Freitag, 9. September 2022

Corona-Theatertagebuch – Wochen 129 & 130



Woche 129

Montag:

Homeoffice, Homeoffice, Homeoffice ... so beginnt die Woche, mit vielen, vielen To Dos, die ich gestern auf der Rückfahrt im Zug aufgelistet habe.

Am späten Nachmittag fahren wir zum Meer und genießen die herbstliche Stimmung. Wir sammeln Steine am Strand und sind total im Hiddensee-Feeling.

Meine Oma, die schon seit vielen Jahren im Heim liegt, nähert sich ihrem Tod. Die Pflegekräfte behandeln sie jetzt palliativ und ich weiß nicht, wie lange sie noch hat. Stunden ... Tage ... Wochen?

Dienstag:

Auch heute viele To Dos und der Entschluss, morgen schon früh nach Berlin zu fahren, wegen meiner Oma.


Mittwoch:

Meine Oma ist gestern am späten Abend verstorben.
Heute bin ich gleich früh nach Berlin gefahren und habe dann mit meiner Mutter zusammen das Zimmer im Heim ausgeräumt, in dem meine Oma gewohnt hatte. Es ist ein komisches Gefühl, nicht mehr in dieses Heim zu gehen. Das war ein Ritual, das die letzten Jahre dazugehörte. Als ich noch in Berlin lebte, war ich alle zwei Wochen bei ihr zu Besuch (außer in den Lockdowns), seit ich in Rostock lebe, habe ich sie jedes Mal besucht, wenn ich in Berlin war, also alle drei bis vier Wochen. Plötzlich ist dieses Ritual weg. Ich melde mich nächste Woche wieder.





Woche 130

Montag:

Wir sind wieder in unserem Alltag angekommen und mir geht es gut. Die ersten beiden Tage waren sehr emotional, besonders das Ausräumen des Zimmers im Pflegeheim.
Ich habe das Gefühl, dass wir jetzt gerade ganz gut klarkommen, zumindest kann ich das von mir selbst sagen.

Mittwochabend waren mein Bruder und ich noch mit meinem Vater in Berlin essen, denn er hatte Geburtstag. Freude und Leid liegen oft wahnsinnig nah beieinander.
Am Donnerstag ging es zurück nach Rostock und am Freitag war ich abends in Wismar bei der "Nosferatour", einer Art theatralen Stadtführung, bei der die Geschichte von "Nosferatu" mit überlebensgroßen Puppen und als Hörspiel über Kopfhörer erzählt wird. Ich habe es total genossen und spreche eine große Empfehlung aus:
https://www.nosferatour.de/








Am Samstag hatte ich Geburtstag und habe ihn trotz der Umstände sehr entspannt und gut gelaunt verbracht, mit Torten-Frühstück am Meer, Mittagessen im Restaurant und abendlichem Kinobesuch ("Three Thousand Years Of Longing" ... Sehr schöner Film!).

Ich habe mich selbst wieder übertrieben beschenkt, aber dazu mehr in den Monthly Favourites am Ende des Monats.


Kommen wir zum heutigen Tag:

Mittags gab es seit Ewigkeiten mal wieder Fischbrötchen am Hafen und bei den Preisen musste ich ganz schön schlucken. Man merkt die Inflation und die Krise deutlich.

Der Kollegiale Austausch am Abend war nur 10 min lang, da erstmal nur ein Kollege auftauchte. Andere meldeten sich dann später, aber da hatte ich das Meeting schon beendet. Nächsten Monat neue Chance.


Dienstag:

Morgens Nick mit diesem Song:
https://youtu.be/UbxUSsFXYo4

Dann nach Berlin zur LAG. Ich habe extra einen IC gebucht, weil der nur 2 Stunden braucht, aber die Fahrt verzögerte sich (traurigerweise durch einen Personenunfall auf der Strecke), weil der Zug umgeleitet werden musste und deshalb 2 Stunden länger unterwegs war. Also doppelt so lang. Uff! Zum Glück hatte ich ausreichend Puffer eingeplant und kam trotzdem als erste in unserem Arbeitsraum an.
Der Abend widmete sich dem Thema "Vom Geräusch zur Szene" und ich hatte viel Spaß, weil ich das Thema einfach liebe.


Mittwoch:

Die Tage nach einem Abend in Berlin verrinnen immer, weil ich erst nachts um 2 Uhr etwa zu Hause bin und dann entsprechend etwas länger schlafe. Und zack, beginnt der Tag erst um 11 Uhr oder so.
Heute ist wieder so ein Tag, ich bin leicht zerknittert.

Abends Probe mit der Online-Theatergruppe. Es wurde heute viel diskutiert, aber wir waren dann doch noch ein bißchen produktiv und haben uns dem Schreiben von Monolog-Entwürfen für die Online-Inszenierung gewidmet.


Donnerstag:

Abends hat sich das Werbevideo-Team der Online-Theatergruppe per Zoom getroffen und gemeinsam ein wahrhaft "schönes" Werbevideo erstellt. Wir haben viel gelacht!
Es war wieder ein Beispiel dafür, wie wunderbar die kreative gemeinsame Arbeit gerade per Videochat sein kann, weil man viel fokussierter ist und schneller zu einem Ergebnis kommt.


Freitag:

Heute bin ich unglaublich unmotiviert. Ich wollte absolut nicht das Haus verlassen, am liebsten nur schlafen und ohne Ende irgendwelchen Kram essen.

Dafür habe ich eine empfehlenswerte Kurzdoku am Start:
https://www.ardmediathek.de/video/sehen-statt-hoeren/gehoerlos-und-schule-wie-inklusion-gelingen-kann/br-fernsehen/Y3JpZDovL2JyLmRlL3ZpZGVvL2Y0NGM1ZjI2LTIzM2UtNDc0NS05YTZhLTM2N2JiNDk1M2I5OQ?fbclid=IwAR0E6NfBITW4IKfIt5Ga_clTCajltNMV825_EWbK1NICLJQdWJqNNZg4yDM

Ich hoffe darauf, dass morgen ein bißchen mehr Motivation am Start ist. Habt ein entspanntes Wochenende!


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