Freitag, 29. Juli 2016

Denken - Blogreihe #wertekatalog

Es ist Value-Friday und es geht weiter mit der Blogreihe #wertekatalog.

Der dreizehnte Wert ist:

DENKEN

Wikipedia sagt:


Unter Denken werden alle Vorgänge zusammengefasst, die aus einer inneren Beschäftigung mit Vorstellungen, Erinnerungen und Begriffen eine Erkenntnis zu formen versuchen. Bewusst werden dabei meist nur die Endprodukte des Denkens, nicht die Denkprozesse, die sie hervorbringen.
(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Denken)

Denken als Wert? WTF? Denken ist doch ein Automatismus, kein Wert, den man lebt, oder?
Oder ist es doch einer?
Vielleicht wenn man es differenzierter betrachtet, wenn man das Denken als Erfüllung sieht statt als Automatismus. Als Beschäftigung mit sich selbst.
Denken ist eine großartige Fähigkeit, über die wir Menschen verfügen und die uns von vielen anderen Tieren unterscheidet. Welche Tiere außer uns denken noch? Und wie sehen deren Gedanken aus? Wie funktioniert ihr "Denken"? Ein Thema, dass nicht genau beantwortet werden kann und auch immer von der individuellen Definition des Denkens abhängt.

Aber für uns Menschen kann Denken vieles sein. Zum einen findet es auf verschiedene Weise und über unterschiedliche Kanäle statt, wir visualisieren, wir hören im Kopf, wir können uns Gerüche vorstellen oder in Gedanken etwas ertasten. Wir können auch in Gedanken fühlen, Gefühle erzeugen oder verdrängen.
Jeder Mensch denkt verschieden, bei jedem sind die Kanäle anders ausgebildet.
Denken ist Voraussetzung für Fortschritt, für Vorstellungsvermögen, für Ideen und Visionen. Gleichzeitig ist es aber auch der Sicherheitsbeauftragte in uns, es schützt uns, es bremst uns und manchmal lehnt es auch ab.
Für mich ist das schönste am Denken, dass wir in unseren Gedanken frei sind. Und gleichzeitig ist das auch unsere größte Hürde. Wir können denken, was wir wollen und dadurch machen wir uns oft das Leben schwer. Wir zerdenken viele Dinge, wir reden uns Selbstzweifel ein, wir vergleichen uns mit anderen oder - noch schlimmer - fantasieren uns die anderen zu viel perfekteren Menschen als sie eigentlich sind.
Die Schaubühne verteilte in der letzten Spielzeit Sticker, auf denen stand: "Selbsthass was my first love".
Leider für viele Menschen die Wahrheit.
Umgekehrt halten wir uns gleichzeitig oft für toller als andere. Und können es deshalb nicht ausstehen, wenn andere Aufmerksamkeit und Liebe bekommen, wir aber nicht. Wir glauben wir hätten mehr verdient und die anderen nicht. Auf diese Weise machen wir uns das Leben wirklich schwer.
Es sind Gedankenspiralen, die uns gefangen halten, die uns unnötig ausbremsen, da die einzige Gefahr, vor der sie uns bewahren könnten, das Ausleben unserer eigenen Interessen und Wünsche ist.

Wie können wir solche bremsenden Gedankenspiralen durchbrechen?



Zuerst müssen wir die Gedanken denken. Sie zulassen. Sie willkommen heißen, kurz im Kopf einen Tee trinken lassen und dann wieder nach Hause schicken.
Denn wenn wir sie nicht anhören, werden sie immer und immer wieder kommen, werden uns nicht in Ruhe lassen. Wenn wir ihnen freundlich zuhören, werden sie leiser.
Und wir haben Platz für Gedanken, die sich in Ideen, welche sich in Pläne und schlussendlich in Handlungen umwandeln.
Wir sind in Gedanken frei - machen wir das Beste draus!


Denken - für euch ein Wert? Und lähmt es euch auch manchmal?


Natürlich hat Altmeister Oscar Wilde zu dem Thema etwas zu sagen:


Foto: "Wer zuletzt lacht", Theatergruppe Grobkost: http:/facebook.com/grobkost

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