Freitag, 18. November 2016

Liebe - Blogreihe #wertekatalog

Es ist Value-Friday und es geht weiter mit der Blogreihe #wertekatalog,

Der neunundzwanzigste Wert ist:

LIEBE

Wikipedia sagt:

Liebe (über mhd. liep, „Gutes, Angenehmes, Wertes“ von idg. *leubh- gern, lieb haben, begehren) ist im Allgemeinen die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung und Wertschätzung, die ein Mensch einem anderen entgegenzubringen in der Lage ist. Das Gefühl der Liebe kann unabhängig davon entstehen, ob es erwidert wird oder nicht.
Nach engerem und verbreitetem Verständnis ist Liebe ein starkes Gefühl, mit der Haltung inniger und tiefer Verbundenheit zu einer Person, die den Zweck oder den Nutzen einer zwischenmenschlichen Beziehung übersteigt und sich in der Regel durch eine entgegenkommende tätige Zuwendung zum anderen ausdrückt. Hierbei wird zunächst nicht unterschieden, ob es sich um eine tiefe Zuneigung innerhalb eines Familienverbundes (Elternliebe, Geschwisterliebe) oder um eine Geistesverwandtschaft handelt (Freundesliebe, Partnerschaft) oder aber um ein körperliches Begehren gegenüber einem anderen Menschen (Eros). Dieses Begehren ist eng mit der Sexualität verbunden, die jedoch nicht unbedingt auch ausgelebt zu werden braucht (vgl. platonische Liebe).
Liebe wird von der zeitlich begrenzten Phase der Verliebtheit unterschieden.
(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Liebe)

Liebe als Wert finde ich interessant. Bedeutet das, das jemand generell Liebe in seinem Leben wichtig findet? Unabhängig von oder zu wem? Liebe als allgemeines Lebensgefühl, das man versucht, allem gegenüber auszudrücken? Oder sucht derjenige DIE eine große Liebe? Will er einfach nur geliebt werden?

Da Liebe für mich so eine Selbstverständlichkeit und so allgemein ist, kam ich gar nicht auf die Idee, es als einen Wert zu definieren, nach dem ich leben könnte. Dass ich andere Menschen, Dinge und Tätigkeiten liebe, war für mich immer offensichtlich.
Ohne diese Liebe ist das Leben leer und ja ... auch ein bißchen bedeutungslos.

Aber liebt eigentlich jeder? Und lieben wir genug? So ganz allgemein gefragt.
Nicht umsonst gibt es das Wort "lieblos", wenn wir das Gefühl haben, dass etwas ohne Liebe gemacht wurde.
Im Gegensatz dazu können Dinge liebevoll gemacht sein. Sie sind objektiv vielleicht nicht schön, herausragend oder perfekt. Aber wir spüren die Liebe, die darin liegt.
Und diese Liebe nimmt uns ein, ist charmant und begeisternd. Besonders dann, wenn wir offen für die Liebe sind. Wenn wir Liebe zelebrieren können und sie nicht nur empfangen, sondern auch geben.

Wir alle wollen geliebt werden. Wir wollen Nähe und Zuneigung, wir brauchen sie sogar zum Überleben. Aber damit wir geliebt werden, müssen wir auch selbst lieben.
Und diese Liebe passiert nicht einfach so aus dem Nichts, sie fliegt uns nicht zu wie eine Schwärmerei oder Verliebtsein. Sie wächst und sie ist eine Entscheidung. Liebe bedeutet das Zulassen einer intensiven Nähe, bedeutet, dass wir gern und aus freien Stücken geben, ohne Bedingungen. Weil es uns die Sache oder Person wert ist. Wenn wir lieben, ist uns das Objekt der Liebe so wichtig, dass wir mehr tun als den Pflichtanteil. Wir wollen, dass es dem Objekt der Liebe gut geht, dass es sich wohlfühlt.

Das gilt nicht nur für Menschen, sondern auch für das, was wir tun und erschaffen. Wir beschäftigen uns den ganzen Tag mit Dingen, die wir selbst tun, die aus unseren Händen, unserem Geist, unseren Ideen entstehen. Und diese Dinge brauchen Liebe.
Wir sollten unsere Arbeit lieben! Immerhin verbringen wir den ganzen Tag mit ihr. Und wenn wir unsere Arbeit lieben, wenn wir lieben, was wir tun - dann lieben wir auch uns.

Die Liebe zu uns selbst ist essentiell. Wir verbringen unser ganzes Leben mit uns selbst. Es wäre absurd, wenn wir uns dann nicht lieben. Wir sind der Mensch, mit dem wir am meisten zu tun haben, der immer da ist, der uns am nahesten steht, der uns am besten kennt. Dieser Mensch hat die meiste Liebe verdient, denn er tut alles für uns.
Wir werden leider oft dazu erzogen, uns selbst nicht zu lieben. Leiden wird als hohes Gut angesehen, Bescheidenheit und Demut sollen unser Leben führen. Liebe zu uns selbst ist mit dem Wort "Selbstverliebtheit" schon negativ konnotiert.
Aber warum sollen wir uns denn nicht selbst lieben? Weil wir dann nicht tun, was andere von uns wollen. Weil wir dann von der Zuneigung anderer abhängig sind. Und das ist für andere unglaublich praktisch, haben sie doch auf diese Weise jemanden, der sich nach ihren Wünschen richtet. Sie werden gebraucht. Und ich denke, das geschieht größtenteils unbewusst. Weil auch sie es nicht anders kennen.


Selbstliebe zu erlangen, wenn sie nicht anerzogen wurde, ist schwer. Aber es ist schaffbar. Am Anfang steht - wie auch am Beginn einer Liebesbeziehung - die Entscheidung zur Liebe.
An der Umsetzung arbeiten wir dann gemeinsam. Tschacka!

Es ist eigentlich so simpel:



Foto: "Wir sind noch einmal davongekommen", Theatergruppe Vorspiel: https://www.facebook.com/vorspiel

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