Sonntag, 29. März 2020

Corona-Theatertagebuch – Sonntag, 29. März 2020



12:45 Uhr:

Heute ist ein ruhiger Tag. Ein bißchen müde, ein bißchen langsam. Die Sonne kommt nicht raus, es regnet, mein Kater hat Angst vor dem Wind und die Teilnehmenden der LAG Grundlagenbildung machen gerade eine 5-minütige Schreibaufgabe. Alle sind schon ein bißchen eingegroovt und der heutige Ausbildungstag ist ganz entspannt.


16:19 Uhr:

Der zweite Ausbildungstag lief gut und mit schönen Szenenergebnissen in Zoom. Ich merke, dass wir erst anfangen, herauszufinden, was alles online möglich ist und bin gespannt auf mehr.
Für die Teilnehmenden ist es gleichzeitig eine verunsichernde Situation. Auch wir Dozenten wissen noch nicht, wie lange das jetzt so weitergeht mit der Krise und wie wir damit umgehen werden. Das nächste Wochenende im April findet auf jeden Fall auch wieder online statt. Weiter können wir noch nicht planen.

Dieses Arbeitswochenende war extrem befriedigend. Ich fühle mich gut, wenn ich Arbeit machen kann, die Spaß macht, sinnvoll ist und sowohl persönliche als auch finanzielle Wertschätzung bringt. Mal ganz banal gesagt.


17:28 Uhr:


Jetzt backe ich Brownies und gucke Germanys Next Topmodel. Entspannungsprogramm.

Lydia von Büronymus hat einen witzigen Beitrag geschrieben:
https://www.bueronymus.de/pandemie-gute-zeiten-schlechte-zeiten/?fbclid=IwAR3FuFUYG93QvcSWIyMEyBlX_YAeXkeilzyMly89Dnbi98ovFe3v_GUccI0


19:43
Uhr:

So, noch ne Runde Homeoffice. So langsam trudeln Antworten auf gefühlt uralte Mails ein. Die Menschen gewöhnen sich so langsam an die Krise und finden eine Art neuen Alltag. Zumindest fühlt es sich so an. Teilweise auch für mich. Gleichzeitig aber auch wie ein immerwährendes Wochenende ohne richtig Wochenende zu sein. Manchmal kommt mir der Gedanke, dass ich irgendwann wieder rausgehe und mit Gruppen arbeite, richtig eigenartig vor.


20:44 Uhr:

Ich kann Rechnungen schreiben. So ein erleichterndes Gefühl in der aktuellen Lage.

Der Tag endet mit dem wunderbaren Ukulele Orchester of Great Britain:
https://www.youtube.com/watch?v=eueX33AMHLc

Feierabend.

Samstag, 28. März 2020

Corona-Theatertagebuch – Samstag, 28. März 2020



8:34 Uhr:

Ich habe mir den Wecker früh gestellt, um gemütlich in den Tag starten zu können. Mit einem Tee sitze ich vor'm Rechner und genieße den Sonnenschein im Büro.


10:13 Uhr:

Gleich öffne ich den Zoom-Raum für den heutigen Ausbildungstag der angehenden Spielleiter*innen der LAG.


12:22 Uhr:


Der erste Ausbildungsblock lief gut, alle 17 Teilnehmenden sind dabei. Wir haben Spiegelübungen gemacht und Standbilder in Breakout-Sessions, die wir gleich bestaunen werden.


19:15
Uhr:

Das war ein grandioser Ausbildungstag heute! Wir haben gelacht, Spaß habt und die Teilnehmenden waren super kreativ. Vera und ich haben noch einiges über Zoom gelernt.

Die letzten Abende und der heutige Tag haben mich richtig happy gemacht. Ich merke, wir sehr ich meine Arbeit brauche, um glücklich zu sein. Das gemeinsame kreative Spielen, das Inszenierungen und Ideen entwickeln in einer Gruppe. Dabei ist es für mich egal, ob das online oder offline geschieht. Mir macht beides Spaß. Die Online-Arbeit hat auch einige Vorteile. Man kann viel leichter überregional oder sogar international arbeiten, spart sich Fahrtwege, ist ortsunabhängig, hat viel weniger Raumkosten, kann auch arbeiten, wenn man erkältet ist, und kann sich den Arbeitsplatz so gemütlich machen wie man möchte.
Ich hoffe, dass die Online-Arbeit, die ich jetzt entwickle, weiterhin Bestandteil meiner Arbeit bleibt. Auch nach der Krise.

Einen Mini-Spaziergang habe ich auch gerade hinter mir.


19:23 Uhr:

Hurra! Ich habe zwei Anmeldungen für meine nächsten Online-Workshops und einen Gutschein-Kauf. Meine Kunden sind die tollsten! I love you all!


19:44 Uhr:

Ich koche jetzt zum zweiten Mal heute Spaghetti und dann ist Feierabend. Zeit für noch ein paar Folgen "The Office".

Freitag, 27. März 2020

Corona-Theatertagebuch – Freitag, 27. März 2020



8:57 Uhr:


Die Sonne scheint, ich habe etwas besser geschlafen, aber trotzdem bin ich irgendwie müde und alles ist zäh. Gestern habe ich mit meiner Mutter am Telefon noch Witze gemacht über so Jammer-Leute (eine Kollegin von ihr sagt wohl oft "Ich will auf den Arm!" und meine Mutter so zu mir: "Boah, das is bei mir echt der Ofen aus!"), heute jammer ich selber rum.
Gestern nacht hat mir Vorspielerin Andrea noch eine coole Idee für Erklärvideos geschickt, also dass ich meine Online-Workshops & -kurse in einem Video erklären könnte, um die Hürde für Leute zu nehmen, die nicht wissen, was sie erwartet. Das werde ich machen! Danke Andrea!
Auch meine Kollegin Anati hat Hilfe angeboten. Ihr seid super, Leute!

Die Welt fühlt sich gerade ein bißchen an wie "Sommergäste" von Maxim Gorki. Eine träge Langeweile, durchtränkt von Sorge und Elend, mit aufblitzenden enthusiastischen Momenten. Weird.


10:01 Uhr:


Heute ist International Theatre Day! Gleich mal ein Laber-Video auf Facebook hochgeladen.

Jetzt beginnt das Online Netzwerken von Barbara & Friends.

Andrea Hansen hat neue Postkarten im Shop, die ich wunderschön finde. Musste ich sofort bestellen. Die finden dann die nächsten Wochen ihren Weg zu Freunden und Verwandten. Guckt mal:
https://www.etsy.com/de/shop/MadameAHsDarlings


11:51 Uhr:


Hello Müdigkeit, my old friend.


12:26
Uhr:

Ich schneide gerade ein kleines Filmchen aus meinem Auftritt bei "Theater à la carte" zusammen.
Aus der Küche riecht es nach Mittagessen.


13:14 Uhr:

Es gab Kartoffelwürfel! Juhuuu!

Das Video ist fertig geschnitten und wird jetzt exportiert.


15:33 Uhr:

Nach zwei Versuchen und Umverteilung von Millionen Ordnern und Fotos, um auf meiner Festplatte Platz zu machen, ist das Video von meinem Auftritt sowohl exportiert als auch auf Facebook gepostet. Uff.
Das schlimme ist, dass ich in der Videoansicht auf meiner Facebook-Page dann immer anfange, alle möglichen älteren Videos von mir anzugucken. Kennt ihr das auch? Oder bin ich einfach nur selbstverliebt und hör mich gerne reden? :D

Wenn ihr das Video auch gern sehen möchtet – hier entlang:
https://www.facebook.com/sarahbansemertheater/videos/235053304549985/

So langsam steigt die Aufregung wegen meines Online-Workshops heut abend. Ich habe vier Anmeldungen, ich hoffe, es sind auch alle dabei. 


17:59 Uhr:

Ich habe eine Folge Suits geguckt und schon zwei Tassen Tee getrunken. Ich habe getanzt und die Katzen gekuschelt. Bin trotzdem innerlich unruhig und hibbelig. Hab solche Tage immer mal wieder, hängt glaube ich mit dem Zyklus zusammen. Und der Aufregung.


21:09 Uhr:

Der erste Online-Workshop ist beendet und hat richtig Spaß gemacht. Ich hatte nur zwei Teilnehmende, aber das war total okay, besonders bei dem Thema. Was ich gelernt habe: bei Stimmübungen sollte man alle stumm schalten. Ist notiert für's nächste Mal.
Hach, ich bin erleichtert, dass es gut lief.
Feierabend.



Donnerstag, 26. März 2020

Corona-Theatertagebuch – Donnerstag, 26. März 2020




9:53 Uhr:


Diese Nacht habe ich richtig schlecht geschlafen. In meinem Kopf habe ich Gedanken und Ideen zu  Online-Workshops gewälzt, zusammen mit der Sorge, dass das niemand bucht. Um 4 Uhr habe ich mir dann eingebildet, mein rechter Kiefer wäre an einer Stelle innen am Zahnfleisch dicker. Also musste ich aufstehen und das im Badspiegel auschecken. Der Unterschied war: ich habe rechts an dieser Stelle noch einen Zahn, links nicht. Man, man, man. Das Einschlafen war dann wieder genauso schwer.

Heute pinker Lippenstift und pinke Fingernägel. Um mal was positives zu sagen.


10:13 Uhr:

Ich checke meine Facebook-Nachrichten. Seit einer Woche bin ich dauernd in Spam-Chats, jeden Tag mindestens zweimal, muss dann immer diese eigenartigen Gruppenchats verlassen. Nervig.



Das erste, was ich morgens am Rechner mache, ist übrigens immer der Blick auf Bloglovin, wo ich allen Blogs folge, die ich mag (es sind viele). Um gleich am Morgen was schönes zu sehen. Leider wird auch grad weniger gebloggt.
So langsam bin ich auch übersättigt an Corona-News. Lese kaum noch Nachrichten und möchte auch keine Interviews mit Leuten, die jetzt durch Corona ihre Jobs verlieren, lesen. Ist bei mir ja ähnlich. Das reicht schon. Was nicht heißt, dass solche Beiträge keine Existenzberechtigung haben.

Von einer Teilnehmerin meines pausierenden Basiskurses bekomme ich eine sehr schöne Mail:
"Wie geht es dir denn? Ich bin mir sicher, dass es mit den ganzen Kursabsagen nicht einfach für dich ist. Gibt es eine Möglichkeit, dich zu unterstützen? 
Sag mir gerne Bescheid! :)"
Ja, gibt es! Ihr könnt bei meinen Online-Workshops mitmachen oder Gutscheine kaufen!

Ich habe es übrigens gestern spätabends noch geschafft, die besagte Mail an den nächsten Basiskurs zu schicken, dass er später im Jahr beginnen wird und ich noch nicht weiß wann. 

Erste richtige und harte Amtshandlung des Tages: ich muss zum ersten Mal an mein Erspartes ran, um meine Zahnarztrechnung zu bezahlen, die gestern im Briefkasten lag. Ich will nicht. Meehhh.

Gleichzeitig überlege ich, ob ich 4,99 € für TV.NOW ausgebe, nur um die Trash-Sendung "Prince Charming" zu gucken. Es geht bergab mit mir.

Zur Aufheiterung mache ich eine der Übungen des Junges Volkstheaters Wien (Tag 2 – "Noch Fragen?":
https://www.volkstheater.at/junges/ 

Hier mein Ergebnis:

11:02 Uhr:


Gestern hab ich noch gedacht: Jetzt komme ich in die Trauerphase. Und gerade habe ich diesen Artikel gefunden:
https://hbr.org/2020/03/that-discomfort-youre-feeling-is-grief?fbclid=IwAR0LiSxVcB8aJpYK9xijAVNiEze93nEOHK7b8A6BtL_F3DaVnFixabk3n4g
Wie passend.


12:32
Uhr:

Ich mache jetzt Mittag. Spaghetti mit Pesto.

Die Monthly Favourites für diesen Monat lege ich übrigens mit dem April zusammen, d.h. sie gehen Ende April online. Nur falls ihr euch wundert, wo die denn bleiben.


17:31 Uhr:

Ich habe Mittag gegessen, ich war einkaufen (bei Lidl gibt es Klopapier!), habe meiner Mutter mit GoogleDrive geholfen und meiner ehemaligen Gruppe Synchronschief angeboten, ihnen für ihre Online-Probe heute Zoom zu zeigen.
Außerdem sind weitere Online-Workshops auf meiner Website! Whoop whoop!
http://www.theaterkurse-online.de/

Jetzt geht gleich der Online-Marathon los: erst Synchronschief, dann die Gruppe Vorspiel. Schnell noch mal auf Klo.


19:38 Uhr:

Die neuen Staffeln Suits sind online! Zumindest bei Netflix Kanada ... räusper. Habe eben eine Folge im Wohnzimmer beim Abendessen geguckt und den Zoom-Chat meiner ehemaligen Gruppe auf meinem Rechner im Büro einfach angelassen. In ein paar Minuten werde ich ausprobieren, ob ich das Meeting verlassen kann ohne es zu beenden. Habe schon eine Co-Moderatorin ausgewählt.


19:38 Uhr:

Okay, Meeting verlassen ohne anderen Host geht nicht. Da hilft wohl auch die Co-Moderatorin nicht. Nunja.
Die Vorspiel-Probe lief sehr gut. Jitsi hat am Anfang leider schlapp gemacht, dann sind wir zu Zoom gewechselt, da lief es gut.

Ich hoffe, ich kann diese Nacht besser schlafen. Feierabend.


Hier noch mein Lieblingsbild von gestern Abend:


Mittwoch, 25. März 2020

Corona-Theatertagebuch – Mittwoch, 25. März 2020




11:19 Uhr:


Heute habe ich sehr lang ausgeschlafen, dann ewig mit meinem Kater im Bett gekuschelt und relativ motiviert die ersten Tagesaufgaben abgearbeitet: Rücküberweisungen, Zoom-Mitschnitte versenden, einen Artikel eines Kollegen korrigieren und Mails sortieren.
Mein Geist ist gerade recht klar, das ist angenehm.


15:03 Uhr:

Die Arbeit läuft recht unkompliziert. Ich habe am Vormittag noch das ganze Textscript (zumindest den Teil, der bis jetzt existiert) meiner Theatergruppe Vorspiel formatiert und angepasst. Mails beantwortet, noch mehr Korrektur gelesen und dann ein spätes aber gesundes Mittagessen gekocht: Kartoffel-Gemüse-Pfanne. Ich überlege, welche Kurse ich online anbieten könnte und ob ich dafür überhaupt Kunden finde. Aber das wird sich zeigen. Ansonsten bin ich ganz froh, dass ich heute nur Kram abarbeiten muss. Werde jetzt die Szenen für meinen Schnellzünderkurs, der gerade pausiert, in Google Docs in einer Tabelle zusammenfassen.

Ich will Baklava essen. Starre das Baklava aus Papier an, das mir mein Mann vor ein paar Monaten als selbstdesignten Bastelbogen geschenkt hat. Er ist der Beste!



15:57 Uhr:

Ich habe mich an den Küchentisch gesetzt und Postkarten geschrieben, an meine ganze Familie (vier Personen ... wir sind eine kleine Familie). Vorgestern habe ich Briefe und Päckchen an ein paar Freunde geschickt. Damit mache ich die nächsten Tage und Wochen einfach weiter. Ich glaube, "echte" schöne Post ist für alle gerade ein Lichtblick und Stimmungsaufheller.

Wieder zurück am Schreibtisch lese ich im Gruppenchat einer meiner pausierenden Gruppen, dass die Schwiegermutter einer Teilnehmerin gestorben ist. Momentan sind die Bestattungsregelungen auch sehr eingeschränkt, nicht mehr als 5 Trauergäste, keine Traugottesdienste. Es ist deprimierend.

Meine Oma, die ich sonst alle zwei Wochen im Heim besuche, würde mich gern wiedersehen. Telefonieren ist leider etwas schwierig, weil sie kein eigenes Telefon im Zimmer hat und auch nicht wirklich rangehen könnte, wenn es klingelt. Sie glaubt meiner Mutter nicht, dass Besuche verboten sind.
Ich habe ihr zum Geburtstag eine Postkarte geschrieben und hoffe, die Pfleger*innen lesen sie ihr vor.

Meine Haare sind so lang, dass ich sie im Zopf tragen kann.





18:51
Uhr:

Mit meiner Kollegin Vera hatte ich ein ausführliches Zoom-Meeting, um gemeinsam den Fahrplan für's kommende Wochenende der LAG zu planen. Viele gute Ideen gesammelt.

Kleiner Aufruf an meine Kollegen: ich komme an meine Tech-Support-Grenzen. Ich verstehe, dass viele Fragen zu Zoom und Jitsi haben. Ich helfe auch gern, aber es werden echt zu viele Anfragen.
Mache auch einen entsprechenden Post in Facebook.

Das hier ist übrigens eine gute Aktion, unbedingt auf Youtube liken:
https://www.youtube.com/watch?v=ixGdzqERNWc&fbclid=IwAR00DxO9znXYtvl0vEir4sdgO9-40PjTSNnah0V1kreGshrskiaUGp1OAiM

Ich denke, jetzt muss ich nochmal raus. Will auch noch Postkarten einwerfen. Feierabend? I don't know.

Dienstag, 24. März 2020

Corona-Theatertagebuch – Dienstag, 24. März 2020




09:43 Uhr:


Ein sonniger Morgen mit Ausschlafen. Perfekt. Die Sonne macht gute Laune, ich mache wieder 10 Minuten Yoga und lege für den Tag knallroten Lippenstift auf, passend zu meinem Spielzeug-Automaten-Pin, den ich heute zum ersten Mal trage.

Gestern abend habe ich noch eine Weile über ein Thema nachgedacht, dass Pablo in unserem kollegialen Austausch angesprochen hat: als Dozenten haben wir eine Verantwortung für unsere Teilnehmenden. Zum einen die Verantwortung zur positiven Hoffnung, aber auch zur Sicherheit und Stabilität. Und ich war gestern sehr gerührt, als ich von Kollegen gehört habe, die ohne Bezahlung weiter mit ihrem Teilnehmenden (Jugendliche, Studenten, etc.) Online-Meetings und -Proben machen, weil sie ihnen einfach am Herzen liegen. Wahnsinn.

Und nochmal aus der Rubrik "Was ich an der Krise mag": Ich lerne so viele neue Kollegen kennen! Seit Jahren versuche ich mich in der Theater(pädagogen)-Szene zu vernetzen und jetzt klappt es endlich besser.


11:40 Uhr:

Ich hatte wieder Privatunterricht, dieses Mal gab es aber technische Probleme mit dem Ton. Ich hoffe, nächste Woche funktioniert es wieder reibungslos. Aber es war okay und trotzdem dann noch eine lustige Stunde.



12:15 Uhr:

Mein Mann schickt mir ein Foto vom Balkon und ich setze mich für ein kurzes Weilchen mit raus zu ihm unter die Decke. Aber es ist doch ganz schön kalt draußen.


13:35 Uhr:

Zeit für ein Mittagessen. Spaghettiiiiii!


15:08 Uhr:

Das ständige Am-Rechner-Hängen macht mich richtig müde. Jetzt nehme ich erstmal ein Bad. Der heutige Tag fühlt sich wahnsinnig unproduktiv an. Eigentlich muss ich mal eine Mail an den Basiskurs schreiben, der im Mai beginnen soll. Der wird sich verschieben, weil der aktuelle Kurs unterbrochen ist und irgendwann erstmal fortgesetzt wird. Aber ich bringe es nicht über mich. Fühle mich gelähmt.


17:48 Uhr:


Ich habe für Kollegenen Zoom-Austausch veranstaltet, um ein paar Funktionen und Möglichkeiten zu zeigen. Jetzt will ich raus, spazieren.


20:01 Uhr:

Der Spaziergang war SO wichtig. Um mich selbst zu verwöhnen, habe ich mir zum Abendessen Burger und Curly Fries gekauft. I loooooove Curly Fries!
Jetzt sitze ich wieder am Rechner und telefoniere mit meiner Mutter.


20:48 Uhr:

Tech Support ist momentan mein Hauptjob. Ist für den Moment auch okay. Leider gibt's kein Geld dafür.
In 10 Minuten bin ich im Schlafzimmer zum Netflixen verabredet. FEIERABEND!



Montag, 23. März 2020

Corona-Theatertagebuch – Montag, 23. März 2020




8:52 Uhr:


Heute schon früh (für meine Verhältnisse) am Rechner, denn gleich habe ich ein Skype-Gespräch mit meiner Kollegin Inka, um weiter über unsere gemeinsame Website zu sprechen.

By the way: das Katzenstreu mit "Cashmere"-Duft riecht echt ätzend. Wie Parfum. Meine Katzen tun mir leid. Aber was soll man in der Krise machen ...


9:28 Uhr:

Das gemeinsame Website-Projekt wird noch eine Weile warten und damit kann ich auch gut leben. Alles zu seiner Zeit.



9:45 Uhr:

Ich teste mit meinem Mann in Zoom das Whiteboard (natürlich werden Penisse und Brüste gemalt ... wir sind sooo erwachsen 😂) und die Breakout-Sessions aus. In Ermangelung an Teilnehmern ist er natürlich erstmal allein in der Breakout-Session. Aber er hat's überlebt. Fühle mich immer mehr gewappnet für die ersten eigenen Seminare und Workshops.


13:32 Uhr:

In Jitsi warte ich auf meinen Kollegen Frederic (ebenfalls Theaterpädagoge) zum gemeinsamen Austausch.
Vorhin war ich im Kiosk, um Päckchen und Briefe aufzugeben und Briefmarken zu holen. Alle haben so gut es geht versucht, in dem engen Laden Abstand zu halten. Ein älterer Mann war extrem gereizt und ungeduldig. Dabei scheint er ja Zeit zu haben, wenn er mittags im Kiosk ist. Man, man, man ...


14:42 Uhr:

Das war ein sehr schönes Gespräch mit vielen interessanten Gedanken. Frederic meinte, ich soll einen Podcast machen. Die Idee habe ich ja schon seit längerem. Wird auf jeden Fall irgendwann gemacht!
Er hat mir auch einen Online-Workshop empfohlen, den ich gleich gebucht hab:
https://www.elanafishbein.com/remote-learning?fbclid=IwAR1ZXOjUjJ18dbprMaTsUFtlsracvYD50OKBomqhHRvwcgaLo8AqTVTvvNc


17:05 Uhr:


Man, bin ich müde! Das Nachmittagstief ist auf dem wirklich absoluten Tiefpunkt.


21:43 Uhr:

Der wöchentliche kollegiale Austausch in Zoom war toll und sehr interessant. Es bricht eine Zeit des Umdenkens an und ich freue mich, dass viele mitziehen und mit Lust und Neugierde in das unbekannte Terrain starten. Die ersten hatten jetzt schon Erfahrungen mit Online-Proben, die ziemlich positiv waren. Natürlich kann ich auch total verstehen, dass es für einige Kollegen abschreckend ist. Und dass viele (noch) in Schockstarre sind und nicht verstehen, was hier eigentlich gerade passiert. All das braucht jetzt Zeit und Raum. Und den haben wir, da es gerade für fast alle neu und ungewohnt ist. Außer für meinen Mann, der arbeitet weiter wie bisher (Programmierung, Grafik & 3D-Produktvisualisierung), dessen Hauptkunden zur Zeit Bestatter und Sanitätshandel sind. #keinscherzabertrotzdemlustig

Ich bin müde. Feierabend.

Sonntag, 22. März 2020

Corona-Theatertagebuch – Sonntag, 22. März 2020




9:39 Uhr:


Nach dem Aufwachen schreibe ich mit einer Freundin auf WhatsApp bis sie einfach anruft. Macht es deutlich einfacher. Hehe. Telefonieren kommt jetzt vielleicht wieder in Mode.
Wir sprechen über die aktuelle Situation und sie sagt den tollen Satz: "Ich hoffe, dass sich einfach mal was bewegt in den Köpfen der Menschen." Das hoffe ich auch.


11:22 Uhr:

Meine Freundin und Yogalehrerin Eva, mit der ich gestern telefoniert hab, hat mir gestern noch eine Audio-Datei mit 10 Minuten Yogaunterricht zum Testen geschickt. Eben habe ich die Yoga-Einheit ausprobiert und fand es richtig toll. Das Audio-Format ist ideal, wenn die Teilnehmer die Übungen schon kennen und einfach in Bewegung bleiben wollen. Man muss nirgendwo hingucken, sondern einfach nur lauschen und machen, was die Stimme sagt.



11:38 Uhr:

Bei so einem tollen Post kann man nur happy in den Tag starten:



Und auch viele andere tolle Nachrichten haben mich die letzten Tage erreicht. Schaut mal:

"Liebe Sarah, wieder schön geschrieben und ihr macht das alle ganz toll! Ich als eh schon sehr virtuell Arbeitende finde es sehr inspirierend, was ihr alle schafft! Macht weiter so und es darf absolut auch was kosten! Ist ja auch Arbeit und damit wertvoll! 😊💞"

"Ich lese mit regem Interesse deine Posts und Blogbeiträge. Finde es echt super dass du so viel ins Möglichmachen gehst, und Kraft und Ermutigung ausstrahlst!"

" Es berührt mich dein Tagebuch zu lesen... schön, wenn ich so sagen kann😊"

Vielen Dank für eure Rückmeldungen und Unterstützung. Es freut mich sehr, dass euch meine Posts gefallen und vielleicht auch ein bißchen helfen.
Praktische Hilfe und Blogbeiträge mit Tipps und Tricks werden bestimmt die nächsten Wochen folgen. Da muss ich jetzt erstmal selbst viel lernen und ausprobieren.


13:15 Uhr:

Aus der Rubrik "Was ich an der Krise liebe": Ich schaffe es endlich mal an Sachen teilzunehmen, an denen ich schon immer mal teilnehmen wollte. Heute endlich eine halbe Stunde Unterricht Physisches Theater bei Pablo Volo. War richtig, richtig gut (und anstrengend). Wenn ihr auch wollt – Pablo macht alle paar Tage ein offenes Training in Zoom, die Termine gibt's hier:
https://www.facebook.com/volo.pablo
und hier: https://www.pablovolo.com
Noch ist es kostenlos, aber sollte er eine Spendenmöglichkeit einrichten, dann hinterlasst ihm doch auch ein kleines Dankeschön. Muss ja nicht viel sein.
Ich werde bestimmt noch öfter dabei sein und freue mich, euch dort zu sehen. Let's have fun together!


13:25 Uhr:

Auf der To-Do-Liste für heute steht: Mittag kochen und dabei Germanys Next Topmodel gucken. Tja, da muss ich dann wohl mal ans Werk.


16:08 Uhr:


Werbung für mein Theater Meet Up Online gemacht. Austausch auf Facebook. Jetzt vielleicht mal ganz früher Feierabend und weg vom Rechner? We will see.


18:35 Uhr:

Ich geh doch nochmal an den Rechner. Wat soll man machen.


19:16 Uhr:

Ich dödel allein in Zoom rum und checke Möglichkeiten aus. Will auf jeden Fall bei meinen nächsten Workshops mit Breakout-Sessions arbeiten.


20:08 Uhr:

Vielleicht sollte ich Briefe schreiben oder Päckchen verschicken? Ich geh mal auf die Suche, hab Lust auf was kreativ-basteliges. Morgen stehen viele Online-Besprechungen auf dem Plan. Deshalb jetzt Feierabend und Zeit für Kreativität.