Sonntag, 9. Mai 2021

Corona-Theatertagebuch – Woche 60




Montag:

Neue Woche, neues Glück!
Und wenn jemand gerade am Hadern ist, wozu denn all die Einschränkungen so notwendig sind, lege ich euch diese Doku ans Herz, die mich richtig getroffen hat. Was in den Krankenhäusern passiert, ist so weit weg, wenn man selbst nicht betroffen ist oder dort arbeitet. Umso dankbarer bin ich, dass es diese Möglichkeit des Einblicks gibt. Mein Kollege Mark hat mich darauf hingewiesen eine Triggerwarnung dazuzuschreiben, deshalb hier der Hinweis: in der Dokureihe sind die Themen Covid19-Patient:innen, Intensivstation, Tod, Sterben, Krankheit, Trauer, BurnOut und psychische Überlastung enthalten.
https://www.ardmediathek.de/sendung/charite-intensiv/staffel-1/Y3JpZDovL3JiYi1vbmxpbmUuZGUvY2hhcml0ZS1pbnRlbnNpdg/1/

Ich hoffe, alle halten die Maßnahmen noch eine Weile aus, um die Krankenhäuser nicht noch mehr zu belasten. Die Doku-Reihe ist vom Winter 2020/21, bevor die 3. Welle da war. Die jetzige Situation ist darin noch gar nicht erfasst. Bleibt tapfer, wir stecken alle zusammen in einer Ausnahmesituation.

Und wo wir gerade bei wichtigen Themen sind, hier auch noch ein Artikel über behindertenfeindliche Sprache in Berichterstattungen: https://uebermedien.de/59531/der-gefaehrliche-versuch-gewalt-gegen-menschen-mit-behinderung-nachvollziehbar-zu-machen/?fbclid=IwAR3s2CDD8PZvrp8rJ76u5LEt6kj-3jEdgT8pLHH19WEUxzlActGh84N0QjI

Und trotzdem das jetzt alles schwere Themen waren, sehe ich Licht am Horizont. Trotz Ermüdung ist weiterhin Pioniergeist in der Luft, kommen neue Ideen zusammen, werden Dinge ausprobiert.
Abends im Kollegialen Austausch ging es um die Frage, ob und wie sich die Wirkung der Theaterpädagogik nach Corona verändert. Werden die Leute wieder sofort Freude an physischer Begegnung und Berührung haben? Wird es zögerlichere Menschen geben? Werden wir ein neues Bewusstsein für einen Wunsch nach Distanz haben, auf den wir auch Rücksicht nehmen? Das ist etwas, woran ich arbeiten möchte. Zwar schon Berührung als eine Art Ziel immer im Hinterkopf haben, aber viel mehr von einem stärkeren Distanzwunsch ausgehen und mit vielen Varianten und Optionen von Übungen arbeiten.
Auch der Wunsch nach einer stärkeren und solidarischeren Gemeinschaft wächst. Die erreichen wir nur, wenn wir inklusiv denken, Diversität als Tatsache akzeptieren und die Selbstverständlichkeit von Diversität leben.
Es war ein sehr wohltuender Austausch, bestärkend und Mut machend. Mein Kollege Alexander Kaffenberger sagte am Schluss, dass wir zu denen gehören, die voranschreiten. Und mein Gedanke war, dass wir dadurch auch die Möglichkeit haben, andere mitzunehmen und anzustoßen. Mut zu machen, zu inspirieren.

Auch ganz praktisch passiert Neues: Mit meinem Kollegen Nils Holst plane ich gerade einen neuen Workshop: "Immer, Nie und Sowieso!" – Status meets Transaktionsanalyse.
Er findet am 31. Mai statt, 18-21 Uhr, Teilnahmebetrag 50 €. Natürlich online, per Zoom. Es sind noch Plätze frei. Wer daran interessiert ist, findet hier genauere Infos:
http://www.theaterkurse-online.de/#fortbildungen


Dienstag:

Gestern kam ich mir vom Wetter verarscht vor, weil es viel sonniger war als angekündigt. Heute ist es so regnerisch wie die Woche eigentlich sein sollte. Bin jetzt besänftigt.

Hier wieder die Musik aus der Probe mit Nick. Er sagte heute, ich solle einen Song aussuchen, und weil ich am Wochenende den Film "Grosse Point Blank" geguckt habe, fiel die Wahl hierauf:
https://www.youtube.com/watch?v=YoDh_gHDvkk



Mittwoch:

Ein erschöpftes Erkältungsgefühl bestimmt den Vormittag und ich arbeite einfach im Bett ... zumindest ein bißchen. Ansonsten genieße ich den Luxus der Selbständigkeit und dödel vor mich hin, lese und
gucke Competition-Shows.

Komme zurzeit beim Lesen nicht so voran. Lese gerade ein wunderschönes Buch über Vogelgesang, den man zu Lockdown-Zeiten stärker wahrnimmt, aber da es auf Englisch ist, muss ich viele Wörter nachgucken. Schreibe mir nebenbei eine Liste mit den englischen Vogelnamen. Ist also diesmal etwas mühsamer und langsamer ... sehr "aktives" Lesen.



Donnerstag:

Weiß auch nicht so recht was zum heutigen Tag zu sagen. Müde.
In 20 Minuten Live-Talk auf Facebook.
https://www.facebook.com/Zirkusundtheaterpaedagogik/videos/130779422409116

Manchmal langweile ich mich selbst mit diesem Tagebuch. Immer die gleiche Leier. Aber ich habe mir vorgenommen, das bis zum Ende der Pandemie durchzuziehen ... wie auch immer das Ende definiert ist. Vielleicht wenn alle Maßnahmen weggefallen sind und man sich wieder ohne Maske anfassen darf. Hm ... oder wenn ich einfach keine Lust mehr habe.

Ich bin ja immer sehr interessiert an New Work, zukünftiger Arbeitsplatzgestaltung u.ä. Und auch wenn Google jetzt nicht das tollste Unternehmen der Welt ist, so finde ich einige dieser Ideen hier ziemlich nice, z.B. das Outdoor-Office und das Videochat-Rondell:
https://www.nytimes.com/2021/04/30/technology/google-back-to-office-workers.html

Heute war voll der Konsum-Tag, drei Pakete kamen an. Und ich bin ehrlich: Wenn man sonst nichts unternehmen kann, macht mich ein Pullover in einer schon lange ersehnten Farbe oder ein lustiges Paar Ohrringe, eine Zeitschrift oder ein neues Buch sehr glücklich. Zum Großteil versuche ich Dinge secondhand zu erstehen, aber manchmal verliebe ich mich dann doch in etwas, was ich nicht aus zweiter Hand bekomme. Dieses Mal habe ich immerhin mal bei einem nachhaltigen Label bestellt. Es geschehen noch Zeichen und Wunder.

Wer auch ein Fan von Natur-Dokus ist, dem empfehle ich diese Dokumentation über die Schorfheide, gesprochen von meinem Lieblings-Sprecher Stefan Kaminski:
https://www.ardmediathek.de/video/erlebnis-erde/tausend-moore-hundert-seen-und-ein-wald/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2VybGVibmlzIGVyZGUvMzk5OGY1ODAtMTBjZC00MDQxLWEwM2QtZGQyMmUzNTllNWEy/



Freitag:

Planungstreffen mit meiner Co-Dozentin Vera, danach noch kurz vor Einsetzen des Regens schnell in den Supermarkt.

Den Podcast "du & ich – das Atelier" meiner Kollegin Birgit Axler-Cohnitz hatte ich ja schon mal erwähnt, und in der neuesten Folge durfte ich einen kleinen Beitrag zusteuern. Hört mal rein:
https://linktr.ee/coaching_kunst_kommunikation?fbclid=IwAR1bQjPxL1_liaUJMiOon3yGfXr3Q3x3fXTey7Y9n_vtP6f_RVwlCwBtjbU

Bin stolz auf mich, denn ich habe zum ersten Mal etwas geschafft, was ich mir schon ewig vorgenommen habe: Direkt nach einem Monat die Buchungen für eben diesen machen! Seit letztem Sommer arbeite ich mit einem Buchungsprogramm und durch die Seminare und Workshops, die ich seit November gebe, habe ich noch mehr kleine Einzelbuchungen als ich früher eh schon hatte. Wenn ich mich dann erst jedes Vierteljahr für die Umsatzsteuervoranmeldung an die Buchungen setze, dauert das ewig. Aber jetzt habe ich schon den April fertig. Jajaaaa!


Samstag:

Heute und morgen LAG-Wochenende. Heute mit Gastdozentin Verena Lobert zum Thema Stadtspaziergänge, kleine Mutproben inklusive.;)



Sonntag:

Heute Anleitung von zwei unserer Teilnehmenden. Ich schaue diesmal zu und werde jetzt aber noch schnell ein Bad nehmen bevor es los geht und bevor es heute heiß wird. Denn es soll heute 26 Grad werden. WTF??!!!

Vor ein paar Jahren haben ein paar Teilnehmende von zwei meiner Theatergruppen bei einem Kinder-Kurzfilm als Zombies mitgewirkt. Die Spielschauerin und jetzt Vorspielerin Andrea Hansen hatte das organisiert. Der Regisseur Benjamin Gutsche hat nun für die ARD eine Serie gedreht. Und nicht nur irgendeine, sondern die erste deutsche Serie, in der schwule Männer die Hauptprotagonisten sind. Krass, dass das so ein Novum ist. Erschreckend und lange überfällig. Ich mag die Serie sehr und habe gesehen, dass Andrea Script Supervisor war. Und es gab sogar einen Intimacy Coach. Großartig! Es sind bis jetzt nur fünf kurze Folgen, schaut doch mal rein:
https://www.ardmediathek.de/sendung/all-you-need/staffel-1/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2FsbCB5b3UgbmVlZA/1/

Highlight des Abends: Einläuten der Freiluftkino-Saison auf unserem Balkon mit Battlestar Galactica und RuPauls Drag Race Australia. Zwischendurch konnten wir unser Vogel-Paradies beobachten. Im Baum vor unserem Balkon Blaumeisen, Tauben, Spatzen und Stare, über unseren Köpfen Krähen und Mauersegler.

Und auf in eine neue – diesmal etwas kürzere – Woche.

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