Freitag, 23. Juni 2017

Treue - Blogreihe #wertekatalog

Es ist Value-Friday und es geht weiter mit der Blogreihe #wertekatalog,

Der sechszigste Wert ist:


TREUE

Wikipedia sagt:
Treue (mhd. triūwe, Nominalisierung des Verbs trūwen "fest sein, sicher sein, vertrauen, hoffen, glauben, wagen") ist eine Tugend, welche die Verlässlichkeit eines Akteurs gegenüber einem anderen, einem Kollektiv oder einer Sache ausdrückt. Sie basiert auf gegenseitigem Vertrauen beziehungsweise Loyalität, ist aber nicht der Beweis dafür, dass der Gegenstand der Treue ihrer auch würdig ist (vgl. Nibelungentreue).[...] (https://de.wikipedia.org/wiki/Treue)
Was für ein schöner Wert! Und gleichzeitig ein gar nicht so leicht zu lebender.



Doch was heißt Treue? Es ist die Verlässlichkeit einer oder mehreren Personen oder einer Sache gegenüber.

Treue ist eine Eigenschaft, die sich viele von ihrem Partner wünschen. Doch sagt Treue nicht automatisch etwas über die Zuneigung einer Person zu einer anderen aus. Sie ist in erster Linie eine Verlässlichkeit, eine Loyalität.

Wenn man in Berlin mit Theater zu tun hat - oder generell mit Projekten, die Engagement erfordern - gibt es oft ein Problem mit Verlässlichkeit und somit letztendlich auch mit Treue.
Am Anfang ist man euphorisiert, schwebt auf einer Wolke aus wunderbaren Ideen und ist der Meinung, dass die anderen Mitwirkenden die tollsten Menschen der Welt sind.
Doch dann bricht die Realität in diese Traumwelt ein und man merkt plötzlich, was einen alles stört. Das Stück sagt einem nicht zu, die Mitspieler sind blöd, die Regie hat komische Ansichten, der Probenraum ist im falschen Stadtteil ... tausend Gründe, die einen merken lassen: es passt nicht.

Wie bei einer Beziehung verändert sich die Verliebtheit und die Aufregung des Neuen in Gewohnheit und Alltag. Auf einmal fallen einem Fehler an den anderen auf und die Träume und Sehnsüchte vom Anfang verschwinden unter Sorgen, Gereiztheit und fehlendem Elan.

Ein Paar muss durch diese Phase (meist) allein durch - sie zeigt, ob die Beziehung Bestand hat und ob aus Verliebtheit Liebe wird.
Eine Theatergruppe hat im Optimalfall eine Leitperson (offiziell oder inoffiziell), die der Anker der ganzen Unternehmung ist. Eine Person, die der Gruppe Sicherheit gibt, die immer da ist, auch wenn der größte Unmut herrscht. Eine Person, die Probleme auf den Tisch bringt, die Diskussionen führt, die Mut gibt und neue Energie. Eine Person, die der Gruppe Raum lässt, ihren eigenen Weg zu finden ohne dabei unterzugehen.

Nach und nach wächst dann das Vertrauen in der Gruppe. Ineinander und untereinander. Denn um einer Person oder Gruppe treu zu sein, müssen wir ihr erstmal vertrauen. Und mit diesem Vertrauen wächst die Treue, die der langlebige Motor einer Unternehmung werden kann.


Marie von Ebner-Eschenbach hat dafür einen wunderbaren Satz parat:
Foto: "Wir sind noch einmal davongekommen", Theatergruppe Vorspiel: https://www.facebook.com/TheatergruppeVorspiel/

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