Freitag, 17. Juli 2020

Corona-Theatertagebuch – Freitag, 17. Juli 2020


9:44
Uhr:

Bin sehr unmotiviert aufgewacht, aber nach einer Viertelstunde Yoga und ordentlich anziehen, geht es jetzt wieder einigermaßen.


9:53 Uhr:

Habe den Vorspielern gerade geschrieben, dass ich wegziehen will. Davor hatte ich ganz schön Muffensausen.
Gleichzeitig merke ich, wie ich schon in den letzten Jahren – halb bewusst, halb unbewusst – darauf hingearbeitet habe, so flexibel wie möglich zu sein. Mein Kursmodell für meinen Theatergruppenkurs ist darauf aufgebaut, die entstehende Gruppe auf eigene Beine zu stellen. Aus dem Wunsch geboren, den Menschen Selbstverantwortung und eigene Entscheidungsfähigkeit zu schenken (mit allen Freuden und Schmerzen, die das mit sich bringt), aber auch weil ich selbst unabhängig von der Gruppe sein möchte. Es ist trotzdem eigenartig. Momentan bin ich viel am Grübeln, freue mich auf Neubeginn und habe gleichzeitig Angst vor Abschied. Und dann wiederum sehe ich es als Zugewinn, so wie gestern im Tagebuch beschrieben.
Warum ich jetzt schon so rumhirne, obwohl ich erst in 1-2 Jahren umziehe ... keine Ahnung. Vielleicht weil ich aus Erfahrung weiß, dass es oft viel schneller geht als man denkt.


17:43 Uhr:

Tolle Reaktionen der Vorspieler haben mich erreicht. Sie sind traurig, freuen sich aber auch für mich und haben vorgeschlagen, dann auch öfter mal Zoom-Proben zu machen oder mich bei den Proben dazuzuschalten.


19:20 Uhr:

Sitze an der Steuererklärung. Was ich bei solchen eher nervigen Aufgaben gern nebenbei mache, ist Filme "hören", also einen Film im Hintergrund laufen lassen und ab und zu mal reinschauen, wenn meine Augen eine Pause von den ganzen Zahlen brauchen. Heute ist es "Pauline am Strand" auf arte. Ein richtiger Sommerfilm:
https://www.arte.tv/de/videos/023522-000-A/pauline-am-strand/


19:58 Uhr:

Interessanter Artikel. Überlege gerade, ob ich Bekannte habe, die so sprechen ... wäre mir jetzt noch nicht aufgefallen. Spreche ich vielleicht selbst so? Gute Frage ...
https://www.zeit.de/2020/29/sprachkultur-vokabular-bewerbungsgespraech-alltag?utm_content=zeitde_redpost_zon_link_sf&utm_medium=sm&wt_zmc=sm.int.zonaudev.facebook.ref.zeitde.redpost_zon.link.sf&utm_campaign=ref&utm_source=facebook_zonaudev_int&utm_term=facebook_zonaudev_int&fbclid=IwAR1BaNP6aepo1LVJe3AbeRfTLGpOOIFfYlkUi0G-o3WUoArQTnMLbukSVRI

Ich habe ein bißchen gearbeitet, geplant, gekocht (heute kam meine erste etepetete-Box – bin begeistert!), war spazieren ...

Feierabend.


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