Freitag, 17. November 2017

#freitagsgedanken – Krank


Krank

Letzten Samstagabend fing es an. Ich spürte ein leichtes Kratzen im Hals und wusste: das wird nicht gut enden.
Am Sonntag wachte ich mit noch kratzigerem Hals auf, trank viel Tee und machte mich dann dick eingepackt am Nachmittag auf zur Extraprobe der Gruppe Vorspiel.
Im Theater war ich abgelenkt und auf die Szenen konzentriert, aber auf dem Heimweg ging mir alles auf den Geist: jeder Mensch, jeder dumme Satz, den ich mithören musste, und vor allen Dingen jeder Geruch.
Zuhause erklomm ich mühsam den fünften Stock, denn einen Tag vorher war der Fahrstuhl ausgefallen.

Ja, und das war´s dann. Am nächsten Tag konnte ich mich als krank bezeichnen: erhöhte Temperatur, Schnupfen, Husten ... das volle Programm.
Mein Gründerwoche-Workshop musste ausfalllen und ich vegetierte vor mich hin.

Interessant ist ja, dass fast jeder eine Art immer gleichen Ablauf hat, wenn er krank wird. Aber jeder für sich individuell.
Bei mir ist es ungefähr so: erst Kratzen im Hals, dann häufiges Niesen, dann evt. Gliederschmerzen, Erschöpfungszustand, erhöhte Temperatur oder Fieber, Schnupfen, eine durchgeschwitzte Nacht, Temperatur niedriger, starker Schnupfen + erste Huster, eine zweite durchgeschwitzte Nacht, normale Temperatur, Schnupfen + Husten. Danach noch ein paar Tage langsam (manchmal seeehr langsam) ausklingender Schnupfen + Husten.
Bei meinem Mann hingegen ist der Fokus ganz stark auf dem Hals. Von Schnupfen ist er kaum betroffen, dafür aber extrem von Halsschmerzen geplagt.

So hat jeder Körper seinen ganz eigenen Erkältungs-"Style".

Und passend zum eigenen Style hat auch jeder seine ganz eigenen Wohlfühl- und Linderungsstrategien. Seine eigenen Go-To-Essentials. Bei manchen ist es Ingwer-Tee (Grusel!!!), bei anderen ist es die gute alte Hühnerbrühe.
Sobald ich krank werde, geh ich noch schnell einkaufen: em-eukal Kinder-Hustenbonbons, Kirschsaft (fragt mich nicht, wieso), Früchtetee (der mit sehr viel Honig getrunken wird), Taschentücher und Mandarinen. An motivierten Tagen noch Zutaten für eine Hühnersuppe, ansonsten einfach alles, was weich und lecker ist, wie Milchschnitten, Eis oder Apfelmus.

Wenn dann der Schnupfen richtig zuschlägt, brauche ich zu den Mahlzeiten Essen, das sehr intensiv schmeckt, also viel Salz und viel Fett enthält. Geht es euch aus so?
Was immer geht, ist Pizza. Immer! Auch, wenn ich nicht krank bin.
Die hat mein Mann mir dann zum Mittag gezaubert. Perfekt!

Nun ist auch er krank (natürlich!) und wir fröhnen gemeinsam der Ruhe und dem etwas langsameren Lebensstil.

Eine Erkältung zwingt uns immer ein bißchen in die Knie. Zurecht, wie ich finde. Der Körper weiß, wann man übertrieben hat. Stress schwächt das Immunsystem und lädt fröhlich alle Viren ein, sich bei uns auszubreiten.

Mit einer Erkältung wird man zur Ruhepause gezwungen.

Finde ich gar nicht so schlecht, ehrlich gesagt.

Freitag, 10. November 2017

#freitagsgedanken – Komfortzone


Komfortzone

Am Dienstag war ich in einer Schauspielschule. Genauer gesagt im André Boulouri Actors Space. Ein Bekannter, der Schauspieler ist, hatte auf Facebook von dem dortigen Kurs zur Meisner Technik geschwärmt und auf Nachfrage erfuhr ich, dass es eine Drop In Class gibt, an der jeder teilnehmen kann.

Nun bin ich ja keine Schauspielerin. Zwischen Amateurschauspiel und Schauspiel als Beruf liegt eine ganze Menge Luft. Und eine ganze Menge fehlender Technik sowie – und das habe ich am Dienstag gemerkt – ein emotionaler Puffer.

Ein Schauspieler soll auf der Bühne oder im Film das menschliche Handeln und die menschliche Emotionswelt so realistisch wie möglich darstellen.
Der erste Gedanke ist, dass er diese Empfindungen einfach sehr gut spielt.
Aber ganz so einfach ist es nicht. Um eine Emotion wirklich ergreifend rüberbringen zu können, reicht bloßes Spiel nicht aus. Der Schauspieler erlebt diese Emotionen.
Die Meisner-Technik unterstützt ihn bei diesem Erleben und schult ihn darin, auf sein Gegenüber einzugehen und somit emotionale Reaktionen zu erreichen.

Puh, soweit, so abschreckend. Also für jemanden wie mich, der sich mit Emotionen manchmal etwas schwertut.
Nicht mit dem Erleben oder Zulassen, sondern mit dem Haben. Besonders bei negativen Emotionen. Hab ich halt eher weniger.

Nichtsdestotrotz wollte ich die Meisner Technik kennenlernen. Aber vor Schauspieltraining hab ich immer Angst. Denn das bedeutet Ernsthaftigkeit. Da gehts nicht um Spaß. Im Gegenteil.

Ich fuhr also zum Moritzplatz, fand das Studio und stand dort etwas hilflos rum. An mir vorbei zogen gefühlt Scharen wunderschöner, junger Menschen. Elbenwesen aus einer anderen Welt. Einer Welt, in der die Leute Schauspiel sehr ernst nehmen. Eine Welt also, in der jemand, der das nur aus Spaß macht, keinen Zutritt hat.

Das ist natürlich Quatsch, aber so fühlte ich mich. Zum Glück sprach mich die Dozentin der Drop In Class an, erzählte mir ein bißchen Theorie zur Meisner Technik und dann ging es mit der einzigen anderen Teilnehmerin in den Nebenraum.
Bitte? Drei Stunden Training, nur zu zweit? Hilfeeee!
Kurz danach tauchte noch ein junger Mann auf. Glück gehabt. Immerhin zu dritt!

Nach der Aufwärmung starteten die beiden anderen mit der Übung des Tages, ich konnte erst einmal zuschauen. Es schien gar nicht so schwer, aber ich wusste aus Erfahrung, dass der Schein trügt.
Als ich dann selbst dort stand, mich auf mein Gegenüber, auf seine und meine Handlungen und Emotionen konzentrieren musste, war es ziemlich anstrengend. Manchmal zäh, manchmal gut, aber eben vor allem anstrengend.

Auf dem Heimweg grübelte ich. Über meinen Mangel an Wut (wo zaubern andere das her?), über die Unterschiede zwischen Schauspiel und Amateurtheater und Theaterpädagogik. Über das Spielen, das Erleben, die Realität.
Und über meine Komfortzone. Der Workshop war ein Schritt heraus aus dieser Komfortzone, ein Blick über meinen Tellerrand, der mir eine andere, recht fremde Welt gezeigt hat. Eine Selbsterfahrung, die mir überraschenderweise ganz viel über mich selbst verraten hat, mir gezeigt hat, wie sehr ich Komödie und Lachen liebe, wie ich in allem den Witz suche – und wie das in solch einem Kontext unpassend und wenig zielführend sein kann.

Die Übung war für meine Arbeit und mich sehr wertvoll und wird auf jeden Fall demnächst ausprobiert. Auch generell will ich mehr über die Meisner Technik herausfinden.

Meine Achtung vor dem Schauspielberuf ist an diesem Tag enorm gestiegen.
Wahnsinn, was dieser Beruf an emotionalem Input erfordert. Und wunderbar, wie sehr Schauspieler uns an dieser Gefühlswelt teilhaben lassen.

Freitag, 3. November 2017

#freitagsgedanken – Endlich kalt.


Endlich kalt.

Am Montag war es plötzlich kalt. Ich fuhr nach Tegel, wo ich einmal wöchentlich bei einem ehemaligen Gruppenmitglied Schauspielunterricht gebe, bekam zum Abschied selbstgemachten Nusskaramell geschenkt, konnte deshalb meine Handstulpen nicht anziehen und stand an der Bushaltestelle, die Hände frei im Wind. Und diese Hände waren binnen Sekunden saukalt.

Wo andere jedoch in Depressionen versinken, weil jetzt die kalte Jahreszeit beginnt, verfiel ich innerlich in Jubel. Endlich! Endlich beginnt so langsam meine liebste Jahreszeit: der Winter!

Ja, es ist noch Herbst, und auch der ist toll, aber das wichtigste ist: es wird kalt. Ich mag es, wenn es kalt ist. Wenn irgendwann der Moment gekommen ist, an dem man zum ersten Mal die Kälte richtig spürt, weiß ich: Miss Winter is coming ...

Ich mag die leicht melancholische Stimmung, die kahler werdenden Bäume, den Wind, die leeren Straßen. Das graue, trostlose und gerade dadurch auf ganz eigene Art wunderschöne Berlin.

Ich liebe die Kälte, weil ich in ihr nicht schwitze.
Endlich weiß ich, was ich anziehen soll: etwas Warmes. In der Übergangszeit ist man ständig zu warm oder zu kalt angezogen, im Hochsommer ist jedes Kleidungsstück sowieso zu viel. Aber im Winter ist es einfach: so warm wie möglich.
Und das kann ich. Wenn es eines gibt, was ich kann, dann ist es warm anziehen.

Die Wintermode finde ich auch immer viel schöner als die Sommermode. Man kann einfach so viel mehr Kleidungsstücke tragen. Modisches Kombinieren bekommt eine völlig neue Bedeutung: das Drinnenoutfit muss zur Draußenkleidung passen, zu jedem Outfit muss die passende Jacke oder der passende Mantel, sowie Handschuhe, Schal, Mütze und Schuhe herausgesucht werden. Eine fantastische Aufgabe!
Endlich kann ich mich auch wieder schminken. Was im Sommer einfach verläuft, bleibt nun endlich im Gesicht haften – und das den ganzen Tag.

Wenn es kalt wird, gehe ich auch öfter raus. Sogar gerne. Ich mag dann Spaziergänge durch die Stadt, eine abendliche Runde am Kudamm entlang und in der Mittagssonne auf einer Bank sitzen.

Mit der Kälte kommt auch wieder die Lust auf Kultur, auf Theater und Museen, auf Kino und Filmabende mit Freunden.

Neue Musik ist auf meinen iPod gewandert. Musik, die zur Dunkelheit passt, jazzige und herbstliche Töne wie "Element of Crime" oder Frank Sinatra.
Auch good old Robbie Williams mit seinen Sinatra-Covern ist dabei.

Und wenn ich im Dunkeln, einpackt in Mantel und Schal, die Straße entlanglaufe und dabei "One for my baby" in meinen Ohren klingt, blühe ich auf. Jetzt beginnt MEINE Zeit im Jahr.


Dienstag, 31. Oktober 2017

#theatreDIY - Blutkissen





Heute ist Halloween! Und damit wieder Zeit für ein #theatreDIY auf diesem Blog!

Im Amateurtheater ist stets Erfindergeist gefragt, wenn es um das Realisieren von Special Effects geht. Für die Inszenierung von Republik Vineta brauchten die Vorspieler eine Möglichkeit Schusswunden zu simulieren - und zwar direkt im Moment des Schusses, denn der fand auf der Bühne stand.

Blutkissen waren in diesem Fall die passende Wahl. Gefertigt aus dünner Folie und gefüllt mit Kunstblut, zerplatzen die kleinen Kissen unter physischem Druck.
Wird es im Moment des Schusses vom "Getroffenen" in der Hand gehalten, kann er es in seiner Hand zum Platzen bringen und sich gleichzeitig an die "angeschossene" Stelle fassen. Auf diese Weise fließt plötzlich dort Blut, wo vorher keines war.

Aber Blutkissen sind relativ teuer und bei mehreren Aufführungen und Proben, in denen der Effekt ja geübt werden muss, kommt da eine beachtliche Summe zusammen.

Also suchte ich nach einer Möglichkeit, Blutkissen selbst herzustellen ... und ich wurde fündig!
In einem Youtube-Video wurde ein Mini-Folienschweißgerät vorgestellt, das für diesen Zweck ideal war.
Und nach ein bißchen Rumprobieren habe ich eine gute Methode gefunden.

Ihr braucht:
  • Kunstblut (mein Favorit ist BLUAT, das komplett aus allen Textilien auswaschbar ist)
  • Hand-Folienschweißgerät (z.B. dieses)
  • dünne Plastikbeutel, z.B. Frühstücksbeutel 
  • Unterlage: Handtuch, Tiefer Teller, Schüssel o. Waschbecken

Schritt 1:
Fülle die gewünschte Menge Kunstblut in eine Ecke des Plastikbeutels. Wähle die Menge Blut je nach Wunschgröße des Blutkissens.
Tipp: Soll das Kissen relativ groß werden, ist es besser, etwas dickere Beutel zu wählen, z.B. Gefrierbeutel.

Schritt 2:
Falls die Tüte zu groß ist, schneide einen Teil des oberen Randes ab. Dann schweiße mit dem Gerät zuerst eine Seite zu, dann die andere offene Seite. Zur Sicherheit mache ich immer zwei Schweißnähte nebeneinander, um noch ein wenig überstehenden Rand zu haben. Schneide das Kissen mit ca. 5 mm Rand neben den Schweißnähten aus der Tüte aus.

Schritt 3:
Überprüfe das Kissen vorsichtig auf undichte Stellen und fahre gegebenenfalls noch einmal vorsichtig mit dem Folienschweißgerät über die Naht, um Löcher zu schließen. Wasche mit Wasser klebrige Blutreste ab und tupfe das Kissen mit einem Handtuch ab.



Fertig!


Extratipp:
Wenn du mehrere Kissen in einem Rutsch produzieren möchtest, kannst du mehr Blut einfüllen und mit dem Folienschweißgerät an den gewünschten Stellen die Tüte gleichzeitig schneiden und verschweißen, um z.B. mehrere Kammern zu bilden.



Und so sah es beim Einsatz auf der Bühne aus:


Freitag, 27. Oktober 2017

#freitagsgedanken – Stress lass nach!


Stress lass nach!

Ich bin ja grundsätzlich tiefenentspannt. Das wird jeder bestätigen, der mich kennt. Warum das so ist, kann ich nicht sagen, ich tippe mal auf niedrigen Blutdruck oder zu wenig Produktion von Adrenalin oder so. Keine Ahnung.
Diese Tiefenentspanntheit führt aber dazu, dass ich Stressoren schnell als EXTREM stressig empfinde. Beispielsweise viele Termine.

Ich arbeite jeden Tag im Homeoffice und an durchschnittlich drei Abenden in der Woche außerhalb (Proben, Aufführungen, Workshops ...).
Nach und nach kamen im letzten Jahr auch tagsüber Termine dazu. Ich habe mit dem Netzwerken begonnen und bevorzuge wegen meiner Abendarbeit am liebsten Termine tagsüber, z.B. Frühstückstreffen.
Seit kurzem gebe ich einmal die Woche auch privaten Schauspielunterricht, ebenfalls tagsüber. Soweit so gut.

Jeder einzelne Termin macht mir Spaß, aber jeder Termin bedeutet eine Unterbrechung von Ruhe und Konzentration. Jeder Termin schränkt die freie Zeitplanung ein. Und jeder Termin nimmt immer mehr Zeit in Anspruch als im Kalender steht. Denn für einen einstündigen Termin um 10 Uhr muss ich in Berlin schon um 9 Uhr aus dem Haus und bin um 12 Uhr zurück.

Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich viel weniger Termine habe als ein normal arbeitender Mensch. Also an Überarbeitung werde ich gewiss nicht sterben. Was aber auch daran liegt, dass ich sie permanent vermeide.
Folgt man den ganzen Achtsamkeitsratgebern, ist das total gut. Folge ich dem gesellschaftlichen Bild, habe ich ein schlechtes Gewissen. Weit entfernt vom Workaholic, wirft mich ein voller Terminkalender schnell aus der Bahn.
Denn er nimmt mir Freiheit.

Also versuche ich, Tage im Kalender freizulassen. Tage, an denen ich intuitiv im Homeoffice Neues kreieren oder ganz simple To-Do-Listen abarbeiten kann.
Manchmal kommt dann aber plötzlich ein ungewohnter Auftrag um die Ecke. Eine Website inkl. Logoentwicklung steht an. So ein Auftrag ist toll, aber der Blick in den Terminkalender versetzte mir einen kurzen Schreck. Ich hatte doch so schön lauter freie Zeiten eingeplant, die dann plötzlich weg sind. Zack, einfach belegt.

In solchen Momenten bleibt mir nur eine Möglichkeit: an meiner Einstellung schrauben. Die Aufgaben, die ich mir notiert habe, als Entspannung sehen.
Ich muss noch eine Wand in meiner Wohnung streichen und schiebe es schon ewig vor mir her.
Ich streiche extrem gern Wände, ich liebe es! Zumindest, wenn es um farbige Wände geht, ich streiche nicht gern Weiß, das ist öde. Vor dem eigentlichen Streichen muss der Raum aber erst umgeräumt, komplett abgedeckt und abgeklebt werden. Das dauert und nervt.
Aber gleichzeitig ist es auch eine sehr meditative Tätigkeit. Mit einem Hörbuch dazu wird daraus eine zwar anstrengende, aber sehr befriedigende Beschäftigung. Zumindest in meinem Kopf.

Die vor mir liegende Woche ist voll, aber gefüllt mit schönen Dingen. Mal sehen, ob ich es so sportlich nehmen kann, wie ich es mir vornehme.
Ich werde berichten.







Mittwoch, 25. Oktober 2017

#monthlyfavourites - Oktober-Lieblinge



Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im Oktober! 




Zum Arbeiten


In Wien hatte ich endlich wieder einmal meine analoge Kamera mit, eine Minolta XG-1. Es war ungewohnt, ohne Zoom-Objektiv zu knipsen, aber die Fotos sind wunderschön geworden und werden garantiert ab und zu in meinen #freitagsgedanken-Posts auftauchen.

Ebenfalls eifrig im Einsatz ist mein selbstgemachter Visitenkartenhalter. Wenn ihr ihn nachbasteln wollt, hier gibt es meine Anleitung: Klick!


 
Zum Aufhübschen


Wie schön sind bitte diese Ohrringe, die mir meine liebe Freundin Anne geschenkt hat?! Ich liebe sie!

Dazu passen ein paar Neuzugänge im Schminkregal:
Die beiden goldenen Lippenstifte sind aus der letzten Limited Edition von Catrice, heißen "Melting Lip Color" und riechen lecker nach Schokolade. Der eine Ton ist ein unauffälliges Nude-Brown, das auf den Lippen ganz dezent ist, der andere ist ein glitzerndes, bräunliches Herbst-Rot.
Auf den Augenlidern trage ich momentan ständig den bronzefarbenen Creme-Lidschatten von Bang Beauty aus der letzten Glossybox. Im Sommer stelle ich ihn mir auch genial als Rouge vor.

Ihr wisst, ich bade gern und viel, deshalb kaufe ich auch regelmäßig verschiedene Schaumbäder und Badezusätze. Sprudelbäder finde ich immer lustig und ich freue mich schon darauf, das Honig-Sprudelbad von Dresdner Essenz auszuprobieren.

Zwei Favoriten aus dem Dezember letzten Jahres habe ich aus der Beautykiste geholt und nutze sie nun wieder täglich: eine Birnen-Schoko-Handcreme und einen Clementine-Gewürze-Lippenpflegestift aus der letztjährigen Weihnachtsedition von Yves Rocher.



Zum Lesen


Ich lese ein neues Buch!!! Ich kann es selbst kaum fassen, aber es ist wahr. Und ich habe es bald durchgelesen. So langsam wird das was mit der besseren Konzentration ...
Der Klassiker "The Catcher in the Rye" von J.D. Salinger ist witzig, unterhaltsam, kurzweilig und gibt einen Einblick in die Jugendkultur im New York der 40er Jahre. Die Ausgabe habe ich übrigens auch aus der Bücherbox am Leon-Jessel-Platz in Wilmersdorf.

Die neue flow ist da und besonders interessant finde ich den Artikel über "Job Crafting".



Zum Essen


Spekulaaaaatiuuus! Und dazu eine Menge Tee!

Herbstzeit ist außerdem natürlich Kürbiszeit. Diesen kleinen Speisekürbis habe ich im Supermarkt entdeckt und ich bin gespannt, wie er schmeckt. Auf dem Beschreibungsschild stand "Mikrowellenkürbis" ... sehr interessant ...



Zum Stöbern

Lydia vom Blog Büronymus hat gestern einen tollen Artikel darüber geschrieben, wie wertvoll Zeit mittlerweile geworden ist und was das mit der Veränderung der Arbeitswelt zu tun hat:
https://bueronymus.wordpress.com/2017/10/24/zeit-ist-das-neue-geld/



Zum Hören

Ich habe diesen Monat so einige Folgen des Hollywood-Podcasts "Happy Sad Confused" gehört. Der Interviewer ist für mich nicht grad der geistreichste und charmanteste, aber die Celebrities, die er interviewt, machen es wieder wett.
Meine Lieblingsfolge bis jetzt ist die mit Simon Pegg. I looooove Simon Pegg!!!

http://www.mtv.com/news/podcasts/happy-sad-confused/



Zum Anschauen

Auf Netflix hat vor kurzem "Star Trek: Discovery" gestartet. Und es ist guuuut! In alter Serienmanier erscheint nur einmal die Woche eine neue Folge und das Warten lässt einen die Serie anders wahrnehmen. Neben dem zunehmend spannender werdenden Plot begeistern die Schauspieler, besonders die (endlich mal!) weibliche Hauptfigur Michael Burnham.





Ebenfalls auf Netflix habe ich die ersten beiden Staffeln "The Killing" geguckt. Manchmal hat mich die Serie unglaublich genervt, aber ich MUSSTE dranbleiben, um zu erfahren, wer der Mörder ist. Wie das so ist bei Serien. Und die Hauptfigur Detective Linden ist halt auch einfach zu gut.





Das allerschönste Augenerlebnis war aber diesen Monat "Blade Runner 2049". Was für ein Film! Hammer!
Wenn ihr dieses Jahr noch ins Kino geht, dann muss es dieser Film sein! Punkt.





Ach übrigens:
Das ist meine Katze G'Kar!


Freitag, 20. Oktober 2017

#freitagsgedanken – "Wunder" der Natur


"Wunder" der Natur

Am Sonntag verschafften wir uns noch ein bißchen Extraurlaub, da der eigentliche Wien-Urlaub nicht ganz den erhofften Effekt hatte.
Wir waren für einen Tag an der Ostsee, fuhren mit der Fähre auf eine kleine Landzunge mit Yachthafen und passenden Yachtbesitzerwohnungen in einer Art "Gated Community". Direkt daneben gab es einen kleinen, ganz puren, ruhigen Strand, mit wunderschönem Dünen-Wald-Streifen dahinter.

Als wir mit er Fähre wieder zurück Richtung Festland setzten, schaute ich auf die großen Transporter, auf die Segelschiffe und die verschiedenen Fähren, dreht mich um und sagte zu meinem Mann, dass mich wundert, warum Werke der Menschen nie als Wunder der Natur bezeichnet werden.

Ab dem Moment, in dem ich lernte, dass der Mensch zu den Säugetieren gehört, war meine Verwunderung darüber groß, dass der Mensch sich anscheinend als nicht zur Natur gehörig empfindet. Der Begriff "Natur" wird meist im Gegensatz zum Menschen verwendet. Als wäre der Mensch ein künstliches und kein natürliches Wesen.
Wenn dann der Mensch in "die Natur" geht, bestaunt er, was "diese Natur" alles so erschafft. Dabei ist er selbst ein Teil dieser Natur, dabei erschafft er selbst wunderbare Dinge.

Dokumentationen, die faszinierende Tiere und ihre Verhaltensweisen und Lebensräume zeigen, haben oft die Worte "Wunder der Natur" im Titel. Das irritiert mich, da es einen Widerspruch in sich darstellt. Eine Dokumentation hat immer eine Art wissenschaftlich-objektiv-beobachtenden Charakter. Die Phänomene, die in Dokumentationen gezeigt werden, werden dort in der Regel auch wissenschaftlich erklärt.
Wenn ich auf Wikipedia die Definition von "Wunder" anschaue, finde ich folgendes:
Als Wunder (griechisch θαῦμα thauma) gilt umgangssprachlich ein Ereignis, dessen Zustandekommen man sich nicht erklären kann, so dass es Verwunderung und Erstaunen auslöst.
Aber es wird doch erklärt. Es ist doch untersucht worden, um eine Erklärung zu finden. Wieso ist dann von einem "Wunder" die Rede?

Wenn Vögel aufwendige Nester bauen, wenn  Spinnen riesige Netze knüpfen, wenn Vogelschwärme in perfekten Konstellationen fliegen und Pflanzen auf den trockendsten Böden sprießen, wird von "Wundern" gesprochen.
Wenn Menschen Schiffe, Flugzeuge, Raumstationen und architektonische Meisterwerke bauen, wenn sie Symphonien komponieren und im Orchester spielen, wenn sie neue Kunstformen ausprobieren, wissenschaftliche Untersuchungen anstellen, Demokratie entwickeln – dann spricht niemand von einem "Wunder".

Wir Menschen machen viel Scheiß. Wir machen aber auch viel Schönes und Bewundernswertes. Genauso wie die anderen Tiere auf diesem Planeten auch.
Ein einzelner Marienkäfer auf einem taubesetzten Grashalm ist nur deshalb so schön, weil er in dem Moment gerade nicht in riesigen Schwärmen als Plage über die Nordseestrände herfällt.

Ich sehe die Welt und all ihre Bewohner nicht als Wunder. Zuviel wurde schon erforscht, zuviel wissen wir schon darüber, wie wir entstanden sind. Dennoch fasziniert mich diese Entwicklung. Ich betrachte sie mal mit Erstaunen, mal mit Erschrecken, aber die meiste Zeit mit Neugierde.

Neugierde darauf, wie sich diese Erde weiter entwickeln wird, was mit der Tier- und Pflanzenwelt passiert.
Und es ist ein beruhigender Gedanke, doch einfach nur ein Teil dieser Natur zu sein.









Freitag, 13. Oktober 2017

#freitagsgedanken – Was ist Theater?


Was ist Theater?

Wenn ein neuer Gruppendrang-Kurs startet, kommen Menschen zusammen, die Theater spielen wollen. Einige haben schon Erfahrungen gemacht, andere noch nicht. Aber jeder, der schon Theatererfahrung hat, hat andere Erfahrungen als die anderen.
Diese Erfahrungen prägen auch stets unsere Erwartungen. Entweder fanden wir die Erfahrungen nicht so gut und erwarten uns etwas Neues. Oder wir mochten die Erfahrungen und möchten genau so etwas noch einmal haben.

Nun sitzen diese Menschen zusammen und brainstormen, was sie gemeinsam für eine Inszenierung auf die Beine stellen könnten. Und beim Brainstormen zeigen sich dann nach und nach die Unterschiede in den Erwartungen.
Mein neuer Kurs wurde am Anfang quasi überrannt und dünnt sich nun nach und nach ein bißchen aus.
Das ist ganz natürlich und passiert jedes Mal, aber es ist gleichzeitig immer auch schade. Es ist für alle Seiten stets ein bißchen ernüchternd. Wie der Montagmorgen nach einem Partywochenende.

Je mehr man miteinander spricht, desto schneller erkennt man, ob man gemeinsam in eine Richtung marschiert. Manchmal ist das nicht der Fall. Dann muss man für sich entscheiden, ob man spontan in die andere Richtung mitmarschieren oder lieber umkehren oder sich einen eigenen Weg suchen will.

Mitte dieser Woche telefonierte ich mit einer Teilnehmerin meines Kurses, die auch wie ich theaterpädagogische Erfahrung und schon sehr viel mit anderen Menschen inszeniert und gespielt hat. Sie will kein Stück eines anderen Autoren spielen, im Kreis sitzen und Inszenierungsideen diskutieren. Sie will Aktion, Bewegung, Improvisation und die daraus entstehenden ganz eigenen Geschichten der Teilnehmer auf die Bühne bringen. Für sie ist genau das Theater. Und das finde ich wunderbar! Sie hat Recht, das ist Theater.

Für mich aber kann beides Theater sein. Für mich ist beides Theater.

Heute erreichte mich die eMail einer anderen Teilnehmerin, die doch lieber in Richtung Tanztheater gehen möchte. Auch das finde ich toll, kann ich aber selbst leider mangels Erfahrung nicht bieten. Aber auch das ist für mich Theater.

Dennoch hadere ich damit, einen Satz mit "Für mich ist Theater ..." zu beginnen. Denn Theater ist ein so unglaublich allgemeiner Begriff, dass alle möglichen Formen der Darstellung auf der Bühne mit hineingezählt werden können: Sprechtheater, Improvisation, Tanz, Gesang, Pantomime, Varieté, Revue, Schwank, Regietheater, Playbacktheater, Onlinebühnen, Figurentheater, Objekttheater, Drag ... die Liste ist lang und wird noch länger werden.

Während meiner Ausbildung zur Theaterpädagogin leitete ich nebenbei mit meiner Kollegin unsere Freizeittheatergruppe. Wir machten klassisches Amateurtheater, das halbwegs textgetreu Stücke fremder Autoren inszenierte. Und wir haben es geliebt!
Unsere Dozenten waren nicht immer so begeistert davon. Sie erzählten in der Ausbildung kopfschüttelnd, dass Schüler immer Textauswendiglernen und Rollenverteilung erwarten, wenn von Theater die Rede ist. Dabei sei das doch kein Theater. Es sei doch deprimierend, dass das die einzige Vorstellung sei, die die Schüler von Theater haben.
Ich fand das nicht deprimierend, sondern ganz natürlich. Die Schüler haben doch Recht: das ist Theater.

Theater hat keine enge Definition, sondern eine ganz weite.
Genau deshalb habe ich für mich keine bestimmte Antwort auf die Frage "Was ist für dich Theater?". Ich will keine Definition für mich aufstellen und damit so vieles ausklammern.
In einer Welt, die ich mir voller Vielfalt und absolut gleichberechtigt wünsche, möchte ich für mich diese Definitionen meiden. Ich sage nicht mehr "Das ist für mich eine Frau." oder "Das ist für mich ein Mann." Und eben auch nicht "Das ist für mich Theater."


Wenn ihr jedoch wissen wollt, was ich zur Zeit für Theater mache – dann fragt mich gern. Oder schaut es euch einfach an.