Mittwoch, 18. Juli 2018

#theaterunterwegs – Meine Networking-Essentials



Seit etwa zwei Jahren hat sich das Netzwerken in mein Leben geschlichen – in Form von verschiedensten Netzwerkveranstaltungen.
Mit Menschen direkt ins Gespräch zu kommen, finde ich für mich viel gewinnbringender als online neue Kontakte zu schließen.

Einige Male habe ich schon über's Netzwerken gebloggt, hier könnt ihr meine Erfahrungen und Tipps nachlesen:

Aber was nimmt man eigentlich am besten mit zum Netzwerken?
Denn die reine Anwesenheit vor Ort ist nicht alles. Optimalerweise habe ich auch folgende Dinge mit im Gepäck:
  • Visitenkarten
    Beim Face-to-Face-Netzwerken sind Visitenkarten immer noch das A & O! Bei einigen Veranstaltungen werden sie sogar für den Ablauf gebraucht, z.B. beim Business Netzwerken Berlin. Was ich an Visitenkarten liebe: Sie geben einem meist gleich einen Eindruck von der Person, von deren Stil, Vorlieben und Ideen.
    Kleiner Tipp: Visitenkarten mit Foto punkten immer! So hat das Gegenüber eine gute Erinnerungshilfe nach der Veranstaltung.
  • Flyer
    Nicht nur eine Visitenkarte vermittelt einen Eindruck vom eigenen Geschäft, sondern auch ein Flyer, der etwas mehr zeigt und z.B. interessantes Bildmaterial und/oder wichtige Infos bietet. Meine Flyer zeigen vorn ein Aufführungsfoto eines meiner GRUPPENDRANG-Kurse mit einem Zitat, das zu meiner Arbeitsweise passt. Auf der Rückseite stehen Logo und meine Webseiten sowie meine Facebook-Fanpage, ansonsten ist sie komplett weiß. So kann ich meinem Gegenüber wichtige zusätzliche Infos notieren.
  • Veranstaltungsflyer
    Mein Arbeitsbereich – Theater – lebt von Live-Veranstaltungen. Stehen demnächst Aufführungen meiner Gruppen an oder stehe ich selbst auf der Bühne, habe ich stets die passenden Veranstaltungsflyer im Gepäck, um neue Kontakte einladen zu können. Denn über Theater kann man zwar viel erzählen, aber am besten sieht man es live.
  • Kalender
    Ich habe zwar meine Termine auch alle in meinem Handy, aber meist habe ich trotzdem meinen Kalender in Buch-Form dabei, von "Ein guter Plan"
  • Handy
    Für einen schnellen Kalendercheck, für's Zeigen von Fotos oder zum Verknüpfen in den sozialen Medien ist das Handy natürlich immer dabei
  • Notizbuch
    Schon seit ein paar Jahren habe ich mir angewöhnt, verschiedene Notizbücher für verschiedene Arbeitsprojekte zu benutzen. Obwohl normalerweise fast alle meine Arbeitsnotizbücher schwarz sind, ist das zum Netzwerken knallorange – passend zu meiner CI.
  • Stifte
    Unabdingbar sind natürlich Kugelschreiber.
  • Wasser
    Ich gehöre zu den Leuten, die ständig eine Flasche Wasser bei sich tragen. Immer, wenn ich das Haus verlasse. Die Konferenzflasche habe ich – wie sollte es anders sein – von einem Networking-Event.

Alles zusammen (bis auf das Wasser) kommt in eine etuiförmige Stofftasche. So werden die Materialien in meiner normalen Tasche nicht schmutzig und ich finde alles schnell.

Geht ihr auch gern auf Netzwerkevents? Was habt ihr immer dabei?

Freitag, 6. Juli 2018

#freitagsgedanken – Family-Feeling


Family-Feeling

Ich bin ja gar nicht so der Familienmensch. Ich mag meine Familie, aber ich freue mich auch sehr, wenn ich allein bin.
Aber ich mag es, wenn eine Gruppe sich zu einer Art Familie entwickelt. Wenn ich irgendwohin komme, Menschen wiedersehe, die mir sympathisch sind, und mich gleich wie zu Hause fühle.

Diese Woche war vollgepackt mit diesem Gefühl, an verschiedenen Orten.
Dienstag war ich – wie fast jeden Dienstag – bei meinem Privatschüler zum Schauspielunterricht. Neben Stimm-, Theater- und Improübungen werden auch viele dumme Witze gemacht und viel gelacht. Ein bißchen Familienfeeling ist dann immer dabei.
Abends gab es dann noch oben drauf das Real-Family-Feeling: beim Geburtstagsessen meines Bruders.

Am Mittwoch war das Business Netzwerken richtig familiär, denn die Anzahl der Menschen, die ich schon kannte, war größer als die, die neu dabei waren. Und das war auch mal richtig schön. Zwar für den Netzwerkcharakter nicht optimal, aber dennoch richtig schön und gemütlich. Eine Netzwerk-Familie eben.

Mittwochabend dann fand der Schnuppertermin für meinen neuen Kurs statt. Etwa die Hälfte der Teilnehmer kannte sich schon durch die Vorglühen-Workshops der letzten Monate, die andere Hälfte war ganz neu. Und irgendwie war da auch wieder dieses Familien-Feeling, weil eine gewisse Vertrautheit schon da war ... und die Aussicht auf eine Vertrautheit, die in den nächsten Monaten in und mit dieser Gruppe entstehen wird.

Beim Yoga gestern waren wir nur zu dritt und es war kein neues Gesicht dabei. Als ganz kleine Familie haben wir zusammen geächzt und Witze gemacht. Eine der gemütlichsten Yogastunden seit langem.
Abends ging es dann wie jeden Donnerstag zu den Vorspielern. Ein momentan pausierender Mitspieler war zu Besuch und zack: natürlich wieder großes Family-Feeling.

Vertraute Gesichter und bekannte Gruppen sind wunderbar heimelig. Man muss sich keine Gedanken machen, wie man sich verhält, denn es keinen einen ja schon alle.
Man ist entspannt und genießt das Gruppengefühl.

Zu vertraut darf es natürlich nicht werden, also habe ich dafür gesorgt, dass ich nächste Woche wieder auf neue, unbekannte Menschen treffe.

Wie ist es bei euch? Mögt ihr dieses Family-Feeling?

Mittwoch, 4. Juli 2018

"Rom" - Deutsches Theater Berlin

Foto: Arno Declair, Bildquelle: https://www.deutschestheater.de


"Entschuldigung, aber dieser Mann ist nicht wählbar."
Rom also ...
"Rom" als Stücktitel klingt schon mal fulminant. Klingt nach VIEL Stoff. Dieses eine Wort – dieser Stadtname – ist eine Ansage.
Und so ist auch Karin Henkels Inszenierung dieses Klassiker-Mixes: eine fulminante Ansage.

Drei Stücke von Shakespeare werden hintereinander in ihrer Essenz präsentiert: "Coriolanus", "Julius Cäsar" und "Antonius und Cleopatra". Jedes Stück komprimiert auf etwa eine Stunde. Und mehr braucht es auch nicht, um die Parallelen zu zeigen, die Figuren der verschiedenen Geschichten aufeinander treffen zu lassen und die ganze Blutrünstigkeit zu zeigen.


Der Abend ist trotz der Länge von drei Stunden fantastisch! Denn die Schauspieler holen den Zuschauer ab, nehmen ihn an die Hand und mit hinein in die Geschichte Roms. Sie spielen mit Präzision und Leidenschaft, besonders die hinreißende Kate Strong mit ihrer durchdringenden Stimme und dem genialen englischen Akzent sowie das Duo Camill Jammal und Benjamin Lillie, die stets gemeinsam als eine Figur auftreten und bis in die letzte Faser ihrer Körper die gleiche Haltung einnehmen können.

In der zweiten Häfte des Abends haute mich Manuel Harder mit seinem Antonius-Monolog um.
Klar, man kennt irgendwie diese Sätze wie "... und Brutus ist ein ehrenwerter Mann", aber so wie er sie spricht, verstehe ich sie, gehen sie tief bis ins Mark und setzen sich dort fest.

"Rom" ist eine Inszenierung, die alles bietet: man bestaunt das riesige Bühnenbild, lacht manchmal lauthals über das exzentrische Spiel und die bösen Kommentare, sitzt bei einigen Monologen mit offenem Mund da und ja ... wackelt auch manchmal auf dem Sitz herum, weil drei Stunden nunmal immer noch drei Stunden sind.

Aber wenn ihr die Gelegenheit habt: schaut euch diese Inszenierung an!
Allein schon, um nach einem Abend drei Stücke auf einmal gesehen zu haben.

Freitag, 29. Juni 2018

#freitagsgedanken – Zeitfresser Social Media


Zeitfresser Social Media

In der letzten Woche hatte ich Facebook-frei. Neun Tage lang ging ich nicht auf auf Facebook online. Auch nicht auf Twitter oder Instagram (wo ich sowieso nur sehr selten unterwegs bin).

Es waren die produktivsten neun Tage seit langer Zeit.
Am Anfang war es noch ungewohnt. Ich erschrack, wenn ich morgens nach dem Abrufen der Mails automatisch Facebook im Browser öffnete. Zum Glück hatte ich mich zu Beginn der Woche ausgeloggt. Immerhin eine kleine Barriere, die mich immer wieder erkennen ließ, was ich da gerade gemacht habe.
Nach ein paar Tagen war dieser Impuls weg.

Auch und vor allem, weil ich andere (bessere) Beschäftigungen gefunden hatte. Denn ich fing wieder an, richtig mit den Händen zu arbeiten. Ich startete mit Stempelschnitzen und saß stundenlang am Tisch, friemelte an meinem Stempelgummi herum und freute mich wie ein Kleinkind, wenn das Ergebnis so wurde wie gewünscht. Ich kaufte neue Stempelkissen und war in meinem Reich.

Bis ich keine Lust mehr hatte, mich im Zimmer umschaute und anfing, die Wohnung auf Vordermann zu bringen.
Ich sortierte meine komplette Theaterliteratur, schmiss extrem viele alte Unterlagen weg und archivierte vergangene Stücke und Projekte. Weiter ging es mit Rezepten, die bei mir – herausgerissen aus unzähligen Zeitschriften – lose herumflogen. Jedes Rezept wanderte durch meine Hände und von den großen Stapeln blieb nur ein kleines Häufchen übrig, das im Rezeptordner abgeheftet wurde.

Der Flur war inzwischen leergeräumt und der Katzenkratzbaum zog an einen neuen Ort um. Ein Regal für Kochbücher wurde angebracht und Schuhe und Ohrringe repariert. Der Bastelschrank wurde aus- und wieder eingeräumt. Brownies wurden gebacken.
Und das krasseste und für mich absolut untypischste: ich fing an, sofort aufzuräumen, nachdem ich etwas benutzt hatte. Die Ordnung gefiel mir so gut, dass ich ständig den Geschirrspüler ein- und ausräumte, Wäsche wusch und alles wegräumte, was irgendwo liegenblieb.

Einen Teil dieser neuen Routine konnte ich mir retten. Aber jetzt, wo ich wieder auf Facebook aktiv bin, Werbung mache und auf meine Fanseite poste, merke ich wieder, wie die Energie abgesaugt wird. Wie unglaublich schnell ich wieder in den passiven Konsum-Modus verfalle, in dem ich einfach nur müde und wie getrieben zwischen verschiedenen Tabs hin- und herklicke.

Ich weiß nicht, ob ich es schaffe, mir mehr Momente ohne Social Media beizubehalten. Ein paar Versuche habe ich bereits gemacht:
Am Montag und Dienstag der aktuellen Woche legte ich am Rechner richtig los, postete Bilder und arbeitete exzessiv an meinem neuen Spielzeitmagazin, das im August online gehen soll.
Mittwoch aber war es Zeit für eine Pause. Ursprünglich wollte ich ganz für mich allein in die Eva-Lichtspiele gehen und einen alten, deutschen Film gucken. Aber das Geld war knapp und außerdem hatte ich beim Sortieren ein lange verschollenes Keksrezept wiedergefunden, das ich unbedingt wieder nachbacken musste.
Den gleichen Film, der an diesem Tag im Kino lief, fand ich auf Youtube ("Der schüchterne Casanova") und guckte ihn nebenbei beim Plätzchenbacken. Das Handy wurde weggelegt, so dass ich nicht verführt werden konnte von der Online-Welt. So gewann ich ein paar ruhige, entspannte Stunden.

Ich will diese online-freien Routinen weiter beibehalten. Wer macht mit?

Mittwoch, 27. Juni 2018

#monthlyfavourites – Juni-Lieblinge



Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im Juni! 




Zum Arbeiten Urlauben

Dieser Monat war mein Urlaubsmonat. Eine Woche habe ich mir eine Auszeit von Facebook genommen und war so wenig wie möglich am Rechner. In dieser Zeit habe ich gelesen und viel mit den Händen gemacht: einen Keramikkurs besucht, Bücher sortiert, meinen Flur auf- und umgeräumt und endlich wieder Stempel geschnitzt. Mir haben es Pflanzen jeglicher Art besonders angetan, also sind einige neue Stempel in Blätterform entstanden. Treuer Helfer beim Schnitzen ist mein Linolschnitt-Werkzeug, das mir schon seit Jahren gute Dienste leistet.
Neu eingezogen sind hingegen diese entzückenden Stempelkissen in extrem schönen Farben, die auch noch so hübsche Namen wie "Tea Leaves", "Hint of Pesto" oder "Eggplant" haben. Gefunden habe ich sie ebay.

 
Zum Aufhübschen


Ja, mal wieder eine Hose! Dieses Mal ein sommerliches 3/4-Modell von H&M, das ich momentan ständig trage, sobald es warm ist.
Ebenfalls neu sind diese schwarzen Sandalen von Tamaris. Wobei neu nicht ganz richtig ist: ich habe sie gebraucht bei Kleiderkreisel gekauft und bin mit ihnen sehr happy.

Geschminkt hab ich mich diesen Monat wenig und selten, einfach weil ich wenig Lust hatte. Wenn ich dann doch Lust hatte, habe ich ganz schlicht diesen kupferfarbenen Creme-Lidschatten gewählt, der schon im Oktober in den Monthly Favourites war.
Auf den Lippen blieb es ebenfalls seeehr dezent und ich habe nur ab und zu unterwegs den durchscheinenden Sheer & Shine Lipstick "Prismatic Glow" von essence benutzt, der so gut wie keine Farbe, sondern nur einen leichten getönten, glitzerigen Schimmer auf die Lippen zaubert. Allerdings gibt es den Lippenstift anscheinend nicht mehr. Auf Kleiderkreisel werdet ihr noch fündig:
https://www.kleiderkreisel.de/kosmetik/make-up-kosmetik/161713738-essence-sheer-and-shine-prisma-glow-18



Zum Lesen

Schon im November habe ich "Die Heiden von Kummerow" von Ehm Welk aus dem öffentlichen Bücherschrank auf Warnemünde mitgebracht und hatte schon einen Teil gelesen. Sie kamen auch schon in den Monthly Favourites im November vor.
Diesen Monat habe ich das Buch zu Ende gelesen. Beschrieben wird das Leben der Kinder im Dorf Kummerow Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein bißchen habe ich so einen Einblick in die Kindheit meines Großvaters bekommen (auch wenn seine Kindheit zwei Jahrzehnte später begann), der immer von diesem Buch schwärmte. Auch meine Mutter ist Fan und die beiden lagen mir damit ewig in den Ohren. Nun hab ich es gelesen und es war ein schöner Einblick in eine doch noch ziemlich andere Kindheit als die meine.

Ebenfalls gelesen habe ich bißchen DDR-Kinderliteratur: "Petroleum-Jonny" von Klaus Meyer. Ich hab ein Faible für DDR-Kinderbücher, vermutlich einfach, weil sie meine eigene Kinderliteratur waren.
Und so begeisterte mich auch dieses Büchlein, das ganz entzückend die Verhaltensweisen, Gedanken und Nöte heranwachsender Brüder zeigt. Auch dieses Buch ist aus dem öffentlichen Bücherschrank in Warnemünde. Ein ewiger Quell schöner Unterhaltung.



Zum Essen

Ich liebe bunte Süßigkeiten-Tüten, in denen man sich seine liebsten Leckereien nach eigenem Gusto zusammenstellt. So etwas ähnliches habe ich diesen Monat für ein Picknick mit Freunden kreiert. Zu Hause habe ich das Glas wieder aufgefüllt und labe mich nun regelmäßig an Fröschen, Schlümpfen, Ferkelchen und Erdbeer-Schnüren.

Und endlich gibt es überall Kirschen! Ich liiiiieeeebe Kirschen!




Zum Stöbern

Wie immer ein paar tolle Artikel, die mich diesen Monat begeistert haben:



Zum Hören

Ich habe einen etwas anstrengend geschnittenen, aber trotzdem unterhaltsamen Podcast über einen jungen Mann gehört, der Schauspieler werden will und – zack! – einfach mal nach LA fliegt. Ich fand´s auf jeden Fall interessant:
https://www.br.de/mediathek/podcast/einfach-machen/594



Zum Anschauen

Meine Freundin Carmen hat mir den Krimi-Mehrteiler "Midnight Sun" empfohlen und er ist heftig!
Ihr findet alle vier Teile auf ZDF online. Meine Empfehlung: im Original mit Untertiteln gucken!
https://www.zdf.de/serien/midnight-sun/midnight-sun-110.html

Ebenfalls Krimi: die neueste und zugleich letzte Staffel von "Die Brücke", die es leider nur bei BBC zu gucken gibt. Aber wie immer: ganz großes Kino!
https://www.bbc.co.uk/iplayer/episodes/b03bnc34

Viel Spaß habe ich momentan mit "Project Runway: Junior", das auf Netflix läuft:
https://www.youtube.com/watch?v=wgy23dwA9Ew

Aber das allerbeste ist natürlich diesen Monat der Abschluss von Sense8!!!
Nachdem die Fans nach Absetzen der Serie auf die Barrikaden gegangen sind und Petitionen gestartet haben, gibt es auf Netflix nun das Finale.
Achja, und für alle, die "Sense8" noch nicht gesehen haben: unbedingt gucken! UNBEDINGT!
https://www.youtube.com/watch?v=QYU8w4ONQVo


Freitag, 15. Juni 2018

#freitagsgedanken – Neue Leidenschaft


Neue Leidenschaft

Die letzten Jahre habe ich ab und zu mal gedacht: Ach, an der Töpferscheibe sitzen ist bestimmt interessant ...
Dieser Gedanke war nie besonders stark und kam nur auf, wenn in irgendeiner Form das Thema auf Keramik kam.

Dann aber sah ich die Sendung "The Great Pottery Throw Down" auf BBC. Gebannt schaute ich den teilnehmenden Kandidaten dabei zu, wie unter ihren Händen wunderschöne Gefäße entstanden ... Schalen, Tassen, Teller, Vasen ... und ja, auch Kloschüsseln und Springbrunnen.

Diese Sendung sorgte für einen plötzlichen starken Wunsch, das auch zu können. Ich wollte auch an dieser Drehscheibe sitzen und eine eigene Schale drehen. Eine Schale, die nicht komisch verbogen und eben nur so halb perfekt ist, weil sie durch Aufbaukeramik gemacht wurde.
Dieses Drehen faszinierte mich, der Anblick des sich verändernden Tons, der unter den Fingern der Keramiker diese perfekten Formen annahm.

Es sah spielend leicht aus, aber das ist es natürlich nicht, das war mir klar.
Dennoch wollte ich das auch. Ich wusste, ich würde es mögen.
Bei mir ist das oft so im Leben, dass ich etwas sehe/höre/erfahre und weiß, dass ich es mögen werde. Bevor ich das erste Mal in Griechenland war, war das der Fall. Genauso war es mit England.
So war es mit Stempelschnitzen und mit Haareschneiden. So war es mit Schminken und Lesen.

Und eben auch mit der Drehkeramik.
Letztes Jahr schenkte mir das Maria-Stuart-Team zu meinem Geburtstag Geld für einen Töpferkurs und ich freute mich riesig.

Letztes Wochenende war es endlich soweit: ich saß das erste Mal an der Drehscheibe. Und was soll ich sagen? Ich LIEBE es!
Dieses Gefühl an den Händen, diese Kraft und gleichzeitig Feinfühligkeit und Geduld, die es braucht, um solch ein Gefäß zu erschaffen ... einfach Wahnsinn.

Morgen ist der letzte Termin und wir werden die Gefäße, die wir gedreht haben, "feintunen". Sie werden geglättet, evt. verziert oder bemalt. Und später dann von der Kursleiterin glasiert und gebrannt.
Ich freue mich schon jetzt auf den Moment, wenn ich meine selbstgedrehten Schalen fertig in den Händen halte. Wenn ich das erste Mal daraus esse, trinke und darin Kekse serviere.

Ich habe eine neue Leidenschaft entdeckt und ich werde gewiss nicht das letzte Mal an der Drehscheibe gesessen haben. Ich freu mich auf mehr!

Mittwoch, 13. Juni 2018

"No Return" – Junges DT, Deutsches Theater Berlin

Foto: Antonia Lind, Bildquelle: https://www.deutschestheater.de/

"Was willst du noch tun bevor du stirbst?"

Für Experimente bin ich ja imer offen! Fan des Jungen DT im Deutsches Theater Berlin bin ich auch. Und so war der Media-Audio-Walk "No Return" ja quasi schon Pflicht.

In "No Return" ist der Zuschauer quasi allein unterwegs, gelenkt von Stimmen und Anweisungen auf seinem Handy. Das klingt gut und passt perfekt zu einem schönen Sommertag.

Ausgestattet mit Kopfhörern und voll ausgestattetem Handy war ich am Start und wurde von netten jungen Menschen eingewiesen. Ich lud mir eine App runter, der ich dann einfach folgte.

In kurzen Audio-Files und auf einer Karte werden die Teilnehmer auf Reisen geschickt. Kurz nach Beginn muss man sich zwischen zwei Wegen entscheiden und folgt diesem dann bis man am Schluss nahe dem S-Bhf Yorckstraße landet und dort die Reise langsam zu Ende geht.

Inhaltlich beschäftigt sich der Media-Audio-Walk mit dem Themenbereich "Tod und Suizid". Es ist schön die Eindrücke der jungen Menschen zu hören und vor allen Dingen all die Arbeit wahrzunehmen, die sie in dieses Projekt reingesteckt haben.

Am allerschönsten ist es aber, ausnahmsweise nicht in einem Theatersaal zu sitzen, sondern draußen unterwegs zu sein, irgendwie mit anderen, aber doch allein. Neue Ecken zu entdecken, die man noch gar nicht kannte. Stille Oasen der Ruhe in der Großstadt sowie einen Teil Berlins, den ich noch nicht betreten habe und der mich in seiner Schönheit wirklich überrascht hat.

Zuviel spoilern will ich nicht, denn am besten ihr lauft selbst einmal mit. Das geht noch ein paar Mal in diesem Juni, juhuuu!

Ein paar Tipps:
  • Ladet euer Handy auf, denn es braucht viel Akku. Allerdings hat das Team, das auf dem ganzen Weg als Helfer bereitsteht, auch Power Banks dabei, falls der Akku doch schlappmachen sollte (könnt ihr gegen einen Pfand ausleihen)
  • Kopfhörer könnt ihr vor Ort ausleihen (gegen einen Pfand) oder selbst mitbringen
  • Tragt bequemes Schuhwerk!
Ich wünsche euch eine tolle Reise, probiert es mal aus!




Freitag, 8. Juni 2018

#freitagsgedanken – Neue Routine


Neue Routine

Am Sonntagmorgen lag ich morgens im Bett und dachte daran, dass am gleichen Tag nachmittags ein Picknick mit Freunden stattfinden wird. Ich dachte an einen Artikel, den ich wenige Tage zuvor gelesen hatte, in dem Eckart von Hirschhausen über das Intervallfasten gesprochen hat.
Dann sagte ich zu meinem Mann: "Ich glaube, ich frühstücke nicht mehr."
Und er sagte: "Ja, heute nachmittag gibt es ja auch viel zu Essen."
Und ich: "Nein, ich meine nie mehr."
Und mein Mann: "Super, mach das!"

Schon seit fast zwei Jahren isst mein Mann abends kein Abendessen mehr. Er hat gemerkt, dass er nachts viel besser schläft, wenn er auf´s Abendessen verzichtet. Die Folge davon: er hat auch Gewicht verloren.
Ich mag meinen Körper und im Grunde genommen ist mir recht egal, wieviel ich wiege. Allerdings liiieeeebe ich auch meine Klamotten. Und durch Gewichtszunahme passe ich in bestimmte Kleider nicht mehr rein. Das finde ich ziemlich deprimierend, denn ich würde sie gern wieder tragen. Also hätte ich nichts dagegen, soviel Gewicht zu verlieren bis mir die Kleider wieder passen.

Diäten finde ich ziemlich unsinnig und total anstrengend und mag es nicht, dass sie auf eine abgesteckte Zeitpanne festgelegt sind. Da ist ja schon vorprogrammiert, dass man danach wieder zunimmt.
Also ist eine langfristige Umstellung sinnvoller.

Natürlich könnte man sagen: Ach, da muss man sich einfach nur gesünder ernähren und Sport machen. Das ist leicht gesagt, wenn man supergesundes Essen total lecker findet, gern Sport macht und Ungesundes sowieso verschmäht. Das ist bei mir nicht so.
Eine Umstellung, bei der ich trotzdem essen kann, was ich will, ist für mich also die beste.

Und hier kommt Herr Hirschhausen mit dem Intervallfasten ins Spiel. Und im Besonderen die Variante, bei der man 16 Stunden lang Essenspause macht. Also 8 Stunden essen, 16 Stunden nichts essen. Nur welche Uhrzeiten sollte ich wählen?

Die Variante meines Mannes kommt für mich nicht in Frage. Ich esse am allerliebsten abends und da gern auch viel und spät.
Aber Frühstück mochte ich noch nie besonders. Frühstück war für mich mein Leben lang eher eine Pflichtveranstaltung, weil man halt Frühstück isst.

Also hab ich Sonntag ein Experiment begonnen, das nun zu einer festen Angewohnheit werden soll. Seit Sonntag esse ich jeden Tag nur zwischen 13 und 21 Uhr. Und so langsam wird es immer einfacher und normaler.

Der Morgen ist seitdem viel entspannter. Ich muss nichts essen und kann entspannt mit einem Glas Wasser am Küchentisch sitzen und chillen.
Ab 11 Uhr wird es schwieriger, da meldet sich langsam der Hunger, aber es wird auch immer leichter, damit umzugehen. Mein Körper gewöhnt sich dran.

Jetzt muss ich noch gucken, was ich in den 8 Stunden wirklich esse und da eine ausgewogenere Routine entwickeln, die nicht nur aus Eis und Chips besteht. :D
Aber das wird schon noch.

Habt ihr eure Ernährungsgewohnheiten mal stark umgestellt? Wie ging's euch damit?