Montag, 27. März 2017

Meine Top 3 Theaterbücher: "IMPROVISATION UND THEATER" (Keith Johnstone)



Ab und zu werde ich von (angehenden) Kollegen oder Mitgliedern meiner Theatergruppen nach guten Büchern zum Thema Theaterpädagogik gefragt.
Die Antwort darauf ist ziemlich schwer, denn es gibt zu dem Fachbereich Bücher wie Sand am Meer. Viele sind überflüssig, wenn man sowieso eine Ausbildung besucht hat, andere sind sehr gut, wieder andere sehr spezifisch auf einen bestimmten Bereich (z.B. Arbeit mit Schülern) ausgerichtet.

Meine Fachliteratur-Bibliothek ist sehr klein (im Gegensatz zu der vieler KollegInnen), denn ich zehre noch immer von dem extrem umfangreichen Material meiner Ausbildungszeit und wandle die Übungen, Spiele und Vorgehensweisen so ab wie ich es für meine Arbeit brauche.

Dennoch gibt es drei Bücher, die ich einfach wahnsinnig gut finde - und zwar nicht nur für Theaterpädagogen!
Diese drei möchte ich in einer kleinen Serie vorstellen.

Den Anfang macht ein absoluter Klassiker, quasi meine Bibel:

"IMPROVISATION UND THEATER" von Keith Johnstone.

Ich habe das Buch in einer deutschen Übersetzung von Petra Schreyer und finde sie gut. Wobei mich auch die Originalausgabe sehr reizen würde.

Dieses Buch ist FÜR JEDEN ein Gewinn! Für jeden, der mal Kind war, für jeden, der jemals eine Schule besucht und/oder eine Ausbildung/ein Studium durchlebt hat.

Keith Johstone ist einer der Begründer des modernen Improvisationstheaters und ich habe hier und hier schon ausführlicher über ihn geschrieben.
Da ich viel mit Improvisation arbeite, haben mich natürlich seine Ansichten und die Ursprünge interessiert.



Johnstone beschreibt in diesem umfassenden Buch sowohl seine Kindheit, seine Schulzeit und die eigene Zeit als (Schauspiel-)Lehrer und Autor. Er beschreibt, wie er mit seinen Schauspielschülern umgeht, welche Probleme viele Erwachsene haben, welche wunderbaren Fähigkeiten einem in der Schulzeit abtrainiert werden.

Neben vielen Beispielen aus seinen Kursen, erzählt er auch Geschichten von Kollegen, er berichtet von Experimenten mit seinen Schülern und neuen Ideen und Theorien, die daraus entstanden.




Der erste Teil des Buches ist eher autobiografischer Natur, danach folgt ein wirklich toll geschriebener Teil über Status-Verhalten und danach viel über Spontaniät und Improvisation sowie über Erzähltechniken, was viel über die menschliche Psyche und die innere Zensur verrät.

Der letzte Teil über Masken und Trance ist schwer zugänglich, wenn man nicht mit der Thematik arbeitet. Und nein, ich arbeite bis jetzt auch nicht mit Masken und habe diesen Teil nur rudimentär gelesen.
Dafür andere Teile umso öfter.





Das Buch ist KEIN Sachbuch, man muss sich also auf eine autobiografische Reise einlassen, auf Sprünge und einen intuitiven Erzählstil.
Aber das Buch nimmt einen gefangen, die Persönlichkeit Johnstones wird klarer und es gibt viele Aha-Momente.
Für Theaterpädagogen gibt es auch eine Menge Übungen und Ideen zum Nachmachen und Abwandeln.





Eines meiner absoluten Lieblingsbücher überhaupt. Ever!

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