Freitag, 18. August 2017

Abenteuer - Blogreihe #wertekatalog

Value-Friday, heute zum letzten Mal mit dem allerletzten Wert der Blogreihe #wertekatalog,

Der achtundsechzigste Wert ist:


ABENTEUER

Wikipedia sagt:


Als Abenteuer (lat.: adventura: „Ereignis“; mittelhochdt.: aventiure) wird eine risikoreiche Unternehmung oder auch ein Erlebnis bezeichnet, das sich stark vom Alltag unterscheidet. Es geht um das Verlassen des gewohnten Umfeldes und des sozialen Netzwerkes, um etwas Wagnishaltiges zu unternehmen, das interessant, faszinierend oder auch gefährlich zu sein verspricht und bei dem der Ausgang ungewiss ist. In diesem Sinne gelten und galten Expeditionen ins Unbekannte zu allen Zeiten als Abenteuer. (https://de.wikipedia.org/wiki/Abenteuer)

Abenteuer ist ein Wort, das ein bißchen von der ursprünglichen Bedeutung weggedriftet ist, um nun in ganz individuellen Kontexten gebraucht zu werden.
Noch immer bedeutet ein Abenteuer eine neue, ungewohnte Unternehmung. Etwas, bei dem man die eigene Komfortzone verlässt.
Jedoch wird der Begriff nicht mehr unbedingt für waghalsige Reisen oder Ausflüge genutzt, sondern bezeichnet auch berufliche neue Pfade, neue soziale Konstellationen und generell oft persönliche Herausforderungen.

Das Tolle an einem Abenteuer ist die Mischung aus Fazination und Angst. Ein Abenteuer hat stets zwei sehr stark ausgeprägte Pole, die miteinander in einer wichtigen Wechselwirkung stehen.
Wenn wir ein Abenteuer wagen, dann deshalb, weil wir sowohl unsere Angst überwinden als auch etwas Neues erleben wollen. Nur einer der beiden Punkte macht noch kein Abenteuer aus.
Ein Abenteuer hat für mich immer mit einem Funkeln in den Augen zu tun, mit dem Anflug eines herausfordernden Lächelns, mit einem Bild unendlicher Möglichkeiten. Es ist immer mit einem starken Reiz verbunden, etwas, was uns zieht und hinausträgt – trotz unserer Angst.

Da dies der letzte Artikel einer sehr langen Blogreihe ist, würde ich gern schreiben, dass es ein Abenteuer war. Aber das war es nicht. Es war am Anfang eine Challenge und später ein liebgewonnenes Ritual. Dabei von einem Abenteuer zu sprechen, wäre übertrieben. Schade eigentlich, es hätte so gut geklungen.

Generell bin ich kein abenteuerlustiger Mensch, aber ich habe dennoch Freude an einem Abenteuer, wenn es sich ergibt. Im Nachhinein sind abenteuerliche Situationen nämlich immer wunderbarer und aufregender als im Moment des Geschehens.

Schon immer hatte ich eine Affinität zu Abenteuergeschichten, besonders solchen, die auf hoher See spielen. Dabeisein möchte ich jedoch nicht.
Auch Roadmovies begeistern mich, ich selbst habe noch nicht einmal einen Führerschein.
Ich bin ein Sofa-Abenteurer, gucke mir Reisedokus auf arte an und trinke dabei Tee. Und ich liebe es.

Der Begriff "Abenteuer" ist immer ein individueller. Was für den einen mit einem (inneren) Risiko verbunden ist, ist für den anderen normal. Die Komfortzone ist für den einen eine Weltreise, für den anderen ein Häuschen im Grünen. Für den einen ist eine feste Beziehung eine extreme Herausforderung, für den anderen totale Normalität. Manch einer würde mit einem ersten Date niemals nach Hause gehen, für jemand anderen ist das gar kein Problem.

So habe ich in meinem Leben sicherlich viele Dinge gemacht, die für andere weit außerhalb ihrer Komfortzone liegen und vermutlich als Abenteuer bezeichnet würden.
Auf der Bühne stehen und Theaterstücke inszenieren, ist eines davon. Gruppenleiten ein anderes.
Es ist wunderbar, dass jeder von uns seine ganz eigenen Herausforderungen hat, dass wir jeder unsere ganz eigenen Abenteuer bestehen.


Mit meiner Arbeit kann ich anderen Menschen einen Raum für Abenteuer geben. Zum ersten Mal an einer Theaterproduktion mitzuwirken und auf der Bühne zu stehen, kann ein überwältigendes Abenteuer sein. Für manche meiner Teilnehmer ging damit ein Lebenstraum in Erfüllung.

Genau für diese Abenteuer liebe ich meine Arbeit. Und für all die Abenteuergeschichten, die es noch auf die Bühne zu bringen gilt. Let´s go for it!


Dieser letzte #wertekatalog-Post endet mit einem Zitat von Erasmus von Rotterdam:

Foto: "DREAMS INC.", Theatergruppe Vorspiel: https://www.facebook.com/TheatergruppeVorspiel/

Freitag, 11. August 2017

Ehrlichkeit - Blogreihe #wertekatalog

Es ist Value-Friday und es geht weiter mit der Blogreihe #wertekatalog,

Der siebenundsechzigste Wert ist:


EHRLICHKEIT

Wikipedia sagt:


Ehrlichkeit bezeichnet die sittliche Eigenschaft des Ehrlichseins (von „ehrlich“, ahd. „êrlîh“, mhd. „êrlîch“) und wird heute meist in der Bedeutung von Redlichkeit, Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit, Offenheit, Geradlinigkeit und Fairness verwendet.
Die Ehre (Ehrenhaftigkeit) als persönliches Attribut kann als Ergebnis der Ehrlichkeit (ehrlichen Verhaltens) angesehen werden. Parallel dazu läuft die Entwicklung von „ehrlich“ und „Ehrlichkeit“. Bis vor einigen Jahrzehnten verstand man unter einem ehrlichen Menschen ausschließlich einen Menschen, der nicht lügt und nicht stiehlt: So lautete die Forderung seit der Pädagogik der Aufklärung. Die Erziehung zur Ehrlichkeit oder – negativ gewendet – die Verabscheuung der Lüge blieb ein zentrales Anliegen erzieherischer Praxis. In neuerer Zeit – kurz nach dem Zweiten Weltkrieg durch literarische Werke wie etwa Osbornes Look back in Anger („Blick zurück im Zorn“) oder Kingsley Amis’ Lucky Jim angebahnt – hat sich eine Bedeutungserweiterung vollzogen: Als „ehrlich“ werden mittlerweile auch jene Menschen bewertet, die zu sich selbst, ihren Macken, ihren Defiziten, ihren entwicklungsbedingten Störungen usw. (reflektiert) stehen und nichts beschönigen. Unterschieden wird Ehrlichkeit im Reden, was bedeutet, die Wahrheit zu sagen, und die Ehrlichkeit im Verhalten, zum Beispiel um andere nicht zu manipulieren, nicht zu täuschen, um anderen nicht zu schaden oder einen Auftrag (ohne einen eigenen Vorteil wahrzunehmen und im Sinne eines fairen Auftraggebers) sachlich zu Ende bringen.(https://de.wikipedia.org/wiki/Ehrlichkeit)

Ehrlichkeit ist ein Wert, über den ich mir immer wieder Gedanken mache.
In einer Welt, in der wir einander liebevoll, auf Augenhöhe und mit Achtsamkeit begegnen wollen, stellt sich die Frage, wie wir Ehrlichkeit in diesem Zusammenhang leben.

Ehrlichkeit wird von vielen als Ausrede für Beleidigungen benutzt. "Ich bin einfach nur ehrlich" gilt als Legitimation, sich wie ein Arschloch zu verhalten und das Gegenüber zu bewerten und somit herabzusetzen.
Aber wie bin ich ehrlich, ohne gemein zu sein?
Ich denke, der erste Punkt ist, dass ich meine Meinung sage, wenn ich danach gefragt werde. Wenn jemand an mir als Person oder an meiner Arbeit / meinem Werk herumkrittelt, ohne dass ich ihn danach gefragt habe, empfinde ich das oft als übergriffig oder beleidigend.
In meiner Zuschauertypen-Sammlung habe ich diesen Typus auch mitaufgenommen, denn er begegnet einem immer wieder. Natürlich sollte jeder seinen kritischen Blick schulen und ich begrüße es, wenn jemand seine Meinung in Worte fassen kann, auch und gerade, wenn sie negativ ist.

Mir hat es geholfen, mir selbst ein paar Fragen zu stellen, bevor ich jemandem negatives Feedback gebe:
  • Ist es nötig, um in der aktuellen Situation voranzukommen?
  • Ist es für die Person wirklich hilfreich?
  • Ist es für die Person wichtig?
  • Habe ich einen Verbesserungsvorschlag?
  • ... oder fühle ich mich gerade unterlegen und möchte nur den Status der Person senken?
Letzteres ist leider sehr häufig der Fall.
Sagt jemand nach einer Theaterinszenierung zu mir "Ihr wart zu leise.", "Ich hätte mir noch mehr Energie auf der Bühne gewünscht." oder "Ich habe die Handlung im 2. Akt nicht verstanden.", ist das für mich hilfreiche Kritik. Derjenige gibt mir wertvolles Feedback und benennt konkrete Probleme oder Fehler. Darauf kann ich eingehen und es beim nächsten Mal verbessern.
Sagt jemand hingegen "Naja, bei euch geht es ja hauptsächlich um den Spaß." oder "Die Gesangsnummer grenzte an eine Zumutung.", sind die Aussagen unkonkret, beleidigend gemeint und dienen dem Kritikgeber als Status-Heber. Er fühlt sich dadurch (kurzfristig) besser, ich mich beschissen. Und geholfen ist mir damit auch nicht.

Werde ich nicht nach meinem Eindruck oder meiner Meinung gefragt, ist immer die Frage, aus welchem Grund ich meine ehrliche Meinung sagen möchte.
Um dem anderen ein gutes Gefühl zu geben? Super.
Um dem anderen wirklich zu helfen! Super.
Um meine schlechte Laune loszuwerden und mich dadurch besser zu fühlen? Unnötig.

Wenn mein Gegenüber eine negative Meinung von mir nicht braucht, also damit nichts anfangen kann außer sich schlecht zu fühlen, dann ist es am sinnvollsten, einfach mal die Klappe zu halten.
Den anderen nicht zu beleidigen heißt nicht, ihn anzulügen. Den anderen nicht zu beleidigen heißt, dass mir sein Wohlergehen wichtig ist und ich ihm auf Augenhöhe begegnen will. Dafür muss ich mit meinen eigenen Unsicherheiten umgehen können – und diese auch einfach mal aushalten.

Denn im Grunde ist Ehrlichkeit etwas wunderbares. Sie schafft eine Nähe zwischen Menschen und sorgt dafür, dass wir uns verstanden und gesehen fühlen.
Wir können ehrlich zu uns selbst stehen, uns dem anderen so zeigen, wie wirklich sind. Wenn wir uns das trauen, brauchen wir keine Beleidungen mehr. Dann fühlen wir uns einfach so richtig wohl.

Schön formuliert es William Somerset Maugham:

Foto: "Meister und Margarita", Theatergruppe Vorspiel: https://www.facebook.com/TheatergruppeVorspiel/

Mittwoch, 9. August 2017

Recap/Preview #7



Der Sommer geht in seine Schlussphase! Zeit für Recap #6!



Und schon wieder ein halbes Jahr vorbei ...
... , was ich daran merke, dass es Zeit für ein neues Spielzeitmagazin ist. Seit einer Woche ist es online und vollgepackt mit tollen Sachen: Fotostrecken, Interviews, Gruppeninfos, Zitaten. Guckt mal rein: Klick!

Ebenfalls vorbei ist in wenigen Wochen meine Blogreihe #wertekatalog. Über ein Jahr lang habe ich jeden Freitag über einen Wert der Werteliste des Kalenders "Ein guter Plan" gepostet. Nun sind bald alle Werte abgehakt. Schade und schön zugleich, denn bald gibt es die #freitagsgedanken. Ick freu mir!



Status-Shooting

Endlich konnte ich eine kleine Gruppe williger Menschen zusammenstellen, die für mich Fotomodell waren. In einem 1,5-stündigen Workshop gab es einen ersten Einblick in das Thema Status und nebenbei wurden eifrig Fotos geknipst. Das Ergebnis seht ihr als Hintergrund-Galerie auf meiner Website: http://www.sarah-bansemer.de/status



Neu, neu, neu!
Der Sommer gibt mir immer Zeit, neue Konzepte zu entwickeln, neue Kurse und Workshops zu planen. Und zwei neue Kurse beginnen im Herbst. Für alle, die morgens munterer sind, gibt es Freitags um 9 Uhr Improtheater pur im Kurs "Raus damit!". Direkt im Anschluss findet der Kurs "Weil ich´s kann." statt, ein Gemisch aus Theater, Networking und Selbsterfahrung. Ein ganz neues Format, das hoffentlich allen Teilnehmern viel Spaß bringt.
Ihr findet alle Infos zu den Kursen hier: Klick!



Theaterstückchen statt Theaterstücke
... gab es im Café Fincan in Neukölln beim Theater-Taster. Mit dabei: meine Genossenschaft und ich. Ein schöner Abend mit Impro, André aus der WerkStadt (ein Interview mit ihm findet ihr im Spielzeit-Magazin), einem Ausschnitt von Maria-Stuart (Probenfotos gibt´s ebenfalls im Magazin!) und einer neuen kurzen Überraschungs-Geschichte von uns.
Ich freue mich, wenn das Format wiederholt wird und wir werden bestimmt auch beim nächsten Mal dabei sein. Noch mehr Fotos gibt es hier: Die Genossenschaft








Barcamp-Time!
Ende September findet wieder das LifeWorkCamp in Berlin statt! Die Vorfreude ist riesig!
Dieses Mal geht es leider nur einen Tag, aber auch den werden wir mit tollen Sessions und schönen Gesprächen füllen.
Wenn ihr dabei sein wollt, könnt ihr euch hier anmelden (auf der Website sind noch zwei Tage angegeben, aber vom Organisator Jan Theofel weiß ich, dass es nur der Freitag sein wird):
http://www.theaterberlin.blogspot.de/2016/11/ruckblick-zum-lifeworkcamp-berlin-2016.html

Montag, 7. August 2017

Fehler, die ich in der Teamleitung gemacht habe: #5 Fehlendes Engagement



Vor kurzem startete ich eine Reihe über meine fünf größten Fehler in der Teamleitung, heute ist der letzte große Fehler, Nummer 5, an der Reihe:

#5 Fehlendes Engagement


Theaterpädagogik lebt – wie Pädagogik allgemein – von der Partizipation derjenigen, mit denen man arbeitet, denen man etwas beibringen will.
In der Theaterpädagogik werden die Spieler intensiv in den Entstehungsprozess involviert, sie machen quasi die Arbeit selbst, übernehmen Aufgaben, Entscheidungen, haben eigene Ideen.

Diesen Gedanken hatte ich durch die Ausbildung extrem stark verinnerlicht. Ich hatte gelernt, die Spieler machen zu lassen und die Gruppe "sich selbst entwickeln zu lassen".
Zumindest dachte ich, dass es so passiert.

Die schon erwähnte Ablehnung und zu viel Distanz führten aber mit der Zeit dazu, dass ich mich immer weniger in den Gruppenprozess und vor allen Dingen in das Endprodukt einbrachte.
Wenn die Spieler andere Vorstellungen als ich hatten, gab ich schnell nach und dachte, dass SIE ja auf der Bühne stehen müssen, nicht ich. Und somit ließ ich sie in vielen Fällen oft einfach machen. Ich scheute Auseinandersetzungen und Diskussionen und entwickelte somit immer weniger Engagement.
Mir wurde die Aufführung egaler.

Diese Entwicklung war fatal. Gar nicht mal so sehr für die Gruppe, sondern vor allen Dingen für mich selbst und meine Freude an der Arbeit. Das, was ich an meinem Job liebe, ist der Schaffungsprozess, das Inszenieren.
Ich kreiere gern lebendige Bilder, mit Bewegung, Stimme, Kostüm und Maske. Ich liebe es, wenn das Gesamtbild in sich stimmig ist, wenn alles passt. Ich freue mich, wenn jemand über sich hinauswächst, wenn er auf der Bühne agiert wie er es zuvor noch nie getan hat, wenn er ein Kostüm trägt, das er sich sonst nie trauen würde zu tragen, wenn er bedeutende Sätze sagt ohne sich zu schämen.

All das ging mir durch mein fehlendes Engagement verloren. Nach einer inneren kleinen Krise, erkämpfte ich mir dieses Engagement wieder.
Ich wusste: meine Arbeit funktioniert nicht, wenn mir das Ergebnis egal ist. In jedem Projekt muss der Projektleiter eine Vorstellung vom Ergebnis haben.
Das heißt nicht, dass sich diese Vorstellung mit der Zeit verändern kann – das passiert bei mir ständig –, aber es muss immer eine Vorstellung da sein.

Heute kann ich mit den Ideen meiner Spieler spielen. Ich bin gespannt, für welche Stücke sie sich entscheiden und lasse mich auf ihre Ideen ein. Diskussionen werden nicht mehr gescheut, aber ich bemühe mich, sie nicht ausufern zu lassen – zum Wohl aller.
Meine Spieler treffen stets den Löwenanteil der Entscheidungen und bestimmen den roten Faden der Inszenierung. Im Gruppendrang-Kurs noch stärker als z.B. bei den Vorspielern. Das müssen sie auch, ist es doch ihr Projekt.
Ich halte die Fäden zusammen, suche nach Logik-Fehlern und bin mit meinem Theatererfahrungsschatz dabei. Und ich bringe Ideen ein. Manchmal werden sie begeistert übernommen, manchmal entstetzt abgelehnt.
Das macht nichts. Denn das wichtigste ist: ich habe wieder Spaß am Inszenieren.

Freitag, 4. August 2017

Authentizität - Blogreihe #wertekatalog

Es ist Value-Friday und es geht weiter mit der Blogreihe #wertekatalog,

Der sechsundsechzigste Wert ist:


AUTHENTIZITÄT

Wikipedia sagt:

Authentizität (von gr. αὐθεντικός authentikós „echt“; spätlateinisch authenticus „verbürgt, zuverlässig“) bedeutet Echtheit im Sinne von „als Original befunden“. Das Adjektiv zu Authentizität heißt authentisch.[...] Authentizität bezeichnet eine kritische Qualität von Wahrnehmungsinhalten (Gegenständen oder Menschen, Ereignissen oder menschliches Handeln), die den Gegensatz von Schein und Sein als Möglichkeit zu Täuschung und Fälschung voraussetzt. Als authentisch gilt ein solcher Inhalt, wenn beide Aspekte der Wahrnehmung, unmittelbarer Schein und eigentliches Sein, in Übereinstimmung befunden werden.(https://de.wikipedia.org/wiki/Authentizität)


Heute mal ein Wert, der in Gesprächen immer gern zitiert wird. Schnell wird etwas oder jemand als authentisch oder unauthentisch betitelt. Manchmal vielleicht zu schnell?

Authentizität beschreibt in erster Linie, ob wir Schein und Sein als kongruent wahrnehmen.
Auf Menschen bezogen: wenn das äußere Verhalten zur inneren Einstellung passt. Und das ist gar nicht so oft der Fall.
Um authentisch zu sein, müssen wir mehrere Kriterien erfüllen:
  • uns unserer eigenen Stärken und Schwächen bewusst sein
  • ehrlich mit uns selbst sein und auch unangenehme Rückmeldungen akzeptieren
  • konsequent nach unseren eigenen Werten handeln (auch zu unserem eigenen Nachteil)
  • die Bereitschaft haben, negative Seiten nicht zu verleugnen (Stichwort Aufrichtigkeit)




Gar keine so leichte Aufgabe, dieses Authentisch-Sein. Dennoch kriegen wir es erstaunlich oft hin.
Das beruhigende ist: ein authentischer Mensch ist nicht automatisch ein besserer Mensch. Er ist nicht automatisch beliebt oder sympathisch oder erfolgreich oder beeindruckend. Er IST einfach.

Authentizität bedeutet runtergebrochen einfach SEIN. Die eigenen Gefühle wahrnehmen und annehmen. Sie je nach Impuls nach außen tragen oder auch nicht. Sich seiner eigenen Wertvorstellungen und Prinzipien klar zu sein und diese zu vertreten.

Zu Unrecht wird der Begriff "Theater" oft missbraucht, wenn etwas als unauthentisch beschrieben wird.
Theater ist für viele der Inbegriff des Falschen, der Schein entspricht nicht dem Sein. In Redewendungen wird das besonders deutlich. Gefällt uns nicht, wie ein Mensch sich verhält, reden wir gern davon, dass er eine "Maske" trägt, er ist dann "ein guter Schauspieler". Übertreibt jemand in seiner Reaktion, wird er mit "Mach nicht so ein Theater!" ermahnt.

Aber ist Theater wirklich unauthentisch? Ich denke nicht.
Im Theater stehen Menschen auf einer Bühne und spielen anderen Menschen, die ihnen zuschauen, etwas vor. Man könnte meinen, dieser Fakt allein sei ein Zeichen für Unauthentizität. Sie spielen ja nur, sie sind es ja nicht.
Doch so wie wir uns selbst als Mensch betrachten, müssen wir auch die Figur, die ein Schauspieler verkörpert, als einen Menschen sehen.
Die Rolle, die ein Schauspieler spielt, ist ein Charakter für sich. Dieser Charakter hat seinen eigenen Wertekatalog. Erfüllt diese Rolle in ihrem Handeln den eigenen Wertekatalog, ist sie authentisch.
Der Schauspieler mag ganz andere Werte haben, aber in diesem Moment ist seine Aufgabe, eine andere Person darzustellen, nicht sich selbst.
Interessant ist dabei, dass die Rolle natürlich Elemente des Schauspielers besitzt, mindestens mal den Körper und das damit verbunde Aussehen sowie die Stimme.
Das macht es für uns Zuschauer so schwer, zwischen Rolle und Spieler zu trennen. Je stärker der Kontrast zwischen beiden ist, desto leichter fällt uns eine differenzierte Betrachtung.

Da die Rolle über die Authentizität entscheidet, gibt es im Theater auf der Bühne authentische und unauthentische Charaktere. Verhält sich jemand nicht entsprechend der Werte, die er zu vertreten behauptet, erscheint er unglaubwürdig und somit unauthentisch. Ein gutes Beispiel dafür ist Franz Moor aus Schillers "Die Räuber".
Verhält sich jemand sehr klar seinen Werten entsprechend, ist er für uns authentisch, wie beispielsweise Howard Roark aus Ayn Rands "The Fountainhead".


Theater ist immer ein Vergrößerungsspiegel unserer eigenen Welt. Die Reaktionen sind stärker, die Emotionen größer, die Stärken stärker und die Schwächen schwächer. Und es ist – wenn es gut inszeniert ist – auch immer authentisch.

Theaterrollen können ein Vorbild für Authentizität sein. Das Theaterspielen hilft uns aktiv dabei, selbst authentischer zu werden.

Deshalb kommt heut zum Schluss auch mal wieder ein Theatermensch zu Wort – Oscar Wilde:

Foto: "Meister und Margarita", Theatergruppe Vorspiel: https://www.facebook.com/TheatergruppeVorspiel/

Mittwoch, 2. August 2017

Spielzeit-Magazin 2017



Juhuuuu, das neue Spielzeit-Magazin ist online!

Es gibt:
  • Infos zu den letzten und nächsten Aufführungen, der Vorspieler, Spielschauer und der Tiger Alien K(r)uh
  • ein Interview mit André Schneider vom WerksTheater
  • eine Kurzvorstellung der Theaterpädagogin Susanna Quandt
  • neue Kurse und Workshops
  • ein Theaterbesuch im Deutschen Theater
  • ein Besuch bei "Maria Stuart"
  • ... und viel mehr!
Schaut mal rein: http://www.sarah-bansemer.de/sarahbansemer/magazin

Montag, 31. Juli 2017

Fehler, die ich in der Teamleitung gemacht habe: #4 Ablehnung



Vor kurzem startete ich eine Reihe über meine fünf größten Fehler in der Teamleitung, heute ist Fehler Nummer 5 an der Reihe:

#4 Ablehnung


Schon hier habe ich letztes Jahr darüber geschrieben, dass es mir früher oft an Respekt für meine Mitmenschen mangelte.
Es gab oft Menschen, die mich genervt haben, mit denen ich nicht klarkam, deren Charaktereigenschaften sich von meinen unterschieden. Je verschiedener wir waren, desto schwieriger fiel es mir, die andere Person zu respektieren.

Es gab Eigenschaften, die mich innerlich auf die Palme brachten: Verpeiltheit, Vergesslichkeit, Desinteresse, Sprunghaftigkeit, konservatives Denken. Arbeitete ich mit einer Person zusammen, die diese Eigenschaften zeigte – egal ob Kunde oder Kollege – wurde ich innerlich unruhig und begann teilweise eine richtige Abneigung gegen diesen Menschen zu entwickeln.
Ich lehnte Menschen ab, die nicht wie ich waren, die anders waren. Ihre Stärken konnte ich gar nicht sehen, weil ich im Geist so mit ihren Schwächen beschäftigt war.
Diese Ablehnung führte dazu, dass sich bei mir eine Lustlosigkeit einschlich. Und noch schlimmer: in meiner sowieso oft flapsigen Art begann ich spitze Bemerkungen zu machen. Meine negativen Gedanken fanden auf diese Weise ein Ventil – wenn auch kein gutes.

Je mehr ich die anderen ablehnte, desto mehr lehnten sie mich natürlich auch ab. In einer gewissen Naivität dachte ich, ich könne meine Ablehnung geheimhalten und mein Gegenüber würde davon gar nichts mitgekriegen.
Heute weiß ich: das ist absoluter Bullshit. Natürlich spürt mein Gegenüber, ob ich es mag oder ob ich es ablehne.

Irgendwann dämmerte mir, dass nicht die anderen das Problem waren, sondern ich. Wenn ich es nicht auf die Reihe kriegen würde, mein Menschenbild zu ändern, würden weder meine Kunden noch ich viel Spaß an der Arbeit haben.
Ich begann mich intensiver mit Statusverhalten, Persönlichkeitstypen und Gruppendynamik zu beschäftigen. Menschen verstehen, das war mein Ziel. Und das ist es bis heute.
Ich habe mir erlaubt, nicht jeden lieben zu müssen. Das wäre auch absurd.
Aber ich kann jeden respektieren und vor allen Dingen auch für die Dinge schätzen, die ihn wertvoll machen – als Mensch und als Teil der Gruppe.

Jeder von uns bringt soviel Potenzial mit. Mittlerweile kann ich das sehen und mich daran erfreuen. Und es durch das Theaterspielen immer mehr herauskitzeln.

Ich habe meine Kunden lieben gelernt – jeden auf seine ganz eigene, einzigartige Weise.

Freitag, 28. Juli 2017

Offenheit - Blogreihe #wertekatalog

Es ist Value-Friday und es geht weiter mit der Blogreihe #wertekatalog,

Der fünfundsechzigste Wert ist:


OFFENHEIT

Wikipedia sagt:

Das Merkmal Offenheit für Erfahrungen bildet zusammen mit Extraversion, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit und Neurotizismus die fünf Hauptdimensionen einer Persönlichkeit nach dem Fünf-Faktoren-Modell (Big Five). Offenheit wird als normalverteilt angenommen, sodass die meisten Menschen mittlere Ausprägungen aufweisen und extreme Werte selten sind.
Menschen mit viel Offenheit werden charakterisiert durch Adjektive (lexikalischer Ansatz) wie
  • einfallsreich, originell, erfinderisch, phantasievoll
  • intellektuell neugierig, offen für neue Ideen
  • interessiert an Ästhetischem wie Kunst, Musik und Poesie
  • mit Vorliebe für Abwechslung (statt Routine), Neigung zu neuen Aktivitäten, neuen Reisezielen, neuem Essen usw.
  • aufmerksam für eigene und fremde Emotionen
Am anderen Ende der Skala (wenig Offenheit) stehen Adjektive wie konservativ, konventionell, routiniert, uninteressiert usw.
(https://de.wikipedia.org/wiki/Offenheit)


Offenheit ist einer meiner Lieblingswerte und die Voraussetzung für das Schaffen von Kunst und für die eigene Entwicklung. Die Voraussetzung für Fortschritt und neue Ideen.

Als halbwegs routinierte Theaterspielerin habe ich im Laufe der Jahre eine große Offenheit entwickelt, aber es gibt immer noch Situationen, die für mich unangenehm oder peinlich sind. Situationen, die Überwindung kosten.

Vor einem halben Jahr etwa wollten meine Mitspieler der "Genossenschaft" und ich gemeinsam zum Karaoke gehen.
Schon mit der Gruppe Vorspiel hatten wir nach einer Derniere gemeinsam in einer Kabine der Ichiban-Karaoke-Bar gefeiert. Damals war ich neugierig und unsicher, wie das ganze wird, aber in der Kabine, nur zusammen mit den Menschen, die ich schon so lange kenne, war es sofort eine losgelöste Atmosphäre und wir haben uns gemeinsam heiser gesungen.

Nun sollte es also wieder in besagte Karaoke-Bar gehen. Eine Kabine hatten wir vorher nicht reserviert und beschlossen, das spontan vor Ort zu machen.
Aus unserer illustren Gruppe von sechs Leuten waren an dem Abend nur noch drei übrig, aber wir ließen uns von unserem Plan nicht abbringen. Als wir in der Bar ankamen, gab es jedoch keine freie Kabine und uns wurde gesagt, dass wir in 1,5 bis 2 Stunden eine Kabine bekommen könnten. So lange wollten wir nicht warten, also gingen wir in den großen Raum zur Hauptbühne, auf der jeder singen kann – wenn er denn jemals dran kommt.

Ich hatte mir in dem Moment, in dem ich in meinem Leben das erste Mal von Karaoke hörte, eingeredet, dass das absolut nichts für mich ist. Singen an sich: ja, gern. Aber nicht vor fremden Menschen, einfach so, in einer Bar. Trotz Theatererfahrung war das für mich etwas anderes. Dort oben stehe ich als ich selbst, nicht in einer Rolle, hinter der ich mich verstecken kann.
Einen Teil dieser Scheu hatte ich mit dem Karaoke-Singen in der Kabine abgelegt. Das Vorhaben, auf einer Bühne vor Fremden auf keinen Fall zu singen, war aber geblieben.

Und nun standen wir da, vor dieser Bühne. Ich haderte mit mir. Meine Genossen sagten, dass wir natürlich zusammen singen können, wir müssten da ja nicht allein auftreten.
Das war der richtige Auslöser, den ich brauchte. In dem Moment beschloss ich: Jetzt aber richtig! Wenn ich schon vor Fremden singe, dann aber auch allein. Challenge accepted!
Ich wählte meinen Klassiker, einen Song, den ich auswendig kann und schon beim vorherigen Karaokebesuch gesungen hatte: "Touch-A, Touch-A, Touch me" aus dem Musical "The Rocky Horror Picture Show". Ich schrieb nur diesen Song auf einen kleinen Zettel und gab ihn beim DJ und Moderator ab. Mit meinen Genossen suchten wir noch weitere Songs aus, die wir zu zweit oder zu dritt singen wollten und gaben auch diese auf Wunschzetteln ab.
Wir warteten und warteten und überlegten schon, wie lange wir noch durchhalten. Und plötzlich wurde mein Name angesagt.
Da ich für mich selbst die Entscheidung getroffen hatte, mich der Herausforderung zu stellen, war ich ganz ruhig und präsentierte da oben den Song. Was ich auf der Bühne gemacht habe, weiß ich nicht mehr so genau. Ich habe auch meine eigene Stimme nicht hören können, sondern nur die Hintergrundmusik.
Ich ging von der Bühne und war einfach happy, weil ich die Offenheit hatte, es endlich auszuprobieren. Es war gar nicht schlimm.

Und ich wurde noch zusätzlich belohnt: der DJ fühlte sich durch den Song inspiriert, direkt nach mir selbst auf die Bühne zu gehen und "Sweet Transvestite" aus dem gleichen Musical zu performen – inklusive Striptease. Mehr kann man sich nun wirklich nicht wünschen!


Offenheit macht uns verletzlich. Wir zeigen uns, wir präsentieren unsere wunden Stellen. Gleichzeitig macht sie uns aber auch durchlässig und frei. Wenn wir uns öffnen, können wir neue Impulse aufnehmen und uns ganz auf neue Erfahrungen einlassen. Wir können Kind sein, können Eintauchen in unsere ganz eigenen Erlebniswelten.

Offenheit ist etwas wunderbares und für uns alle ein wichtiges Gut. Lasst sie uns bewahren – und in anderen Menschen wecken!

Am Schluss noch ein kleiner Tipp von Alexander Smith – diese Erfahrung habe ich nämlich auch gemacht:

Foto: "Republik Vineta", Theatergruppe Vorspiel: https://www.facebook.com/TheatergruppeVorspiel/

Mittwoch, 26. Juli 2017

#monthlyfavourites - Juli-Lieblinge







Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im Juli! 




Zum Arbeiten


Weiter geht es mit der Fachliteratur-Lektüre: eine Biografie über Oscar Wilde. Leichtgängig geschrieben und mit den vielen Zitaten sehr unterhaltsam. Das einzig nervige an dieser Ausgabe von 1969 ist die Angewohnheit, Homosexualität als "Neigung" oder "Gepflogenheit" zu bezeichnen. Zum Glück haben sich die Zeiten geändert. Davon abgesehen ist eigentlich Homosexualität in Bezug auf Oscar Wilde nicht wirklich passend, Bisexualität wäre treffender.

Im Juli war es teilweise ganz schön heiß im Homeoffice. Abkühlung verschafften mir zwei schöne Produkte aus der Glossybox, ein leichtes Aloe Vera Gel von être belle (gibt es leider nicht mehr) und das Aloha Body Spray von De Bruyère.


Leichte Arbeitskleidung ist mir im Sommer ebenfalls wichtig, deshalb ist diese Jerseyhose mit Dschungel-Print im Dauereinsatz.


 
Zum Aufhübschen


Sommer ist Klebetattoo-Zeit! Wenn mehr Haut zu sehen ist, dürfen da gern bunte und glitzernde Bildchen drauf sein. Diese habe ich letztes Jahr gekauft und habe damit viel Spaß.

Ebenfalls sommerlich ist die Sleek Mediterranean Lidschatten-Palette. Ich liebe die bunten Farben für den Sommer, leider ist die Palette nicht mehr erhältlich. Vielleicht wäre diese hier ein schönes Äquivalent?

Seit ich zwei neue Katzen habe, bin ich nur am Händewaschen, weil ständig irgendwelche Klos oder Futternäpfe gereinigt werden müssen. Die viele Seifenbenutzung macht die Hände etwas trocken. Als ich dann eines Abends nach einer Handcreme suchte, fiel mir diese Bodylotion mit Orangenduft von treaclemoon in die Hände, die ich noch aus einer früheren Glossybox hatte. Ich benutze keine Bodylotion, weil meine Haut eigentlich fettig genug ist, aber die Größe und das Gewicht der Flasche waren perfekt für den Nachttisch geeignet. Nun nutze ich einfach die Lotion als Handcreme und kann sie neben meinem Bett lagern, ohne dass die Katzen sie runterschmeißen und durch den Raum schießen.


Zum Lesen


Da ich mit der Fachlektüre ausreichend beschäftigt bin, kommt mein Lesestoff diesen Monat in Form von Programmheften daher.
Mittwochs gehe ich ab und zu gern nachmittags in die Eva Lichtspiele in Berlin-Wilmersdorf und gucke mir einen alten deutschen Film an. Den nächsten Termin habe ich mir schon reserviert, am 02. August möchte ich "Die vier Gesellen" anschauen, ein Film von 1938 über vier junge Absolventinnen einer Kunstgewerbeschule, die eine Werbeagentur gründen. Mit Ingrid Bergmann! Wenn jemand mitkommen will: meldet euch!

Das Deutsche Theater in Berlin geht in die Sommerpause, aber vorher habe ich mir noch das Programmheft für die nächste Spielzeit besorgt. Nun kann ich ausführlich stöbern, welche Stücke ich in der nächsten Saison nicht verpassen will.



Zum Essen


Kirschen! Ich liiiieeebe Kirschen!



Zum Stöbern

Dieser Artikel hat mich diesen Monat schwer begeistert:https://wyriwif.wordpress.com/2017/07/20/warum-es-den-neuen-mann-nicht-gibt-und-nie-geben-wird/

Ganz eigennützig verlinke ich dazu passend meinen eigenen Blogbeitrag zu dem Thema:
http://theaterberlin.blogspot.de/2017/07/ich-bin-kein-sexist-aber.html




Zum Hören

Diesen Monat habe ich zwei brandneue Podcasts für euch!

"This is Jane Wayne" ist einer der bekanntesten Mode- & Lifestyleblogs in Deutschland. Die beiden Gründerinnen Nike und Sarah haben nun einen Podcast gestartet, in dem sie frei von der Leber weg über Mode, Politik, Beziehungen, Muttersein und überhaupt alles alltägliche sprechen. Die beiden sind so ganz anders als ich und gerade deshalb ist es interessant, zuzuhören. Eine Gemeinsamkeit haben wir aber auf jeden Fall: die beiden scheuen sich nicht, mal aus Spaß in Dialekte oder Slang zu verfallen. Das kenne ich von Frauen eher selten, deshalb ist es ein Grund, die beiden zu feiern.




Ein weiteres kleines Schmankerl ist der Podcast "undduso", in der Schauspielerin Denise M'Baye ihre Kollegen fragt, was sie neben der Schauspielerei sonst noch so machen. Der Podcast ist ganz neu, es gibt erst eine Folge: Klick!



Zum Anschauen

Wie geil ist denn bitte funk.net von der ARD?! Dort gibt es mehrere Serien auf Deutsch und Englisch. Zwar nur wenige Staffeln, aber hey, man soll nicht meckern! Neben "Doctor Who", "Orange is the new Black" (muss ich mal irgendwann gucken) und "IT Crowd" auch eine Staffel der britischen LGBTIQ-Serie "Banana". Toll gemacht!
https://www.funk.net/serien/596dd6ab73f6120001670998


Auf Netflix gibt es endlich die 5. Staffel "New Girl". Winston hat dieses Mal einen größeren Part, er ist mein absoluter Lieblingscharakter!





Alte Filme sind natürlich in einem alten Kino wie den Eva Lichtspielen am beeindruckendsten, aber auch zu Hause schaue ich gern mal einen alten Schinken, besonders nebenbei beim Backen oder Kochen oder einfach an einem verregneten Sonntag.
Je mehr alte Filme ich gucke, desto mehr tolle Schauspieler entdecke ich, z.B. die lustige Grethe Weiser. Hier ein Film, in dem sie eine "Platzanweiserin" spielt:







Montag, 24. Juli 2017

Fehler, die ich in der Teamleitung gemacht habe: #3 Zu viel Distanz































Vor kurzem startete ich eine Reihe über meine fünf größten Fehler in der Teamleitung, heute ist Fehler Nummer 3 an der Reihe:

#3 Zu viel Distanz


Letzte Woche erzählte ich, wie ich in meiner ersten Freizeittheatergruppe merkte, dass zu wenig Distanz ein Problem ist.
Im Laufe der nächsten Jahre merkte ich, dass zuviel Distanz ebenso hinderlich sein kann.

Ich wollte mehr als Autoritätsperson gesehen werden und begann mich mehr zu distanzieren. Dazu gehörte, dass ich die Teilnehmer meiner Kurse und Workshops hauptsächlich als Kunden sah.
Das mit der Distanz klappte meist gut, ich war neutral und freundlich zu allen, hatte aber privat keinen großen Kontakt und hielt mich auch von sozialen Gruppenevents außerhalb der Proben fern.

Mit der Zeit merkte ich, dass mir die Teilnehmer durch dieses Verhalten jedoch Stück für Stück entgleiten. Durch meine eigene Distanzierung, grenzte ich mich selbst zu sehr aus der Gruppe aus. Die Proben wurden automatisiert und es fehlte Herzlichkeit und eine Verbundenheit mit der Gruppe. Gab es Probleme, machte ich diese mit mir selbst aus anstatt mich in einer offenen Runde mit der Gruppe zusammenzusetzen.

Zurecht schwand mit der Zeit das Vertrauen der Teilnehmer. Ich war zwar noch die Leitung, aber die Leute begannen, Dinge untereinander zu klären.

Das eigentlich Fatale aber war: je mehr ich mich distanzierter, desto mehr schwand mein Interesse an der Gruppe. Wenn keinerlei Austausch auf privater Ebene stattfindet, geht das Zwischenmenschliche verloren - und somit der Spaß an der Arbeit.

Die Teilnehmer hatten den Eindruck, dass ich mich nicht für sie interessiere. Und das tat ich auch nicht. Ich hatte mich von ihnen teilweise zu sehr distanziert.
Aus Höflichkeit fragte ich natürlich ab und zu mal, wie es ihnen geht, aber eher weil es dazu gehört als aus eigenem Antrieb. Die Gruppe war für mich manchmal auf einem ganz anderen Planeten.

Zu den Aufgaben eines Gruppenleiters gehört neben fachlicher Leitung, Moderation und Input auch die Unterstützung. Der Leiter ist der Anker der Gruppe, der starke Baum, der den Winden trotzt, der Fels in der Brandung. Er ist die Person, die die Gruppe im Notfall durch die Krise führen kann. Vielleicht nicht ohne Schäden, aber zumindest so unbeschadet wie möglich.
Für diese Rolle muss jedoch ein Teil der "professionellen" Distanz weichen.

Es dauerte eine Weile, bis ich das wirklich begriff und die nächsten Jahre waren Jahre des Balance-Probierens. Nicht immer ist die Balance aus Nähe und Distanz perfekt, aber ich nähere mich meiner Art der optimalen Gruppenleitung so langsam an. Und ich freue mich auf alle weiteren Projekte, in den ich noch weiter üben kann.

Freitag, 21. Juli 2017

Bescheidenheit - Blogreihe #wertekatalog

Es ist Value-Friday und es geht weiter mit der Blogreihe #wertekatalog,

Der vierundsechzigste Wert ist:


BESCHEIDENHEIT

Wikipedia sagt:
Bescheidenheit (von „sich bescheiden“, „sich zurücknehmen“, „sich begnügen“, „verzichten“) ist im heutigen Sprachgebrauch gleichbedeutend mit „Genügsamkeit“, „Anspruchslosigkeit“, „Einfachheit“, „Zurückhaltung“. Sie kann sich auf die Wesensart eines Menschen beziehen (= Bescheidenheit als Charakterzug) oder auch nur ein bestimmtes Verhalten auszeichnen (= einfache Lebensführung, Luxus­verzicht). In der positiven Bewertung bildet sie den Kontrapart zu Begriffen wie „Geltungssucht“, „Überheblichkeit“, „Unbescheidenheit“, „Maßlosigkeit“ oder „Prunksucht“. In einer spöttisch abwertenden Tönung findet sie sich in Redewendungen wie „eine bescheidene Leistung“, „mit einer bescheidenen Intelligenz gesegnet“, „aus bescheidenen Lebensverhältnissen kommend“. Selbstironisch spricht man auch von „mein bescheidener Anteil“ (= geringer Anteil), „meine bescheidene Person“ (= meine Wenigkeit), „mein bescheidener Beitrag“, „meine bescheidene Gabe“ (= Mitbringsel/Spende).
Bescheidenheit kann damit als freiwillige Selbstbeschränkung, als schicksalsverordnete Einschränkung der Persönlichkeit oder der Lebensverhältnisse oder als ironische Untertreibung verstanden werden und erfährt daraus eine entsprechende Bedeutung. (https://de.wikipedia.org/wiki/Bescheidenheit)


Bescheidenheit ist für mich ein recht kontroverser Wert. Ich vermute, es ist ein Wert, der die Gemüter spaltet. Die einen werden Bescheidenheit für eine Tugend halten. Bescheidenheit wird nämlich gern in Verbindung mit Demut und Dankbarkeit genannt.
Für andere ist Bescheidenheit eine unnötige Zurückhaltung.

"Bescheidenheit ist eine Zier." dachte ich als Kind. Ich war ein glühendes Beispiel an Bescheidenheit. Ich habe sogar kleinste Geldgeschenke von meinen Großeltern abgelehnt ... zumindest eine Weile. Denn irgendwann merkte ich: von Bescheidenheit habe ich ja gar nicht soviel.
Die anderen finden mich nett und lieb, aber ist das wirklich so ein großer Mehrwert?
Im Vergleich mit denen, die unbescheiden sind, schneidet mein Gewinn deutlich schlechter ab.
Von Bescheidenheit kann ich mir nichts kaufen. Das ist leider Fakt. Und das Gefühl moralischer Überlegenheit flaute mit der Zeit immer mehr ab.

Ich begann zu differenzieren, in welchen Bereichen Bescheidenheit für mich wichtig oder tragfähig war, und in welchen nicht.
Eine materielle Bescheidenheit war mir in gewisser Weise immer ein bißchen immanent. Ich brauche nicht viel Geld, um glücklich zu sein. Eine Hausverwalterin hatte mit uns vor Jahren ein Gespräch, als wir eine Gewerbeimmobilie bei ihr anmieteten. Dazu guckte sie sich die Einkommenverhältnisse und auch die Ausgaben an. Letztere fielen sehr gering aus und sie fragte uns in Berliner Manier: "Wovon leben sie eigentlich? Von Luft und Liebe?" Ja, auf jeden Fall!

Auf anderen Gebieten war mir schon immer eine absolute Unbescheidenheit immanent. Verwöhnt mit tollen Eltern und einem super Bruder war für mich immer klar: im sozialen Umfeld für mich bitte nur das Beste vom Besten. An eine Beziehung und meine Freundschaften hatte und habe ich hohe Ansprüche. Schon immer war ich lieber allein als mit jemandem zusammen, mit dem es nicht hundertprozentig passt.
Auch beruflich und überhaupt im Leben habe ich das Bedürfnis nur Tätigkeiten auszuüben, die mir Freude machen. An denen ich Spaß habe. Das funktioniert nicht immer – Steuererklärung und Arztbesuche kann man ja nicht komplett ignorieren –, aber es funktioniert den Großteil der Zeit.

Bescheidenheit ist für mich keine Tugend. Sie ist ein Bedürfnis, das man hat oder nicht hat. Und man kann Bescheidenheit nur dann leben, wenn man sie auch empfindet.
Ein Mensch, der eine große Freude an Dingen und Gegenständen hat, wird vermutlich als Minimalist nicht glücklich werden, auch wenn die Vorstellung verführerisch ist.

Wir müssen nicht bescheiden sein. Wir dürfen auch absolut unbescheiden sein. Wir dürfen uns alles für uns wünschen:



Es gibt so viele wunderbare Dinge auf dieser Welt. Wenn wir etwas davon haben wollen, dürfen wir es uns nehmen. Wir dürfen zugreifen auf diesem großen Buffett. Es ist genug für alle da, wir nehmen niemandem etwas weg.

Bescheidenheit immer gern. Aber nur keine "falsche" Bescheidenheit!


Foto: "Gerüchte, Gerüchte", Theatergruppe Spielschauer: https://www.facebook.com/TheatergruppeVorspiel/

Mittwoch, 19. Juli 2017

"der thermale widerstand" - Deutsches Theater Berlin

Foto: Arno Declair, Bildquelle: http://www.deutschestheater.de

"Die Bäder denen, die baden gehen!"

Ihr wollt mal wieder ins Theater? Ihr habt nicht viel Zeit? Ihr habt nicht viel Geld? Trotzdem soll es intelligent sein? Und auch lustig? Ihr mögt die Filme um Simon Brenner, z.B. "Silentium"? Und generell österreichischen Humor?

Dann auf zu "der thermale widerstand" von Ferdinand Schmalz, in der Box des Deutschen Theaters.
In einer knackigen Stunde wird die Geschichte eines Kurbades erzählt, das mit Hilfe eines Getränke-Konzerns ein Elite-Bad werden will. Der junge Bademeister Hannes ist allerdings strikt dagegen ...

Die Dialoge sind witzig, der Humor mal verspielt und mal derb. Immer wieder gibt es wunderbare Sätze, die im Ohr bleiben, gesprochen von einem tollen kleinen Ensemble. Die Körperlichkeit von Anne Kulbatzki ist der Hammer. Ihren mit Firmenlogos übersähten Körper bewegt sie wie ein verkrampfter Roboter  – bis sie irgendwann und den erfahrenen Händen des Masseurs ganz weich wird.

Das Bühnenbild mit vier winzigen, angedeuteten Räumen, die simplen weißen Kostüme und der Hintergrund-Sound saugen den Zuschauer in den Mikrokosmos dieses Kurbades.

Jetzt ist erstmal Sommerpause, aber für alle, die im Herbst nochmal Baden gehen wollen: Gucken!

Dienstag, 18. Juli 2017

"Ich bin kein Sexist, aber ..."



Das Leben ist schon eins der härtesten. Da kommen wir auf diese Welt, die so viele interessante Dinge für uns bereithält, die wir erfahren, erkunden und ausprobieren können.
Wir wachsen heran und entdecken Vorlieben und Interessen. Wir entwickeln Enthusiasmus und Schaffensdrang. Wir haben Lust, die Welt zu erobern, ob im Kleinen oder im Großen, gemeinsam oder allein.

Alles wäre so angenehm und schön ... wenn da nicht das leidige Thema Geschlecht wäre.

Ob wir mit viel oder wenig Selbstvertrauen durch die Welt gehen, ist zur Hälfte genetisch festgelegt, der Rest entsteht durch Prägung und Erfahrungen.
Spätestens wenn wir erwachsen sind, realisieren wir, dass unser Geschlecht Vorteile und Nachteile mit sich bringt. Dass wir verschieden sind, steht außer Frage. Doch je nachdem, wie wir sozialisiert sind, in welchem Umfeld wir uns bewegen und mit welchen Medien wir uns umgeben, haben wir eine unterschiedliche Einstellung zu den geschlechtlichen Unterschieden und Gemeinsamkeiten.
Wissenschaftliche Untersuchungen gibt es zahlreich, aber interessanterweise werden jegliche Hinweise auf Unterschiede zwischen den Geschlechtern massiv betont, während neutrale Studien seltener publiziert werden. Dadurch entsteht ein verzerrtes Bild, wie dieser interessante Artikel erklärt: Klick!

Der "Gesellschaft" gefällt es natürlich, wenn sich Frauen und Männer bzw. Mädchen und Jungen entsprechend der ihnen zugewiesenen Geschlechterrollen verhalten. Das macht es einfacher und überschaubarer. Wir lieben Regeln und die Trennung nach (biologischem) Geschlecht ist so wunderbar simpel. Das kann jeder verstehen und sich auch daran halten.

Aber macht uns diese Trennung glücklich?

Ich habe das Gefühl, je mehr wir die Geschlechter voneinander abgrenzen, desto mehr benachteiligen wir uns gegenseitig. Je mehr wir trennen, desto schwieriger machen wir uns das Leben. Wir beginnen Dinge zu fordern, die uns vielleicht gar nicht liegen. Und die wir gar nicht wollen.
Indem wir den Geschlechtern Attribute zuschreiben, üben wir einen enormen Druck aus. Das klassische Männer- und Frauenbild lässt uns wenig Spielraum.

Wir fordern von Männern, dass sie sich unglaublich beschränken: sie dürfen nicht emotional sein (oder nur manchmal), sie dürfen sich nicht zu auffällig kleiden, sie dürfen sich nicht bewegen wie sie wollen, sie dürfen nicht zu fröhlich sein, sie dürfen nicht zu nett sein, sie dürfen keine Schwäche zeigen.
Zumindest dann nicht, wenn sie dem entsprechen wollen, was allgemein als "männlich" bezeichnet wird. Ein Fehltritt und der Mann kriegt seine Männlichkeit sofort abgesprochen.
Dafür hat er die Freiheit, alles zu erreichen. Sein Möglichkeitsspektrum ist riesengroß. Er kann auf den allerhöchsten Punkt gelangen und ebenso den absoluten Tiefpunkt.

Frauen erlauben wir (fast) alles. Zumindest auf privater Ebene. Klar, sie sollen bitte "fuckable" sein, weil das toller für die Fortpflanzung ist, aber wenn sie sich doch keine Mühe mit dem Aussehen geben, ist es auch nicht so dramatisch. Immerhin haben sie immer den Grundwert einer Frau. Es heißt ja "Kinder und Frauen" zuerst, denn die einen Sorgen für Fortpflanzung, die anderen sind das frische Produkt davon. Man muss sie also beschützen. Im Gegenzug haben sie aber weniger Chancen, etwas zu erreichen. Das Spektrum liegt irgendwo in der Mitte auf dem des Mannes: eine Frau kann nie die Spitze erreichen, aber auch nie ins Bodenlose sinken. Dazu wird sie viel zu wenig ernst genommen. Beide Extreme trauen wir ihr nicht zu.

Zu hart? Das ist leider (noch) die Realität. Doch es ist Zeit, etwas zu ändern. Wir sind unterschiedlich genug von Natur aus, wir müssen es nicht noch unnötig kompliziert machen durch bekloppte Regeln.


Warum fragen wir uns dauernd, was es bedeutet ein Mann oder eine Frau zu sein? 

Warum fragen wir uns nicht, was es bedeutet, ein Mensch zu sein?



In der britischen Serie "Doctor Who" geht es um genau das: Was bedeutet Menschlichkeit? Was bedeuten Werte? Wie bin ich ein gutes Wesen?
Die Serie steht für Diversität, Akzeptanz, Mut, Gleichberechtigung, Neugierde und Hoffnung. Nie in meinem Leben hat mich eine Fernsehserie so sehr berührt wie es "Doctor Who" regelmäßig schafft. Sie gibt mir Vertrauen in uns – als Lebewesen. Egal welcher Spezies.

Die Serie startete 1963 und erkämpfte sich einen hohen Beliebheitsgrad. Die Geschichte über ein durch Zeit und Raum reisendes Alien, namens "The Doctor" riss die Zuschauer mit. Als der erste Hauptdarsteller in den Ruhestand treten musste, dachte man sich aus, dass die Hauptfigur einfach beim Sterben regenerieren und eine andere Gestalt annehmen könnte. Zack! Das Konzept für eine ewig laufende Serie war geboren und sorgte bei den Zuschauern durch häufigen Abschied und Neubeginn für Trauer und Vorfreude. Ein wunderbarer Zyklus. Über Jahrzehnte hat "Doctor Who" Fans gefunden, die genau diese Offenheit und diese Freude an Neuem und Veränderung lieben.
Würde man zumindest denken ...

Der mittlerweile 12. Doctor hört zum Jahresende auf und es wurde gerade verkündet, wer die Rolle übernehmen wird. Und es ist zum allerersten Mal: eine FRAU!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Die Fans einer Serie, in der es um Veränderung, Empowerment und Gleichberechtigung geht, sind in zwei Lager gespalten. Der Großteil ist begeistert, aber ein anderer Teil wütet mit Schaum vor dem Mund. Hier ein paar Original-Kommentare:

"Eine Frau????????? FURCHTBAR!!!!!!"

" Manche Rollen sollte man so lassen wie sie sind.... Männlicher Mr. Marpel? Weibliche Sherlock Holmes? Weibliche sieben Zwerge?
Irgendwie.... zu erzwungen nur um politisch korrekt zu sein... Naja.... als weiblicher Fan hoffe ich dann mal auf einen guten Companion....."


"So dann bin ich weg...sehr sehr schade"

" ...abwarten und Tee trinken. Mal sehen was das wird. Ich lasse mich überraschen und erwarte nicht viel...." 

"Bitte sag mir, dass das doch ein Scherz ist. Bitte."

"Tja, Schade um eine gute Sendung.."

"Eine Folge bekommt sie eine Chance von mir."

"Wtf eine Frau o.O WAS"

Hier ein paar Schmankerl auf Englisch:





Es gibt sogar schon ein wunderbares Bingo dazu. Und ja, alle Kommentare habe ich so und ähnlich in den Sozialen Medien gelesen:

Quelle: https://pics.me.me


 Ein besonders interessanter Kommentar war für mich dieser hier:

"Tut mir leid aber ich finde das eine schlechte Entscheidung. Der Doktor war eine der wenigen männlichen Indentifikationfiguren für junge Männer oder Burschen die ohne Gewalt und nur durch Intellekt und Mitgefühl Probleme löst. Den Doktor weiblich zu machen wird dies zu nichte machen, sehr kleiner Gewinn (Frauen sind in der Serie auch so schon wirklich nicht schlecht weggekommen, meist besser als die Männer) aber sehr großer Verlust. Meine Meinung, wenn Sie euch nicht gefällt kann ich auch nichts machen." 

Das hat mich irritiert: Warum muss eine Identifikationsfigur das gleiche Geschlecht haben wie ich? Genau damit trennen wir doch wieder zwischen den Geschlechtern!
Ein Mensch kann Vorbild für einen anderen Menschen sein - ganz unabhängig von seinem Geschlecht. Ebenso kann für mich eine Katze, ein Android (I love Data!) oder ein Alien als Inspiration für mein Leben dienen. Und der Doctor - als Alien, für das Geschlechter irrelevant sind - ist eines meiner größten Vorbilder.



Vielleicht beruhigen sich die erhitzten Gemüter irgendwann, denn eine Serienrolle ist immer noch das: eine Rolle. Es ist eine Charakterbeschreibung einer Figur. Eine Sammlung von Eigenschaften und Verhaltensweisen, die in den allermeisten Fällen von beiden Geschlechtern gespielt werden kann. Im Theater mache ich genau das seit Jahren: ich ändere ständig die Geschlechter der Rollen. Eine Frau kann genauso Strenge zeigen wie ein Mann mütterlich sein kann. Es ist alles nur eine Frage der Vorstellungskraft. Und der eigenen Überwindung der Grenzen im Kopf.

Ich weiß, dass das Überleben unserer Art fest einprogrammiert ist. Die aktuelle gesellschaftliche Situation ist zwar schon besser als vor Jahrzehnten, aber noch immer zeitweise deprimierend. Unsere Instinkte sind manchmal übermächtig. Aber es ist erlaubt, auch auf den Kopf zu hören. Wirklich. Auch, wenn das unfassbar klingen mag.

Wir alle sind Opfer des Gender Bias. Ausnahmslos alle! Im Blog Büronymus gibt es einen ganz fantastischen Artikel dazu: Klick!
Aber nur, weil das der Fall ist, heißt es nicht, dass es sich nicht ändern kann. Irgendwann, in tausenden von Jahren. Wenn wir das wollen, müssen wir bei uns anfangen, unsere eigenen Gedanken hinterfragen. Immer und immer und immer wieder. 
Das ist anstrengend, aber es lohnt sich.

Als Inspiration ein wunderbares Video, in dem Dustin Hoffman die Erkenntnis mit uns teilt, dass es so viele interessante Menschen (er bezieht sich in seinem Fall auf Frauen) da draußen gibt, die wir nie kennenlernen, weil sie nicht unseren optischen Vorlieben entsprechen.
Wir müssen nicht jeden auf seine Tauglichkeit als Paarungspartner analysieren. Wir können auch einfach so an der Person interessiert sein: als Mensch. Und es reicht vollkommen, wenn die Person einem sympathisch ist. Sie muss nicht schön sein und sie muss nicht unser bevorzugtes Geschlecht haben.






Lasst uns endlich tun, was wir tun wollen. Unabhängig von unserem Geschlecht. Einfach als Mensch.
Ich fang schon mal an.



Montag, 17. Juli 2017

Fehler, die ich in der Teamleitung gemacht habe: #2 Zu wenig Distanz


Letzte Woche startete ich eine Reihe über meine fünf größten Fehler in der Teamleitung, heute ist Fehler Nummer 2 an der Reihe:

#2 Zu wenig Distanz


Nach meiner Ausbildung zur Kaufmännischen Assistentin hatte ich den Wunsch, das Theaterspiel, das mich vorher immer wieder während der Schulzeit und auch durch die Theaterkurse meiner Mutter (sie ist Lehrerin für Darstellendes Spiel) begleitet hatte, wieder aufleben zu lassen.
Damals gab es noch StudiVZ und ich fand Gleichgesinnte, die Lust hatten, gemeinsam eine freie Theatergruppe zu gründen. Ich hatte keinerlei Erfahrung im Leiten einer solchen Gruppe, aber ich war schon immer Antreiberin und Organisatorin, also ergab es sich, dass dieser Bereich in meine Hände fiel. Es war eine reine Hobbygruppe und es entwickelten sich nach und nach Freundschaften. Doch wenn Freundschaften auf gemeinsame Zielerreichung treffen, kann es schwierig werden.
Ich wollte gern mit allen befreundet und gleichzeitig eine ernstzunehmende Gruppenleiterin sein. Konflikte waren in dieser Konstellation natürlich vorprogrammiert. Gleichzeitig mit den Teilnehmerin kuschelig sein und am nächsten Tag streng durchgreifen, führt zwangsläufig zu Irritationen.

Als ich dann einmal eine Entscheidung zugunsten der Gruppe, aber gegen das Interesse eines Individuums traf, eskalierte die Situation. Es gab eine lange Diskussion in der ganzen Gruppe und ich merkte, in was für einen schwierigen Posten ich mich manövriert hatte. Die Freundin wurde persönlich und sagte einen Satz, der dafür sorgte, dass mein Interesse an einer Versöhnung schwand. Dass diese Freundschaft nicht hielt, war in Ordnung, das passiert im Leben. Aber dass die Gruppe so nicht wirklich zu führen war, wurde mir immer klarer.

Durch diesen Anspruch an ein freundschaftliches Verhältnis innerhalb der ganzen Gruppe, wurde schnell klar, dass es schwierig würde, eine klassische Leitungsposition innezuhaben. In mir wuchs der Wunsch, einen professionellen Abstand zur Gruppe zu erlangen. Mit Beginn unserer Ausbildung zur Theaterpädagogin beschlossen meine Co-Leiterin (ebenfalls eine Mitspielerin der Gruppe) und ich, dass wir generell professioneller agieren möchten. Wir wollten die Gruppe auf ein neues Niveau heben, Theaterübungen und WarmUps zu Beginn der Proben einführen und die reinen Quatschrunden aus der Probenzeit auslagern. Ein Großteil der Gruppe stellte sich jedoch ganz klar gegen diesen Wunsch. Sie wollten die Lockerheit und Zwanglosigkeit beibehalten. Somit spaltete sich die Gruppe, ein Teil der Leute stieg aus und wir machten mit denen weiter, die Lust auf einen geregelteren Probenprozess hatten.

Die Schwierigkeiten mit der geringen Distanz wurden aber nicht leichter. Immer noch war ich mit den Teilnehmern, die verblieben waren, eng befreundet, es waren intime Freundschaften, in denen wir uns viel anvertrauten, was aber das Verhalten während der Proben erschwerte.

Ich musste während dieser Zeit mühsam lernen, dass in einer Leitungsposition eine gewisse Distanz zur Gruppe essentiell ist. Die Gruppe muss als Einheit für sich existieren, ich bin nur der Begleiter und Unterstützer. Je intensiver ich in die inneren Gruppendynamiken involviert bin, desto mehr verändert sich die Stimmung in der Gruppe und desto schwieriger ist es, Konflikte zu moderieren und die Gruppe durch Krisen zu führen.

Als ich dann anfing, beruflich in den Bereich einzusteigen, hatte ich automatisch eine distanziertere Position, aber anfangs Angst, mich überhaupt mit jemandem anzufreunden. Diese Angst habe ich im Laufe der Jahre abgelegt. Manchmal begegnen mir in meinen Kursen Menschen, mit denen ich sofort auf einer Wellenlänge liege. Und genau deshalb sind es auch Menschen, die durchaus zwischen mir als Privatperson und mir als Gruppenleitung und auch Dienstleisterin unterscheiden können. Ich achte darauf, private Themen nicht zu oft in die Gruppen zu tragen und ich wahre stets eine gewisse Distanz zu meinen Teilnehmern. Albern, offen, flapsig und enthusiastisch bin ich trotzdem. Darauf will ich auf keinen Fall verzichten!

Freitag, 14. Juli 2017

Entwicklung - Blogreihe #wertekatalog

Es ist Value-Friday und es geht weiter mit der Blogreihe #wertekatalog,

Der dreiundsechzigste Wert ist:


ENTWICKLUNG

Wikipedia sagt:
die körperliche und seelische Entwicklung im Zuge des individuellen Lebens, siehe Ontogenese(https://de.wiktionary.org/wiki/Entwicklung)

Entwicklung, wie wunderbar! Entwicklung ist nicht nur ein Wert, nach dem man leben kann, es ist zugleich etwas, was im Leben ganz automatisch passiert.
Das ist einerseits entspannend, andererseits aber auch schwierig. Dass wir uns entwickeln, steht außer Frage, aber zu was entwickeln wir uns? Inwiefern? Und wohin?

Wenn wir uns entwickeln, heißt das nicht automatisch, dass wir uns verbessern. Wobei man natürlich auch erst einmal definieren müsste, was für einen selbst persönlich "Verbesserung" bedeutet.
Für mich bedeutet eine Verbesserung, dass ich in einem Aspekt, einer Geisteshaltung, einer Verhaltensweise oder einer Tätigkeit vorankomme, sicherer bin und perfektere Ergebnisse erziele.
Wenn ich mein erstes Strickstück mit der Mütze vergleiche, die ich vor kurzem gestrickt habe, sehe ich eine Verbesserung. Und zugleich eine Entwicklung: von einem Anfänger habe ich mich zu einem ... fortgeschrittenen Anfänger entwickelt. Immerhin.
In anderen Gebieten habe ich schon einen größeren Schub in der Entwicklung vollzogen. Dabei habe ich gemerkt, dass Entwicklung immer auf Zeit beruht.
Je intensiver ich meine Zeit für eine Aufgabe einsetze, desto mehr entwickle ich mich vorwärts, ich verbessere mich. Je weniger Zeit ich investiere, desto langsamer geht es vorwärts. Oder sogar rückwärts, denn eine Entwicklung kann auch eine Verschlechterung sein.

Als Lebens-Wert ist vermutlich eine Entwicklung zum Besseren gemeint. Eine positive Weiterentwicklung des eigenen Charakters, der eigenen Fähigkeiten, des eigenen Selbstvertrauens.

In meinem Job habe ich den wunderbaren Luxus, andere Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten und zu unterstützen. Vielleicht auch sie ab und zu voranzutreiben.
Aber vor allen Dingen: sie zu beobachten.
Wenn ich eine Theatergruppe über mehrere Jahre begleite, bin ich immer wieder erstaunt, wie deutlich Entwicklungen zu beobachten sind. Dabei gehen die persönlichen Entwicklungen mit den schauspielerischen Hand in Hand.
Mit jeder neuen Rolle, die innerhalb eines halben bis dreiviertel Jahres einstudiert wird, wird die Person herausgefordert. Sie muss sich eine neue Sprechweise antrainieren oder neue Bewegungsmuster aneignen. Solch ein anderes Verhalten in den Körper zu transportieren ist eine wahnsinnig schwierige Aufgabe. Umso größer ist die Freude, wenn genau das gelingt.
Oft habe ich erlebt, dass die Entwicklung einer Figur während der Proben stagnierte. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass die Anforderungen, die die Rolle stellt, einfach zu hoch sind, vielleicht unschaffbar. Doch plötzlich, bei der Premiere, mit der Energie, die die Bühne und das Publikum einem geben, wurde diese Rolle lebendig. Ich wurde umgehauen mit einer neuen Spielweise, die Monate lang versteckt war.
Vielleicht aus Unsicherheit. Vielleicht aus Scham. Vielleicht aus Abneigung gegen die Rolle. Vielleicht, weil die Bühnensituation gefehlt hat. Die Gründe sind so vielfältig und individuell wie die Spieler.

Aber mit jeder neuen Rolle entwickelten sich die einzelnen Menschen auch auf persönlicher Ebene weiter. Mit jedem Notfall, mit jeder Herausforderung, mit jeder Katastrophe und mit jedem Freudenjubel über das gemeinsam erreichte Finale gewinnt jeder einzelne ein Stück mehr Freiheit.

Die Freiheit, eigene Facetten zu leben. So wie ein Baum im Laufe seines Lebens wächst, Äste ausbildet, aus denen wiederum kleinere Äste und daraus kleine Zweige entstehen, an denen Blätter, Blüten und Früchte wachsen, so entwickeln auch wir uns erst in die Höhe und dann - im Optimalfall - immer weiter in die Breite. Wir lernen und probieren Neues aus, wir werden in manchen Bereichen stärker und gefestigter und entwickeln auf dieser Basis neue Interessen, um in andere Höhen vorzustoßen.

Oft ist einem diese Entwicklung gar nicht gewahr. Wir können einfach öfter mal innehalten und zurückblicken. Einen gedanklichen Zeitsprung in die Vergangenheit machen und unser altes Selbst betrachten. Dann merken wir plötzlich: wow, so weit bin ich schon gekommen!

Mit jeder Herausforderung, die wir annehmen, mit allem Neuem, dem wir uns stellen, setzen wir die Weichen für die eigene Entwicklung.

Auch wenn er letzte Woche schon zu Wort kam, konnte ich diesem Zitat von Henry Ford nicht widerstehen:

Foto: "Wir sind noch einmal davongekommen", Theatergruppe Vorspiel: https://www.facebook.com/TheatergruppeVorspiel/

Mittwoch, 12. Juli 2017

Leichter arbeiten mit "Livia"



In meinen Monthly Favourites habe ich Livia schon einmal vorgestellt. Weil vermehrt Fragen von Freunden und Fremden aufkamen, hat das Gerät einen eigenen Blogpost verdient. Der Beitrag ist übrigens nicht gesponsert oder so, ich bin einfach sehr begeistert!


Was ist Livia?

Es handelt sich um ein kleines, transportables Reizstromgerät, das Schmerzen während der Periode lindert / lindern kann.
Mithilfe von Strom werden die Nervenenden stimuliert und somit die Schmerzweiterleitung der Nervenbahnen unterbrochen.

Das Gerät ist das Ergebnis einer Crowdfunding-Kampagne auf Indiegogo, die mein Mann vor etwa einem Jahr entdeckt hatte. Er hat die Kampagne unterstützt und gleich ein Gerät für mich bestellt, mir aber erst später davon erzählt.
Die Kampagne läuft weiterhin - sehr erfolgreich - und das Gerät erreichte mich etwa ein halbes Jahr nach Bestellung.



Funktioniert es wirklich?

Ja. Bis jetzt bin ich extrem zufrieden.
Ich habe früher immer an den ersten zwei Tagen der Periode etwa alle 3-4 Stunden eine Ibuprofen genommen - besonders wenn ich arbeiten musste und nicht mit einer Wärmflasche auf der Couch sitzen konnte. Jetzt sind es während der gesamten Periode insgesamt nur 3-4 Tabletten.
Im Gegensatz zu Tabletten wirkt Livia sofort. Im Moment des Einschaltens wird die Schmerzübertragung unterbrochen und durch eine Art Muskelvibration ersetzt. Somit ist es optimal für den Einsatz auf Arbeit geeignet.
Wichtig: Livia ist kein Wundermittel, das Periodenkrämpfe wegzaubert. Die Krämpfe sind immer noch da und auch spürbar, verursachen aber nicht die gleichen Schmerzen wie vorher. Dennoch spürt man sowohl die Kontraktionen der Krämpfe als auch das Kribbeln durch Livia.



Wie benutzt man Livia?

Livia besteht aus dem eigentlichen Gerät, das eine Größe von ca. 5,3 x 5,3 cm hat. Dazu gibt es ein Kabel mit 2 Strompads in Blütenform. Auf den stromleitenden Flächen werden selbstklebende Gelpads aufgebracht. Nun können die Pads auf den Unterleib geklebt werden. Optimalerweise ein Pad mittig und ein Pad eher seitlich, die beiden etwa 10 cm voneinander entfernt. Welche Position für einen selbst die passendste ist, muss man ausprobieren. Das Kabel wird ans Gerät angeschlossen, welches mit einem Clip (auf der Rückseite des Gerätes) an Unterwäsche, Hosenbund oder Gürtelschlaufe befestigt werden kann.
Es gibt eine On/Off-Taste in der Mitte sowie zwei Tasten mit + und -, mit denen die gewünschte Stärke und Intensität eingestellt werden kann.




Wie fühlt es sich an?

Je nach eingestellter Stufe spürt man ein leichtes bis starkes Kribbeln an der Bauchdecke. In dem Moment, in dem man eine Stufe höher stellt, ist der erste Impuls sehr stark und fühlt sich ein bißchen wie ein sehr leichter Stromschlag an, das relativiert sich aber wieder sofort mit den nächsten Impulsen. Beim ersten Testen fand ich das Kribbeln noch unangenehm, hab mich aber nach den ersten zwei Tagen daran gewöhnt und will jetzt nicht mehr ohne.



Wie lange hält Livia?

Der Akku hält ca 8-10 Stunden und muss dann aufgeladen werden (das eingebaute LED-Licht blinkt rot), ein USB-Kabel ist im Lieferumfang enthalten. Das Aufladen dauert leider mehrere Stunden.
Man kann Livia auch gut nachts tragen, auch wenn mir da meist eine Wärmflasche reicht.
Bewährt hat sich bei mir ein Rhythmus aus Tagsüber-Benutzen und Nachts-Aufladen.
Die Gelpads halten bei guter Pflege etwa zwei Zyklen lang, das bin ich noch am Austesten. Ersatz-Pads sollten auf jeden Fall mitbestellt werden!





Was muss ich beachten?

Die Hautpartien, die mit den Klebepads in Kontakt kommen, sollten stets trocken und fettfrei sein, damit die Pads lange haften. Livia empfiehlt, jeden Monat ein neues Paar Klebepads zu benutzen, sie halten aber durchaus länger.
Nach spätestens 8-10 Stunden sollten die Pads für eine Weile abgenommen werden, um Hautreizungen zu vermeiden.


Livia wird in einer praktischen Box geliefert, in der man das Gerät und das Kabel mit den Klebebads aufbewahren und auch leicht mitnehmen kann. Das Kabelfach ist etwas eng und das Kabel sollte geschickt gerollt werden, damit es nicht bricht.







Der Versand erfolgt aus Israel und die Bestellungen müssen in der Regel beim Zoll abgeholt werden. Auf den Kaufpreis (momentan 149 $) kommen also noch 19% Einfuhrumsatzsteuer rauf. Wenn ihr zum Zollamt fahrt, unbedingt die Rechnung ausgedruckt mitnehmen!

Nicht vergessen: Bestellt gleich ein Vorratsset Gelpads mit!



Was ist der Unterschied zu einem normalen Reizstrom-Gerät?

Bei Livia ist die passende Stromstärke für Regelschmerzen schon voreingestellt und kann in der Intensität variiert werden. Ein klassisches Reizstromgerät hat komplexere Einstellungen und ist für vielfältigere Einsatzmöglichkeiten konzipiert.
Bei Livia ist das Design hübsch, das Gerät klein, leicht und diskret sowie leicht transportabel. Klassische Reizstromgeräte sind größer, schwerer und muten optisch eher medizinisch/technisch an.




 

Vielleicht ist Livia ja auch etwas für euch? Wenn ihr noch Fragen habt, schreibt sie einfach in die Kommentare!