Mittwoch, 19. September 2012

Ödipus Stadt

Die ganze Geschichte der Labdakiden in 2,5 Stunden. Ich hatte Angst, dass es viel Sitzfleisch fordert, dass es einfach anstrengend wird. Aber dem war nicht so.
Um mich vorzubereiten (ich habe ja aus meiner Unwissenheit, mit der ich in "Die Räuber" gegangen bin, gelernt) beschäftigte ich mich vorher mit dem Themenkomplex, mit Ödipus, mit Antigone, mit allen.
Nun hatte ich Angst, dass ich - da ich die Handlung jetzt so genau kannte - mich langweilen würde. Aber dem war nicht so. Obwohl ich wusste, was als nächstes passieren wird, war ich gespannt auf jede Reaktion, jeden neuen Moment. Und das ist die Qualität von Stephan Kimmigs Inszenierung am DT: diese ruhige, kontinuierliche Spannung. Auf der Bühne geht nicht die Post ab, da ist keine Party, Bühnenbild und Kostüme sind schlicht gehalten. Die Figuren und ihr Verhalten stehen im Vordergrund.
Die ungewöhnliche Besetzung des Königs Kreon durch die Schauspielerin Susanne Wolff ist ein Glückgriff. Sie spielt diesen Kreon fantastisch, mit Liebe zum Detail, mit Witz und Charme. Und ich mochte ihn, ich verstand ihn in seinem Handeln.
Wer lange Inszenierungen nicht scheut und sich für antike Stoffe begeistern kann, dem sei "Ödipus Stadt" ans Herz gelegt.

Bilder: Facebook-Seite des Deutschen Theaters

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