Freitag, 2. Juli 2021

Corona-Theatertagebuch – Woche 68




Mittwoch:

Nach 2,5 Tagen Rostock bin ich nun wieder zurück. Wir haben eine Wohnung besichtigt, auf die wir uns jetzt bewerben werden. Sie ist winzig im Vergleich zur jetzigen, aber wenn wir gefühlt 95% unseres Hausstandes weggeben, passt das schon.😁 Eine spannende Zeit!

Die Pandemie hat ja einiges geändert in den Köpfen vieler Menschen. Es gab neue Erkenntnisse und Erfahrungen, die ich gemacht habe. Eine davon ist die Feststellung, dass Berlin mittlerweile wirklich extrem anstrengend ist. Die Sommer sind für eine Hitzehasserin wie mich nahezu unerträglich, die Luft schlecht, die Leute verwirrt und "geladen". Die Stadt hat zurzeit keinen entspannten Vibe, zumindest nicht für mich.
Die Tage in Rostock waren nicht still, im Gegenteil, aber viel ruhiger und entspannter als Berlin. Die Tage waren wichtig für uns, um einen "realistischen" Blick auf Rostock zu bekommen. Es ist kein Märchen-Paradies. Es wird dort nicht einfach alles leicht und fröhlich. Aber es gibt Faktoren, nach denen wir uns sehnen, die diese Stadt bietet: mehr Ruhe, weniger Menschen, das Meer, viel Wind (ich liiieeebe Wind!) und bessere Luft. Meine Allergie hat sich in Rostock kaum bemerkbar gemacht. Für mich persönlich sind auch die Meeresvögel eine große Bereicherung. Ich liebe es, die ganze Zeit Möwen zu hören. Und ich habe in Rostock Dohlen gesehen! Die sehe ich in Berlin nie.
Eine weitere Erfahrung ist die große Freude an der Online-Arbeit. Wie gut die umsetzbar ist bzw. wie groß die Nachfrage sein wird, kann ich nicht abschätzen. Jetzt im Sommer mit den Lockerungen wollen eh alle raus. Aber vielleicht können sich Online-Fortbildungen im Theaterpädagogik-Bereich halten. Ich möchte da gern weiterarbeiten, das ist total mein Medium.
Auch eine wichtige Erkenntnis: Theater ist mir gar nicht soooo wichtig. Klingt erschreckend, aber ich finde es sehr entspannend. Ich dachte lange, Theater sei mein Leben, Theater über alles. Aber dem ist nicht so. Ich habe ja momentan noch nichtmal Lust, ins Theater zu gehen. Theater ist weiterhin super, ich mag diese Kunstform, aber es gibt auch viele andere Dinge, die mir Freude machen. Das nimmt für mich auch ein bißchen Druck raus.

Abends
findet die Probe des Theatergruppenkurses online statt, denn in Berlin regnet es (was an sich ja auch mal wieder schön ist). Vielleicht werde ich den Kurs noch verlängern, das hängt von der Gruppe ab. Wir sind da gerade im Entscheidungsprozess.
 

Donnerstag:

Ich verschlafe die morgendliche Yogastunde, aber es gibt wieder einen Live-Talk mit Mark.

Danach beginnt der innere Stress, denn ich werde heute geimpft! Ihr wisst ja, meine Arzt- und Spritzenangst und so ...
In der Praxis bin ich sehr nervös, aber das Personal ist großartig und die Ärztin sehr lustig. Ich bin SOWAS VON STOLZ als ich fertig bin! Ich habe es geschafft!
ICH HABE MEINE ERSTIMPFUNG!
Ein großes Dankeschön geht an die Vorspielerin Nina, die mir den Termin quasi vermittelt hat. Somit wurde ich drei Wochen früher geimpft als geplant. Den Impftermin im Impfzentrum habe ich natürlich abgesagt.
Nachwirkungen spüre ich keine.

Die abendliche Vorspieler-Probe fällt aus, weil es heute zu wenig Teilnehmende wären. Unsere Location für die geplante Live-Lesung im September hat uns abgesagt, also überlegen wir jetzt, wie es weitergehen soll. Eventuell nehmen wir "Das indische Tuch" wieder auf, das letztes Jahr wegen Corona auf Eis gelegt wurde. Ich hätte groooooße Lust drauf!

Stattdessen gucke ich dann abends "Princess Charming". Die neue Dating-Show ist wirklich charmant und ich freue mich jedes Mal, so unterschiedliche Frauen-Persönlichkeiten im Fernsehen zu sehen (von sympathisch bis creepy ist alles dabei).


Freitag:

Die Nacht war extrem kurz, denn es gab eine Nachwirkung der Impfung, von der ich schon vorher gelesen hatte. Viele Frauen haben berichtet, dass die Periode direkt nach der Impfung stärker und schmerzhafter war. Problem bei mir: ich habe jetzt gerade meine Periode, die eigentlich schon fast vorbei war, aber heute Nacht plötzlich nochmal "aufflammte", inkl. Schmerzen. Leider musste ich dann auch noch früh raus wegen eines morgendlichen Zahnarzttermins. Eieieiei ...
 
Ein Spaziergang am Nachmittag ist einfach nur anstrengend (schwül, zu viele Menschen), so dass er schnell abgekürzt wird.
 
Im Homeoffice gleite ich so langsam ins Wochenende ...
 

 


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