Freitag, 8. Juli 2016

Einfachheit - Blogreihe #wertekatalog

Es ist Value-Friday und es geht weiter mit der Blogreihe #wertekatalog.

Der zehnte Wert ist:

EINFACHHEIT

Wikipedia sagt:

Einfachheit, auch Schlichtheit, ist ein Zustand, der sich dadurch auszeichnet, dass nur wenige Faktoren zu seinem Entstehen oder Bestehen beitragen, und dadurch, dass das Zusammenspiel dieser Faktoren durch nur wenige Regeln beschrieben werden kann. Damit ist Einfachheit das Gegenteil von Komplexität. In der wissenschaftlichen Logik gilt das Prinzip, einen gegebenen Sachverhalt mit so wenigen Elementen wie möglich, somit unter möglichster Vermeidung unnötig komplexer Kausalketten zu erklären.
(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Engagement)

Einfachheit mag ich. Einfachheit ist eine Königsdisziplin. Ich übe mich noch in Einfachheit, ich bekomme es nicht immer hin. Aber ich bleibe dran!

Einfachheit hat viele Vorteile: sie ist stilvoll, sie ist elegant, sie ist prägnant und sie ist auch inklusiv. Je einfacher ich eine Sache gestalte - sei es ein Gespräch, einen Text, ein Kunstwerk - desto einfacher können andere diese Sache verstehen. Und das bringt uns näher zueinander, schafft einen leicht verständlichen Austausch.

Aber wie kriege ich das hin, etwas einfach zu gestalten? Ich glaube, es hängt mit Erfahrung zusammen. Je öfter ich eine Tätigkeit verrichte, desto einfacher fällt sie mir. Und je öfter ich davon erzähle oder etwas erkläre, desto simpler werden meine Worte.
Man hat Übung, man hat Erfahrung, man versteht die Thematik besser als zu Beginn - und kann sich somit auch leichter ausdrücken.

In der Theaterpädagogik ist Einfachheit oftmals eine große Herausforderung, da fast immer im Team gearbeitet wird. Ein Team bringt zwar die tollsten Ideen hervor, aber das sind nicht immer die einfachsten. Die Einfachheit kommt auch hier erst mit der Erfahrung. Zu Beginn einer Zusammenarbeit werden oft komplizierte Wege gewählt, denn die meisten beschäftigen sich erstmalig mit der Materie und müssen erst durch Probieren herausfinden, was der einfachste Weg ist.
Selbst wenn erfahrene Teilnehmer dabei sind, heißt das nicht, dass von diesem Wissen profitiert werden kann - teilweise trauen sich diese Teilnehmer nicht, zu intervenieren, teilweise wird nicht auf sie gehört, wenn sie sich trauen. Das kann nervig sein (auf Büronymus gab es dazu einen passenden Artikel), aber daran wächst ein Team. Geduld ist auch hier das Zauberwort.

Mit wachsender Erfahrung und voranschreitendem Alter fällt mir Einfachheit leichter. Nach und nach kann ich Erfahrungen besser in Worte kleiden, kann ich meine Tätigkeit besser erfassen und mich auf Wesentliches konzentrieren. Das dauert sehr lang und es nervt mich manchmal. Aber nichts kommt über Nacht und deshalb versuche ich geduldig zu sein.

Allerdings fällt es mir schwer, meine Umgebung einfach zu halten. Wenn ich Lifestyle-Blogs lese oder Architektur-Zeitschriften durchblättere, bestaune ich minimalistische Entwürfe sehr. Ich finde es faszinierend, mit wie wenigen Dingen sich manche Menschen umgeben können, wie wenig Dinge sie in ihrer Wohnung haben.
Im Laufe unseres Umzuges vor einem halben Jahr habe ich sehr viel verkauft und verschenkt, aber dennoch besitze ich so einigen Kram. Und ich hänge an diesem Kram. Es sind meine Hobbymaterialien. Ich werkle und bastle gern, da braucht man Material für. Ich koche und backe gern und habe entsprechend viele Zutaten und Gerätschaften in meiner Küche. Ich liebe Kleidung und Schmuck und trage gern jeden Tag einen anderen Stil.
Auf all das kann ich (noch nicht?) verzichten. Vielleicht will ich irgendwann darauf verzichten, vielleicht will ich irgendwann ein minimalistischeres Umfeld. Ich warte einfach ab. Das Leben bietet so viele Überraschungen ... und abwarten ist wirklich sehr einfach.

Wie steht ihr zu Einfachheit?

Friedrich Schiller hat es ganz einfach (haha!) formuliert:

Foto: "Weiße Katze": https://www.facebook.com/weissekatzetheater

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