Dienstag, 25. Februar 2020

"Fahrenheit 451" – Berliner Ensemble


"Frag ständig nach dem Warum und du bist am Ende sehr, sehr unglücklich."

Als ich von meiner lieben Freundin Anne einen Gutschein für das Berliner Ensemble geschenkt bekam, war ich erst einmal überfordert, weil es nicht so zu meinen Stammtheatern gehört, aber die Inszenierung "Fahrenheit 451" erregte aus zwei Gründen mein Interesse:
Auf dem Ankündigungsfoto trugen alle Overalls. Ich LIEBE Overalls!
Und wenn das Ensemble aus Studierenden der Ernst-Busch-Hochschule besteht, bin ich ja schon gekauft. Mehr Info brauche ich kaum, denn ich liebe es, angehende Schauspieler zu sehen, diese frische, junge Energie, die sie mitbringen, die Freude am Spiel und das noch nicht zu glattgeschliffene, noch nicht zu routinierte Spiel.

Zugleich war es die perfekt Gelegenheit das Neue Haus im Hinterhof des Berliner Ensembles kennenzulernen, ein großer, schwarzer, ebenerdiger Bühnenraum, der perfekt für moderne, publikumsnahe Stoffe ist. So wie die Geschichte in "Fahrenheit 451" nach dem Roman von Ray Bradbury, in der ein Feuerwehrmann, dessen Aufgabe es ist, Feuer zu legen und Bücher zu verbrennen, durch ein Mädchen in seiner Nachbarschaft eben diese Aufgabe in Frage stellt und sich seine Freiheit erkämpft.

Die Inszenierung hat eine leichte Kälte, auch durch das Bühnenbild, das aus einer Art Stahlgang mit beweglichen Schiebedächern bestehen, die je nach Situation schaffen oder sich öffnen. Die Schauspieler wechseln zwischendurch die Rollen, ein Konzept, das mir immer Spaß macht und auch den Spielenden eine tolle Möglichkeit bietet, ihr Potential auszuschöpfen und in verschiedene Charaktere einzutauchen.
Die Geschichte wird in kurzen Szenen hintereinander weg erzählt, manchmal bruchstückhaft, aber immer unterhaltsam. Manche Regie-Einfälle sind etwas langatmig und verlieren sich in stetiger Wiederholung, doch auch das gehört zu einem Stück Studierender dazu – das Ausprobieren, was geht, was Sinn macht, was beim Publikum ankommt.

Das Stück ist ideal für alle, die gern Nachwuchs-Schauspieler sehen, "Fahrenheit 451" mögen und/oder eine hübsche, junge Menschen bewundern wollen ... denn viele der Darsteller könnten bei einer Modelagentur gecastet sein.

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