Mittwoch, 19. September 2018

"Solaris" - Deutsches Theater Berlin

Foto: Arno Declair, Bildquelle: https://www.deutschestheater.de/


"Wir brauchen keine anderen Welten, wir brauchen Spiegel!"

Was soll ich sagen? Science Fiction auf der Bühne!
Und es ist so gut wie es klingt!

Aber mal ganz langsam. Als Freundin von Science Fiction MUSSTE ich "Solaris" im Deutschen Theater Berlin gucken, sobald ich es im Programmheft entdeckte und die ersten Bilder sah. Die Bühne und die Kostüme haben mich umgehauen. Ich wusste schon vorher, dass es mir gefallen wird und war gespannt, ob a) ich die Story verstehe und b) bei der Umsetzung überrascht werde.
Beides war der Fall (Applaus an dieser Stelle!) und besonders die Umsetzung hat mein Theaterherz höher schlagen lassen.
Ich liebe Requisiten und Handwerk und simple Theaterformen. Wenn ich ins Theater gehe, möchte ich handwerklich tolle Ideen sehen, die direkt vor meinen Augen stattfinden.
Und genau das hat dieses Stück überzeugend geliefert und mich damit komplett in seinen Bann gezogen.
Der besondere Theaterzauber entsteht in dieser Inszenierung immer dann, wenn sie an den Grenzen der Theatermöglichkeiten kratzt und eigene Lösungen findet, wie hologrammartige Computerbildschirme im Raum, die nur durch die Bewegungen der Schauspieler und eine passende Soundkulisse vor dem geistigen Auge entstehen ohne in echt sichtbar zu sein. Wenn die Saaltür zugehalten wird und die Klinke plötzlich hoch und runter klackert und wie eine Sequenz aus einem Horrorfilm wirkt. Wenn eine junge Frau plötzlich mit "Monsterstimme" spricht, indem jemand anderes die Stimme macht und sie nur den Mund bewegt. Wenn nach einer Explosion ein Pfeifton erklingt stumm gesprochen wird, um zu zeigen, dass das Gehör gestört ist. Wenn Plastikschläuche, Schweißerbrillen und ein Discman eingesetzt werden und alles irgendwie Sinn macht. Wenn am Schluss plötzlich Objekttheater eingebaut wird.

Die Inszenierung schafft es, Gags und stimmungsvolle Momente miteinander zu verbinden.
Immer wieder habe ich mich selbst dabei ertappt, wie ich mit offenem Mund einfach nur staunend da saß. Und wenn Theater das schafft – dann ist der Theaterzauber gelungen.

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