Sonntag, 21. März 2021

Corona-Theatertagebuch – Woche 53

Montag:

Schönstes Erlebnis heute: ein ganz früher Spaziergang mit meiner neuen Kollegin. Wir haben einer Krähe applaudiert und sind auf einem Jim-Knopf-Spielplatz ungefähr 50 cm weit in einer kleinen Eisenbahn gefahren.

Ansonsten beginnt die Woche müde, mit Periodenschmerzen und diesem Artikel, der wie immer überhaupt gar nicht überraschend ist:
https://taz.de/Metoo-an-der-Berliner-Volksbuehne/!5754690/

Homeoffice.

Noch ein wichtiges Video:
https://www.facebook.com/Sommerblut/videos/415243289347920



Dienstag:

Bin diese Woche so ein bißchen meeeh drauf. Ich glaube, es liegt auch an dem noch etwas unklaren, anstehenden Wochenende bei der LAG. Das besprechen wir heute.

Heutiger Tanzsong mit Nick:
https://www.youtube.com/watch?v=XKuJUxGntRI

Guckt mal, so schnell kann's gehen:
https://taz.de/MeToo-an-der-Berliner-Volksbuehne/!5758018/

Während ich im Aufbau-Seminar meiner Kollegin Marion lausche, informiere ich unsere LAG-Auszubildenden über unser nächstes Wochenende, das in hybrider Form stattfinden soll. Nach Möglichkeit mit Tests und natürlich mit Abstand, Lüften und medizinischen Masken.
Habe Bammel vor meinem ersten Schnelltest, den ich vermutlich Donnerstag mache. Soll ja nicht so angenehm sein. Aber was soll man machen, irgendwann ist immer das erste Mal. Immerhin gibt es mittlerweile die Möglichkeit, sich in Testzentren kostenlos testen zu lassen.


Mittwoch:

Weiß nicht, was ich heut schreiben soll. Fühle mich einen Tick kränklich. Weiß nicht genau, ob wir Samstag hybrid arbeiten sollten. Oder eher, ob ICH wirklich schon in Präsenz arbeiten will.
Die Inzidenzen in den Berliner Bezirken sind echt hoch.

Mit meinem neuen Theatergruppenkurs starten wir gerade in die Magazin-Arbeit. Zum ausgewählten Stück soll ein Magazin enstehen, mit Hintergrund-Artikeln, Rollen-Interviews und noch so einigen Extras. Ich freue mich wahnsinnig drauf, das gemeinsam mit der Gruppe umzusetzen und bin froh, dass sie ebenfalls motiviert sind und Lust drauf haben. Gestern haben wir mit Grundemotionen gearbeitet und für die Rollen Steckbriefe verfasst. Endlich haben die Rollen Namen!



Donnerstag:

Ich hab Yoga gemacht!

Das Wochenende wurde nochmal ein bißchen umgeplant. Ich bleibe lieber doch online, Präsenz-Unterricht ist mir noch zu heikel. Aber wenn alles gut läuft, wird es eine kleine Präsenz-Gruppe geben, so dass wir hybrid arbeiten und da einiges ausprobieren können.

Der kommende Sommer wird glaube ich anders als der letzte. Mit mehr Restriktionen und höheren Zahlen. Das wird nicht so entspannt wie letztes Jahr. Wir brauchen mehr Impfungen. Aber wem sag ich das ...
Noch immer verschwimmen die Tage. Es gibt keine so klaren Events, an denen man etwas festmachen kann. Aber es ist ok, sehr ok.

Konsum geht auch irgendwie immer. Habe mir letztes Jahr zum Geburtstag von meiner Familie ein einjähriges Bücherbox-Abo der Büchergilde gewünscht. Ich LIEBE es! Gestern kam die vierte Box und das Jahr ist rum. Vermutlich werde ich sie weiter abonnieren. Sie bereitet mir immer große Freude und ich bin gerade wieder ganz gut drin im Bücher-Lesen. Momentan "Die Pest" von Camus.
Die Bücherbox ist eine große Ausnahme in der Bücherbeschaffung, denn alle anderen Bücher kaufe ich in der Regel gebraucht bzw. finde sie in öffentlichen Bücherschränken. Wenn ich sie ausgelesen habe, verschenke ich sie weiter oder bringe sie wieder in einen öffentlichen Bücherschrank. Bis auf wenige Ausnahmen, wenn ich das Buch so lieb gewinne, dass ich es behalten möchte. Vor wenigen Tagen habe ich "Das Jahr der Graugans" vom Ethologen Konrad Lorenz fertig gelesen und zu meiner Fachliteratur gepackt, weil ich es einfach so interessant finde in Bezug auf Verhalten und Körpersprache. Die Gans ist neben dem Hund dem Menschen verhaltenstechnisch mit am ähnlichsten.
Das hier ist übrigens der Inhalt der aktuellen Abobox:







Freitag:

Wow, ich hing gestern noch in diesem Artikel fest:
https://anonleaks.net/2021/optinfoil/kai-e-der-mit-dem-wolf-tanzt-attilas-netzwerk-und-hacker-entbloesst/?fbclid=IwAR3fxiJY2cW3Tuf3LJWk7_oKpKRNJw0CkLsSnBHYi7n__77JJ9-uoWVApcY
Diese Aufdeckungs-Arbeit ist so wichtig. Und ich vermute, die deutschen Behörden sind unfähig und überfordert. Zumindest hoffe ich das. Dass sie nichts tun WOLLEN – das wär noch viel schlimmer.

Morgens wieder "digital theatral" in kleiner Runde mit dem Wunsch der Teilnehmenden nach weiteren Fortbildungen ... da lässt sich doch was machen. Was genau, verrate ich noch nicht.;)

Abends Aufbau-Seminar mit Marion und Michael. Aufmerksame Gruppe und im Anschluss habe ich meinen beiden Kolleg:innen Ausschnitte aus einer meiner liebsten Vorspiel-Inszenierungen – "Ernst" – gezeigt, die wir optisch und musikalisch in die 80er Jahre gelegt hatten. Es war so so so schön die Aufnahmen wieder anzuschauen und zu sehen, wieviel Freude meine kleine Zuschauenden-Runde dabei hat.
Momentan nimmt die Zahl der Seminar- und Workshop-Teilnehmenden ab. Das heißt vermutlich, dass viele schon ins Ausprobieren und Anwenden gehen und das freut uns sehr. Gleichzeitig macht es mich aber auch ein bißchen traurig, weil ich so gern mit den zwei zusammen arbeite. Ich habe schon gesagt, dass wir uns dann einfach regelmäßig online treffen müssen, um zusammen etwas zu gucken.

Ein volles Wochenende liegt vor mir ... und danach eine volle Woche. Jetzt nochmal Kraft tanken. Feierabend.


Samstag:

Ein Hybrid-Tag geht zuende, an dem ich mal die Online-Perspektive einnehmen konnte. Das fühlt sich komplett anders an und ich habe jetzt ein klareres Gefühl dafür, was für die online Teilnehmenden anstrengend ist und wie die Zeitwahrnehmung im digitalen Raum funktioniert. Ich glaube, es macht Sinn, dass wir beiden Dozent:innen uns aufgeteilt haben, eine im digitalen, eine im analogen Raum. Auch wenn wir die Gruppe als gemeinsame Gruppe begreifen, sind die Bedürfnisse je nach Raum unterschiedlich.

In dieser Dokumentation wird mein Schauspielschüler Nick vorgestellt:
https://www.ardmediathek.de/mdr/video/selbstbestimmt/wer-wir-sind-hirnverletzte-auf-dem-weg-zu-sich-selbst/mdr-fernsehen/Y3JpZDovL21kci5kZS9iZWl0cmFnL2Ntcy9mYjlkY2IxNy01NTAyLTQxM2UtODgzNS1jODJjMTc5OTdhNTA/?fbclid=IwAR1-SCNViaMB2UEJRe9SqjcQygkyzzyvm-TiVtjAcRJ3OaxSWoX8YvWmqjQ

 
Sonntag:

Dieser LAG-Tag lief komplett digital, zwei angehende Spielleiter:innen leiteten den Tag an.

Ich merke immer wieder, dass die Arbeit von zuhause aus durchaus tückisch sein kann. Man denkt, es ist ja "nur" online und knallt sich die Woche voll mit Terminen, um dann am Schluss überrascht zu sein, dass man ja gar keine Zeit mehr für andere Dinge hat und auch ganz schön fertig ist.
Thema für die nächste – sehr volle – Woche ist also: kleine Auszeiten schaffen.

Zum Abschluss ein Bild vom Wochenende: Pause im Hybrid-Unterricht ... beide Räume sind leer.;)


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