Freitag, 26. Mai 2017

Zuneigung - Blogreihe #wertekatalog

Es ist Value-Friday und es geht weiter mit der Blogreihe #wertekatalog,

Der sechsundfünzigste Wert ist:


ZUNEIGUNG

der Duden sagt:
deutlich empfundenes Gefühl, jemanden, etwas zu mögen, gernzuhaben; Sympathie [...] (http://www.duden.de/rechtschreibung/Zuneigung)

Zuneigung als Wert finde ich interessant. Aber ich weiß nicht, ob damit die Zuneigung zu anderen Menschen oder deren Zuneigung zu einem selbst gemeint ist. Beides sind natürlich berechtigte Wünsche und beides zusammen ist ein wichtiger Bestandteil eines glücklichen Lebens.

Zuneigung ist etwas wunderbares und wir empfinden sie manchmal schnell und manchmal zögerlich. Je jünger wir sind, desto schneller empfinden wir Zuneigung für eine andere Person und desto süchtiger sind wir nach Zuneigung, die uns von anderen entgegengebracht wird.

Mit zunehmendem Alter dauert das mit der Zuneigung länger. Unsere Erfahrungen lassen uns vorsichtiger werden und wir werten fremde Menschen schneller ab, finden sie unsympathisch. Wir projizieren unsere Erfahrungen auf neue Bekanntschaften - manchmal zu Recht, manchmal zu Unrecht.

Aber was passiert, wenn wir auf fremde Menschen treffen? Wenn wir viel Zeit mit ihnen verbringen müssen. Kann Zuneigung wachsen?

Ja, sie kann. In meiner Arbeit muss ich Gruppen "händeln". Diese Gruppen müssen sich zusammenraufen und gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Für dieses Ziel sind gegenseitiges Vertrauen und ein offener Austausch miteinander wichtig. Sympathie bzw. Zuneigung ist dabei ein wichtiger Bestandteil.

Natürlich entsteht Zuneigung zum großen Teil auf einer körperlich-biologischen Ebene, aber sie entsteht auch über Gemeinsamkeiten. Mag mein Gegenüber die gleiche Serie wie ich, erhält er gleich Pluspunkte, das gleiche gilt für Hobbies, Musik und Essen.
Wir wollen von unserem Gegenüber wissen, wie gut er/sie in unsere "Gruppe" passt, die wir im Leben um uns versammeln. Je ähnlicher unser Geschmack und unsere Interessen sind, desto schneller wächst unsere Zuneigung zur entsprechenden Person.
Ein intensiver Austausch über die eigenen Ansichten und Interessen ist für das Wachsen von Zuneigung also essentiell und braucht bei Erwachsenen deutlich mehr als die gemeinsame Lieblingsband.

Eine der stärksten und zusammenschweißendsten Gemeinsamkeiten ist Humor. Wenn wir gemeinsam lachen, zeigen wir einander Schwäche und öffnen uns. Wir gehen beim Lachen und gemeinsamen Witzeln spielerisch und leicht mit Status um, wir nehmen uns selbst nicht so ernst.
Und die Zuneigung, die wir dabei füreinander empfinden, strahlen wir auch aus. Bei einem Auftritt sogar bis ins Publikum.
Mit Humor und Lachen öffnen wir die Herzen der Zuschauer. Sie freuen sich an unserer Darbietung und sind bereit uns das mit einem Lachen zu zeigen.
Dieses Lachen ist eine Weile der Zuneigung, die den Schauspieler auf der Bühne trägt. Wie ein Surfer kann er auf dieser Welle reiten, sich von ihr tragen lassen und aus ihr neue Kraft schenken. Um sie dem Publikum zurückzugeben.

Zuneigung durch Gemeinsamkeiten ist für uns elementar, die durch Freude und Witz schweißt uns noch enger zusammen. Deshalb ist mir Humor und Raum für Spaß in meiner Arbeit wahnsinnig wichtig. Das Leben ist oft ernst und anstrengend und ich möchte einen Raum für mehr Freude, Spaß und Spiel schaffen - und somit auch für mehr Zuneigung.

So wie David Hume es beschreibt:



Foto: "Gerüchte, Gerüchte", Theatergruppe Spielschauer: https://www.facebook.com/spielschauer

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen