Samstag, 9. November 2019

Auf der Suche nach Nachhaltigkeit – in der Weihnachtszeit



Weihnachten kommt immer schneller als man denkt, deshalb gibt es heute ein paar Tipps für eine nachhaltigere Weihnachtszeit.

Die Weihnachtszeit ist seit vielen Jahren auch gleichzeitig Konsum-Zeit. Zum einen ist Weihnachten DAS Geschenke-Fest schlechthin, zum anderen wird auch gern Geld für Weihnachtsdeko, Adventskalender, Weihnachtspost und mehr ausgegeben.

Ich liiieeebe aber die Weihnachtszeit und all die schönen Dinge (Hallo Konsum!), die mit ihr einhergehen. Schon letztes Jahr habe ich überlegt, wie ich die Zeit nachhaltiger gestalten und richtig genießen kann.

Zeit

Als erstes habe ich versucht, mir den Dezember möglichst frei zu halten. Das versuche ich jedes Jahr, mal klappt es super, mal weniger gut. Ich mag es, in der Adventszeit viel Raum für mich zu haben, zum Basteln, Backen, Kochen, Freunde bewirten, Stricken, Häkeln und mehr.

Ich habe über die Zeit neue Rituale etabliert, z.B. ein gemeinsames Essen mit Freunden in der Vorweihnachtszeit, Plätzchenbacken mit einer befreundeten Familie, Adventsessen mit meiner Mutter, ins Kino an Heiligabend.

Geschenke

Schon immer mache ich Weihnachtsgeschenke gern mal selbst und habe auch eine große Freude am Verpacken.
Letztes Jahr habe ich mir dann vorgenommen, hauptsächlich zu Recyceln und zu Upcyceln. Das hat überraschend gut geklappt und wird dieses Jahr fortgesetzt. Hier ein paar Tipps:

  • Selbstgemachte Geschenke machen mir am meisten Spaß, z.B. selbstgestrickte Stulpen oder Stirnbänder, selbst angerührte Salben oder Deocremes, selbstgemachter Schmuck, aber auch Geschenke aus der Küche wie Chutneys, Kekse, Gewürzmischungen ...
  • Noch nachhaltiger und einfacher ist das Verschenken von Dingen, die man schon im Haushalt hat, aber selbst nicht mehr nutzt. Das können tolle Bücher sein, die man nicht ein zweites Mal lesen wird, gut erhaltenes schönes Geschirr, das man nie benutzt, Dekokissen, Kerzen und Kerzenständer, alte Fotos, Schmuck und Accessoires, ... . Schaut euch einfach mal um, ob ihr Dinge habt, von denen ihr euch gern trennen möchtet, die aber Freunde oder Familie gefallen könnten.
  • Wer es noch nachhaltiger haben möchte, verschenkt Zeit. In Form von einem gemeinsamen Essen, einem Kino- oder Theaterbesuch, vielleicht ein gemütlicher Filmabend zu Hause, gemeinsames Pizzabacken, ein Ausstellungs- oder Museumsbesuch ... euch wird schon das Richtige einfallen.
  • Zum Verpacken kann man wunderbar schöne Magazin- oder Katalogseiten nutzen. Klebt man sie an den Rändern zusammen, kann man so auch größere Papierbögen herstellen, die sich für große Geschenke eignen. Aus solchen ausgerissenen Seiten kann man auch tolle Briefumschläge falten. Im letzten Jahr habe ich Seiten aus einem alten Schulbuch (Alt-Griechisch) genutzt, zu sehen auf dem obigen Foto. Die Bastel-Freaks können daraus auch Origami-Sterne oder -figuren falten.
    Auch super eignen sich aussortierte Schals und Tücher oder schöne (saubere!) Geschirrtücher als Verpackung. Zum Wickeln kann man die Furoshiki-Methode nutzen.
  • Bei Bändern kann man kreativ werden. Vielleicht habt ihr noch Paketschnur oder Wollreste? Außerdem lohnt es sich, Bänder aufzuheben, wenn sie einem begegnen, z.B. die Aufhängeschlaufen an gekauften Pullovern und Shirts, die ich meist rausschneide. Die sind zwar zu kurz, um ein Geschenk damit zu umwickeln, eignen sich aber hervorragend, um kleine Tütchen zuzubinden oder Geschenkanhänger anzubringen.
  • Geschenkanhänger braucht man viel seltener als man denkt. Oft übergibt man das Geschenk direkt an die zu beschenkende Person, so dass so ein Namensschildchen eigentlich überflüssig ist. Wieso also nicht darauf verzichten?
    Oder alternativ Schildchen selbst gestalten, z.B. aus einer zerschnitten Postkarte, kleinen Stücken Buntpapier oder dünner Pappe, die man noch bemalen, bestempeln und nach Belieben beschriften kann. Dazu noch mit dem Locher ein kleines Loch einstanzen, fertig ist der Geschenkanhänger.
  • Will man das Geschenk noch dekorieren, eignen sich Blätter, Tannenzapfen, kleine Äste, getrocknete Blumen oder auch kleine Figuren oder Nippes, den man zu Hause findet.
  • Geschenke aus der Küche lassen sich am besten in Gläsern oder Metalldosen verpacken. Habe ich noch Plastiktütchen von irgendwoher übrig, nehme ich auch mal die. Bei Gläsern und Dosen könnt ihr den beschenkten Personen auch anbieten, sie wieder zurückzunehmen und im nächsten Jahr neu zu befüllen. Oder sie gegenseitig hin und her schenken.
  • Wenn ihr Päckchen verschickt, lohnt es sich schon in den Monaten vorher Kartons aufzuheben, z.B. von Online-Bestellungen. So habt ihr gleich die passenden Größen parat und müsst keine neuen Kartons kaufen.
  • Nicht unerwähnt lassen möchte ich natürlich die Möglichkeiten, sich a) gar nichts zu schenken oder b) die Geschenke nicht zu verpacken. Ersteres ist natürlich die absolut nachhaltigste Option.

Adventskalender

Das war für mich das schwierigste Thema. Ich liebe, liebe, liebe Adventskalender und hatte über die Jahre ein gutes System erfunden: zu meinem Geburtstag im September habe ich mir von Freunden und Familie verpackte Kleinigkeiten gewünscht, die mein Mann dann in meinen Adventskalender gepackt und die noch fehlenden Türchen selbst gefüllt hat.

Dieses Jahr beschäftige ich mich intensiver damit, was ich wirklich brauche und haben will und merke, dass ich zwar alle kleinen Geschenke der letzten Jahre geliebt habe, aber natürlich nicht wirklich "brauchte". Deshalb habe ich mich entschieden, einen ungewöhnlicheren Weg zu gehen und den Kalenderinhalt selbst zusammenzustellen – ausDingen, die ich schon besitze.
Ich bin schon im September mit einem Beutel durch die Wohnung gelaufen und habe Kleinigkeiten eingesammelt, die ich noch gar nicht benutzt/gelesen habe, wie z.B. Sticker, Rezepthefte, Reclam-Bücher etc. Zusätzlich habe ich mir kleine Zettelchen mit Aufgaben für den Tag geschrieben und in den Beutel gepackt, z.B.: "Heute ist ein guter Tag, um einen Kuchen zu backen." oder "Widme dich doch heute deinem Terminkalender für's neue Jahr". Diese Zettelchen sollen quasi testen, ob ich es wirklich geschafft habe, mir im Dezember Zeit für mich frei zu halten.
Außerdem habe ich mir auch noch Geldscheine und Münzen eingepackt, um mir an dem jeweiligen Tag spontan ein Stück Torte, einen Kinobesuch oder ein Essen im Restaurant zu gönnen.
Den Beutel gebe ich dann Ende November meinem Mann und er befüllt dann den Adventskalender damit.
Ich bin wahnsinnig gespannt, wie diese Adventskalender-Lösung für mich funktioniert.

Adventskalender verschenke ich auch gern. Eine simple, nachhaltigere Variante sind kleine Päckchen, die in alte Stoffe/Tücher, Magazinseiten oder schon vorhandenes Geschenkpapier verpackt werden. Alle zusammen können dann in einen schönen Karton gepackt oder an einen Ast gehangen werden.
Als Inhalt eignen sich selbstgemachte Kleinigkeiten (Gestricktes, Gebackenes, Gebasteltes, Gekochtes etc.) oder Kleinigkeiten, die man schon im Haushalt hat und nicht (mehr) benutzt.

Je weniger neu gekauft wird, desto nachhaltiger der Adventskalender. Aber Achtung: Die Dinge sollten dem Beschenkten auch gefallen. Also keinen Schrott in den Kalender – dafür gibt es Schrottwichteln.;)

Weihnachtsdeko

Ich dekoriere generell eher dezent, weil unsere Wohnung durch knallige Wandfarben und viele Bilder sowieso schon sehr bunt ist. Letztes Jahr habe ich in der Herbstzeit meine Deko-Kiste sortiert und viele Deko-Artikel verschenkt. Übrig geblieben sind nur noch die Stücke, die ich wirklich gern mag und mit denen ich seit Jahren dekoriere. Neue Stücke brauche ich nicht, ich finde auch immer die gleichen Farben für die Adventszeit schön: Weiß, Rot, Dunkelgrün, Gold und Silber. Also ganz klassisch. Hinzu kommen Naturmaterialien wie Tannenzapfen, die ich bei Spaziergängen finde, Tannenzweige aus dem Garten meiner Mutter oder eine Schale voller Nüsse.
Auch meinen Kerzenvorrat möchte ich erst einmal aufbrauchen. Ich weiß auch nicht, für welchen Tag X ich eigentlich die besonders schönen Exemplare aufheben wollte. Der beste Moment, sie anzuzünden ist doch eigentlich immer jetzt, nicht wahr?


Welche Tipps habt ihr für eine nachhaltige Adventszeit und was ist euch besonders wichtig?



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