Freitag, 28. Dezember 2018

Jahresrückblick 2018



Ganz traditionell blicke ich am Ende des Jahres noch einmal zurück auf alles, was passiert ist.


Was für ein Jahr!
Es begann mit etwas komplett Neuem: einer Geschäftsreise. Nach Hamburg ging es, für ein Status-Seminar im Rahmen einer Demenz-Fortbildung des Adolf-Althausen-Vereins. Während dieses Trips erreichte mich telefonisch ein familiärer Notfall und dieser Ausflug brannte sich tief in mein Gedächtnis ein.
Aber er war der Auftakt zu einem vollen und erfüllenden Jahr. Denn ebenfalls im Januar gab ich erstmalig einen Status-Workshop für das Netzwerk intrinsify.me (und jetzt sage mir noch jemand, dass Netzwerken nichts bringt). Dabei lernte ich Christian von structura kennen und gab im Frühjahr dort ebenfalls einen Workshop für seine Kunden.
Auch andere Netzwerkkontakte ergab sich ein Workshop für die Stiftung Umweltschutz. Und im November ging es dann noch zweimal auf Geschäftsreise – wieder nach Hamburg für den Adolf-Althausen-Verein und für intrinsify.me nach Köln.

Es war ein Jahr, in dem ich geschäftlich viele Möglichkeiten mit- und wahrgenommen habe. Ein Jahr, in dem mir diese Möglichkeiten zum ersten Mal angeboten wurden.
Der Impromorgen im Meeet West gehörte dazu. Ein dreiviertel Jahr lang leitete ich einmal im Monat am Montagmorgen einen Improworkshop für spontane Teilnehmer, bis ich merkte, dass das Format für mich nicht das richtige ist. Dennoch waren wirklich schöne Workshops dabei und die Zusammenarbeit mit Improtrainerin Claudia Hoppe, die mich für den Impromorgen angeworben hatte, lief gut und bleibt hoffentlich ein langer und intensiver Kontakt.
Auch Frank Spandl – Chef des Meeet – war ein toller Kontakt und ermöglichte mir, meinen Gründerwoche-Workshop in seinen tollen Räumlichkeiten zu geben. Über 20 Teilnehmer standen dann plötzlich vor mir und bei den Abschlussimprovisationen zu den Persönlichkeitstypen lachten wir uns kringelig.
Das Netzwerk "Powerfrauen" ging leider zu Ende, aber dafür wurde "Barbara Fischer & friends" geboren und ich freue mich sehr, als Friend mit an Bord zu sein. Für das nächste Jahr ist geplant, dass Netzwerk wachsen zu lassen, Kooperationen anzuregen und einzugehen, Blogartikel zu schreiben und Vorträge zu halten und das wird eine neue Herausforderung, die ich gern annehme.

In meinen eigenen Angeboten habe ich mich weiterentwickelt und lerne noch immer dazu, besonders in meinen Gruppendrang-Kursen, die jedes Mal neue Konflikte und zwischenmenschliche Knarzereien zeigen, die zum einen dazugehören und zum anderen offen kommuniziert werden müssen. Das ist nicht immer einfach und es ist auch nicht immer die Zeit dazu da, aber es ist eine gute Aufgabe und ich freue mich darauf, weiter an ihr zu wachsen, Erfahrungen zu sammeln und Möglichkeiten zur Auflösung und Aufdeckung zu finden.
Zum Gruppendrang-Abendkurs kam im Herbst noch ein Feierabendkurs hinzu, der eine ganz andere Dynamik hat, auch durch die kürzeren Termine. Die Hütchenspieler des Vorjahres führten im Frühjahr auf und zwei neue Gruppen (eine heißt "Einigermaßen ansehnlich") entstehen gerade und ich bin gespannt, wie die Entwicklung weiter läuft.
Zum ersten Mal habe ich meine Vorglühen-Workshops angeboten, die jedes Mal richtig viel Spaß gemacht haben.
Auch die Machtspielchen-Workshops waren gut besucht und sehr intensiv und lehrreich.

Die Gruppe Vorspiel spielte endlich Shakespeare und erSTURMte die Bühne und die Spielschauer hatten ihre vierte und letzte und sehr berührende Inszenierung "Herbst". Damit geht eine Ära zu Ende ..., aber vielleicht auch nicht ganz. Ich hoffe, dass die Spielschauer ab und zu noch in Mini-Besetzung auf den Bühnen Berlins zu sehen sein werden.

Im Blog gingen in diesem Jahr die #freitagsgedanken zu Ende und für kurze Zeit gab es das Theatertagebuch ... bis ich mich entschloss, mich vorerst von festen, freitäglichen Blogbeiträgen zu verabschieden.

Es war ein Jahr des Wachstums – nicht nur geschäftlich, sondern auch privat. Obwohl ich es für mich schon ausgeschlossen hatte, packte mich die Lust, wieder allein auf die Bühne zu gehen. Und somit erschuf ich mir eine neue Solo-Künstler-Natur und eine kleine Meeres-Trilogie, von der ich in diesem Jahr Teil 1 und 2 bereits auf die Bühne brachte. Teil 3 gibt es im nächsten Jahr und danach noch weitere  kleine Stücke und Solo-Auftritte. Auch ein passender Blog wurde aufgesetzt: Klick!
Ich habe zum ersten Mal meine Hass-Jahreszeit Sommer irgendwie genossen und mit tollen Erlebnissen gefüllt sowie im Laufe des Jahres Keramik und Korbflechten ausprobiert, um mein handwerkliches Repertoire zu erweitern. Beides hat mir Spaß gemacht, aber die Keramik hat mich richtig gepackt. Damit soll es im neuen Jahr unbedingt weitergehen. Außerdem würde ich gern mal Löffel aus Holz schnitzen.

Und das neue Jahr?
Das darf gerne ein bißchen gemütlicher sein. Und zwar gemütlich im Sinne der Wiederholung. Ich möchte gern erfolgreiche Workshops und Kurse wiederholen, so wie beispielsweise die Vorglühen-Workshops und Gruppendrang-Kurse.
Auch die Machtspielchen-Workshops werden wieder stattfinden, sogar als Ganztagsworkshop.
In neuer, aktualisierter Version wird auch der Basis-Kurs wieder starten, den ich vor Jahren entwickelt habe.
Ganz neu – und inspiriert von meinem eigenen Solo-Theater – ist der Gruppendrang Solo-Kurs "15 Minuten Ruhm", der im Mai starten soll. Ich drücke mir die Daumen, dass es klappt. Irgendein Experiment muss ja immer dabei sein.

Ansonsten wünsche ich mir Zeit mit Freunden, Zeit für meine Familie und für mich, sowie weiterhin viel Weiterentwicklung und Lernen.
Und ich möchte mehr in kleinen Schritten in Richtung Zero Waste, Upcycling, Minimalismus und Selbermachen gehen.




Meine Favoriten 2018



Meine drei liebsten Blogartikel:

Allein auf der Bühne – Panik pur oder Ego-Boost?

Der Körper & das Theater – 5 Tipps für Body Neutrality

So wirst du der perfekte Zuschauer – 8 Tipps



Meine Theaterinszenierungen des Jahres:

Solaris – Deutsches Theater

Jeder Idiot hat eine Oma, nur ich nicht – Deutsches Theater

Rom – Deutsches Theater




Mein Foto des Jahres:


Eine Szene aus "Undine" (Teil 1 der Meeres-Trilogie) von Orangeplaty.





Meine Top 3 Filme des Jahres:


Fangen wir doch mit "The Ballad of Buster Scrugs" an, einem aktuellen Netflix-Film, der aus mehreren Kurzgeschichten besteht:
https://www.youtube.com/watch?v=_2PyxzSH1HM

Ebenfalls richtig gut ist "Master & Commander":
https://www.youtube.com/watch?v=6oyQGHHz8U8&t=116s

Und nicht zu vergessen: "Solo - A Star Wars Story", der mir seeehr gut gefallen hat.
https://www.youtube.com/watch?v=jPEYpryMp2s




Meine Top 3 Serienentdeckungen des Jahres:



Die Netflix-Travel-Food-Show "Somebody Feed Phil" macht einfach unglaublich gute Laune!
https://www.youtube.com/watch?v=Zv29Sjt7LnA

"Mindhunter" ist eine Serie über die Entwicklung der Kriminalpsychologie in den 70er-Jahren. Einfach wunderbar gespielt und seeeehr interessant:
https://www.youtube.com/watch?v=7gZCfRD_zWE

Ähnliche Kategorie, aber andere Atmosphäre und einen unglaublich guten Paul Bettany gibt es in "Manhunt: Unabomber" zu sehen:

https://www.youtube.com/watch?v=nsd_LMDlzhI&t=14s



Mein Lieblingsessen des Jahres:

Meine Freundin Carmen und ich entdeckten das Restaurant Anh Ba in der Nähe des Vorspiel-Probenraums und ich aß eine Art frittierte Sommerrollen – und war begeistert! Davon habe ich dieses Jahr so einige gegessen und dazu mit großem Enthusiasmus selbstgemachten Eistee – in Restaurants und zu Hause.




Fortbildung des Jahres:

Ganz klar mein Keramik-Kurs bei Claudia Schöpping von http://www.o-ton-keramik.de/. Auch wenn es keine berufliche Fortbildung war ...





Mal sehen, was 2019 bringt ... ich bin bereit!


Mittwoch, 26. Dezember 2018

#monthlyfavourites – Dezember-Lieblinge


Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im Dezember! 




Zum Arbeiten

Huch, was blinkt und glitzert denn hier? Neuer Schmuck für den Fundus!
Wenn eine Sache beim Theaterspielen in Massen verschwindet und kaputt geht, dann ist es Schmuck. Mein Fundus-Schmuck hat sich über die letzten Jahre quasi in Nichts aufgelöst und es wurde Zeit für Nachschub – besonders, weil die Vorspieler für ihre 60er-Jahre-Inszenierung "Die zweite Palme" links ordentlich ausgestattet werden müssen.
Also habe ich auf ebay ein großes Schmuck-Konvolut geordert, sortiert und die oben abgebildeten Schätze für die Vorspieler rausgesucht. Der Rest wartet auf neue Inszenierungen. Und vielleicht trage ich im Januar auch selbst etwas von dem Schmuck bei den Aufführungen ...

 

Zum Aufhübschen

Genaue Beobachter werden merken, dass die Pailettenohrringe schon vor einem Jahr in den Monthly Favourites waren. Aber was soll man machen, sie sind einfach richtig weihnachtlich! Ebenfalls gern getragen habe ich zwei weitere Ohrringpaare, die schon länger in meinem Besitz sind: goldene Hirsche und rote Sterne. Super dazu passen die (ebenfalls schon älteren) rot-goldenen Haarklemmen. Meine Haare sind ja momentan lang genug dafür.

Auch auf den Wangen hat es diesen Monat geglitzert mit dem Highlighter-Gelee von Revlon.

Vor einer Weile habe ich beschlossen, in einigen Produkten des Alltags auf plastikfreie Varianten umzusteigen. Mit Pflegeprodukten fange ich gerade an. Haarseife benutze ich schon seit langem (hier habe ich sie mal vorgestellt: Klick!), auch wird bei uns schon seit Ewigkeiten feste Seife zum Händewaschen benutzt. Für die Haare ist nun auch ein fester Conditioner dazugekommen, von Rosenrot, inklusive einer Scheibe Luffaschwamm als Ablage.
Und ein paar von mir selbstgemachte Produkte sind jetzt auch in Benutzung: Heilerde-Gesichtswasser (einfach abgekochtes Wasser mit nem Löffel Heilerde mischen), Nagelbalsam und Zucker-Peeling. Mein Plan für die nächsten Monate: sobald ein in Plastik verpacktes Pflegeprodukt aufgebraucht ist, gucke ich erst einmal, ob ich es a) selber machen oder b) ohne Plastik kaufen kann.




Zum Lesen

Wie schon einmal erwähnt, machen alle Zeitschriften dicht, die ich mag. Generell bin kein großer Fan von Frauenzeitschriften (mehr), weil einfach an sich das Konzept einer Zeitschrift für ein bestimmtes Geschlecht absurd ist. Ich liebe es aber, in Zeitschriften zu blättern. Lifestyle- und Rezeptzeitschriften sind da ab und zu eine gute Alternative.
Diesen Monat habe ich mir mal zum Anschauen das Hygge-Magazin gekauft. Die Texte sind nicht sonderlich spannend, aber es hat wirklich tolle, großformatige, stimmungsvolle Bilder und ziemlich lecker aussehende Rezepte, so dass ich es in der Vorweihnachtszeit total gern durchgeblättert habe.
Ein paar Rezepte werde ich ausprobieren und im nächsten Jahr dürfen aus den einzelnen Seiten gern Geschenkverpackungen, Briefumschläge und Weihnachtsanhänger werden. Denn passend zu mehr Plastikfreiheit soll auch noch mehr Upcycling Alltag werden. Das habe ich zwar schon immer gemacht, möchte ich aber noch stärker ausbauen und in mein Leben integrieren.

Gelesen habe ich endlich "Death of a Salesman" von Arthur Miller. Richtig gut und richtig deprimierend.




Zum Essen

Ich habe wunderschöne, rote Weihnachtsäpfel (Red Chief) und viele, viele Plätzchen gegessen. Die Erdnusskekse im Vordergrund waren ein Geschenk (danke Nick!), die Kakaoplätzchen und Nussecken sind von mir.



Zum Stöbern

Wie immer ein paar tolle Artikel, die mich diesen Monat begeistert haben:




Zum Hören

Ich höre noch immer – und voller Freude – Neil Gaimans "American Gods", gelesen von Stefan Kaminski. Mittlerweile sogar über die audible-App:
https://www.audible.de/pd/American-Gods-Hoerbuch/B00V5948A8




Zum Anschauen

Eine richtig tolle Netflix-Perle ist für mich "The Ballad of Buster Scruggs"! Guckt rein, es sind so tolle, kleine Geschichten, die fantastisch gespielt und ausgestattet sind. Manche lustig, manche schrecklich traurig. Und die Musik ... top!
https://www.youtube.com/watch?v=_2PyxzSH1HM

Doctor Who war natürlich noch immer Thema diesen Monat. Leider ist die Staffel fast zu Ende und dann muss ich bis 2020 warten ... ächz.
https://www.youtube.com/watch?v=XCt6f1Ttmy4

Ebenfalls auf Netflix gibt es eine neue Dokureihe, "7 Days Out". Ich habe gerade erst angefangen, sie durcheinander zu gucken, aber schon jetzt weiß ich, dass der bewegendste Teil für mich NASAs Cassidi Mission ist. So ein tolles Team und so eine tolle Zusammenarbeit. Sehr berührend!
https://www.youtube.com/watch?v=t058durlVWc

Montag, 10. Dezember 2018

Ausstellung "Ödön von Horváth und das Theater" – Theatermuseum Wien



Vor einigen Jahren machte ich im Rahmen meiner theaterpädagogischen Ausbildung einen Sommer lang Theaterpraktika in Wien. Eine Woche verbrachte ich in einem kleinen Theater und betreute Kinder bei einer Theater-Freizeit. An einem der Tage stand ein Besuch im Theatermuseum Wien auf dem Plan und das war unser erstes Date.

Jahre später folgte das zweite Date mit dem Theatermuseum. Und dieses Jahr das dritte. Ihr seht, die Beziehung zwischen mir und dem Theatermuseum Wien bahnt sich zu einer festeren Sache an.
Aber es passt auch einfach gut zwischen uns. Wir haben gleiche Interessen und ich lerne viel in dieser Beziehung. Ich werde zum Staunen und zum Lachen gebracht und verliebe mich jedes Mal neu.


Unser neuestes Date fand im Rahmen der Ausstellung "Ödön von Horváth und das Theater" statt. Den Namen hatte ich schon gehört, aber ich hatte nie ein Stück von Horváth gelesen oder auf der Bühne gesehen. Schon Wochen vor der Reise hatte ich mir deshalb bei ebay gebrauchte Bücher mit Horváth-Stücken bestellt und bereits zwei davon gelesen. Sie gefielen mir und ich war angefixt. Ja, ich MUSSTe die Ausstellung besuchen. Das dritte Buch nahm ich mir mit auf die Reise nach Wien.

Wie immer war die Ausstellung wunderschön gestaltet. Das Theatermuseum überrascht mich immer wieder mit seinen fantasievollen Ausstellungskonzepten, mit der Inszenierung der Objekte und der absolut genialen Raumgestaltung. Die Ausstellungsräume der Sonderausstellungen sind an sich schon Bühnenbilder voller Requisiten, die einen in eine andere Welt treten lassen.


Im Foyer gibt es anhand von Fotos und Briefen einen ersten Kurzeinstieg in Ödön von Horváths Biografie, quasi als Basis für die Reise in seine Literatur.
Im Innenhof wurde eine Luftschaukel aufgebaut, als Remineszenz an sein Theaterstück "Kasimir und Karoline", das im ersten Ausstellungsraum genauer vorgestellt wurde. Und da sind wir auch schon bei dem Konzept der Ausstellung. Drei seiner Stücke wurden exemplarisch herausgepickt und in jeweils einem passend gestalteten Ausstellungsraum erläutert, mit Hintergrundinfos unterfüttert und angrenzenden Themen aus Horváths Leben bereichert.

"Kasimir und Karoline" spielt auf dem Wiener Prater, einem großen Rummel. Der Ausstellungsraum wurde passend mit Lichtern, Bänken, Holzverschlägen und – ja, wirklich! – einem halben Kettenkarussell ausgestattet. Sogar mit passender Geräuschkulisse und der Möglichkeit per Kopfhörern verschiedene Textausschnitte zu hören.


Der zweite, kleinere Ausstellungsraum bildet eine Metzgerei ab, wie sie in "Geschichten aus dem Wiener Wald" vorkommt. Eine geniale Idee und auch vom Licht her wunderbar kühl beleuchtet.






Der letzte Raum ist ein Wirtshaus, in dem ordentlich randaliert wurde. Scherben von Bierkrügen, abgerissene Dekoration und umgekippte Bierbänke machten das Durchlaufen des Raumes schwierig und interessant zugleich. Tolles Detail: die Bierkrüge und Bierdeckel wurden mit Zitaten bedruckt.
Als Stückvorlage diente "Italienische Nacht", das übrigens gerade in der Schaubühne Berlin gezeigt wird. Ich habe es noch nicht gesehen, aber es steht auf meiner "Guck-Liste".





Und mein Fazit? Ich bin Horváth-Fan geworden, definitiv. Ich mag seinen Schreibstil, unaufgeregt gesellschaftskritisch (eigentlich hasse ich dieses Wort, aber es passt so gut), witzig, mit absolut österreichischem Humor, der oft heftig und boshaft ist und immer mit einer Vorliebe für das Thema Tod jongliert.
Übrigens hat sich mein aktueller Gruppendrang-Kurs gerade für ein Stück entschieden – und es ist "Hin und Her" von Horváth! Und ja, der Stückvorschlag kam von mir ... hehe.


Übrigens sind auch die Dauerausstellungen sehr schön. Ich bin überall einmal durchgeflitzt, denn ich habe sie bei meinen vorherigen Besuchen schon gesehen. Besonders entzückend ist eine Sammlung feiner Marionettenfiguren, mit denen wohl auch ab und zu kleine Stücke gespielt werden. Hier der Raum, in dem sie ausgestellt sind:







Das Theatermuseum und ich, wir werden noch weitere Dates haben. Vielleicht nicht nächstes Jahr, aber doch immer wieder. Da bin ich mir sicher.

Solltet ihr mal in Wien sein und Lust auf einen Museumsbesuch haben, wisst ihr jetzt, wo ihr hin müsst. Und gebt dem Theatermuseum einen dicken Kuss von mir!


Montag, 3. Dezember 2018

So wirst du der perfekte Zuschauer! – 8 Tipps





Es ist Theatersaison und Theaterinteressierte im ganzen Land sitzen eingequetscht zwischen vielen anderen Menschen in großen und kleinen Sälen. Auch und gerade in Amateurtheater-Aufführungen.
Manchmal voller Freude, manchmal eher aus Pflichtgefühl, manchmal überrascht, manchmal gelangweilt.

Im Amateurtheater habe ich viel Kontakt zu den Zuschauern, spreche mit einigen Besuchern, stehe als Darstellerin selbst auf der Bühne und sitze als Regie selbst im Publikum und als Technik noch ein Stückchen weiter hinten.
So konnte ich über die Jahre positive und weniger positive Erfahrungen mit Zuschauern sammeln und habe mal extra für euch eine To-Do-Liste erstellt, wie ihr der perfekte Zuschauer werdet. Denn die lieben wir Theaterleute! ;)

Als kleiner Anstups, den Amateurtheaterbesuch für dich selbst schöner und gewinnbringender zu gestalten – und für die Schauspieler natürlich auch.


1. Sei pünktlich!

Es gilt nicht nur für Bewerbungsgespräche, sondern auch bei Veranstaltungen: seid pünktlich! Nicht nur, weil ihr dann die Schauspieler nicht mitten im 1. Akt stört, sondern weil ihr euch sonst selbst die Chance nehmt, entspannt und offen in die Inszenierung zu gehen.
Wenn ihr 15 bis 30 Minuten vor Beginn der Aufführung da seid, könnt ihr euch noch mit eurer Begleitung austauschen, die Toilette aufsuchen, ein Getränk zu euch nehmen und einen schönen Platz im Saal suchen. Euer Kopf schaltet bereits in den Theatermodus um und ist bereit, die Geschichte aufzunehmen, die euch gleich auf der Bühne präsentiert wird.


2. Setz dich nach vorn!

Gerade, wenn die Zuschauerzahl eher überaschaubar ist, tendieren alle dazu, sich in die mittleren und hinteren Reihen zu setzen. Die erste Reihe wird sowieso meist wie die Pest gemieden. Manche können von hinten besser sehen, andere haben einfach gern den Überblick.
Aber oft steckt die Angst dahinter, Teil der Inszenierung zu werden, in irgendeiner Form mitmachen zu müssen. Keine Sorge, das ist nur extrem selten der Fall. Ein mitdenkendes und gutes Theaterteam wird Zuschauer niemals bloßstellen oder vorführen.
Also traut euch! Der Vorteil der ersten Reihe ist ein ganz gewaltiger: ihr könnt unmittelbar an der Geschichte teilnehmen ohne von anderen Zuschauern abgelenkt zu werden. Ihr seht jede Regung im Gesicht der Schauspieler, seid zum Anfassen nah dabei. Das ermöglicht euch ein ganz besonders tiefes Eintauchen ins Bühnengeschehen.
Und gut zu wissen: für die Schauspieler ist es enorm wichtig, dass die vordersten Reihen voll besetzt sind, denn die hinteren sehen sie durch die Scheinwerfer gar nicht. Sind die vorderen Reihen leer, wirkt es, als wäre überhaupt kein Zuschauer da.


3. Zeig Emotionen!

Wenn du etwas lustig findest, dann lache! Egal, ob du der einzige im Raum bist. Wenn du begeistert bist, dann johle oder klatsche zwischendurch. Wenn du erschrickst, dann zeig es ruhig. Und wenn dich etwas rührt, dann darfst du weinen. Wenn du dich ärgerst, dann mecker einfach. Wenn es dir nicht gefällt, darfst du jederzeit gehen.
Je mehr Reaktionen die Schauspieler aus dem Publikum hören und spüren, desto leichter fällt das Spiel auf der Bühne. Das gilt natürlich vor allem für positive Reaktionen wie Lachen, Applaus und Jubeln. Wenn ihr eure Freunde auf der Bühne unterstützen wollt, dann fiebert einfach eifrig mit und zeigt ihnen, wenn es euch gefällt (aber nur, wenn das wirklich der Fall ist!).
Ich verspreche euch: ihr werdet durch kraftvolles und unterhaltsames Spiel belohnt! Denn je mehr ihr euch traut, desto mehr trauen sich die Schauspieler. Für ihr Spiel brauchen sie nämlich die Energie aus dem Publikum.


5. Bleib entspannt!

Beim Amateurtheater läuft nicht immer alles wie am Schnürchen. Oft beginnt die Vorstellung verspätet, mal sind die Pausen länger als angekündigt, mal spricht ein Schauspieler zu leise, mal geht auf der Bühne etwas schief, mal vergisst jemand seinen Text.
Da sind alles nur Menschen, die kein Geld dafür kriegen und ihr ganzes Herzblut in die Aufführung stecken. Dein kritisches Auge ist für uns wichtig, aber dass alles so perfekt läuft wie am Stadttheater, ist eher unwahrscheinlich.
Wenn du dem ganzen Geschehen entspannt gegenüber stehst, kannst du innerlich auch einfach drüber lachen, wenn etwas schiefläuft.


6. Sei freundlich und höflich!

Vermutlich bist du hier, weil ein Freund oder Familienmitglied auftritt. Also hast du schon mal eine positive Verbindung zur Gruppe. Also ist Freundlichkeit eigentlich selbstverständlich, oder? Sei freundlich und höflich zu den Schauspielern, dem Theaterpersonal und deinen Mit-Zuschauern. Natürlich so lange die auch alle freundlich zu dir sind, ist klar, ne?
Achso: bitte schalte dein Handy aus, wenn du den Zuschauerraum betrittst und bitte stelle weder deine Füße noch deine Getränke auf dem Bühnenrand ab! Thanks!


7. Gib Feedback! 

Auch Amateurtheater hat einen künstlerischen Anspruch (oder zumindest einen Anspruch an den Unterhaltungswert) und die Spieler freuen sich über konstruktive Kritik.
Das wichtigste ist aber: Sag deine Meinung nur, wenn du auch danach gefragt wirst!
Besonders nach einer Premiere ist die Stimmung sehr euphorisch und die Spieler sind dadurch auch sehr verletzlich. Wenn du jemandem jetzt ungefragt deine negativen Eindrücke vor den Latz knallst, macht ihn das ganz schön fertig. Also immer warten, ob du auch wirklich nach der Meinung gefragt wirst.
Ist es etwas wirklich dringendes, was für das Wohlergehen aller Zuschauer wichtig ist und unbedingt bis zur nächsten Aufführung geändert werden sollte, kann und muss es natürlich gesagt werden, auch ungefragt.
Falls du dir unsicher bist, was du denn nun überhaupt sagen sollst oder darfst, lies mal in diesen Artikel rein:
https://theaterberlin.blogspot.com/2017/08/ehrlichkeit-blogreihe-wertekatalog.html


8. Erzähl davon!

Amateurtheater lebt (auch) von Empfehlungen. Erzähle doch bitte weiter, ob und wie es dir gefallen hat. Poste etwas in den sozialen Medien (ein Bild auf Facebook, ein Zitat auf Twitter ...) und mache somit ein bißchen Werbung für die Gruppe! Schreib einen Blogartikel oder berichte in deinem Podcast. Oder lade dir sogar welche von den Mitspielern für ein Interview ein, wenn es dich absolut umgehauen hat.
Erzähle Freunden und Familie davon und bringe beim nächsten Mal doch einfach noch jemanden mit. Wir freuen uns!