Freitag, 17. November 2017

#freitagsgedanken – Krank


Krank

Letzten Samstagabend fing es an. Ich spürte ein leichtes Kratzen im Hals und wusste: das wird nicht gut enden.
Am Sonntag wachte ich mit noch kratzigerem Hals auf, trank viel Tee und machte mich dann dick eingepackt am Nachmittag auf zur Extraprobe der Gruppe Vorspiel.
Im Theater war ich abgelenkt und auf die Szenen konzentriert, aber auf dem Heimweg ging mir alles auf den Geist: jeder Mensch, jeder dumme Satz, den ich mithören musste, und vor allen Dingen jeder Geruch.
Zuhause erklomm ich mühsam den fünften Stock, denn einen Tag vorher war der Fahrstuhl ausgefallen.

Ja, und das war´s dann. Am nächsten Tag konnte ich mich als krank bezeichnen: erhöhte Temperatur, Schnupfen, Husten ... das volle Programm.
Mein Gründerwoche-Workshop musste ausfalllen und ich vegetierte vor mich hin.

Interessant ist ja, dass fast jeder eine Art immer gleichen Ablauf hat, wenn er krank wird. Aber jeder für sich individuell.
Bei mir ist es ungefähr so: erst Kratzen im Hals, dann häufiges Niesen, dann evt. Gliederschmerzen, Erschöpfungszustand, erhöhte Temperatur oder Fieber, Schnupfen, eine durchgeschwitzte Nacht, Temperatur niedriger, starker Schnupfen + erste Huster, eine zweite durchgeschwitzte Nacht, normale Temperatur, Schnupfen + Husten. Danach noch ein paar Tage langsam (manchmal seeehr langsam) ausklingender Schnupfen + Husten.
Bei meinem Mann hingegen ist der Fokus ganz stark auf dem Hals. Von Schnupfen ist er kaum betroffen, dafür aber extrem von Halsschmerzen geplagt.

So hat jeder Körper seinen ganz eigenen Erkältungs-"Style".

Und passend zum eigenen Style hat auch jeder seine ganz eigenen Wohlfühl- und Linderungsstrategien. Seine eigenen Go-To-Essentials. Bei manchen ist es Ingwer-Tee (Grusel!!!), bei anderen ist es die gute alte Hühnerbrühe.
Sobald ich krank werde, geh ich noch schnell einkaufen: em-eukal Kinder-Hustenbonbons, Kirschsaft (fragt mich nicht, wieso), Früchtetee (der mit sehr viel Honig getrunken wird), Taschentücher und Mandarinen. An motivierten Tagen noch Zutaten für eine Hühnersuppe, ansonsten einfach alles, was weich und lecker ist, wie Milchschnitten, Eis oder Apfelmus.

Wenn dann der Schnupfen richtig zuschlägt, brauche ich zu den Mahlzeiten Essen, das sehr intensiv schmeckt, also viel Salz und viel Fett enthält. Geht es euch aus so?
Was immer geht, ist Pizza. Immer! Auch, wenn ich nicht krank bin.
Die hat mein Mann mir dann zum Mittag gezaubert. Perfekt!

Nun ist auch er krank (natürlich!) und wir fröhnen gemeinsam der Ruhe und dem etwas langsameren Lebensstil.

Eine Erkältung zwingt uns immer ein bißchen in die Knie. Zurecht, wie ich finde. Der Körper weiß, wann man übertrieben hat. Stress schwächt das Immunsystem und lädt fröhlich alle Viren ein, sich bei uns auszubreiten.

Mit einer Erkältung wird man zur Ruhepause gezwungen.

Finde ich gar nicht so schlecht, ehrlich gesagt.

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