Freitag, 24. Juni 2016

Zeit für mich - Blogreihe #wertekatalog

Es ist Value-Friday und es geht weiter mit der Blogreihe #wertekatalog.

Und der achte Wert ist:

ZEIT FÜR MICH


Wikipedia sagt:

Gar nichts ... also muss ich wohl selbst denken.;)

"Zeit für sich" will jeder - behaupte ich einfach mal.
Es ist ein Luxus, Zeit für sich selbst zu haben. Zeit für eigene Interessen, eigene Ideen und eigene Gedanken. Wenn ich stets nur Zeit für andere habe, bleiben meine eigenen Bedürfnisse auf der Strecke.
Denn wie DM-Gründer Götz Werner so schön sagt: Arbeit ist das, was man für andere tut.
Aber man kann eben nicht nur arbeiten, nicht immer nur für andere etwas tun.
Wir brauchen auch Zeit für uns. Zum Erholen, zum Sammeln, zum aktiven Entspannen, zum Lernen, zum Ausprobieren, zum Spaß haben.

Haben wir diese Zeit?
Ich glaube, in Wirklichkeit haben wir davon mehr als wir denken.
Wir haben noch nie so wenig gearbeitet wie heute. Aber wir sind heutzutage viel gestresster.
Ich selbst merke, dass ich viel mehr Zeit für mich hätte, wenn ich mich richtig konzentrieren könnte.
Ich bin großartig darin, mich selbst abzulenken, mehrere Dinge parallel anzufangen und am Ende des Tages nichts geschafft zu haben. Damit stresse ich mich selbst. Wenn ich es auf die Reihe bekomme, einen Blogbeitrag an einem Tag anzufangen und auch fertigzustellen, freue ich mich wie Bolle.

Schaffe ich aber fast nie. Meist kommt mir eine Idee, ich schreibe schon mal die Überschrift und speichere den Beitrag als Entwurf ab. An besonders "produktiven" Tagen lege ich mehrere dieser leeren Beiträge an ... ist alles in Planung, nur jetzt grad hab ich nicht die Konzentration dafür. Also gehe ich mal kurz zu Facebook, um mich ein bißchen in Sozialneid zu suhlen über aktuelle Dinge zu informieren und schon sind wieder 15 Minuten weg. Nochmal zurück zum Blog, einen Satz schreiben, dann nach einem passenden Bild auf dem Rechner suchen und in einem passenden Ordner ablegen. Jetzt fühle ich mich, als ich hätte ich wahnsinnig viel geleistet, Zeit für einen kleinen Snack zwischendurch, obwohl ich gar keinen Hunger habe. Anschließend erst mal auf Bloglovin, vielleicht gibt es ja neue Blogbeiträge ...
In meinem Browserfenster sammeln sich unzählige offene Tabs mit spannenden Artikeln, Videos und Blogs, die ich ja alle noch lesen will ... nur jetzt grad nicht, aber auf jeden Fall heute noch ...
Ich muss noch eine Probe vorbereiten und suche nach meinem Notizbuch, schreibe drei Sätze, da fällt mir etwas ein, was ich noch bei Wikipedia nachschauen wollte. Dort klicke ich mich von einem Artikel zum nächsten, switche wieder zu Facebook, schau mal bei Twitter vorbei ... und plötzlich ist der Tag vorbei und ich jammere, dass ich nichts schaffe, unproduktiv bin und nie Zeit hab für Dinge, die ich wirklich machen will.

Dabei habe ich diese Zeit!!! Aber ich verplempere sie, weil ich mich nicht mehr konzentrieren und effizient arbeiten kann.
Ich muss der harten Wahrheit ins Gesicht blicken: Ich habe das verlernt. Ich will es aber wieder lernen.

Vor ein paar Tagen erstellte ich mir für den Tag keine klassische To-Do-Liste, sondern eine Art Stundenplan. Ganz eingehalten habe ich ihn nicht, aber es hat geholfen.
Für die nächsten Tage habe ich mir vorgenommen, abends keine Serien oder Filme zu gucken, sondern endlich in meinem Buch, das seit Monaten auf meinem Nachttisch liegt, weiterzulesen.
Und anstatt jetzt in iTunes neue MP3s auf meinen iPod zu laden, zwinge ich mich, diesen Artikel hier zu Ende zu schreiben.

Denn ich will mir die Zeit für mich zurückerobern!

Wie geht es euch? Habt ihr Zeit für euch? Oder neigt ihr ebenfalls dazu, sie zu verplempern?


Seneca hatte ja sowas von recht:


Foto: "Leonce und Lena", Theatergruppe Vorspiel: https://www.theatergruppe-berlin.de/vorspiel

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