Freitag, 17. März 2017

Respekt - Blogreihe #wertekatalog

Es ist Value-Friday und es geht weiter mit der Blogreihe #wertekatalog,

Der sechsundvierzigste Wert ist:


RESPEKT


Wikipedia sagt:
Respekt (lateinisch respectus „Zurückschauen, Rücksicht, Berücksichtigung“, auch respecto „zurücksehen, berücksichtigen“) bezeichnet eine Form der Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Ehrerbietung gegenüber einem anderen Lebewesen (Respektsperson) oder einer Institution. Eine Steigerung des Respektes ist die Ehrfurcht, etwa vor einer Gottheit.[...] (https://de.wikipedia.org/wiki/Respekt)

"Respect ... just a little bit!" sang Aretha Franklin und wünschte sich in dem eigentlich recht deprimierenden, aber umso powervolleren Song mehr Respekt von ihrem Partner.
Ein verständlicher Wunsch, nicht wahr?

Aber Respekt als Wert bedeutet vermutlich weniger, dass man einfach respektiert wird, sondern viel mehr, dass man Respekt selbst lebt, also ihn auch anderen entgegenbringt.
Man achtet sein Gegenüber als eigenständiges Individuum, man gibt der Person Raum und Freiheit zur freien Entfaltung, man verhält sich wertschätzend.

Das scheint ganz schön schwer, so in der Summe. Respekt haben und halten, ist auch wirklich anstrengend. Denn unser natürlicher Egoismus, der uns schützt, muss dafür ab und zu mal Pause machen und Raum schaffen für die Wahrnehmung anderer.

Andere zu respektieren heißt, dass man Andersartigkeit erträgt. Und das ist bekanntlich etwas, was uns Menschen am schwersten fällt. Wir können uns nicht exakt in andere hineinversetzen, dafür müssten wir komplett die Körper tauschen. Da das nicht geht, haben wir ein Problem: wie sollen wir dem, was in der anderen Person vorgeht, die gleiche Wertigkeit entgegenbringen wie unseren eigenen Gefühlen? Ganz einfach: in dem wir uns in erster Linie als Mensch sehen. Nicht als Lehrer und Schüler, nicht als Mann und Frau, nicht als Chef und Angestellter, nicht als Inländer und Ausländer. Sondern erst einmal nur als Mensch.

Vielleicht ist die Angst groß, dass wir einem anderen mit Respekt zu viel "schenken". Zuviel Anerkennung geben, zuviel Aufmerksamkeit. Aber keiner verlangt, dass wir das Gegenüber mögen müssen. Respektieren heißt nicht Liebhaben. Respekt ist eine wohlwollende Art der Neutralität. Im Gegensatz zur Toleranz, die eher eine Duldung ist. Beim Respekt besteht keine Gefahr für das Wohlbefinden des Gegenübers, die Toleranz steht mehr unter Spannung.

Ich habe einige Jahre gebraucht, um mir eine respektierende Haltung anzueignen. Eigene Unsicherheit hat es mir schwer gemacht, andere Charaktereigenschaften und Interessen zu respektieren. Je unsympathischer mir ein Gegenüber war, desto schwieriger fiel mir der Respekt. Was mir geholfen hat? Die Erkenntnis über Status-Verhalten und infolgedessen das wiederholte Heraustreten aus meinem Denken, um von außen auf mein Verhalten zu gucken und zu merken, wie verletztend eine unbewusste Bemerkung sein kann.
Status-Kämpfe sind mir mittlerweile bewusster und ich bin flexibler.
Wird mir dadurch mehr Respekt entgegengebracht? Ich weiß nicht, was in den Köpfen der anderen vorgeht, aber ich fühle mich gut. Beim Networking, bei der Arbeit, unter Kollegen, bei meinen Freunden. Und das ist für mich das wichtigste.

Rousseau fand dazu besonders schöne Worte:

Foto: "Meister und Margarita", Theatergruppe Vorspiel: https://www.facebook.com/TheatergruppeVorspiel

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