Montag, 24. Oktober 2016

Wie ich neue Inspirationen finde - im Urlaub und im Alltag



Inspiration ist der Nährstoff für kreatives Schaffen und neue Ideen. Inspiration gilt als "Eingebung", aber eigentlich ist es ganz profan der Moment, wenn uns Dinge, Erlebnisse, Personen zu neuen Ideen anregen.
Ich bin jemand, der aus sehr vielen Dingen Inspiration zieht, aus einem Stein am Wegesrand oder einem Satz in einer Zeitung. Aber dennoch haben sich einige Methoden bewährt, um den Inspirationstank wieder aufzufüllen. In meinem letzten Urlaub habe ich diese Methoden bewusst angewendet und versuche auch im Alltag immer mal wieder darauf zurückzugreifen.



Tapetenwechsel
Das offensichtlichste zuerst: wenn wir verreisen oder einfach einen Ausflug an einen neuen Ort machen, ist es das ein enormer Boost für unsere Inspiration. Das Gehirn bekommt viele neue Eindrücke zum Verarbeiten, neue Bilder, Geräusche, Gerüche und Geschmäcker strömen auf uns ein. Wir nehmen von Reisen immer neue Ideen und Vorhaben mit nach Hause. Nicht alle setzen wir um, aber oft ist der Impuls, den wir an einem neuen Ort bekommen, so stark, dass er uns dazu bringt, etwas zu verändern oder eine Idee umzusetzen.
Im Alltag reicht auch schon ein Spaziergang in der Mittagspause oder ein anderer Weg zur Arbeit.

Zeit
Auf einer Reise hat man meist viel mehr Zeit - man muss schließlich nicht arbeiten. Der Stress nimmt automatisch ab und das Leben verlangsamt sich.
Diesen Effekt in den Alltag zu bringen, ist sehr schwer - aber möglich. Wenn wir uns für Dinge mehr Zeit nehmen, hat der Kopf Gelegenheit, abzuschalten und sich für neue Ideen zu öffnen.
Im Urlaub hatte ich am ersten Tag die Idee, die geschenkte Zeit zum Zeichnen zu nutzen. Das habe ich früher öfter gemacht, aber die letzten Jahre fast gar nicht mehr. Ich kaufte mir sofort ein Notizbuch und ein paar Grafit-Stifte und in den nächsten Tagen hatte ich den Zeichenblock bei allen Ausflügen dabei und konnte in völliger Ruhe ein paar Skizzen machen.
Zeichnen ist für mich kein geliebtes Hobby, sondern einfach eine angenehme Beschäftigung. Es hilft mir, meine Konzentration und Feinmotorik zu schulen. Mir dafür Zeit nehmen zu können, war toll.

Im Alltag versuche ich bestimmte Prozesse "künstlich" zu verlangsamen, z.B. indem ich mir ein Notizbuch nehme, mich in ein anderes Zimmer setze und in Ruhe nur auf eine Aufgabe erledige.






Keine Ablenkung
Um die Konzentration zu trainieren und den Kopf für neuen Input zu öffnen, ist es wichtig, keine Ablenkung zu haben. Im Urlaub gleichzeitig auch acht Tage lang auf Facebook zu verzichten, war eine gute Entscheidung. So war mein Fokus auf meinen Partner, unsere gemeinsamen Erlebnisse und alle neuen Eindrücke, die mir jeden Tag begegneten, gerichtet.
Im Alltag hilft es mir, im Browser Social-Media-Kanäle immer wieder zu schließen, nachdem ich sie besucht habe, und das Mailprogramm zu beenden, wenn ich gerade keine Mails abarbeite.


Notizen
Ich bin die Herrin der Notizbücher. Früher hatte ich immer ein Notizbuch, in das ich alles reingeschrieben habe, was mich beschäftigt hat, was ich mir merken will, was sich als Ideen in meinem Kopf entspann. Mit Beginn der Selbständigkeit wurde das unpraktisch, da sich private und geschäftliche Notizen vermischten.
Also begann ich, unterschiedliche Notizbücher anzulegen. Dieser Stapel wächst beachtlich, aber er hilft mir, neue Inspirationen so zu notieren, dass ich auch schnell wieder darauf zugreifen kann. Folge: die Wahrscheinlichkeit, dass ich eine Idee umsetze, ist enorm gestiegen.
Im Urlaub hatte ich nur ein kleines allgemeines Notizbuch dabei, die neuen Ideen habe ich dann zu Hause in verschiedene andere Notizbücher übertragen - je nach Thema.


Rumspinnen
Unser Kopf zensiert gern unsere Gedanken. Nicht umsonst gibt es extra Regeln für´s Brainstorming. Wenn wir alle neuen Gedankenblitze sofort zensieren und negieren, wird die Basis für wirklich gute Ideen zerstört. Wenn uns etwas inspiriert, ist Rumspinnen eine großartige Methode, um daraus mehr zu entwickeln. Besonders toll funktioniert das im Gespräch mit anderen, da man sich so den Ball zuspielen kann.
Im Alltag suche ich immer wieder den Austausch mit Freunden. Sich möglichst viel mit Menschen zu umgeben, die ebenfalls Freude am Ideen-Entwickeln haben, ist eine tolle Unterstützung.


Networking
Auch beim Networking geht es um den Austausch mit anderen, allerdings ergeben sich hier ganz andere Ideen, da immer die geschäftliche Komponente dahintersteht. Die Menschen, die einem auf Networking-Events begegnen, suchen nach Geschäftspartnern und denken in der Regel unternehmerisch.
Besonders inspirierend sind Events, die Menschen aus verschiedensten Tätigkeitsfeldern versammeln. Hier können ganz neue und bisher nicht dagewesene Ideen entstehen.


Wissenschaft, Kunst & (Pop-)Kultur
Gerade für meine Arbeit, die sich viel mit Regie und Inszenierung beschäftigt, ist es wichtig, sich mit Bildern, Verhaltensweisen, Mechanismen und Persönlichkeiten auseinanderzusetzen.
Im Urlaub hat man meist mehr Zeit, um sich beispielsweise in Museen Inspirationen zu holen und sich neues Wissen anzueignen.
Auch Tierparks und naturhistorische Museen finde ich für meine Arbeit unglaublich bereichernd, da auch wir Menschen nur Tiere sind und man auf der Bühne hervorragend mit tierischen Verhaltensweisen spielen kann.
Im Alltag und bei schlechtem Wetter sammle ich Ideen beim Gucken von Serien und Filmen - oder ich gehe ins Theater und lasse mich von anderen Inszenierungen inspirieren.































Mein Ziel ist, wieder mehr Zeit und Ruhe zur Inspirationsfindung in den Alltag zu integrieren - und all die Ideen (oder zumindest die meisten) auch umzusetzen.

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