Montag, 29. August 2016

Was sind eigentlich die vier Persönlichkeitstypen? (Riemann-Thomann-Modell)


In meinem Workshop "Ich so: Och bitte! Die andern so: Nö!" erkläre ich interaktiv und immer wieder mit viel Freude die vier verschiedenen Persönlichkeitstypen des Riemann-Thomann-Modells, die auf die "Grundformen der Angst" von Fritz Riemann zurückgehen. Der Psychologe Christoph Thomann hat diese Angstformen für seine Arbeit entpathologisiert und das Modell der vier Persönlichkeitstypen entworfen.

Wir Menschen haben verschiedene Bedürfnisse, die auf 4 Grundausrichtungen herunter gebrochen werden können und zwei Gegensatz-Paare bilden: Nähe & Distanz sowie Dauer & Wechsel. Wir sind eine Mischung aus allen Bedürfnissen, bei jedem ist die Verteilung anders und formt einen Wohlfühlzustand, der sich irgendwo auf diesem Koordinatenkreuz eintragen lässt:


Das ist der Zustand, in dem es uns gut geht, von dort aus sind wir unterschiedlich anpassungsfähig, haben also einen unterschiedlich großen Aktionskreis, in dem wir angenehm agieren können. Verlassen wir diesen Aktionskreis im Koordinatensystem, fühlen wir uns zunehmend unwohl.

Die vier verschiedenen Persönlichkeitstypen. Hier die wichtigsten Eigenschaften:

Nähesuchender Persönlichkeitstyp (Nähe)
verständnisvoll
empfindsam
zugewandt
kompromissbereit
offen
hilfsbereit
kameradschaftlich

Distanzierter Persönlichkeitstyp (Distanz):
selbstsicher
konsequent
entscheidungsfreudig
kritisch
eigenständig
zielstrebig
unabhängig

Sicherheitsliebender Persönlichkeitstyp (Dauer):
genau
systematisch
ausdauernd
Regeln schaffend
zuverlässig
ordentlich
vorsichtig

Überschwänglicher Persönlichkeitstyp (Wechsel):
spontan
flexibel
innovativ
beweglich
großzügig
risikofreudig
abenteuerlustig


Es ist ein einfaches Modell, das aber eine gute Kategorisierung ermöglicht, wenn man sich einen Überblick über sich selbst und sein Umfeld schaffen will. Und vor allen Dingen, wenn man wissen will, warum andere anders ticken als man selbst.
Passend dazu wird es auch noch einen Post geben, wie ich das Modell für meine theaterpädagogische Arbeit nutze.

ABER: Wir Menschen haben alle Grundstrebungen und Typen in uns drin und sind auf allen vier Kanälen ansprechbar. Wir sind also immer Mischtypen!
In Grenzsituationen neigen wir jedoch dazu, uns in unser Wohlfühlfeld zurückzuziehen. Um meinem Gegenüber ein sicheres Gefühl zu geben, kann ich ihm genau das schenken, was er in diesem Moment braucht.

Im Oktober gibt es einen neuen Workshop zum Thema Gruppendynamik, in dem die Teilnehmer die Möglichkeit bekommen, sich mit den verschiedenen Typen auseinander zu setzen, den eigenen Typ zu finden und auszuprobieren, wie es sich anfühlt, in die Rolle eines anderen Persönlichkeitstyps zu schlüpfen. Zusätzlich werden die verschiedenen Phasen erklärt, die eine Gruppe in ihrer Zusammenarbeit durchläuft. Es sind noch Plätze frei!


Foto: "Wer zuletzt lacht", Theatergruppe Grobkost: http://www.facebook.com/Grobkost

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