Mittwoch, 29. Mai 2019

#monthlyfavourites – Mai-Lieblinge


Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im Mai!




Zum Arbeiten

Mit dem herannahenden Sommer kommt das Sommerloch und somit auch die Zeit der Fortbildung. Wenn ich keine Workshops oder Seminare besuche, nutze ich im Sommer immer die Zeit, um mal endlich ein bißchen Fachliteratur zu lesen. Dieses Buch steht schon seit Jahren im Schrank und jetzt habe ich es endlich über die ersten 3 Seiten hinausgeschafft. Ich weiß noch nicht so recht, was ich davon halte. Die Textbeispiele sind schrecklich hölzern und lebensfern, so spricht kein normaler Mensch. Es könnte aber auch einfach schlecht übersetzt sein, ich weiß es nicht. Ich werde mal weiterlesen und vielleicht später nochmal berichten.

 

Zum Aufhübschen

Wie ihr ja in den letzten Favoriten-Posts schon mitgekriegt habt, versuche ich nach und nach viele Pflegeprodukte durch plastikfreie Alternativen zu ersetzen. Das dauert natürlich ein bißchen, weil ich die ganzen Produkte, die ich noch auf Vorrat habe, erst aufbrauchen muss. Zudem experimentiere ich mit der selbstgemachten Kosmetik ein bißchen herum bis ich eine perfekte Lösung finde. Ein Rezept für das perfekte Deo habe ich jetzt endlich gefunden: https://www.mix-dich-gluecklich.de/festes-deo/
Zur Form: Meine Mutter hat mir zu Ostern eine Eiswürfelform mit Blumen-, Schmetterlings- und Käfermotiven geschenkt, die ich nun zum Gießen für feste Kosmetikprodukte verwende. Ansonsten eignen sich auch alle möglichen anderen Silikonformen, z.B. Muffinförmchen. Ich bewahre das Deo in einer kleinen Metalldose im Kühlschrank auf, so wird es nicht weich, wenn die Temperaturen heißer werden und ist gleichzeitig schön erfrischend. Ich habe andere Duftöle als im Rezept verwendet, nämlich Zitrone, Mandarine und Zitronengras.
Noch mehr Kosmetik-Rezepte findet ihr übrigens auf meinem Pinterest-Board: https://www.pinterest.de/sbansemer/salben-cremes-mehr/
Manche davon habe ich schon ausprobiert, den Großteil aber (noch) nicht.

Außerdem habe ich mir waschbare Abschminkpads aus Baumwolle gekauft. Ich kriege sie nicht lupenrein sauber, aber für den privaten Hausgebrauch stört mich das nicht. Ich habe sie bei Amazon gefunden, meine sind von heikii.

Bei Schminke kann (und will) ich Plastik (noch) nicht umgehen und habe mich in die kleine Lidschattenpalette von M.A.C. verliebt, aus der Rocky Horror Special Edition. Ich habe die Palette bei Kleiderkreisel gefunden und finde schön, dass es neutrale, universell einsetzbare Farbtöne sind. Perfekt für Reisen!

Ebenfalls von Kleiderkreisel sind die dazu passenden Rocky Horror Show Pins, die ich zurzeit an meinen Sommerjacken trage, sowie die "Korallen"kette aus Metall. Letztere hatte ich beim Spazierengehen am Hals einer Frau gesehen und dann gleich Kleiderkreisel abgegrast bis ich fündig wurde. Dort findet man wirklich alles!



Zum Lesen

Was tut man nicht alles für die Kunst? Die Genossenschaft plant eine Trash-Lesung und dafür habe ich es geschafft, einen kompletten Groschenroman zu lesen. Er ist so schön cringy, dass er mit in die Favoriten musste.




Zum Essen

Es ist wieder Zeit für Eistee-Sirup! Den habe ich für meine Jubiläumsfeier Anfang Mai in Massen gekocht und den fertigen Eistee dann in diesem genialen, riesigen Getränke-Spender kredenzt, der  bei den Favoriten nicht mit auf's Bild gepasst hat: Klick!
Ebenfalls großer Favorit ist diese Glaskaraffe von IKEA, von denen ich zwei gekauft hab, ebenfalls für besagte Feier. Jetzt bin ich für den Sommer und alle nächsten Events gerüstet.

Bei Edeka habe ich eine TropiFrutti-Imitation entdeckt, die echt lecker ist – meine Lieblingssüßigkeit im Mai.




Zum Stöbern

Und dazu wie immer ein paar tolle Artikel, die mich diesen Monat begeistert haben:



Zum Hören

Ich feier gerade diese zwei Songs:

https://www.youtube.com/watch?v=l-O5IHVhWj0

https://www.youtube.com/watch?v=ORroLqHB_XM

Den Podcast mit David Tennant habe ich schon einmal vorgestellt, aber diese Folge hier fand ich besonders toll. I loooove Whoopi!
https://play.acast.com/s/davidtennant/whoopigoldberg




Zum Anschauen

Highlight des Monats war "The Avengers: End Game". Ich habe wahnsinnig geweint bei diesem Film – er ist einfach total bewegend und traurig und schön:
https://www.youtube.com/watch?v=TcMBFSGVi1c

Wer es noch nicht gesehen hat, sollte unbedingt Fleabag gucken:
https://www.youtube.com/watch?v=eac6Ss9rWKw
Staffel 2 ist sogar noch toller:
https://www.youtube.com/watch?v=aX2ViKQFL_k

Ebenfalls sehr unterhalten wurde ich diesen Monat von der Serie "Deep Space Nine":
https://www.youtube.com/watch?v=_s-nDssQRtI

Endlich habe ich auch wieder ein Wochenende Keramik gemacht und mein Mann hat mir später den Link zu diesem Video geschickt – so genial:
https://www.youtube.com/watch?v=lHEf7Vh3UIA

Donnerstag, 16. Mai 2019

10 Jahre Theater – Meine liebsten Inszenierungen

Dieser Monat ist mein Jubiläumsmonat. Vor 10 Jahren habe ich mit meiner Theaterarbeit angefangen. Eine lange Zeit voller einzigartiger Momente und voller grandioser Inszenierungen.
Bisher habe ich schon 23 berufliche Inszenierungen hinter mir und bin zur Zeit in Nummer 24 und 25 involviert, Nummer 26 beginnt in den nächsten Wochen.

Privat gab es noch weitere 12 Inszenierungen, Nummer 13 und 14 werden dieses Jahr hinzukommen.

Jede einzelne Inszenierung ist mir ans Herz gewachsen, aber es gab ein paar, die ich besonders gern mochte – weil sie ganz neu waren, weil sie eine besondere Stimmung hatten, weil sie viel Spaß gemacht haben oder endlich die Umsetzung eines Traumes waren.

Heute stelle ich euch meine momentan acht liebsten Inszenierungen aus den vergangenen 10 Jahren vor:


Lysistrate


Die Theatergruppe Vorspiel gründete ich zwei Monate nach meiner ersten Gruppe (die Großstadtfenster) und ihr erstes Stück war "Lysistrate" von Aristophanes. Der Plot hat perfekt zur versauten Stimmung der Gruppe gepasst und die Inszenierung war wegen ihres Ideenreichtums, der Gesangseinlage und der berühmt-berüchtigen Orgie am Schluss ein Highlight für mich. Hier gibt's noch ein paar Probenbilder:
https://www.facebook.com/pg/TheatergruppeVorspiel/photos/?tab=album&album_id=224984844181747

Die Gruppe Vorspiel auf Facebook: https://www.facebook.com/TheatergruppeVorspiel/



Meister & Margarita


Auch die dritte Inszenierung der Theatergruppe Vorspiel gehört zu meinen Lieblingsstücken. Der Vorschlag, diesen dicken Roman zu inszenieren, war ich erst mal etwas erschlagen, aber ich mache ja jede Herausforderung mit. Zum Glück! Bis heute ist "Meister & Margarita" eines der stimmungsvollsten Stücke, die die Vorspieler auf die Bühne gebracht haben. Melancholische russische Musik, Kostüme im Stil der 30er-40er Jahre sowie ein ungewöhnlicher, großzügiger Bühnenraum und eine tolle Beleuchtung haben die Zuschauer in diese absurde Welt hineingezogen.
Noch mehr Fotos? Bitteschön:
https://www.facebook.com/pg/TheatergruppeVorspiel/photos/?tab=album&album_id=543315105682051




kitchen aid


Am Ende meiner Ausbildung haben meine Kollegin Anke Beutel und ich eine gemeinsame Abschluss-Doppelinszenierung auf die Bühne gebracht. Wobei: eigentlich war es keine Bühne, sondern eine Küchenzeile, die wir zur Bühne umfunktioniert haben. Zwei ganz eigene Inszenierungen ergaben ein großes Ganzes, das durch die Musik lebte und ganz ohne Worte auskam. Die Geschichten waren berührend und unterhaltsam und ich konnte mich endlich mal im Objekttheater ausprobieren.
Ich liebe die Inszenierung so sehr, dass ich sie gern noch einmal (in neuer Besetzung?) auf die Bühne bringen würde.



Top Dogs


Die Vorspieler haben mit "Top Dogs" erstmalig eine sehr moderne Inszenierung erarbeitet, sowohl thematisch als auch formal. Die ungewöhnliche Form ohne festen Handlungsstrang, die Business-Outfits und die abstrakten Elemente in Form von chorischen Szenen, Kampfchoreographie, Papierfliegern und Zeitlupenwettlauf erschufen eine ganz dichte Stimmung.

Fotogalerie:
https://www.facebook.com/pg/TheatergruppeVorspiel/photos/?tab=album&album_id=810124899001069

Kleine Info: Mit ihrer neuesten Inszenierung gehen die Vorspieler in eine ähnliche Richtung.



Wer zuletzt lacht



Vor ein paar Jahren erschuf ich das Konzept GRUPPENDRANG und der erste Kurs wagte sich an Shakespeares "Titus Andronicus". Die Gruppe war offen für Experimente und aus dem blutigen Drama wurde eine grausam-lustige Spielshow voller willkürlicher Entscheidungen, genialer Special Effects und viel Blut und Splatter. Die Planung der blutigen Effekte war ein wirklich großer Spaß und eine tolle Herausforderung. Gern mehr davon!

Die Splattereffekte werden in diesem Spielzeitmagazin noch mal genauer erklärt:
https://www.sarah-bansemer.de/file/225




Ernst


Kostüme und Maske sind ja mein Steckenpferd. Umso begeisterter war ich, als die Vorspieler sich entschieden, ihre Inszenierung "Ernst" im Stil der 80er Jahre auszurichten. Und nicht nur das: 80er in Pastell und Weiß. Eine Herausforderung, die wir wirklich toll gemeistert haben. Die Spieler sahen fantastisch aus mit ihren High Heels, hochgekrempelten Miami-Vice-Anzügen und Big Hair. Daran konnte ich mich gar nicht sattsehen. Zudem ist die Stückvorlage von Oscar Wilde eines meiner absoluten Lieblingstheaterstücke.
Mehr Fotos gibt's hier:
https://www.facebook.com/pg/TheatergruppeVorspiel/photos/?tab=album&album_id=1060895503924006
Kleine Info:
Auch in "Die zweite Palme links" wurde tolles Mode-Jahrzehnt bedient – die 60er Jahre! --> Klick!



Eins, Zwei, Drei


Die erste Inszenierung des Hörspiel-Theater-Quartetts "Die Genossenschaft" war die Bühnenadaption des Filmlassikers "Eins, Zwei, Drei". Diese Inszenierung ist UN-FASS-BAR lustig!
Ich liebe, liebe, liebe sie und kann es nicht erwarten, sie mit meinen Genossen wieder auferstehen zu lassen.

In mehreren Spielzeitmagazinen habe ich die Inszenierung vorgestellt, schaut mal rein:
https://www.sarah-bansemer.de/file/225 – Vorstellung der einzelnen Mitspieler
https://www.sarah-bansemer.de/file/228 – Backstage- & Bühnenfotos

"Die Genossenschaft" ist auch auf Facebook: https://www.facebook.com/GenossenschaftBerlin/
Kleine Info: Am 17. August könnt ihr uns wieder auf der Bühne erleben – mit einer Trash-Lesung!



Meeres-Trilogie


Ich kann mich für keinen Teil meiner Meeres-Trilogie entscheiden, denn sie ist für mich eine Einheit. Mit meinem Alter-Ego "Orangeplaty" habe ich eine Form des Solo-Theaters gefunden, die mir komplett entspricht. Die ersten beiden Teile der Meeres-Trilogie zeigen ganz unterschiedliche Charaktere: die mystisch-traurige "Undine" und den/die fanatische "Nehab". In jedem der beiden Teile stecken Herzblut und meine eigene Handschrift und deshalb mag ich sie so gern. Teil 3 werde ich genauso mögen, da bin ich mir sicher.
Mehr Bilder findet ihr auf dem Blog "Orangeplaty": https://orangeplaty-berlin.blogspot.com/

Freitag, 26. April 2019

Ausmisten




Ja, auch ich bin auf den Trend aufgesprungen, weniger besitzen zu wollen.

Und für mich ist das eigentlich recht ungewöhnlich, weil ich ein Mensch bin, der Dinge extrem liebt. Aber gleichzeitig möchte ich auch wissen, was genau für Dinge sich eigentlich in meinem Haushalt befinden.
Um zu diesem Punkt zu kommen, miste ich gerade gehörig aus.
Außerdem ist ein geringerer Hauswarenbestand von Vorteil, wenn wir die nächsten Jahre vielleicht eventuell in ein Tiny House ziehen. Der Gedanke scheint uns reizvoll und wir sind auf der Suche nach günstigen (Pacht-)Grundstücken oder Stellplätzen am Rande Berlins. Also wenn ihr was hört/seht/lest: immer her damit!

Ein bißchen inspiriert bin ich von der Konmari-Methode, aber ich halte mich nicht an eine feste Reihenfolge, sondern mache es ganz Jesta-Phoenix-like nach spontaner Lust.
Wichtig ist mir ein nachhaltiges Ausmisten. Ich will nicht einfach alles wegschmeißen, sondern gezielt schauen, wie ich Dinge anders verwenden, recyceln, verschenken, spenden oder verkaufen kann.
In diesem Video gibt es dazu ganz gute Anregungen: https://www.youtube.com/watch?v=csNihNE2g7A

Angefangen habe ich Anfang des Jahres mit meinem Kleiderschrank, den ich wirklich im klassischen Konmari-Stil sortiert hab: jegliche in der Wohnung befindliche Kleidung auf einen Haufen schmeißen und dann Stück vor Stück durchgehen. Zu kaputte und abgetragene Kleidung flog raus, anderes wanderte in den Fundus und gut erhaltene Stücke, die anderen einen Freude machen konnten, wurden verschenkt.
Ich hätte nicht gedacht, dass sich der reduzierte Kleiderschrank SO gut anfühlt. Da hängen und liegen (bzw. stehen, denn ich falte auch ganz artig nach Konmari-Art) jetzt nur Klamotten, die ich gerne mag, die heil sind und mir passen. Keine langen Anproben mehr, sondern einfach reingreifen und anziehen. Love it!

Dann habe ich mich allen Büchern gewidmet inklusive meiner Theater- & Fachliteratur. Diese Sachen verschenke ich gerade oder spende sie in Bücherboxen. Es ist erschreckend, wie viele freie Regalfächer ich auf einmal hab. Ich habe versucht, nur noch Bücher zu behalten, in die ich garantiert wieder reinlese.

Ebenfalls dran glauben mussten sämtliche Beauty- und Hygieneartikel sowie mein Küchenschrank.

Auch Briefe und Postkarten habe ich einen ganzen Nachmittag lang aussortiert, was emotional sehr anstrengend war. Ich habe viele liebevolle Karten und Briefe aufbewahrt, aber auch unzählige Glückwunsch- oder Urlaubspostkarten, die wenig Persönliches enthielten, entsorgt.

Momentan widme ich mich dem HomeOffice und das ist ne harte Nuss. So viele Unterlagen, so viel Büromaterial irgendwelcher Art. Auf einmal tauchen aus dem Nichts lauter halbleere Notizblöcke und Fensterumschläge auf (die man sonst ständig gesucht und neu gekauft hat).


Ich überlege nun ständig, wie ich für die Zukunft einen Überblick schaffe.
Da ich im Büro als Lagermöglichkeit einen Schrank mit Kisten habe, versuche ich, die aufgehobenen Dinge aufrecht hintereinander zu lagern, um von oben auf einen Blick sehen zu können, was ich alles habe. Das Prinzip hat sich im Kleiderschrank bei den Shirts und Hosen bewährt und ich hoffe, dass es mir auch bei Theaterflyern und Schreibwaren hilft.

Seid ihr auch im Aussortiermodus? Wenn ja, wie ordnet ihr die Gegenstände neu an? Welche Techniken und Systeme nutzt ihr, um einen Überblick zu behalten?

Mittwoch, 24. April 2019

#monthlyfavourites – April-Lieblinge


Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im April 




Zum Arbeiten

Der Monat startete mit meinem Theater Meet Up. Für die Vorstellungsrunden nehme ich gern Streichhölzer mit. Jeder hat so lange Zeit, sich vorzustellen wie sein gerade entzündetes Streichholz brennt – also nur sehr wenig Zeit. Eine schöne Variante, um solche Anfangsrunden kurz und knackig zu halten. Die Streichhölzer sind passenderweise immer Theater-Merchandise, dieses mal aus dem Deutschen Theater.

Mein Mann überraschte mich mit einem tollen Geschenk: der ausgedruckten Variante meines letzten Spielzeit-Magazins. Leider ist es ein Musterexemplar, was auch als Schriftzug mehrfach auf jede Seite aufgedruckt ist. Aber dennoch ist es ein tolles Gefühl, das Magazin in den Händen zu halten.
Das Magazin ist natürlich online für euch verfügbar: Klick!

Gute Dienste hat mir außerdem diesen Monat meine Powerbank geleistet, weil ich viel unterwegs war und somit immer mein Handy schnell und unkompliziert aufladen konnte.

 

Zum Aufhübschen

Seitdem ich meinen Kleiderschrank aufgeräumt habe, bin ich extrem wählerisch geworden, was in meinen Schrank einziehen darf. Manchmal schleiche ich deshalb auch seeehr lange um ein Kleidungsstück rum bis ich mich entscheide, es zu kaufen. So war es bei dieser Bluse aus der William-Morris-Kollektion von H&M. Ich bin ein großer Fan von Mustern, weshalb die Kollektion mein Herz im Sturm erobert hatte. Immer mal habe ich die Sachen online bewundert und im Sale dann zugegriffen.
Interessant finde ich auch die Story von William Morris: Klick!

Die gelben Ohrringe habe ich schon länger, diesen Monat waren sie meine Favoriten mit ihrem sonnigen Gelb und dem fliederfarbenen Rand.

Der Lancome-Lippenstift ist der einzige "Luxus-Lippenstift", den ich besitze. Er war vorletztes Jahr zu Weihnachten ein Geschenk meiner Mutter und hat mit seinem matten, gedeckten Rosa die perfekte Farbe für's Frühjahr.




Zum Lesen

Während ich immer noch "The Tender Bar" und "the kitchen diaries" sowie das Buch von Roald Dahl lese, war diesen Monat nur Platz für zwei Zeitschriften. Hygge hatte mir ja schon mal ganz gut gefallen und ist ein wirklich nettes Feel-Good-Magazin.
Wohnungszeitschriften liebe ich ebenfalls sehr und das neue "cosy"-Magazin ist der "Couch" recht ähnlich. Nett zum Durchblättern und optimal für alle, die Umzugspläne haben (was bei mir so konkret nicht wirklich der Fall ist, ich versuche eher meinen Besitz zu reduzieren, da in wenigen Jahren vermutlich ein Tiny House auf dem Plan steht).
Im Sinne des Recyclings habe ich die Zeitschriften nach dem Lesen auseinander genommen und die schönsten Fotos als Verpackungsmaterial/Geschenkpapier rausgerissen.



Zum Essen

Es war mal wieder Zeit für leckere Mini-Schokobrötchen, gebacken von meinem Mann, sowie Casali Schokoeier mit Bananenfüllung. Mjam!

Außerdem war ich in einem genialen neuen Eisladen:
http://www.sandrajuto.co/2018/08/gimme-gelato/




Zum Stöbern

Und dazu wie immer ein paar tolle Artikel, die mich diesen Monat begeistert haben:




Zum Hören

Ich höre gerade mal wieder mein Lieblingsbuch "Herr Lehmann" als Hörbuch. Es ist ein Klassiker und ich liebe, liebe, liebe dieses Buch noch immer:
https://www.audible.de/pd/Herr-Lehmann-Hoerbuch/B004V2QCSW?qid=1556031714&sr=1-1&ref=a_search_c3_lProduct_1_1&pf_rd_p=34e3b439-2a21-4dff-af95-98a7a74a1f67&pf_rd_r=DH9G367RW3VFMGVHSBJ3




Zum Anschauen

Zuerst ein interessantes Interview mit Peter Radtke:
https://krauthausen.tv/gaeste-sendungen/sendung-20-mit-peter-radtke/

Dann habe ich zum ersten Mal "Poltergeist" geguckt und fand ihn ziemlich gut. Die dargstellte Familie ist sooo toll!
https://www.youtube.com/watch?v=9eZgEKjYJqA 

Im Theater war ich begeistert von "ugly duckling" (Deutsches Theater):
https://www.deutschestheater.de/programm/a-z/ugly_duckling/#

Und zuletzt stelle ich euch meine heimliche Sucht vor: die Jugendserie "Skam". Die Serie ist ein Web-Phänomen. Das norwegische Original ist schon toll, aber die Serie wurde in mehreren Ländern als eigene Serie adaptiert. Hier gibt es noch mehr Erklärungen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Skam_(Fernsehserie)
Momentan läuft gerade die 3. Staffel der deutschen Variante – "Druck" – und ich liebe sie so wie das Original.
https://www.youtube.com/channel/UCr5zglOqHZAEfCcAx_nw1dQ/playlists
Hier findet ihr das norwegische Original mit englischen Untertiteln:
https://www.dailymotion.com/skamenglishsubs
Außerdem gibt es noch eine nordamerikanische, französische, eine italienische, eine spanische und eine niederländische Variante und sogar schon Theaterstücke (in Dänemark).

Mittwoch, 27. März 2019

#monthlyfavourites – März-Lieblinge


Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im März 




Zum Arbeiten

Diesen Monat hat mein 5. GRUPPENDRANG-Kurs alias "Einigermaßen Ansehnlich" seine Inszenierung "Alice im Wunderland" aufgeführt. Da Alices Katze im Stück Sarah genannt wurde, konnte ich es mir nicht nehmen lassen, bei den ersten beiden Aufführungen mit Katzenöhrchen aufzutauchen. Ich habe die Haarreifen bei Kleiderkreisel gefunden.

Beim Schminken der Darsteller hat mir diese zierliche Lidschatten-Palette von essence gute Dienste geleistet, die ich wegen der pastelligen Farben schon für die letzte Vorspiel-Inszenierung gekauft hatte. Klein, handlich und sehr leicht.

Das Kreppband ist mein Allrounder und kam diesen Monat bei der Auswertung als Zeitstrahl sowie als einfache Möglichkeit, Zettel an der Wand zu befestigen, zum Einsatz.

 

Zum Aufhübschen



Im Bad geht es weiter mit festem Ersatz für Produkte, die sonst in Plastik verpackt sind. Zur Gesichtreinigung ist bei mir diese rosa Salzseife von Rosenrot eingezogen und ich bin begeistert.

Die lila Baskenmütze ist ebenfalls neu bzw. Secondhand. Ich lief an einem Schaufenster vorbei, in dem eine lila Baskenmütze ausgestellt war und wusste: So will ich im Frühling rumlaufen! Fündig wurde ich wie fast immer bei Kleiderkreisel.

Die roségoldenen Ohrringe in Mond- und Sonnenform habe ich schon länger, aber diesen Monat habe ich sie endlich mal intensiv getragen. Genauso wie der lila Lippenstift, den ich seit bestimmt schon 10 Jahren besitze.

Neu sind die beiden Nagellacke in schimmerndem hellem Lila von Catrice und pastelligem Türkis von essence.




Zum Lesen

Über ebay habe ich diese hübsche Ausgabe von "Der Zimmerspringbrunnen" gebraucht gekauft, weil ich es als Teenager mal gelesen hatte und unbedingt noch einmal lesen wollte. Ehrlich gesagt ist das Buch nicht so toll wie ich es in Erinnerung hatte, aber es ist trotzdem in den Favoriten gelandet, weil es eine sehr witzige Stelle über ein Verkaufsseminar gibt, die mich sehr für die Bühne inspiriert.



Zum Essen

Ich war bei IKEA, um Bilderrahmen für's Wohnzimmer zu kaufen, und konnte nicht ohne vollgepackte Süßigkeitentüte nach Hause. Am genialsten sind die gelb-beigen Ovale! Banane-Karamell. Mjam!

Und dazu: An apple a day keeps the doctor away!




Zum Stöbern


Und dazu wie immer ein paar tolle Artikel, die mich diesen Monat begeistert haben:

Dazu noch zwei Blogbeiträge von mir, die euch gefallen könnten:


Zum Hören

Das Salontrio Malheur hat ein Album rausgebracht, dass ich diesen Monat mit viel Freude gehört hab:
https://soundcloud.com/monokelpop/sets/5-uhr-tee-bei-familie-kraus-by-salontrio-malheur
--> mein Lieblingslied ist "Dein erster Brief"

Und es gibt einen neuen Podcast mit David Tennant, der seine Schauspielkollegen interviewt. Amüsant und unterhaltsam!
https://open.spotify.com/show/4NaOYpBHF5WhPvoyRRTkxr




Zum Anschauen

Diesen Monat habe ich mich besonders über die neue Staffel "Fleabag" auf BBC amüsiert. Eine wunderbar gespielte und geschriebene satirische Serie.
Hier die Opening Scene: https://www.youtube.com/watch?v=jPaEqk3kVjo
Und ein Trailer für die zweite Staffel: https://www.youtube.com/watch?v=c39KB2sm9x8

Endlich, endlich, endlich ist auf BBC auch wieder "Sewing Bee" zurück! I missed it so much!
Hier die erste Episode:
https://www.youtube.com/watch?v=StayFibwfLw

Eine zweite Staffel gab es auch von Queer Eye auf Netflix: https://www.youtube.com/watch?v=97Gh0LRdKu4

Außerdem war ich im Kino und habe "Captain Marvel" geguckt. Sehr sehenswert:
https://www.youtube.com/watch?v=Z1BCujX3pw8

Freitag, 22. März 2019

Schwärmst du schon oder spielst du noch?


Die meisten Menschen haben vermutlich schon mal für eine prominente Person geschwärmt. Zu Hause vor dem Fernseher, im Kino oder auf Magazinfotos.
Vielleicht haben sie ein Pinterest-Board angelegt und Google durchwühlt.
Vielleicht haben sie ihr Zimmer mit Postern tapeziert und Filme gesammelt, vielleicht Fan-Art gezeichnet oder Fan-Fiction gelesen (oder geschrieben?).
Vielleicht Podcasts gehört oder sich ein Tattoo stechen lassen.
Oder einfach nur immer ein bißchen geseufzt und gestrahlt, sobald der- oder diejenige auf dem Bildschirm erschien.

Die Schwärmerei für eine prominente und unerreichbare Person hängt dabei oft mit der Rolle zusammen, die die Person in der Öffentlichkeit oder in einem Film/einer Serie spielt.
Wir projizieren die Eigenschaften dieser Rolle in die private Person hinein, obwohl wir sie ja gar nicht kennen.
Vielleicht ist der Mensch privat gar nicht romantisch? Vielleicht ist er gar nicht cool. Vielleicht ist er überhaupt nicht witzig oder charmant? Aber in seiner Rolle ist er das hunderprozentig.
Und im Grunde ist es diese gespielte Rolle, die wir lieben, nicht den schauspielenden Menschen dahinter.

Auch das Theater kann dieses Phänomen hervorrufen.

Wie oft habe ich schon für Schauspieler auf der Bühne geschwärmt und war absolut hingerissen ...
Und nicht nur ich!
In den letzten 12 Jahren, in denen ich schon Stücke inszeniere und selbst auf der Bühne stehe, haben mich viele Zuschauer auf einzelne Spieler angesprochen. Manche ganz verhalten und vorsichtig, andere ganz offen und frei heraus mit Sätzen wie:

"Den fand ich echt heiß!"

"Wie kann man nur so schön sein?"

"Die ist so süß!"

"X ist meine Lieblingsschauspielerin!"

"Kannst du mich mit ihm bekannt machen?"

"Hat er eine Freundin?"

Diese Schwärmerei für Darsteller*innen aus dem Amateurtheater hat dabei einen ganz besonderen Reiz:
sie sind gar nicht so weit entfernt von einem. Die Möglichkeit, sie kennenzulernen, ist tatsächlich gegeben. Und die reelle Chance, zu überprüfen, wieviel die Rolle mit dem/der Darsteller*in tatsächlich gemeinsam hat.

Hinzu kommt noch ein interessanter Effekt, der beim gemeinsamen Spielen auftreten kann: man beginnt, für seine Mitspieler*innen zu schwärmen.

Denn auch wenn wir beim Theater vom Schauspielen sprechen, so erleben wir die Handlungen bei den Proben und Aufführungen immer wieder in einer eigenen Form der Realität. Unser Körper und unser Geist sind in die Handlung involviert und je authentischer wir eine Szene miteinander spielen, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir – zumindest für einen kurzen Moment – wirklich in diese Realität eintauchen und genauso fühlen wie unsere Rolle.

An eine Probensituation erinnere ich mich dabei besonders deutlich:
Vor ein paar Jahren hatte ich den Plan "The Breakfast Club" als Freizeit-Projekt auf die Bühne zu bringen (Die Inszenierung kam leider nie auf die Bühne). Der Teenie-Film aus den 80er Jahren hat mittlerweile Kultstatus und zeigt auf besonders einnehmende Art und Weise fünf verschiedene Jugendliche, die gemeinsam Nachsitzen müssen. Aus anfänglichen Abneigungen und Vorurteilen wird im Laufe eines Tages Freundschaft und teilweise sogar richtige Anziehung.
Ich spielte Claire, eine Tochter aus reichem Hause, die sich in den Außenseiter-Rebell John verknallt. Mein guter Freund und Vorspieler Nils spielte John. Wir hatten für die Proben eine Klassenzimmer-Situation aufgebaut, immer zwei Tische nebeneinander, insgesamt vier Stück, an denen die vier Schüler saßen und vorn zum Aufsichtslehrer schauten. Claire saß vorn, ganz rechts, John an dem Tisch hinter ihr, aber weiter links. Während ein Gespräch zwischen anderen Rollen stattfand, sollten die beiden miteinander flirten – und das war aufregend! John wurde so überzeugend gespielt, dass nicht nur Claire Herzklopfen bekam, sondern auch ich, in echt. Für einen Moment schwärmte nicht nur Claire für John, sondern auch Sarah für Nils – und das mit vollem Gefühls-Einsatz.

Und genau das ist einer von vielen Punkten, die ich am Theaterspielen liebe:
Die Möglichkeit solche kleinen Momente zu erleben, Schwärmereien zu entwickeln, die ganz natürlich kommen und gehen, und die Chance zu haben, Rollen zu spielen, die so geliebt und umschwärmt werden.

Wenn ihr selbst mal wieder schwärmen wollt: kommt ins Theater und schaut zu!

Mittwoch, 20. März 2019

"Intimacy on Set" – Vortrag von Intimacy Director Ita O'Brien




Im Schauspiel geht es darum, die Realität abzubilden – mal auf besonders authentische, mal auf überspitzte Weise. In beiden Fällen ist jedoch auch immer Intimität ein Teil der Realität. Die Intimität zwischen zwei Menschen, sei es eine gewollte, eine leidenschaftliche, eine vorsichtige, eine liebevolle, eine brutale oder aufgezwungene Intimät.
Weil sie dazu gehört, muss sie auch abgebildet werden. Aber wie macht man das so, dass sich die Schauspieler*innen dabei sicher fühlen? Denn die Darstellung von Intimität birgt auch immer das Risiko einer Grenzverletzung und somit sexueller Belästigung.
Für Stuntmenschen gibt es an jedem Filmset eine*n Stunt Coordinator, der dafür zuständig ist, die richtigen Bedingungen und Vorkehrungen zu schaffen, damit die maximale Sicherheit bei den Stunts gewährleistet ist.
Im Bezug auf intime Szenen gab es das bis vor Kurzem nicht. In jüngster Zeit ist jedoch der Beruf des Intimacy Coordinators oder Directors hinzugekommen, einer Person, die dafür verantwortlich ist, bei intimen (Nackt-)Szenen für die maximale Sicherheit der Schauspieler*innen zu sorgen – körperlich und emotional.

Im Amateurtheater hat man seltener mit intimen Szenen zu tun. Selbst ein kurzer Kuss ist nichts, was ich je von einem meiner Teilnehmer erwarten oder verlangen würde.
Allerdings ist es in vielen Szenen sinnvoll, Berührungen auf der Bühne zu zeigen. Mit ihnen stellen wir eine Beziehung zwischen zwei Figuren dar, wie beispielsweise Partnerschaft oder Freundschaft, aber auch einen Kampf, eine Rangelei, eine Gefangennahme oder auch eine Belästigung.

Doch auch wenn wir eine Rolle spielen, stehen wir selbst dort mit unserem eigenen Körper auf der Bühne, der selbstverständlich auf Berührungen reagiert. Jeder Mensch hat seine eigenen körperlichen Grenzen und es kann wahnsinnig schnell mindestes einer Person ein körperliches Zuviel an Berührung entstehen. Wie kann ich also sicherstellen, dass alle Spielenden sich in Szenen mit Berührung sicher fühlen?
Antworten erhoffte ich mir, als ich sah, dass Intimacy Director Ita O'Brien in Berlin einen Workshop geben würde – inklusive Vortrag, der auch für diejenigen offen ist, die nicht Regisseur*innen oder Schauspieler*innen, aber dennoch Kreativschaffende sind.
Folgendes Video gab mir vorher schon einen guten Einblick in ihre Arbeit und Vorgehensweise:
https://vimeo.com/298289741

Am letzten Samstag war es dann soweit. Ich fand mich zeitig genug im Acting Studio im Eden in Pankow ein und war gespannt auf den Vortrag.
Ita riss mich sofort mit ihrer wachen und begeisterten Art mit. Sie ist total in ihrem Thema drin und liebt ihren Job, das merkt man als Zuhörer.
Sie gab eine kurze Einführung in das Thema und bat uns dann, uns mit unseren Sitznachbar*innen kurz auszutauschen, warum wir dort sind und welche guten und schlechten Erfahrungen wir bisher bei intimen Szenen gemacht haben.
Danach fragte sie, ob einige ihre Erfahrungen in der großen Gruppe teilen möchten und drei Frauen berichteten von teilweise wirklich schlimmen (Gewalt-)Erfahrungen bei Filmdrehs und Bühnenszenen.
Die Berichte waren teilweise sehr emotional und Ita bedankte sich bei den Frauen für das Teilen ihrer Erfahrungen.
Sie fasste dabei in einem Satz perfekt zusammen, was das Ziel ihrer Arbeit ist:

"We shouldn't allow our personal body to be hurt in the work of art."
Ihre Ambition ist, für Schauspieler am Set Sicherheit zu schaffen: Sicherheit für Körper, Geist und Seele.
Denn wenn wir uns bei Stunts oder beim Tanzen zwar körperlich verletzen können, so ist die Verletzungsgefahr bei intimen Szenen noch um einiges höher. Das sind Situationen, in denen die Verletzungsgefahr nicht nur physischer, sondern auch psychologischer und emotionaler Natur ist.
Besonders die #metoo-Debatte und die Aufdeckungen zu Harvey Weinstein und Kevin Spacey haben uns gezeigt, dass im Bereich Film noch immer zuviel Raum für Belästigungen und Machtmissbrauch ist. Mit klareren Regeln, die auch vertraglich unterzeichnet werden, lässt sich ein Grundstein für mehr Sicherheit legen.

Um diese Sicherheit in Grundzügen zu gewährleisten, Ita Guidelines entwickelt, die findet ihr hier:
https://www.itaobrien.com/intimacy-on-set-guidelines.html

Diese Guidelines dienen als Basis für die gemeinsame Arbeit am Set, können aber auch auf das Theater/die Bühne übertragen werden. Diese Guidelines als Team am Anfang der gemeinsamen Arbeit zusammen(!!!) durchzulesen und sich über die Einhaltung zu verständigen, ist dabei ein guter Start.

Entscheidend sind eine offene Kommunikation von Anfang an, ein angemessener Sprachumgang mit sexuellen Begriffen (z.B. die Körperteile korrekt benennen und keine abwertenden Namen oder "Kosewörter" verwenden) und immer Nachfragen statt Annehmen.

In ihrer Arbeit als Intimacy Director geht sie noch einen Schritt weiter. Ihre Aufgabe ist, intime Szenen nach den Vorstellungen der Regie genau zu koordinieren und mit den Schauspielern zu proben, sowie Sicherheitsvorkehrungen vor Ort zu treffen, wie beispielsweise entsprechende Unterwäsche, die Genitalien und/oder Brustwarzen bzw. Brüste bedeckt, aber trotzdem noch genug nackte Haut zeigt.

Sie vergleicht Sexszenen bzw. intime Szenen treffend als Tanz, als körperliche Fortsetzung der gesprochenen Kommunikation. Umso wichtiger ist es, sich vorher genau über den Ablauf und die Choreographie zu verständigen.
Um eine intime Szene zu inszenieren, durchläuft sie dabei folgende Schritte:
  • Grundform und groben Ablauf der Szene festlegen.
  • Sich verständigen, welche körperlichen Berührungen für die beteiligten Personen okay sind, und das auch ausprobieren (die Vorstellung einer Berührung und die tatsächliche Aktion sind oft nicht identisch), und zwar ganz konkret: Den anderen fragen, ob man z.B. an die Innenschenkel fassen darf, bei "Okay" die Hände dort auflegen und fragen, ob es immer noch okay ist. So tastet man sich im wahrsten Sinne des Wortes am Körper des anderen entlang, testet gemeinsam die Grenzen und legt sie fest.
    Wichtig dabei: Ein "Vielleicht" ist in der Regel ein "Nein".
    Ebenfalls wichtig: Die Grenzen können sich jederzeit ändern. Immer in Kommunikation bleiben und die eigenen Grenzen klar benennen, auch wenn sie an einem Tag anders sind als am anderen.
  • Den Szenenablauf trocken mit Worten und Berührungen (ohne Emotion!) üben, als Choreografie. Beispiel: "Ich gehe nach vorn (geht nach vorn), gucke dir in die Augen (guckt in die Augen), dann lege ich meine Hand auf deine Wange (legt die Hand auf die Wange des anderen), dann küsse ich dich (küsst die Person).".
  • Wiederholung dieser Abfolge bis sie ins Körpergedächtnis übergegangen ist.
  • Den emotionalen Szenenablauf festlegen und üben (welche emotionale Reise durchlebt die Figur?)
  • Kombination mit der emotionalen Ebene der Figur: "Ich bin überrascht und gehe nach vorn, sehe dir verwundert in die Augen, dann lege ich vorsichtig meine Hand auf deine Wange, dann küsse ich dich plötzlich von Leidenschaft erfasst.".
  • Alles zusammen üben und die Szene fertig gestalten.
  • Nach dem Dreh die Rolle in verschiedenen Übungen abschütteln, die Emotionen nicht mit nach Hause nehmen.

Um die Choreografie einer intimen Szene zu gestalten, nutzt Ita Bewegungsmethoden, zu denen die Schauspieler einen Bezug haben, z.B. die verschiedenen Elemente (Feuer, Wasser, Erde, Luft), die Laban-Bewegungslehre oder unterschiedliches Paarungsverhalten und die passenden Kopulationsbewegungen aus der Tierwelt.
Auf diese Weise kann man für jede Szene eine spezifische und vor allen Dingen wiederholbare Choreografie entwickeln, in der man sich als Schauspieler sicher fühlt.

Diese Sicherheit ist das A und O bei der Arbeit an intimen Szenen. Gemeinsame Absprachen und genau geregelte Abläufe bieten den Spielenden einen geschützten Rahmen, um sich emotional auf ihre Rollen einzulassen, ohne eine Überschreitung ihrer persönlichen Grenzen fürchten zu müssen.
Mit dem Intimacy Director bzw. Coordinator ist somit ein unglaublich wichtiger und essentieller Beruf entstanden, der schon lange überfällig war.


Thank you Ita and keep on changing the world!



Montag, 18. März 2019

#theaterunterwegs – Meine Notizbücher und ich




Als ich mit meiner Theaterarbeit vor 10 Jahren begann, plante ich meine Workshops und Proben am Rechner. Ich legte Dokumente an, schrieb mir Ablauf und Übungen auf und druckte die Zettel aus.
Bei den Proben machte ich mir Notizen auf lose (Schmier-)Blätter und alles zusammen wurde in dicken Ordnern abgeheftet. So richtig praktisch war das nicht.

Irgendwann stand ich – damals wohnten wir noch im Wedding – in einem Bürobedarf-Laden Nähe Amrumer Straße und schaute mir Notizbücher an. Schon seit meiner Kindheit war ich Fan von Notizbüchern jeglicher Art, verewigte darin Picknicklisten, Outfit-Ideen, Bastel-Inspirationen, Rezepte und mehr.
Ein schwarzes, stabil gearbeitetes Notizbuch der Marke Clairefontaine fiel mir in die Hände – und eine neue Arbeitsweise war geboren.
Ich kaufte erst eines dieser Notizbücher, dann ein zweites, dann ein drittes, dann noch mehr.

Für jeden Kurs und jede Workshopreihe legte ich ein schmales oder dickeres Notizbuch an. Um sie voneinander zu unterscheiden, beklebte ich die Front mit ausgedruckten, schwarz-weißen Grafiken, die immer assoziativ mit dem jeweiligen Thema oder den verschiedenen Projekten in diesem Notizbuch verbunden waren, beispielsweise eine Bienenwabe für Kooperationen oder auf einem der Vorspiel-Notizbücher eine Katze für "Meister & Margarita", ein Krug für "Mirandolina", ein telefonierender Mann für "Top Dogs", ein Dino für "Wir sind noch einmal davongekommen" und eine Teetasse für "Ernst".
Auf die Buchrücken habe ich mit Prägeband schmale Klebestreifen mit den Themen des Buches erstellt, allerdings haften sie nicht auf jedem Buch gut, was einfach an der Benutzung und Biegung des Buchrückens liegt.

Das Praktische: Je nachdem, zu welcher Probe oder welchem Event ich unterwegs bin, kann ich einfach das entsprechende Notizbuch mitnehmen.

Die Notizbücher bieten mir mehrere Vorteile:
  • ich schreibe weniger auf und reduziere mich mehr auf's Wesentliche
  • ich habe alle Notizen zu einer Gruppe/einem Projekt beieinander und brauche nur zurückzublättern, wenn ich etwas suche
  • ich drucke nicht mehr soviel aus
  • die Bücher sind mit dem A5-Format handlicher als A4-Blätter in einem Ordner



Über die Jahre ist meine Sammlung schwarzer Notizbücher (ich bin Clairefontaine treu geblieben) auf über 10 Stück angewachsen. Manche sind schon komplett vollgeschrieben, andere beinhalten nur ein einziges Projekt.
Mit der Zeit kamen auch weitere Themenkomplexe hinzu. Somit habe ich mittlerweile für folgende Themenfelder jeweils mind. ein Notizbuch:

  • Theatergruppe Vorspiel
    Tatsächlich sind es hier schon 2 Notizbücher, die prall gefüllt mit Probenplanung, Notizen und Organisatorischem gefüllt sind.
    Von der Grundstruktur her schreibe ich als Überschrift das Probendatum und daneben die Teilnehmer auf, die an dem Abend fehlen. Darunter sind Notizen zum Ablauf des Abends (WarmUp-Übungen, zu probende Szenen, organisatorische Themen ...) und dahinter wird alles geschrieben, was an diesem Abend notierenswert ist.
  • Frühere Gruppen
    Manche Theatergruppen gibt es nicht mehr oder ich betreue sie nicht mehr, z.B. die Großstadtfenster und die Spielschauer. Aber von den Notizbüchern habe ich mich noch nicht getrennt, da sie immer noch ein wichtiges Nachschlagewerk sind.
  • GRUPPENDRANG Abend- und Feierabendkurse
    In ein Notizbuch passen etwa drei Kurse. Da die Gruppen sich sehr stark selbst organisieren müssen, nehmen im Laufe des Kurses die Notizen immer mehr ab und am Ende bei der Auswertung dann schlagartig wieder zu.
  • Kooperationen
    Ein Notizbuch für gemeinsame Projekte mit Kollegen oder Netzwerkkontakten sowie Seminare, die ich für "externe" Kunden gebe, wie z.B. meine Zusammenarbeit mit dem Adolf-Althausen-Institut oder die Workshops für intrinsify.me.
  • Workshopreihen & GRUPPENDRANG Basiskurs
    Um die Kurse voneinander zu trennen, gibt es z.B. für den Basiskurs ein anderes Notizbuch als für meine Abendkurse, in denen eine Inszenierung erarbeitet wird.
  • VORGLÜHEN-Workshops
    Bei den Workshops sind die Seiten etwas anders gefüllt: anfangs notiere ich ganz allgemein Übungsideen zum Workshopthema und schiebe sie im Kopf hin und her bis ich dann einen festen Ablauf aufschreibe. Dazu kommt dann noch eine numerierte Liste aller Teilnehmer, um am jeweiligen Workshopabend im Blick behalten zu können, wer von den angemeldeten Personen schon da ist und wer nicht.
  • Privatunterricht / Theater-Coaching
    Normalerweise arbeite ich mit Gruppen, aber ganz manchmal kommt es vor, dass ich Menschen einzeln coache und sie z.B. bei einem Solo-Theaterprojekt als Regie unterstütze oder einfach allgemein Theaterübungen mit ihnen mache.
  • Networking
    Ein Notizbuch, das ich bei Theater Meet Ups und anderen Netzwerktreffen oder Barcamps bei mir habe, und neue Kontakte und Erkenntnisse eintrage.
  • Freizeit-Theaterprojekte
    In meiner Freizeit stehe ich selbst auf der Bühne und für diese Theaterprojekte brauchte ich unbedingt ein eigenes Buch. Dort finden sich Probennotizen zu allen Projekten mit der "Genossenschaft" und auch noch zu "Weiße Katze" ... man merkt, da schreibe ich nicht allzuviel.;)
  • Solo-Theater
    Mit "The Lost Companion" fing vor einigen Jahren das Interesse an Solo-Theater an. Es ruhte lange, aber mit "Orangeplaty" und meiner Meeres-Trilogie ist es wieder auferstanden.

Vielleicht ist die Notizbuch-Methode auch für euch und eure Arbeit passend? Wie plant und organisiert ihr? Ich bin gespannt!