umzugehen und so mehr Selbstvertrauen aufbauen.

Ich hoffe, dass ich dir in diesem Beitrag das Konzept der Zirkuspädagogik näher bringen konnte.


 

 

Noch mehr Infos zu Zirkuspädagogik, Theaterpädagogik sowie Mark Kitzig und seinen Podcast gibt es hier:

https://zutp.de/


Fotos: Mark Kitzig

Mittwoch, 26. August 2020

#monthlyfavourites – August-Lieblinge



 Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im Juli!



Zum Arbeiten

Mein Fortbildungs-Notizbuch (hier in den Monthly Favourites zu sehen) ist voll. Kaum zu fassen. Ich hätte gern aus der gleichen Serie ein weiteres Buch gehabt, es gibt sie aber in Deutschland nicht mehr zu kaufen. Beim Mittagessen mit einer Freundin kam ich am Hackeschen Markt an einem kleinen Laden vorbei und fand dort ein schmales Notizheft, das zwar nicht lange reichen wird, aber einfach wahnsinnig schön ist.



Zum Aufhübschen


 
Es war heiß diesen Monat. SEHR heiß. Meine Haare haben mittlerweile Schulterlänge und ich habe sie zuhause meist hochgesteckt, u.a. mit diesen Muschelhaarspangen. Ich habe sie vor einer Weile bei Søstrene Grene gekauft.



Zum Lesen

Die Hitze hat mich zum Lesen gebracht. Ich habe so einiges von meinem Lesestapel geschafft.

"Inland" von Téa Obreht:
Stimmungsvoll, spannend (besonders in der zweiten Hälfte) und das perfekte Drehbuch für eine Serie.

"Ernst Barlach in Güstrow" von Franz Fühmann:
Eine gereizte, frustrierte Novelle (zu Recht!) über Barlachs Ende im Jahr 1937.

"Max Frisch: Stücke":
Wer Max Frisch mag, wird seine Stücke lieben. Mein Favorit aus dieser Sammlung ist "Biografie: Ein Spiel", das habe ich vor einer ganzen Weile auch mal im DT gesehen: https://theaterberlin.blogspot.com/2017/01/biografie-ein-spiel-deutsches-theater.html

"Ende gut, alles gut" von William Shakespeare:
Ein eigenartiges Stück mit ziemlich hinterhältigen Hauptfiguren.

"Iphigenie auf Tauris" von Johann Wolfgang Goethe:
Sollte jemand mal einen Monolog für ein Vorsprechen suchen – hier wird man fündig! Der ganze Text besteht fast nur aus Monologen, natürlich immer etwas pathetisch (ist ja Goethe ;) ), aber flüssig und angenehm zu lesen.

"Aus dem Leben eines Taugenichts" von Joseph von Eichendorff:
Wieder eine Novelle, in heiter-gelassener und zuweilen naiv-romantischer Stimmung. Amüsant und kurzweilig.



Zum Essen 


Die neue abonnierte etepetete-Box inspiriert mich immer sehr zum Kochen. Da in der Box gerettetes Obst und Gemüse drin ist, das so nicht im Supermarkt verkauft werden würde, findet man neben krummen Stücken auch manchmal einfach eine Übermenge von einem Gemüse oder besonders riesige Exemplare. Um das Gemüse nicht zu lang lagern zu müssen, habe ich die letzten Wochen sehr viel eingekocht. Heraus gekommen sind mein momentan liebster Aufstrich Zacusca (hier das Rezept: Klick!), ein Zucchini-Chutney, eingelegter Kürbis und Zwiebel-Marmelade. Im Tiefkühler – und deshalb nicht mit im Bild – sind außerdem Karotten-Zucchini-Brot und Zucchini-Limetten-Kuchen.

Bei Norma habe ich einen monströsen Beutel mit Kakao-Sahne-Karamellen gefunden. Hammer! Den lehre ich jetzt Stück für Stück.



Zum Stöbern


Interessante Artikel:

 

Zum Hören

Es gibt eine neue Staffel eines meiner Lieblingspodcasts:
https://play.acast.com/s/davidtennant

Außerdem bin ich extrem begeistert vom Soundtrack von "The Mandalorian":
https://www.youtube.com/watch?v=V7yqW64Dx7c



Zum Anschauen

Hier wie immer Tipps zum Anschauen.

"The Mandalorian"!!! I'm in love! Läuft auf Disney+, für das wir uns einen Testmonat gegönnt haben. Ebenfalls faszinierend sind die Making-Of-Videos, die ebenfalls aus Disney+ zu finden sind.
https://www.youtube.com/watch?v=aOC8E8z_ifw

Eine neue Staffel "Rita" ist online! Ick flipp aus! Wer "Rita" noch nicht kennt: unbedingt nachholen! Ihr findet die Serie auf Netflix. Ich empfehle dringend, sie im Original (Dänisch) mit Untertiteln zu gucken. Auf Netflix gibt es deutsche Untertitel.
https://www.youtube.com/watch?v=Jq0hwEXhnJ0

Mag noch jemand so gern Sendungen über Essen? Dann schaut doch mal bei "Street Food South America" auf Netflix rein:
https://www.youtube.com/watch?v=qErl4he7eMw

Auf Disney+ habe ich außerdem noch sehr süße Pixar-Kurzfilme gesehen sowie "Toy Story 4" (https://www.youtube.com/watch?v=wmiIUN-7qhE) und diesen entzückenden Film:
https://www.youtube.com/watch?v=MFP6neimpB4

Freitag, 21. August 2020

Corona-Theatertagebuch – Woche 23


Montag:

Es ist noch immer heiß. SEHR heiß. Gestern habe ich angefangen "Aus dem Leben eines Taugenichts" von Joseph von Eichendorff zu lesen. Komme also auf meinem Lesestapel gut voran.

Heute war ich ich beim 1. Tag des Workshops "Robotik für Theatermenschen" in der Brotfabrik. Ich bin jetzt verliebt in den Dino-Roboter, der sich genauso wie mein Kater verhält. Nachdem wir heute die Roboter kennengelernt und ein bißchen programmiert haben, werden wir morgen damit Szenen entwickeln.


Dienstag:

Habe grad durch Zufall einen Artikel gelesen, bei dem ich die Diskussion in den Kommentarspalten viel interessanter finde als den Artikel selbst:
https://www.indiskretionehrensache.de/2020/08/management-fehler-home-office/?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE
Ich finde die verstärkte Möglichkeit für Homeoffice ja super. Gerade aus Umwelt-Gründen, aber auch weil man so auch die distanzierteren Persönlichkeitstypen bedienen kann, die sowieso nicht so scharf auf Kaffeeklatsch mit den Kolleg*innen sind. 

Der Robotik-Workshop war super! Viel ausprobiert und Spaß gehabt.


Mittwoch:

Die Nacht war toll, mit Regen und Gewitter. Jetzt ist es wieder sehr warm. 


Donnerstag:

Warum ist es heiß????

Wurde heute von Mark Kitzig für seinen Podcast interviewt. Bin sehr gespannt auf das Ergebnis. War ein sehr angenehmes Gespräch.


Freitag:

Heißester Tag der Woche ... und hoffentlich der letzte so heiße Tag des Sommers.

Vera und ich haben heute die nächsten Termine für die LAG geplant und ich bin schon ganz vorfreudig. Nebenbei zerfließe ich ...  33°C ... und es wird noch heißer!

Habe ein interessantes Theaterprojekt per Briefwechsel entdeckt. Das finde ich eine geniale Idee!
https://www.facebook.com/events/729089127881083/

Aktuell melden sich grad mehr Theaterinteressierte, die auch am digitalen Theatergruppenkurs interessiert sind. YESSS!

Die Zeit des Rumdödelns ist ab nächste Woche vorbei, denn der Terminkalender für die nächste Zeit ist gut gefüllt. Auf geht's!

Aber jetzt erst einmal Wochenende.

Freitag, 14. August 2020

Corona-Theatertagebuch – Woche 22

Montag:

Ich habe gelesen. Und ich lese noch immer. Es musste erst eine Hitzewelle kommen, die mir Arbeiten quasi unmöglich macht. Das einzige, was geht, sind kaltes Wasser, Eis und Bücher ... und abends Serien und Filme auf dem Balkon.
"Inland" von Téa Obreht habe ich endlich fertig. Ich mag es sehr und bin wieder inspiriert für das Mini-Solotheaterstück, das ich vor Corona in der Planung hatte.
Jetzt lese ich "Ernst Barlach in Güstrow", eine Novelle. Novellen sind eigentlich nicht so meine Literaturgattung, aber diese liest sich schnell dahin und hat viele schlaue Sätze wie dieser hier (auch wenn ich überlege, was man statt des Wortes "taub" als Synonym nutzen könnte):

"Was aber sollte man diesem Deutschland in die tauben Ohren schreien, da nicht einmal Kunst es aufrührte, was denn, was?"

Minimalismus interessiert mich sehr. Einige Dinge habe ich in meinem Leben schon "minimalisiert" – z.B. bei Haushalt, Kosmetik, Büchern, Kleidung – aber auch Verhaltensweisen und Kontakte kann man hinterfragen. Regelmäßig gehe ich z.B. meine Facebook-"Freundes"liste durch und schmeiße Leute raus, die ich nicht wirklich kenne, mit denen ich gar nichts (mehr) zu tun habe oder deren Beiträge ich nervig finde. Richtig gute Tipps zu dem Thema gibt es hier:
https://witanddelight.com/2020/08/a-checklist-to-mindful-minimalism-its-more-than-throwing-away-an-old-pair-of-jeans/


Dienstag:

Es bleibt heiß. Im Innenhof weht heute zumindest ein kleines Lüftchen. War vormittags in Tegel bei meinem Privatschüler Nick. Haben gemeinsam das Stück gelesen, dass er mit der Theatergruppe Synchronschief spielen wird. Ansonsten sind die Hauptaufgaben weiterhin Liegen, Atmen, Nicht-Schmelzen und Lesen (momentan Theaterstücke von Max Frisch).


Mittwoch:

Noch immer heiß. Noch immer Lesen. Heute: "Ende gut, alles gut" von William Shakespeare.


Donnerstag:

Noch immer heiß. Nächste Woche werde ich für einen Podcast interviewt – Vorfreude!

Ehrlich gesagt geht es mir auch ein bißchen so wie in diesem Artikel beschrieben:
https://www.thisisjanewayne.com/news/2020/08/13/unbequeme-wahrheiten-vermisst-ihr-auch-die-quarantaene/
Momentan ist wieder so eine unwägbare Zeit ohne richtige Planung. Ich habe keine Ahnung, ob nochmal ein Lockdown kommt. Ich habe keine Ahnung, ob Räume, in die ich gerade nicht, aber vielleicht irgendwann dann doch mal wieder zum Proben reindarf, irgendwann dann wieder schließen. Ich habe keine Ahnung, was nächste Woche, nächsten Monat oder nächstes Jahr ist.
Und gleichzeitig ist da so eine Art unausgesprochener Druck, dass man sich jetzt wieder "normal" zu verhalten habe. Keiner macht diesen Druck aktiv, aber das Umfeld besteht sowohl aus Menschen, die sehr locker mit Corona umgehen, und anderen, die super vorsichtig sind. Ich bin irgendwo dazwischen mit Tendenz zur Vorsicht. Immer wenn ich mich mit eine*r Freund*in treffe, wird erstmal ausgehandelt, wie und wo man sich trifft. Berührt man sich? Will die andere Person mich umarmen zu Begrüßung und Abschied? Will ich das? 
Ich habe für meinen nächsten Kurs eine Entscheidung getroffen: ich mache ihn hauptsächlich online. Es wird keine Inszenierung auf der Bühne geben, sondern ein Magazin. Und obwohl ich diese Idee liebe, hinterfrage ich sie täglich. Weil ich weiß, dass meine Kund*innen lieber bei Präsenzterminen zusammen spielen wollen. Weil sie Theater so machen wollen, wie man es klassischerweise macht. Weil sie enttäuscht sind. Weil sich vielleicht nicht genügend Interessierte anmelden und somit gar kein neuer Kurs startet.  
Dennoch werde ich erstmal bei dieser Entscheidung bleiben, denn ich habe sie sorgfältig überlegt und gewälzt. Ich werde mit den Vorspielern im Herbst wieder in unseren Probenraum gehen – auf Abstand, evt. aufgeteilt auf mehrere Räume, mit viel Lüften. Ich werde in wenigen Wochen auch wieder als Dozentin bei der LAG arbeiten, auch dort sind wir in geschlossenen Räumen, den ganzen Winter über. Also zwei große Gruppen, denen ich oft (teilweise wöchentlich) begegnen werde. Je mehr Gruppen ich treffe, desto größer ist das Risiko für mich, zum Superspreader zu mutieren. Ich möchte meine Kund*innen nicht anstecken. Diese arbeiten alle in unterschiedlichen Bereichen, manche in Büros, manche in Kitas, in Schulen, in Krankenhäusern ... wie fatal wäre da eine Ansteckung geschweige denn allein die Nachverfolgung und die Quarantäne.
Zwei weitere Kurse pausieren gerade, von denen ich noch gar nicht weiß, wie es mit denen weitergehen soll. Den Basiskurs würde ich gern draußen zuende führen, im September. Keine Ahnung, ob das so klappt wie geplant.
Mein Schnellzünder-Kurs steckt eigentlich auch grad mitten in einer Inszenierung. Zehn Termine waren noch offen, dann sollte die Aufführung stattfinden. Was nun? In den Raum können wir gerade nicht rein. Eine andere Form (digital etc.) war erstmal nicht gewünscht. Ich warte ab.


Freitag:

Zwar bedeckt, aber nicht wirklich kühler. Lesestoff heute: "Iphigenie auf Tauris" von Johann Wolfgang Goethe.

Der gestrige Abend mit den Vorspielern war eher ein Biergartentreff statt einer Probe – hehe – aber wir haben einen vorläufigen Favoriten für das geplante Hörspiel gefunden: "Das Gespenst von Canterville" von Oscar Wilde.