Freitag, 24. September 2021

Corona-Theatertagebuch – Woche 80




Montag: 

Heute einen Tag lang Erholung. Mit meiner Freundin und Kollegin Katja bin ich nach Potsdam gefahren. Wir sind durch Straßen und Läden spaziert, haben lecker gegessen, Bücher und Postkarten gekauft, Kunst aus dem Kunstautomaten gezogen und sehr viel gequatscht – über die Wahl, über die Arbeit, über Wohnorte, Umzüge und den Berliner Winter.
Diese Auszeit habe ich dringend gebraucht. Die letzten 2,5 Wochen in Berlin stehen jetzt an und es ist noch einiges zu tun.


Dienstag:

Plan für heute: Einpacken, Touren zum Container, Homeoffice.

Kleiner Hinweis in eigener Sache: Es ehrt und berührt mich sehr, wenn ich Praktikumsanfragen bekomme, aber ich kann leider niemanden ein Praktikum bei mir machen lassen, weil ich a) nichts für die Person zu tun habe und b) mir das auch nicht leisten kann (und kostenlose Praktika finde ich doof).

By the way – sehr wichtiger Artikel:
https://www.amazedmag.de/erklaerungswut-wieso-not-all-uns-immer-ein-wenig-mundtot-macht/


Mittwoch:

Müde bin ich heut, irgendwie erschöpft, mit schlappen Gliedmaßen. War noch einmal beim Zahnarzt und hab erst dort – nachdem ich schon eine Fahrkarte gekauft und gelöst hatte – gehört, dass man heute bei der BVG kostenlos fahren kann. Nunja. Die Fahrkarte für den Rückweg habe ich mir dann gespart.
 
Dafür habe ich heute viel gelesen – in der Bahn, beim Essen, im Bett. Charlotte McConaughys "Zugvögel" hat einen Sog, einen recht düsteren Sog. Ich mag es gern, wenn ein Buch mich so reinzieht, auch wenn es thematisch sehr schwer ist.

Heute Abend findet die große Aufführung meines Theatergruppenkurses statt. Seit einigen Monaten sitzen wir jetzt daran und es ist irgendwie unwirklich, dass heute der Tag ist. Ich bin schon so raus aus diesem Proben- und Aufführungszyklus, das ist wirklich erschreckend.
Nebenbei plane ich mit den Vorspielern die nächsten Aufführungstermine. Voraussichtlich Mai 2020.


Donnerstag:

Die Aufführung lief grandios! Unglauberlicherweise hat bei allen die Internetverbindung durchgehalten und wir haben sehr liebevolle Rückmeldungen vom Publikum bekommen. Ein wirklich schöner Abend und die erste Online-Inszenierung, die ich begleiten durfte. Ich hätte Lust auf mehr, auch gern mit mehr Publikumsinteraktion.

Ich habe gerade nach einer Checkliste gesucht, wo man überall seine Adresse ändern muss, wenn man umzieht, und über 90% der Versicherungen, Organisationen usw. auf dieser Liste habe ich gar nicht. Also ich bin jetzt mit dem Ummelden eigentlich schon fast fertig. Das erschreckt mich ein bißchen, aber fühlt sich gleichzeitig auch irgendwie leicht an. Mir war gar nicht klar, wie wenig Verbindlichkeiten ich eigentlich habe. Irgendwie ist das doch ein Zeichen von Freiheit, oder? ODER?!

In mehreren Artikeln habe ich heute gelesen, dass das Ende der Pandemie für Frühjahr oder Mitte 2022 vermutet wird. Genauso wie ich es auch vermute. We will see. Ich glaube/hoffe einen weiteren Lockdown wird es nicht mehr geben. Und bitte Leute, wenn möglich: Lasst euch impfen!

Und noch was: Wählen nicht vergessen! Für Briefwahl ist es jetzt etwas spät, aber es gibt bestimmt eine Möglichkeit zum Wählen in eurer Nähe.


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