Montag, 21. Mai 2018

Allein auf der Bühne – Panik pur oder Ego-Boost?









Nach "The Lost Companion" vor einigen Jahren beschloss ich, nie wieder allein auf die Bühne zu gehen. Zu schmerzhaft waren die kleinen Shitstorms, die Kritik, die im Vorfeld auf mich einprasselte.
Zu anstrengend war es, immer wieder Kraft aufzubauen, um trotzdem weiterzumachen.
Zu nervig waren die Proben, in denen ich mich immer wieder beweisen musste.

Ich wollte lieber im Team spielen, gemeinsam, mit Freunden. Mit einer Gruppe, die mich wohlig auffängt, die mir die Hängematte der Sicherheit bietet.

Wenn wir mit anderen gemeinsam die Bühne betreten, dann haben wir eine kleine Gruppe um uns, ein Team. Wir fühlen uns gestärkt, wir haben ja uns. Wir gegen den Rest der Welt.


Aber wenn wir allein sind?


Allein auf der Bühne stehen.
Vor vielen Augen, die einen aus dem Dunkel beobachten.
Angestrahlt von Scheinwerfern.
Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Für viele Menschen ist das die absolute Horrorvorstellung. Panik macht sich breit.
Es ist eine Situation, in der man den Blicken aller ausgesetzt ist. Es gibt keine Möglichkeit, sich zu verstecken. Offen und verletztlich ist man dem Publikum ausgesetzt, das jeden Fehler sehen kann, den man macht.
Es sieht unsere Nervosität, unsere Unsicherheit, unsere Unperfektheit.

Wenn wir allein auf der Bühne stehen, sind wir auf dem Prüfstand. Wir haben uns dort hingestellt und somit schon mal unseren Status erhöht. Sogar im körperlichen Sinne. Wir stehen dort oben und die anderen sitzen dort unten. Wir erheben uns über sie und deshalb wartet das Publikum darauf, dass wir fallen. Diese Augen dort unten sind kritisch und wir müssen nun unseren Status beweisen.
Können wir halten, was wir versprechen? Haben wir uns nicht zuviel "herausgenommen", indem wir uns einfach dort hingestellt haben?

Ja, haben wir.
Und das ist verdammt fantastisch!

Allein auf eine Bühne zu gehen und uns dort zu präsentieren, konfrontiert uns mit unseren Ängsten. Es ist eine Challenge für unser Selbstvertrauen, für unsere Angst vor der Ablehnung.
Das kann für Panik sorgen. Und wenn nicht für Panik, dann immerhin für jede Menge Lampenfieber. Meist mehr Lampenfieber als in Momenten, in denen wir die Bühne mit anderen teilen.

Das klingt alles erst einmal ziemlich abschreckend. Aber allein auf der Bühne zu stehen, ist nicht nur etwas, das Angst macht – es ist auch ein Geschenk!

Allein für alles verantwortlich sein, ist die ultimative Freiheit. Wir allein bestimmen, was auf dieser Bühne passiert. Wir müssen uns an niemanden anpassen, nach niemandem richten. Wir spielen nicht gemeinsam.
Niemand anderes kann Fehler machen, die wir ausbügeln müssen.
Wir müssen niemand anderen emotional unterstützen.
Wir müssen keinen Partner zum Strahlen bringen – nur uns selbst.

Allein auf der Bühne haben wir eine große Macht. Und diese große Macht bringt eine große Verantwortung mit sich.
Diese Verantwortung bereitwillig zu (er)tragen, zeigt uns, zu was wir eigentlich fähig sind.
Und das ist ein absoluter Ego-Boost!

Diese Freiheit verlockte mich dann letztendlich doch, wieder allein auf die Bühne zu gehen. Im Kleinen, nur für eine Viertelstunde. Als softer Wiedereinstieg.
Um diese Freiheit richtig auszukosten, wollte ich absolut niemanden mit an Board haben. Keine Regie, noch nichtmal für eine einzige Probe.
Ich wollte ALLES allein bestimmen – wie ich aussehe, was ich sage, was ich mache.
Mein Blick von außen war meine Laptopkamera, die mich bei den Proben filmte.

Ab und zu erzählte ich meinem Mann ein paar Dinge, er hörte mich Textüben, sah mein Kostüm und hörte die Sounds, die ich zusammenschnitt.
Aber ich allein bestimmte, was mir gefiel.
Es sollte aus einem Guss sein, quasi mein eigenes Gesamtkunstwerk.
Ich habe mit Theatermitteln ein Bild gemalt. Das erste Bild eines Triptychons.
Jetzt male ich am zweiten Bild. Dann am dritten.
Und dann werde ich wieder eine ganze Stunde auf der Bühne stehen.
Allein.
Mit ganz viel Freiheit.

Das wird anstrengend werden. Aber auch einfach gut.



Freitag, 18. Mai 2018

#freitagsgedanken – Wetterumschwung


Wetterumschwung

Diese Woche war anstrengend. Ich war müde und langsam. Langsam im Denken, im Laufen, im Bewegen.

Warum das so war? Ich weiß es nicht. Aber die Aufgaben, die anstanden, waren zäh und abschreckend. Ich musste endlich die Steuererklärung fertig vorbereiten (ich hab´s geschafft, yeah!) und die DSGVO winkte die ganze Zeit fröhlich im Hinterkopf, um mich ständig und überall abzulenken.
Sie machte mich ganz kirre und meine in letzter Zeit neu gewonnene Konzentrationsfähigkeit war schlagartig dahin. Die letzten Tage ist mein Geist hin- und hergeirrt, ziellos und wirr.

Wollte ich eine Sache anpacken, wurde meine Aufmerksamkeit von etwas anderem angezogen. Hatte ich den Arbeitsplatz verlassen, kamen mir tausend neue Gedanken, was ich alles mal tun könnte, müsste, sollte.
Ich hatte das Gefühl, mein Kopf explodiert und dann änderte sich das Wetter und mit ihm kamen Kopfschmerzen.
Meine Motivation war überall und nirgends und ich fühlte mich einfach nur geschlaucht. Geschlaucht von meiner Unfähigkeit zur Konzentration und der eigenartigen Motivation, die machte, was sie wollte.

Meine Motivation läuft immer in Phasen auf und ab, aber diese Woche wurde es mir besonders deutlich. Passend dazu stieß ich auf zwei Artikel (hier & hier), die mich zum Nachdenken brachten. Sie beschreiben den Zusammenhang des weiblichen Zyklus mit unterschiedlichen Stimmungen.

Jetzt frage ich mich: wie sehr beeinflusst mein Zyklus meine Stimmung, meine Kraft, meine Motivation?

Schon seit einer Weile habe ich die Clue-App auf meinem Handy installiert, bin aber meist zu faul, die Daten einzugeben. Auch aus dem Grund, weil die Darstellungsmöglichkeiten der Auswertung beschränkt sind.
Dennoch will ich herausfinden, wie es mir genau in welcher Phase meines Zyklus geht. Und vor allem: wie ich damit umgehe und für mich perfekt nutze. Wann bin ich am produktivsten? Wann am konzentriertesten? Wann habe ich mehr Lust, allein zu sein? Wann will ich unter Leute?

Wenn ich darin endlich mal irgendwann ein Muster erkenne, kann ich langfristig auch Termine darauf ausrichten.

Bis jetzt mache ich einfach alles so halbwegs, wenn es anfällt. Und ich übe, auf meine Intuition zu hören und einfach zu machen, wonach mir gerade ist – zumindest soweit das möglich ist.

Aber ich will es endlich genauer wissen. Denn vielleicht ist der Auslöser für die Schlappheit diese Woche nicht der Wetterumschwung, sondern der Hormonstand? Who knows?

Was sind eure Erfahrungen? Merkt ihr Motivationsunterschiede während eures Zyklus? Oder seid ihr wetterfühlig? (das war ich nämlich früher nie)
Und erkennt ihr Muster?



Freitag, 11. Mai 2018

#freitagsgedanken – Gönn dir!


Gönn dir!


Im Moment bin ich gerade extrem großzügig zu mir selbst.
Sparsam sein? Ach iwo! Asketisches Leben? Auf keinen Fall!
Stattdessen gab es zwei Ausgaben des Cord-Magazins, endlich mal wieder eine Glossybox (aber nur eine!), Ohrringe, neue Flyer ... und einen Kurztrip an die Ostsee inklusive Pommes, Erdbeeren, Cupcake, Sprite und neuen Sommerhüten.

Es war ein kleiner Rausch des Sich-Gönnens. Eine Phase, die es ab und zu mal braucht – für mich – zur einfachen kindlichen Freude.
Ich war im Kino und habe endlich eine Theatergruppe live gesehen, die schon ewig auf meiner Liste stand. Auch morgen werde ich ins Theater gehen, allein. Eines meiner liebsten Luxus-Erlebnisse.
Ich gönn mir gerade.

Die nächsten Wochen werde ich wieder auf Sparkurs gehen und all das genießen, was ich mir jetzt gegönnt habe.
Wenn viel Input auf einmal hereinkommt, egal ob in geistiger oder materieller Form, nehme ich mir danach gern viel Zeit, all das einzeln zu betrachten, auszukosten, zu genießen und zu würdigen.
Wie nach einem Geburtstag, wo man den Geschenketisch erst nach Tagen so richtig durchforstet und jedes Geschenk für sich betrachtet und es in die eigene Welt einziehen lässt.
Neue Kleidungsstücke werden exzessiv getragen, zum ersten Mal gewaschen, zum ersten Mal in den Kleiderschrank gehängt. Neue Schmuckstücke frisch und frei zu allem kombiniert. Neue Bücher schon auf dem Heimweg durchblättert.
Nach einem Event lasse ich alles Erlebte auf mich einwirken.
Manchmal spreche ich meine Gedanken als Sprachnotiz auf´s Handy oder schreibe mir inspirierende Gedanken auf. Manchmal kreiere ich daraus Blogposts, entwickle neue Ideen und Produkte oder teile meine Erkenntnisse einfach mit anderen. Oder ich genieße das Erlebte einfach nur still für mich. Als mein Schatz, der immer in meinem Kopf bleiben wird.

Alles, was in mein Leben tritt, soll auch einen Sinn haben, einen Eindruck hinterlassen. Die Sache ist die: Ich liebe Dinge. Nicht aus Status-Gründen, sondern weil ich eine innige Beziehung zu Gegenständen aufbaue.
Wenn ich etwas kaufe, dann nur, weil ich es wirklich toll finde. Die meisten Dinge, die ich voller Begeisterung selbst gekauft habe, bleiben ewig in meinem Haushalt. Die Kleidung trage ich bis sie kaputt ist (und nicht mehr vernünftig repariert werden kann), ebenso verhält es sich mit Schmuck, Schminke, Geschirr, Büchern, Möbeln etc. Ich bin eine Bastlerin und besonders liebgewonnene Dinge werden bei mir ewig repariert bis wirklich nichts mehr geht.

Viel Konsum auf einmal ist deshalb eine Art Glücksrausch, aber überfordert mich auch.
Große Shoppingtouren beglücken mich nicht so wie ein Einzelkauf eines Stückes, auf das ich mich schon lange gefreut habe.
Bei Unternehmungen verhält es sich ähnlich. Ich suche genau aus, welche Events ich besuchen möchte. Schon vorher schätze ich ab, ob sich die Zeitinvestition für mich lohnt. Lerne ich dort etwas neues? Werde ich dort in eine Welt eintauchen, die mir gefällt? Treffe ich dort Menschen, die mir wichtig sind und/oder die mich inspirieren?
Oder schlage ich dort einfach nur meine Zeit tot, ohne Mehrwert?
Dann kann ich mir auch zu Hause einen schönen Lenz machen, Zeit mit meinen Liebsten verbringen und selbst etwas erschaffen.

Sich etwas zu gönnen, ist wunderbar. Besonders dann, wenn es einen Mehrwert mit sich bringt. Wenn das Gönnen nicht nur aus reiner Konsumlust entsteht, sondern weil man etwas wirklich will, sich genau nach dieser Sache fühlt.

Was gönnt ihr euch gern?

Mittwoch, 9. Mai 2018

"Alles Schwindel" - Maxim Gorki Theater Berlin

Foto: Ute Langkafel, Maifoto, Bildquelle: http://gorki.de



"Pervers is nich mehr modern."

Meine liebe Freundin Anne hat mir zu meinem letzten Geburtstag einen Gutschein für´s Maxim Gorki Theater geschenkt. Ich habe in den letzten Monaten immer wieder den Spielplan gecheckt und wartete auf die eine Inszenierung, die mich richtig anlacht.
Und zack, dann kam sie: "Alles Schwindel", eine Revue!

Wenn ich in einer Ankündigung Worte wie "Goldene Zwanziger" und "Revue" lese, bin ich schon mal angefixt. Ich liebe die Leichtigkeit, das Freche, Versaute und Eigenartige, das Stücke aus den 20er-Jahren mit sich bringen.

Die Inszenierung ist groß und bunt, bestehend aus Requisiten und Bühnenbild im Comic-Stil, mit vielen Pappelementen in Schwarz-Weiß.
Die sieht man vermutlich auch aus der letzten Reihe noch perfekt, aber auch in der ersten Reihe machten sie einiges her.
Dazu gab es – ganz Revue – viel Gesang und Tanz und absonderliche Kostüme. Menschen in Fatsuits quetschten sich durch zu kleine Türen und stießen wie Luftballons aneinander und zwischendrin wirbelte das junge Paar herum, das einen als Hauptprotagonisten durch den Abend führte.
Beide beeindrucken durch Schnelligkeit, Witz, Charme und eine wunderbare Leichtigkeit.

Und obwohl die Inszenierung Tempo hat, gibt es die ein oder andere Länge, die ruhig hätte gekürzt werden dürfen.
Am Schluss gibt es noch einige Gags, in denen die Schauspieler in einer Meta-Ebene aus der Rolle fallen. Ich habe mich darüber totgelacht, das ältere Zuschauerpaar neben mir fand das eher weniger gut.

Es ist eine Haudrauf-Inszenierung voller Slapstick und Dandytum. Und das ist nun wirklich immer gut.







Freitag, 27. April 2018

#freitagsgedanken – Von der Hoffnung


Von der Hoffnung

Die Hütchenspieler alias mein aktueller Gruppendrang-Abendkurs haben ihre Feuertaufe bestanden. Drei erfolgreiche Aufführungen an einem sehr intensiven Wochenende liegen hinter uns.
Alle Teilnehmer sind noch etwas benommen von den Tagen und es fühlt sich an, wie nach einer gemeinsamen Klassenfahrt. Erschöpft, erleichtert und gleichezeitig ein bißchen traurig, weil es vorbei ist.

Die Gruppe möchte gemeinsam weitermachen und das macht mich sehr glücklich, denn sie sind ein tolles Team. Verständlicherweise haben alle den Wunsch nach einer Pause. Die letzten Monate waren hart und haben viel Zeit beansprucht. Den Sommer über soll es nun heißen: Freiheit!
Ab August oder September wollen sie gemeinsam in eine neue Inszenierung starten.

Diese Wartezeit ist jedoch immer die schwierigste Herausforderung für eine Theatergruppe. Eine Pause bedeutet leider oft – sehr oft – das Ende. Für das Fortbestehen der Institution "Theatergruppe" ist das beste, wenn man sofort weitermacht. Nach dem Motto: Nach dem Stück ist vor dem Stück.
Für das Wohlbefinden jedes Einzelnen ist aber eine Pause nötig.

Also heißt es jetzt: Hoffen!
Hoffen, dass sich alle so gern haben, dass die Wartezeit die Lust auf das Theaterspiel mit dieser Gruppe nicht beeinträchtigt. Hoffen, dass der Sommer keine ungeahnten Ablenkungen bringt, die dafür sorgen, dass man aussteigt.
Ich habe diese Hoffnung, denn die Gruppe hat viel Potential. Sie haben Sympathie füreinander und Freude an der gemeinsamen Arbeit – trotz der Anstrengung, die diese Arbeit mit sich bringt.

Die Aufführungstage waren fröhlich und entspannt. Ja, anstrengend und schlauchend ... aber mit Gesang dabei! Wie heißt es so schön:

"Wo man singt, da lass dich nieder, denn böse Menschen kennen keine Lieder."

Und so suhle ich mich noch ein bißchen im After-Gruppendrang-Blues, der immer nach den Aufführungen einsetzt. Denn auch wenn ich nicht richtiger Teil der Gruppe bin, so bin ich doch gerade an diesen Aufführungstagen mittendrin statt nur dabei.

Jetzt drücke ich die Daumen, dass die Hütchenspieler weiter bestehen. Ich bin voller Hoffnung, freue mich auf das vorerst letzte Treffen mit der Gruppe Ende Mai und bin gespannt auf die Pläne, die dort beschlossen werden.

So langsam nähere ich mich selbst meiner Sommerpause, die bei mir dieses Jahr hauptsächlich im Juni sein wird.
Ein Sommerloch gibt es dieses Mal aber nicht, denn viele Interessierte Theaterbegeisterte stehen in den Startlöchern für den neuen Gruppendrang Abendkurs.
Und ich hoffe, der wird genauso toll wie die Hütchenspieler!



Mittwoch, 25. April 2018

#monthlyfavourites – April-Lieblinge



Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im April! 




Zum Arbeiten

Mein Arbeitsfavorit war diesen Monat dieses Bob Dylan Doppel-Album, das ich letztes Jahr über ebay Kleinanzeigen kaufte.
Weil das Wetter so schön war, habe ich oft bei offener Balkontür im Wohnzimmer gearbeitet und im Hintergrund lief ständig diese Platte. Ein perfekter Start in einen arbeitsreichen Frühling.


 
Zum Aufhübschen


Was, schon wieder eine Hose? Ja, dieses Mal eine Sport-Leggings. In meinem neuen Vorhaben, meine Schränke nach und nach auszumisten und Dinge rauszuschmeißen, die kaputt oder zu klein sind, habe ich auch Sportkleidung aussortiert.
Bisher habe ich für die wenigen bewegungsreichen Events in meinem Leben immer irgendwas altes angezogen, aber dieses Mal wollte ich mal schicke Sportkleidung in mein Leben einziehen lassen. Bei Tchibo wurde ich fündig und kaufte neben der Leggings im Bild noch ein passendes T-Shirt, Tanktops, Yoga-Socken und ein Langarmshirt. Jetzt fehlt nur noch eine kurze Sporthose und ich bin bereit für Yoga-Stunden in allen Jahreszeiten.

Das "Under the Sea"-Kit von von Royal de Loop habe ich für meine Premiere der Meeres-Trilogie gekauft. Es besteht aus einem lila schimmernden Lipliner und einem bläulich-glitzernden holographischen Lipgloss – für die perfekten Meerjungfrau-Lippen.

Schon etwas älter ist die Lidschattenpalette "In the garden" der Marke stila. Ich habe sie mal irgendwann auf Kleiderkreisel entdeckt und mich in die Farben verliebt. In Kombination miteinander kann man mit ihnen überraschend verschiedene Augen-Make-Ups kreieren, die Farben wirken sehr natürlich und edel und der beigelegte Kajalstift gibt den letzten Schliff. Jetzt im April habe ich diese Palette ständig genutzt. Auf Kleiderkreisel findet ihr sie z.B. hier und hier und hier und hier

Zusätzlich war ich auf dem Gelb-Trip und hatte diese Ohrringe, die ich seit mindestens 15 Jahren besitze, auch dementsprechend oft an meinem Ohr.

Die Olivenöl-Honig-Seife hat mir meine liebe Freundin und Vorspielerin Carmen von ihrem Urlaub auf Malta mitgebracht. Diesen Monat ist sie zum ersten Mal zum Einsatz gekommen und riecht super.


 

Zum Lesen

Teil 1 meiner Meeres-Trilogie hat Premiere gefeiert und nun beschäftige ich mich gedanklich viel mit Teil 2 und 3. Passend dazu hat mir mein Mann aus diesen beiden Büchern vorgelesen.

Das blaue Buch heißt "Schiff am Horizont", ist ein altes Buch aus DDR-Zeiten und beinhaltet verschiedene Seefahrer-Geschichten. Ich habe es vor einer ganzen Weile in Warnemünde in einem öffentlichen Bücherschrank im Stadtpark entdeckt. Daraus werden eventuell einige Sätze in die weitere Meeres-Trilogie wandern ...

Den Hiddensee-Krimi hat mein Mann als E-Book-Leseprobe entdeckt und wir beschlossen, es gebraucht zu kaufen, damit er es mir zu Ende vorlesen kann. Danach wird es vermutlich in einen öffentlichen Bücherschrank wandern. Wenn es aber jemand haben möchte: gebt mir Bescheid!



Zum Essen

Seit Ewigkeiten habe ich mal wieder Brownies gebacken! Ich habe den Großteil eingefroren und kann nun alle paar Tage einfach ein paar Brownies auftauen lassen und solo oder zusammen mit Eis oder einer Vanille-Creme genießen. Mjam!

Kaum wurde es wärmer, stieg mein Verlangen nach Kokos! Diesen Monat sind also Kokosflocken und generell Schokolade mit Kokosfüllung mein Favorit. Ebenfalls genial finde ich im Moment bunten Puffreis.



Zum Stöbern

Da ich gerne Flyer und Plakate gestalte, war ich ganz begeistert von den Schriften berühmter Songwriter, die ich letztens online gefunden habe. Sie dürfen nur für private Zwecke verwendet werden, aber der Großteil meiner Theaterprojekte fällt sowieso in diese Kategorie. Runtergeladen habe ich mir die Schriften von David Bowie, John Lennon und Leonhard Cohen. Zudem ist die Website super schön gestaltet: https://www.songwritersfonts.com/

Als Nicht-Trinkerin fasziniert mich das Thema Alkohol immer wieder. Da ich den Geschmack nicht mag, habe ich noch nie mehr als wenige Schlucke getrunken, ich kann also nicht sagen, wie Alkohol im Körper wirkt. Dass Alkohol aber ein extremer sozialer Faktor in unserer Gesellschaft ist, kann ich bestätigen. Interessant fand ich daher den Erfahrungsbericht einer jungen Frau, die aufgehört hat, Alkohol zu trinken:
https://www.byrdie.co.uk/giving-up-alcohol--5ad088124c6e2

Das Leben ist kein Ponyhof ... ein Standard-Satz, den man schon tausendmal gehört hat. Aber wie wäre es, wenn das Leben eben doch ein Ponyhof wäre? (vorausgesetzt man mag Ponys ...)
Lydia von "Büronymus" hat dazu einen wunderbaren Text über die Arbeit geschrieben:
https://bueronymus.wordpress.com/2018/04/13/das-leben-ist-kein-ponyhof/

Gefrustet und entsetzt hat mich dieses ausführliche Dossier über die kurze Ära von Chris Dercons Intendanz an der Volksbühne in Berlin. Ich selbst konnte mit der Volksbühne nie viel anfangen und freute mich auf frischen Wind. Aber wie unglaublich schlecht die Kommunikation zwischen allen Beteiligten war, die stark die Aggressionen bei den Künstlern, wie naiv die Ideen Dercons ... all das zusammen konnte nur zum Scheitern verurteilt sein:
https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/kultur/intendant-der-volksbuehne-chris-dercons-scheitern-e608226/?autologin=true





Zum Hören

Zur Vorbereitung auf Teil 2 meiner Meeres-Trilogie habe ich diesen Monat angefangen, Herman Melvilles "Moby Dick" als Hörbuch zu hören. Das wird noch lange, lange dauern, denn es geht insgesamt 30 Stunden!

Ihr findet es bei audible:
https://www.audible.de/pd/Klassiker/Moby-Dick-oder-Der-Wal-Hoerbuch/B01FWE42VQ/ref=a_search_c4_1_1_srTtl?qid=1524475077&sr=1-1




Zum Anschauen

Gestern abend erst startete ich eine neue Krimiserie auf Netflix und ich bin absolut gehooked! Die Serie ist aber auch sowas von geil!
Also wer Krimi mag und nichts gegen die 70er hat – guckt Mindhunter!





Ihr wisst, ich bin ein Fan der BBC und mag besonders die kleinen Perlen, die man ab und zu mittendrin findet. Dazu gehört diese Mini-Serie mit sechs kurzen Episoden über 5 beste Freunde, die gemeinsam einen Trip durch Europa machen. Die Jungs haben sich vorher noch nie im realen Leben getroffen und ich hab sie in diesen wenigen Folgen richtig liebgewonnen.
Eine kurze Dokumentation über Freundschaft, die unterhaltsam und anrührend ist. Mein absoluter Liebling: Owen!
Das tolle: die Doku gibt´s auf Youtube, hier die erste Episode:





Ebenfalls auf BBC gibt es eine entzückende Doku über einen Tierpfleger, der auf Großkatzen spezialisiert ist und zwei Jungtiere bei sich aufnimmt: einen kleinen Panther und einen Gepard.
Die Dokureihe ist für (Groß-)Katzenliebhaber ein Must See:





Weiter geht´s mit Netflix. Dort gibt es eine neue Staffel von "Chef´s Table" und es geht dieses Mal nur um Süßspeisen. Die einzelnen Folgen sind wunderbar gefilmte Portraits herausragender Patissiers:





Und im Kino war ich auch! Und zwar in der Satire "Death of Stalin". Grandios gespielt, wunderbare komische (Slapstick-)Momente und gleichzeitig erschreckend, wenn man die wahren Ausmaße von Stalins Wirken begreift.

Freitag, 20. April 2018

#freitagsgedanken – So viele Ideen ...


So viele Ideen ...

Kennt ihr dieses Gefühl des Inspirations-Overloads? Bei mir ist das oft der Fall, wenn gerade Projekte abgeschlossen sind und neue Projekte entstehen. Wenn neue Gruppen starten, wenn ein neues Theaterstück ausgewählt wurde, wenn ich einen neuen Kurs plane.
Dann dreht mein Kopf vollkommen am Rad.
Alles um mich herum ist Inspiration pur. Ich hänge den ganzen Tag auf Pinterest rum und lege neue Pinnwände an, durchstöbere alte Fotoalben und mein Bücherregal, will hier noch was machen und dort noch was und bin in null komma nix umgeben von 1000 angefangenen Sachen.

Und dann kommt der Moment, wo ich erst einmal durchatmen und mich und meine Ideen sortieren muss. Was will ich wirklich angehen?
Ist das wirklich wichtig?
Ist das JETZT wichtig?
Was davon ist eine Schnapsidee und was davon könnte wirklich toll werden?
Gibt es auch eine Idee, von der du dich mal verabschieden könntest?
Welcher Ballast ist noch da, der weg kann?

So ging es mir diese Woche und ich bin noch immer am Sortieren. Meine Vorspieler haben sich für ein neues Stück entschieden und ich freue mich sehr auf die Inszenierung, die wir planen. Wenn man nach unserem Plan geht, den wir beim Brainstorming entwickelt haben, wird sie ein absoluter Knaller. Und die Proben versprechen entsprechend aufregend und lustig zu werden.
Gleichzeitig fehlen aber noch Mitspieler im Team und wir sind noch auf Männersuche. Das ist etwas frustrierend und verpasst der Vorfreude einen zähen Anstrich.

Auch die Spielschauer haben ein neues Stück gefunden. Dienstagnachmittag habe ich mich mit einer Tasse Tee auf´s Bett gesetzt und es tatsächlich geschafft, das Stück in einem Rutsch durchzulesen. Und auch dieses Stück ist wirklich toll und wird sicherlich ganz fantastisch in der Umsetzung.

Mein erster Teil der Meeres-Trilogie hat Premiere gefeiert und ich bin etwas hibbelig, weil alles gerade so ein bißchen schwebt. Ich habe viele Ideen für Teil 2 und 3, aber die Textarbeit für den zweiten Teil wird lange dauern, da die Textvorlagen dicke Wälzer sind, die ich erstmal durchlesen oder als Hörbuch durchhören muss. Aber es ist gut, dass ich in dem Fall einen natürlichen Dämpfer habe, der mich ein bißchen runterbremst.

Mein aktueller Gruppendrang-Kurs alias die "Hütchenspieler" hat in zwei Tagen Premiere. Sie sind aufgeregt und ich bin so gespannt, wie das Stück dann auf der Bühne wirkt. Auch hier gibt es einen guten natürlichen Bremser für meinen Inspirationswahn. Bei anderen Gruppen würde mein Kopf schon arbeiten und überlegen, was sie als nächstes spielen. Hier werden wir erst einmal ausführlich reflektieren, wie die Inszenierung lief und schauen, ob die Gruppe weiter besteht – und wenn ja, in welcher Konstellation. Und DANN erst wird in Überlegungen für ein neues Stück gestartet.

Privat habe ich tausend Ideen, wie ich die Wohnung weiter gestalten kann. Hier gibt es noch unendlich viele Baustellen, die vor allen Dingen damit zusammenhängen, dass viel Müll einfach nur rumsteht, ohne je einen festen Platz zu haben. Einen ersten Schritt habe ich schon gemacht und neben meinem Schreibtisch einen Magazinständer für meine Arbeitsmaterialien und zwei schwebende Bücherregale für Fachliteratur und Notizbücher angebracht. Ich hoffe, ich kann mich aufraffen, noch mehr zu tun.

Und bei euch so? Wie ist es bei euch mit den Ideen?





Freitag, 13. April 2018

#freitagsgedanken – Fehler & Status


Fehler & Status

Wie auf Flügeln trug mich mein Auftritt am Samstag in diese Woche. Ich war stolz darauf, dieses Projekt wirklich geschafft zu haben, innerhalb von zwei Monaten dieses kleine Stückchen Märchen auf die Bühne gebracht zu haben. Ich hoffe, ich kann es noch öfter spielen, denn es liegt mir sehr am Herzen und macht einfach Spaß zu spielen.
Wenn ihr also Ideen für Auftrittsmöglichkeiten (z.B. Open Stages, bei denen auch 18-minütige Auftritte erlaubt sind) in Berlin habt: immer her damit!



Aber als ich so in die Woche hineinflog, kristallisierte sich ein Wochenthema heraus, das mir plötzlich jeden Tag in anderer Form begegnete und somit meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Nämlich das Thema "Fehler".

Fehlerkultur ist immer ein schwieriges Thema und irgendwie unangenehm. Es ist mit Schuldgefühlen und vor allem Schuldzuweisungen verbunden. Diese Woche habe ich drei wunderbare Beispiele dafür geliefert bekommen ... und dazu noch eines, wie es denn im Optimalfall läuft.

1)
Am Dienstag traf ich mich mit Business Coach Michael Weyl. Ich kenne ihn seit meinem ersten LifeWorkCamp und wir haben uns sofort gut verstanden.
Michael war beruflich in Berlin und die Gelegenheit habe ich natürlich genutzt für ein Treffen im schönen Kreuzberg. Wir saßen in der Sonne und erzählten uns Geschichten von unserer Arbeit. Die Gemeinsamkeiten in den Gruppen, mit denen wir arbeiten, waren wieder verblüffend und ich sage es ja immer wieder: ob Projektteam in einer Firma oder Amateur-Theatergruppe – die Strukturen, Konflikte und die Gruppendynamik sind gleich.
Michael erzählte mir von einem Fall, den ich dann unter Status-Gesichtspunkten analysierte. Es ging nicht direkt um einen Fehler, aber darum, das Selbstvertrauen zu haben, um zuzugeben, dass man etwas nicht versteht und jemand anderen um Hilfe bittet. Aber da wir mit solch einem Eingeständnis des Nicht-Verstehens unseren eigenen Status massiv senken, fällt uns das enorm schwer. Vor allem, wenn uns das Gegenüber sowieso in einer Art natürlichem Hochstatus gegenüber steht.

2)
Perfider wurde es in Fall Nummer 2. Auf Facebook folge ich seit längerer Zeit PR Coach Marike Frick. Sie gibt tolle Webinare und Online-Kurse zum Thema PR-Arbeit. Ich finde sie sehr kompetent und mag ihre Arbeit.
Marike hat es jedoch gewagt, ein Bild zu posten, auf dem sie in einer Weinbar sitzt, und darunter schreibt, dass diese Bar teuer war und sie es genossen hat, auf einer ebenfalls teuren Reise sich so etwas gönnen zu können – sowie neue Kleider und teure Coachings dazu. Sie sagte, vor ein paar Jahren hätte sie sich das niemals leisten können, aber jetzt ist sie stolz auf das Erreichte und genießt es.
Zu Recht, wie ich finde!
Die Kommentare waren jedoch zwiegespalten: neben begeistertem Feedback gab es so einige negative Meinungen. Hier ein paar Beispiele:

"Buah...geht es nur um Zahlen, Leute? Schade..!"

"Bin ich der Einzige, dem dieses Posting ein wenig "großkotzig" vorkommt? Ich bitte den etwas vulgären Ausdruck zu entschuldigen, aber das trifft es einfach am Besten!
Bislang habe ich mir ihre Postings immer gerne angeschaut..."
"Ich kenne dich nicht also werde ich auch nicht über dich urteilen....Doch "anziehen" tut mich dieses Statement nicht...
Werde ich deshalb "arm sein" ?
Bestimmt nicht...Denn ich folge meinem Herzen und das führt mich zu den "richtigen" Menschen für mich.
Und so werde ich mich von deiner Seite wieder entfernen....Dennoch alles Gute auf deinem Weg."  
"Klar...Wenn sich genug blöde Tüffel finden,die dir in "Webinaren" die Kohle für nix nachwerfen,kannste auch weiterhin die Gräfin Rotz von Kaloderma raushängen,während man dir Tafellambrusko zu überhöhten Preisen undn Woolworth Fetzen mit Nobeletikett andreht..
Ohne mit der Wimper zu zucken "

Was sich durch alle diese Kommentare zieht: der Drang, Marikes Status zu senken und den eigenen gleichzeitig zu erhöhen. Eine natürliche Reaktion, die im Alltag oft vorkommt, aber in den sozialen Medien noch viel öfter.
Mein Lieblingsbeispiel war aber dieser schöne Verlauf:

Person A: "Diesen Erfolg gönnt Dir jeder. Du hast Dir das, wo Du jetzt stehst, hart erarbeitet.
Diesen Erfolg jedoch in diesem Postings mit dieser Art von Formulierung zu verarbeiten, ist auch meine Sache nicht. Es klingt auch mir ein Stück zu abgehoben und dabei ist mir egal, wie oft Du so etwas im Jahr machst, was der Wein genau kostet und wie viele Kleider Du in den letzten drei Wochen gekauft hast.„Was kostet die Welt? Wer hat der kann - und ich kann Dank Euch, die ihr fleißig meine Webinare bezahlt“ hat doch ein wenig Beigeschmack..."
Marike: "Meine Webinare sind kostenlos."

Person A: "Marike - da musste ich kurz überlegen, ob ich antworte 🤔 Okay, ich mach’s: Also streiche das Wort Webinare und setze genau das Wort - an EXAKT dieser Stelle ein - mit dem Du bei Deinen Kunden Geld verdienst 🙄 Puh..."

Marike: "Passt schon :-D Wer fleißig meine Kurse bezahlt, bekommt ja auch viel dafür. Jedenfalls sind meine Kunden sehr zufrieden. Dass die "Was kostet die Welt"-Attitüde nicht jedermanns Ding ist, habe ich aber deutlich gemerkt und werde ich auf mich wirken lassen.
Danke jedenfalls an alle, die sich hier (wie du) um echte Debattenbeiträge bemühen. Es nervt, wenn mir einfach nur Geldgier unterstellt wird. So isses nämlich nicht.
"
Ein beispielhaftes Statusspiel, was hier gespielt wurde:
Person A hat erst Marikes Status erniedrigt, dabei aber einen sachlichen Fehler gemacht (das Wort "Webinar" für die zahlungspflichtigen Dienstleistungen benutzt), den Marike sofort genutzt hat, um den Status von Person A durch eine Richtigstellung zu senken.
Person A MUSS nun natürlich den eigenen Status wieder erhöhen ("da musste ich überlegen, ob ich antworte" + "Puh").
Und Marike hebt geschickt ihren eigenen Status ("Wer fleißig meine Kurse bezahlt, bekommt ja auch viel dafür.") und senkt ihn gleich danach, indem sie den von Person A und anderen hebt ("Dass die "Was kostet die Welt"-Attitüde nicht jedermanns Ding ist, habe ich aber deutlich gemerkt und werde ich auf mich wirken lassen. Danke jedenfalls an alle, die sich hier (wie du) um echte Debattenbeiträge bemühen.").
Am Schluss hebt sie aber wieder den eigenen Status aktiv ("Es nervt, wenn mir einfach nur Geldgier unterstellt wird. So isses nämlich nicht."). So eine gute Status-Spielerin! Chapeau!


3)
In meinen Gruppendrang-Kursen bleiben Konflikte natürlich nicht aus, die gehören zur Gruppenarbeit – besonders in der Entstehungsphase – einfach dazu.
Am Mittwoch gab es ein Gespräch mit zwei Gruppenteilnehmern, in dem es auch um das Thema Schuld ging. Wenn ich etwas in guter Absicht tue, sich andere dadurch aber nicht so gut fühlen wie gehofft, bin ich dann Schuld am Unwohlsein der anderen? Wenn man Schuld als ein objektives Wort benutzt: ja, natürlich. 

Aber leider ist Schuld ein extrem negativ behaftetes Wort. Und deshalb meide ich es gern, denn es trägt nicht gerade zu Problemlösungen bei.
Denn es ist doch eigentlich so, dass wir alle Dinge tun, die mal klappen und mal nicht. Das ist normal, das ist natürlich, das nennt man Entwicklung. Und es ist vor allen Dingen enorm wichtig, dass Dinge schief laufen – für alle Beteiligten. Denn nur so kann eine Veränderung stattfinden, nur so können Bedürfnisse erkannt und kommuniziert werden. 




4)
Wie gerufen kam da die Star Trek Folge "Disaster" aus der 5. Staffel von "The Next Generation". Nach einem Notfall und Ausfall des Computers sind die Crew-Mitglieder in verschiedenen Teilen des Raumschiffes "gefangen". Plötzlich müssen sie Posten und Rollen übernehmen, die für sie neu und ungewohnt sind. 

Zwei Frauen geraten aneinander, weil eine den Chefposten inne hat, aber darin unerfahren ist, die andere jedoch Schwierigkeiten mit Autoritäten hat. 
Diejenige mit dem Chefposten trifft eine Entscheidung, die die andere nicht gutheißt. 
Am Schluss stellt sich aber diese Entscheidung als genau die richtige heraus.
Anstatt beleidigt zu sein, weil sie Unrecht hatte, springt die Unterlegene über ihren Schatten und sagt: 

"I´m sorry, I´ve been wrong."
Und anstatt den eigenen Hochstatus auszukosten und ihn zu untermauern, sagt die Chefin:
"You could have easily been right."

Diese simplen zwei Sätze fand ich so wunderschön, dass ich sie mit euch teilen musste.

Wir müssen nicht um unseren Status kämpfen. Wir können auch einfach anderen mal einen hohen Status gönnen. Uns wird dadurch nichts kaputtgemacht, wenn wir auch mal Schwächen und Fehler zugeben und unseren Status senken. 
Im Gegenteil: diese Fähigkeit ist für uns und den anderen ein unglaubliches Geschenk.